Partnerschaft: Tipps für eine erfüllte Liebe im Alter

Erfüllung und Liebe sind auch in einer langjährigen Partnerschaft möglich. Fakt ist aber auch: Verschiedene Faktoren können dazu beitragen, dass sich eine Beziehung ändert. Sei es der Renteneintritt, eine neue Liebe oder aber die sich verändernde Sexualität in einer langen Partnerschaft. Dazu kommen die vielen kleinen und größeren Probleme im Alltag. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Liebe und Partnerschaft aufrechterhalten…

Partnerschaft: Tipps für eine erfüllte Liebe im Alter

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Definition: Was ist eine Partnerschaft?

In einer Partnerschaft fühlen sich zwei Menschen sexuell und emotional miteinander verbunden. So eine Zweierbeziehung kann als Ehe, eingetragene Lebenspartnerschaft oder einfach feste Liebesbeziehung (auch Fernbeziehungen) vorkommen. Früher waren eheliche Partnerschaften vor allem ökonomische und soziale Zweckgemeinschaften. Dank gesellschaftlicher Veränderungen steht die Liebe im Vordergrund.

Unterschied zwischen Beziehung und Partnerschaft

Partnerschaft und Beziehung werden häufig synonym verwendet. Aber es gibt einen Unterschied. Beziehung ist ein neutraler Begriff für einen Kontakt zu einer anderen Person. Dafür müssen Sie keinerlei erotischen oder amourösen Gefühle empfinden. Wir pflegen beispielsweise eine gute Beziehung zu unseren Nachbarn oder Kollegen. Auch mit Freunden stehen wir in einer Beziehung.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Eine Beziehung muss aber nicht platonisch sein. Ebenso gut gibt es rein sexuelle Beziehungen. Der entscheidende Unterschied zwischen Partnerschaft und Beziehung besteht darin, dass sich Partner in einer Partnerschaft auf Augenhöhe begegnen. Sie respektieren einander, teilen Gemeinsamkeiten und sind ebenbürtig. Salopp ausgedrückt: Jede Partnerschaft ist eine Beziehung, aber nicht jede Beziehung ist eine Partnerschaft.

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10 Tipps: Liebe in der Partnerschaft aufrechterhalten

So individuell sie auch sein mag: Jede Liebesbeziehung durchläuft bestimmte Phasen, die von Herausforderungen geprägt sind. Damit daraus eine langjährige Partnerschaft in Liebe wird, sollten Paare folgende Tipps beherzigen:

1. Respekt zeigen

Oft ist es eine Wechselwirkung: Der eine fühlt sich mit seinen Wünschen nicht mehr gesehen. In der Folge betrachtet er die andere Person selbst bei Banalitäten eher geringschätzig. Das kann der Anfang vom Ende der Partnerschaft sein. Niemand sollte seinen Partner als selbstverständlich erachten. Lieber häufiger mal danke sagen und mit liebevollen Gesten seine Wertschätzung zeigen. Kleine Aufmerksamkeiten wie ein Blumenstrauß oder ein Kuss können Wunder wirken.

2. Neugierde bewahren

Neugier hält jung. Bleiben Sie neugierig auf Ihre Umwelt, setzen Sie sich mit neuen Dingen auseinander. Das sorgt für Gesprächsstoff. Und glauben Sie nicht, Sie würden Ihren Partner in- und auswendig kennen. Irgendwo schlummert immer etwas, was Ihnen nicht bewusst war.

3. Zeit miteinander verbringen

Manchmal droht der Alltag Paare auseinanderzubringen: Zerrissen zwischen Beruf, Kindererziehung und damit einhergehenden Verpflichtungen kommt die Beziehungspflege zu kurz. Andersherum haben Paare bei Rentenbeginn zwar mehr Zeit. Müssen aber erst wieder lernen, als Paar zu existieren, nicht nur als Mutter und Vater oder Arbeitnehmer. Beide Konstellationen haben Potenzial zur Beziehungskrise. Lassen Sie gemeinsame Interessen und Hobbys wieder aufleben. Gehen Sie ins Kino, Museen, Theater und Opern.

4. Getrennte Wege gehen

Mindestens genau so wichtig: Sich gegenseitig Freiräume zu lassen. Damit ist keine Beziehungspause gemeint, obwohl auch das manchen Paaren hilft, Klarheit über eigene Wünsche und Bedürfnisse zu gewinnen. Stattdessen ist Zeit gemeint, in der jeder seine eigenen sozialen Kontakte pflegt, sich beispielsweise mit Freunden trifft. Wenn beide Unterschiedliches erleben, erweitern sich die Gesprächsthemen unweigerlich.

5. Streitigkeiten beilegen

In jeder Partnerschaft kommt es auch mal zu Streit. Sorgen Sie aber dafür, dass dieser nicht eskaliert. Das begünstigt nur Verletzungen. Anschließendes Verzeihen fällt dadurch schwerer. Je besser Sie Konflikte bewältigen, desto mehr schweißt Sie das als Paar zusammen.

6. Aufmerksamkeit widmen

Zuhören ist das A und O einer Beziehung. Wir brauchen für unsere Seele, dass wir uns einander mitteilen, das Innerste offenbaren, Sorgen aussprechen und Freude teilen. Zeigen Sie Interesse an Ihrem Partner und fragen Sie nach. Aufmerksam sein und einander zuhören ist die Basis – auch wenn es öfters dieselben Themen sind.

7. Humor pflegen

Humor zeigen und zusammen lachen in allen Lebenslagen – das schweißt zusammen und bringt wieder Schwung in die Beziehung. Das gemeinsame Lachen löst Stress und ist ein Schlüssel zu mehr Gelassenheit.

8. Rituale entwickeln

Jeder blickt mit Vorfreude auf ein Highlight in der Woche, zum Beispiel der gemeinsame Gang in die Sauna. Suchen Sie sich etwas, worauf Sie sich beide freuen: Die monatliche größere Wanderung, ein gemütlicher Abend im Restaurant, regelmäßige Weinabende mit Freunden.

9. Fehler eingestehen

Jeder liegt mal daneben – aber zugeben können das nur wenige. Wer Fehler eingestehen und sich entschuldigen kann, übernimmt Verantwortung. Das ist nicht nur die Basis für Versöhnung: Oft lenkt der andere ein und bedauert seinen Anteil an der Situation.

10. Erotik bewahren

Erhalten Sie die Leidenschaft für Ihren Partner am Leben. Das kann vor allem jungen Familien in der Erziehungsphase schwerfallen. Wichtig hier, dass Sie Ihren Partner nicht ausschließlich als „Mama“ oder „Papa“ bezeichnen. Das schadet der Erotik, da das Hauptaugenmerk auf der Erzieherrolle liegt. Machen Sie lieber Komplimente und lassen Sie ihn oder sie wissen, dass Sie ihn/sie immer noch attraktiv finden.

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Probleme der Partnerschaft im Alter

Viele tragen die romantische Vorstellung vom gemeinsamen Älterwerden in sich. Ohne aktive Beziehungsarbeit kann das aber bedeuten, dass man nur noch nebeneinanderher lebt:

  • Veränderter Tagesablauf

    Gehen beide in den Ruhestand, müssen sie den Alltag neu organisieren. Die Tätigkeitsfelder im Haushalt müssen klar sein: Wer geht einkaufen, kümmert sich um die Wäsche, kocht, putzt die Zimmer? Das verläuft nicht immer reibungslos.

  • Veränderte Rollen

    Hat die Frau jahrelang in der Ehe das klassische Rollenmodell gelebt, wünscht sie sich nun Unterstützung im Haushalt. Oder: Der Mann sah jahrelang kleine Schwachstellen in der Haushaltsführung seiner Gattin, möchte sich nützlich machen, während die Frau nur genervt ist von seinen Aktionen. Jeder muss sich neu definieren und seine Aufgaben finden.

  • Geringere Finanzmittel

    Selbst wenn Sie ausgerechnet haben, wieviel Geld Ihnen als Paar im Ruhestand zur Verfügung steht: Die Rente ist weniger als das Netto-Einkommen früher. Es gibt beispielsweise kein 13. Gehalt. Auch darauf müssen sich einige Paare erst einstellen.

  • Unterschiedliche Vorlieben

    Die Freude an Unternehmungen kann divers sein: Während der eine Partner andauernd etwas unternehmen möchte, genießt der andere nach langer Zeit des täglichen Arbeitens die Ruhe im Haus. Einer reist sehr gerne, möchte die Welt noch sehen, während der andere lieber im Heim verweilt.

  • Kaum Gemeinsamkeiten

    Was vorher kein Thema war, wird plötzlich zum Thema. Die Kinder sind aus dem Haus und beide stellen auf einmal fest, dass sie keinen Gesprächsstoff mehr haben. Sie merken, dass sie nur noch nebeneinanderher leben.

  • Ungleiches Nähe-Distanz-Empfinden

    Früher gingen die Partner auch mal getrennte Wege. Nun sind sie immer beide gleichzeitig zusammen im Haus und erledigen die Aufgaben gemeinsam. Ständige Nähe kann für den einen zum Problem werden, weil er immer noch gerne allein unterwegs ist, während der andere sogar aktiv die Nähe zum Partner sucht.

  • Hormonelle/körperliche Veränderungen

    Die Wechseljahre sind bis zum Rentenalter eigentlich schon passé. Dennoch kann der Körper sich langfristig durch die Hormone noch verändern. Auch Krankheiten bringen die Beziehung aus dem Gleichgewicht. Baut ein Partner körperlich ab, übernimmt der andere mehr Aufgaben. Manche fühlen sich dann in ihren Möglichkeiten eingeschränkt.

  • Kränkelnde Gesundheit

    Wird einer von beiden pflegebedürftig, kann das die Partnerschaft belasten. Häufig möchte einer den anderen unterstützen. Wird der Partner jedoch zum Pflegefall, fühlt sich der unterstützende Part mit der Zeit überfordert. Beide müssen mit der veränderten Situation – der Hilfs- und Pflegebedürftigkeit des einen – zurechtkommen.

  • Unterschiedliche Sexualität

    Die sexuelle Anziehung kann sich allein dadurch verändern, dass einer von beiden sich gehen lässt und der andere darunter leidet. Auch durch hormonelle Veränderungen oder Impotenz kann sich die Sexualität unterschiedlich entwickeln: Während der eine noch intensive sexuelle Bedürfnisse hat, hat der andere keine Lust mehr.

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Kann man sich mit 60 noch verlieben?

Aber sicher! Partnersuche ab 50 oder 60 Plus – das ist keine Seltenheit mehr. Das Bedürfnis nach Zuwendung und Zärtlichkeit ist noch lange nicht erloschen. Viele gute Gründe sprechen für eine neue Liebe im Alter:

  • Kein Druck
    Die gemeinsamen Interessen stehen im Vordergrund, nicht die zu meisternden Lebensziele wie Hausbau oder Familie. Sie können das Leben in vollen Zügen genießen.
  • Realistische Vorstellungen
    Reifere Menschen haben erkannt, dass kein Mensch fehlerfrei ist. Darum sind sie toleranter und können den anderen leichter akzeptieren.
  • Persönliche Bedürfnisse
    Mit 60 Jahren ist man mehr mit sich selber im Reinen und weiß, was man zum Glücklichsein braucht.
  • Größere Gelassenheit
    Mit 60 Jahren müssen viele keine wilden Abenteuer mehr erleben. Sie genießen entschleunigt – was sich auf die Beziehung überträgt. Sie können ihre Freizeit entspannter gestalten. Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Frisch Verliebte, die die Welt noch mal in einem rasanten Tempo erkunden.
  • Bewusste Intimität
    Im reiferen Alter muss man dem anderen sexuell nichts mehr beweisen. Doch die Zärtlichkeit ist immer noch wichtig. Es geht nicht um Praktiken – das Erleben steht im Mittelpunkt.

Falls Sie aktiv auf Partnersuche sind, schauen Sie sich um. Es gibt klassische und neue digitale Wege:

Partnerschaft, Liebe und Beziehung: Sprüche und Zitate

  • „Die Liebe zwischen zwei Menschen lebt von den schönen Augenblicken. Aber sie wächst durch die schwierigen Zeiten, die beide gemeinsam zusammen bewältigen.“
  • „Balance der Partnerschaft: vom anderen nicht mehr verlangen als von sich selbst.“ (Henriette Hanke)
  • „Man ist glücklich verheiratet, wenn man lieber heimkommt als fortgeht.“ (Heinz Rühmann)
  • „Ehe: die gegenseitige Zärtlichkeit von zwei Schleifsteinen.“ (John Osborne)
  • „Die Ehe ist eine aktive Partnerschaft. Sie können nicht heiraten und vergessen zu pflegen. (Sadhguru)
  • „In Partnerschaften muss man sich manchmal streiten, denn dadurch erfährt man mehr voneinander.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
  • „Die Ehe ist eine Brücke, die man täglich neu bauen muss, am besten von beiden Seiten.“ (Ulrich Seer)
  • „Ich glaube, ein Mann will von einer Frau das gleiche wie eine Frau von einem Mann: Respekt.“ (Clint Eastwood)
  • „Gemeinsame geistige Tätigkeit verbindet enger als das Band der Ehe.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
  • „Bedenke, dass die beste Beziehung die ist, in der jeder Partner den anderen mehr liebt als braucht.“ (Dalai Lama)

Weiterführende Artikel

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

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