Notfallkarte für pflegende Angehörige: Das bringt sie

Wer einen Angehörigen pflegt, trägt Verantwortung. Doch was ist, wenn Ihnen etwas zustößt? Ein Unfall zum Beispiel oder eine plötzliche Erkrankung? Wer kümmert sich dann um die Pflege?

Um in diesem schlimmsten aller Fälle auf den Pflegebedürftigen so schnell wie möglich aufmerksam zu machen, gibt es die Notfallkarte für pflegende Angehörige.

Was es damit auf sich hat, wie sie ausgefüllt wird sowie ein Gratis-Muster als PDF zum Download finden Sie hier.

Notfallkarte für pflegende Angehörige: Das bringt sie

Wozu eine Notfallkarte für pflegende Angehörige?

Wir tragen oftmals eine Menge von Informationskarten mit uns herum, die im Notfall Auskunft über uns geben sollen und darüber, was schnellstmöglich zu tun ist. Wenn wir uns aufgrund eines Unfalls, einer plötzlichen Krankheit oder eines Schwächeanfalls nicht mehr selbst äußern können, helfen kleine Kärtchen, die wir in unserem Portemonnaie mit uns führen.

So zum Beispiel:

  • Der Impfpass
  • Eine Karte mit unserer Blutgruppe
  • Der Organspendeausweis
  • Eine Information, wer zu benachrichtigen ist
  • Ein Allergieausweis

Diese Informationen können den Ersthelfern, dem Rettungsdienst und den Ärzten wichtige Auskünfte darüber erteilen, wie sie uns am besten und schnellsten helfen können.

Wenn wir einen Angehörigen pflegen, dann ist dieser jedoch in einem solchen Fall unversorgt – und das, obwohl er dringend auf Hilfe angewiesen ist. Schlimmstenfalls erfährt niemand von seinem Schicksal und die Pflege bleibt über Tage oder gar Wochen aus.

Und das kommt gar nicht so selten vor: Über vier Millionen Menschen kümmern sich zuhause um eine pflegebedürftige Person. In vielen Fällen handelt es sich dabei um den eigenen Lebenspartner. Im Notfall ist dann häufig niemand zur Stelle.

Um das zu verhindern, gibt es eine Notfallkarte für pflegende Angehörige. Diese lässt sich ebenfalls wie eine Visitenkarte im Geldbeutel mit sich führen. Aus ihr wird ersichtlich:

  • Dass wir jemanden pflegen, der dringend auf Hilfe angewiesen ist.
  • Um wen es sich bei der pflegebedürftigen Person handelt.
  • Welche Art von Pflege, Medikamenten und Hilfsmitteln diese Person benötigt.
  • Wer im Notfall zu benachrichtigen ist (Familienmitglieder, gute Freunde oder vertrauensvolle Nachbarn), um sich gegebenenfalls um die Pflege zu kümmern.

Diese Notfallkarte für pflegende Angehörige sollte gut sichtbar im Geldbeutel platziert werden, so dass sie schnell zu finden ist. Manche kleben sie sogar mit einem Tesafilm an den Personalausweis oder die Krankenversicherungskarte.

Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Apotheken oder auch Selbsthilfegruppen verfügen über entsprechende Vorlagen, die Sie von dort kostenlos beziehen und anschließend selbst ausfüllen können.

Wie sieht eine Notfallkarte für pflegende Angehörige aus?

Zwar gibt es wie erwähnt Vorlagen für eine Notfallkarte für pflegende Angehörige, doch eine feste Vorgabe, wie diese auszusehen hat, gibt es nicht. Je nach Bedarf kann diese völlig unterschiedlich gestaltet sein.

Wir empfehlen aber auf jeden Fall, diese Information als kleine Klappkarte anzulegen, damit folgende Informationen darauf Platz finden:

  • Die Nachricht, dass Sie einen Angehörigen pflegen
    Das Wichtigste sollte sofort in Auge fallen, wenn jemand die Notfallkarte für pflegende Angehörige in den Händen hält: Die Tatsache, dass hier jemand dringend auf Hilfe angewiesen ist und Pflegeleistungen braucht. Dies sollte auf der Vorderseite sofort ersichtlich sein.
  • Name und Anschrift der pflegebedürftigen Person
    Es sollte auf zweiten Seite klar ersichtlich sein, wer gepflegt werden muss und wo sich diese Person befindet, um ihr schnelle Hilfe zuteil werden zu lassen.
  • Name und Telefonnummer einer Vertrauensperson
    Fragen Sie im Freundes-, Bekannten- oder Familienkreis nach, ob jemand per Telefon über den Tag hinweg gut erreichbar ist – am besten sogar zwei verschiedene Personen. Besprechen Sie mit ihnen, was in dem Fall zu tun ist, wenn Sie als pflegender Angehöriger ausfallen. Muss ein Pflegedienst organisiert werden oder kann diese Vertrauensperson das für einige Zeit übernehmen? Müssen Medikamente oder Mahlzeiten verabreicht werden? Wie läuft der Pflege-Alltag? Welche Termine sind einzuhalten (zum Beispiel ärztliche Untersuchungen oder Therapien)? Am besten hinterlassen Sie diesen Personen eine explizite Liste mit all diesen Informationen.
  • Medikamentöse Versorgung der pflegebedürftigen Person
    Um eine schnelle Versorgung des zu pflegenden Angehörigen zu gewährleisten auch wenn niemand erreichbar ist, sollten zudem die Medikamente vermerkt sein, die diese Person nehmen muss. Am besten mit einer kurzen Notiz über Dosierung und Zeitpunkt.
  • Information über weitere Hilfsmittel und sonstiges
    Lebenswichtige Hilfsmittel (zum Beispiel Katheter oder Infusionen) sollten ebenfalls kurz auf der Karte vermerkt sein. Ebenso Unverträglichkeiten, regelmäßige Therapien oder Vorerkrankungen. Nutzen Sie dazu bei Bedarf auch die Rückseite der Karte.

Tipp: So sorgen Sie für den Notfall vor

Um es helfenden Personen im Notfall leicht zu machen, sollten Sie beim zu pflegenden Angehörigen die entsprechenden Dokumente so hinterlegen, dass diese jederzeit aufzufinden sind, ohne umständlich nach ihnen suchen zu müssen. Dazu gehören die Versichertenkarte, Bescheinigungen über Pflegegrad und Behinderung sowie Vollmachten und Patientenverfügung. Zudem eine kurze Informationsliste über die wichtigsten Daten des Pflege-Alltags.

All dies lässt sich zum Beispiel in einer sogenannten „Pflegedose“ unterbringen, die es für ungefähr fünf Euro in Apotheken zu kaufen gibt. Eine gute Idee ist, diese gut sichtbar im Kühlschrank unterzubringen, da dort am ehesten nachgeschaut wird, um gegebenenfalls verderbliche Lebensmittel zu entsorgen.

Außerdem empfiehlt es sich, immer einen Vorrat an Medikamenten und auch an eingefrorenen und vorgekochten Mahlzeiten parat zu haben und darauf entsprechend in den Unterlagen zu verweisen.

Eine weiterer Tipp ist, ein Notfall-Netzwerk ins Leben zu rufen, um eine Kurzzeitpflege zu gewährleisten. Ein Pflegelotse kann Ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ihre Pflegeversicherung informiert Sie ebenfalls gerne über diese Möglichkeiten.

Zudem kann ein Hausnotruf für den pflegebedürftigen Angehörigen hilfreich sein, sofern ihm die Bedienung noch möglich ist (bei Demenz könnte dies zum Beispiel schwierig werden).

Sie können auch Schlüssel und Informationen bei einem gemeinnützigen Verband wie dem Roten Kreuz oder dem Malteser Hilfsdienst hinterlegen. Die Kosten hierfür sind überschaubar und werden meist von der von der Pflegeversicherung getragen.

Notfallkarte für pflegende Angehörige selber machen

Wie schon erwähnt, gibt es Vordrucke für eine Notfallkarte für pflegende Angehörige an vielen Stellen kostenlos zu beziehen. Sie können diese Karte jedoch auch selbst erstellen – entweder handschriftlich oder am Computer.

Wir haben für Sie ebenfalls einen Vordruck als PDF zum Download bereit gestellt, den Sie entweder direkt privat nutzen oder als Muster verwenden können, um Ihre eigene Notfallkarte für pflegende Angehörige zu erstellen.

Wichtig ist, dass die Karte zwar klein und handlich aber dennoch auffällig ist. Sie sollte optisch so gestaltet sein, dass sie sofort ins Auge sticht, wenn ein Helfer der Rettungskette Ihr Portemonnaie nach wichtigen Informationen durchsucht.

Obwohl die Karte nur das Visitenkarten-Format hat, sollten alle wichtigen Informationen (siehe oben) vermerkt und lesbar sein, daher empfiehlt sich das Erstellen mit dem Computer.

Eine weitere Sicherheit ist, wenn Sie im Startbildschirm Ihres Mobiltelefons auf die Existenz einer solchen Informationskarte hinweisen.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]
3. Oktober 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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