Partnerschaft: Tipps für eine erfüllte Liebe im Alter

Wenn die Kinder aus dem Haus sind, die Rente begonnen, startet ein neuer Abschnitt in der Partnerschaft. Viele freuen sich darauf, wenn gleich es einige Unsicherheiten gibt: Kommen wir noch mit einander aus? Schaffen wir es den ganzen Tag miteinander zu verbringen? Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie die Liebe im Alter wieder gemeinsam entdecken…

Partnerschaft: Tipps für eine erfüllte Liebe im Alter

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Partnerschaft: Wie verändert sich die Beziehung mit der Zeit?

Ewig jung und sich frisch verliebt fühlen – wer würde das nicht gerne? Die Realität kann ganz anders aussehen:

  • Der Alltag bringt Schwierigkeiten mit sich.
  • Das ein oder andere Leiden kommt hinzu.
  • Die Leidenschaft lässt nach.

Partner gehen damit unterschiedlich um: Die einen packen ihre Schwierigkeiten einvernehmlich an. Die Probleme schweißen sie noch enger zusammen. Andere ziehen sich zurück, versuchen für sich allein eine Lösung zu finden und werden mit der Zeit ganz unglücklich in ihrer Beziehung.

Dabei ist die Beziehung die wichtigste Quelle für Lebensqualität und Gesundheit im Alter.

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Partnerschaft: Probleme im Alter

Viele tragen die romantische Vorstellung vom gemeinsamen Älterwerden in sich. Jahrelang lebte man Seite an Seite, harmonisch, ohne größere Konflikte und dann zieht schleichend eine Veränderung ein. Die Realität sieht oft anders aus als vorgestellt.

  • Veränderung des Tagesablaufs: Wenn beide in den Ruhestand gehen, muss der Alltag neu organisiert werden. Die Tätigkeitsfelder im Haushalt müssen geklärt werden: Wer geht einkaufen, kümmert sich um die Wäsche, kocht, putzt die Zimmer? Das verläuft nicht immer reibungslos.
  • Veränderte Rollen: Nach dem in der jahrelang in der Ehe das klassische Rollenmodell gelebt wurde, wünscht sich die Frau nun Unterstützung im Haushalt. Oder: Der Mann sah jahrelang kleine Schwachstellen in der Haushaltsführung seiner Gattin, möchte sich nützlich machen, während die Frau nur genervt ist von seinen Aktionen. Jeder muss sich neu definieren und seine Aufgaben finden.
  • Weniger finanzielle Mittel: Natürlich wurde von dem Paar ausgerechnet, wieviel Geld im Ruhestand zur Verfügung steht. Doch die Rente ist weniger als das Netto-Einkommen früher. Es gibt kein 13. Gehalt – darauf müssen sie sich erst einstellen.
  • Unterschiedliche Vorlieben für Ruhe und Aktion: Die Freudigkeit für Unternehmungen kann divers sein: Während der eine Partner andauernd etwas unternehmen möchte, genießt der andere nach langer Zeit des täglichen Arbeitens die Ruhe im Haus. Einer reist sehr gerne, möchte die Welt noch sehen, während der andere lieber im Heim verweilt.
  • Keine gemeinsame Interessen: Was vorher kein Thema war, wird plötzlich zum Thema. Die Kinder sind aus dem Haus und beide stellen auf einmal fest, dass sie keinen Gesprächsstoff mehr haben. Sie merken, dass sie nur noch neben einander her leben.
  • Ungleichheit zwischen Nähe und Distanz: Nach Jahren, die die Partner auch mal getrennte Wege gingen, sind nun immer beide gleichzeitig zusammen im Haus und erledigen die Aufgaben gemeinsam. Diese immerwährende Nähe kann für den einen zum Problem werden, weil er immer noch gerne allein unterwegs ist, während der andere sogar aktiver die Nähe zum Partner sucht.
  • Hormonelle und körperliche Veränderung bei einem Partner: Die Wechseljahre sind bis zum Rentenalter eigentlich schon passé, aber dennoch kann der Körper sich langfristig durch die Hormone noch verändern. Auch Krankheiten bringen die Beziehung aus dem Gleichgewicht. Weil einer körperlich abbaut, muss der andere mehr Aufgaben übernehmen und fühlt sich in seinen Möglichkeiten eingeschränkt.
  • Pflege- und Hilfsbedürftigkeit des Partners: Unglücklich verläuft die Beziehung, wenn einer von beiden pflegebedürftig wird. Oft möchte der andere ihn zunächst unterstützen, fühlt sich aber mit der Zeit überfordert. Beide müssen mit der veränderten Situation – der gefühlten Hilflosigkeit zurecht kommen.
  • Unterschiedlich starke sexuelle Bedürfnisse: Die sexuelle Anziehung kann sich allein dadurch verändern, dass einer von beiden sich gehen lässt und der andere darunter leidet. Auch durch die hormonellen Veränderungen kann sich die Sexualität divers entwickeln: Während der eine noch intensive sexuelle Bedürfnisse hat, hat der andere keine Lust mehr.
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Partnerschaft im Alter: So werden Sie glücklich

Wie Sie sich im Alter fühlen, ist nicht in erster Linie eine Frage Ihrer Gesundheit. Es ist vor allem eine Frage Ihrer Einstellung. Durch Ihre Haltung können Sie beeinflussen, ob Sie sich körperlich und seelisch jung oder alt fühlen.

Über die Jahre ist zwischen den Partnern eine Verbundenheit gewachsen. Es wurden gemeinsam Erfahrungen gemacht und Schwierigkeiten gemeistert. Die Liebe hat ein tiefes Level erreicht. Und dennoch ist der neue Lebensabschnitt eine Herausforderung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um zusammen gut durchzustarten:


Schritte ins Glück
  • Gemeinsam Wege gehen: Mit Rentenbeginn haben die Paare mehr Zeit. Zeit, die wieder sinnvoll gefüllt werden will, damit Zufriedenheit entsteht. Nun können gemeinsame Interessen aufleben und Hobbys zusammen durchgeführt werden: musische Tätigkeiten wie ein Musikinstrument spielen oder im Chor singen, kulturelle Beschäftigungen etwa Besuch von Kino, Museen, Theater und Opern, Sport treiben bei Tanz, Wanderungen oder Schwimmen, Reisen und anderes mehr.
  • Getrennte Wege gehen: Das gemeinsame Erleben wird bereichert durch die Beschäftigungen, denen jeder allein nach geht. Wenn beide unterschiedliches erleben, erweitern sich die Gesprächsthemen unweigerlich. So sind getrennte Reisen mit Freunden immer eine Option und bringen Vielfalt in eine Beziehung.
  • Rituale entwickeln: Jeder blickt mit Vorfreude auf ein Highlight in der Woche, zum Beispiel der gemeinsame Gang in die Sauna. Suchen Sie sich etwas, worauf Sie sich beide freuen: Die monatliche größere Wanderung, ein gemütlicher Abend im Restaurant, regelmäßige Weinabende mit Freunden.
  • Neugierig bleiben: Neugierde hält jung. Bleiben Sie neugierig auf Ihre Umwelt, setzen Sie sich mit neuen Dingen auseinander. Und glauben Sie nicht, Sie würden Ihren Partner in und auswendig kennen. Irgendwo schlummert immer etwas, was Ihnen nicht bewusst war.
  • Zuhören: Zuhören ist das A und O einer Beziehung. Wir brauchen für unsere Seele, dass wir uns einander mitteilen, das Innerste offenbaren, Sorgen aussprechen und Freude teilen. Einander zuhören – auch wenn es öfters die selben Themen sind – ist die Basis.
  • Respekt geben: Seinen Partner zu achten ist Grundstein für jede Beziehung. Darum nie den Respekt voreinander verlieren.
  • Zusammen lachen: Humor zeigen und zusammen lachen in allen Lebenslagen – das bringt wieder Schwung in die Beziehung.


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Kann man sich mit 60 noch verlieben?

Ja- natürlich kann man sich mit 60 noch verlieben, denn das Leben ist längst nicht vorbei. Das Bedürfnis nach Zuwendung und Zärtlichkeit ist noch lange nicht erloschen. Die Schmetterlinge können im Bauch flattern und ein zweiter Frühling ist möglich. Die neue Liebe kann wie ein neues Leben sein. Es gibt einige Gründe, die für eine neue Liebe im Alter sprechen:

  • Kein Druck: Es geht nicht mehr darum, einen Partner für das Leben zu finden, mit dem man ein Haus bauen will und Kinder groß ziehen möchte. Die gemeinsamen Interessen stehen im Vordergrund und nicht die zu meisternden Lebensziele. Im Mittelpunkt steht das Leben, das noch einmal in vollen Zügen genossen wird.
  • Kein Idealbild vom Partner: Reifere Menschen haben erkannt, dass kein Mensch fehlerfrei ist. Jeder bringt seine Macken mit. Sie sind darum toleranter und können den anderen leichter akzeptieren.
  • Persönliche Bedürfnisse: Mit 60 Jahren ist man mehr mit sich selber im Reinen und weiß, was man zum glücklich Sein braucht.
  • Gelassenheit: Mit 60 Jahren müssen viele keine wilden Abenteuer mehr erleben. Sie suchen die Ruhe und genießen entschleunigt – was sich auf die Beziehung überträgt. Sie können ihre Freizeit entspannter gestalten. Natürlich gilt auch hier, die Ausnahmen bestätigen die Regel: Es gibt frisch Verliebte, die die Welt noch mal in einem rasanten Tempo erkunden.
  • Intimität: Im reiferen Alter muss dem anderen sexuell nichts mehr bewiesen werden. Doch die Zärtlichkeit ist immer noch wichtig. Es geht nicht um Praktiken – das Erleben steht im Mittelpunkt.

Falls Sie sich fragen, wo Sie einen Partner finden können, schauen Sie sich um. Es gibt klassische und neue digitale Wege im Internet:

  • Single-Börsen im Internet
  • Single-Reisen
  • Neue Mitgliedschaften in Vereinen oder Clubs
  • Zeitungsannoncen

Partnerschaft: Sprüche und Zitate

Man ist glücklich verheiratet, wenn man lieber heimkommt als fortgeht. (Heinz Rühmann)

Ehe: die gegenseitige Zärtlichkeit von zwei Schleifsteinen. (John Osborne)

In Partnerschaften muss man sich manchmal streiten, denn dadurch erfährt man mehr voneinander. (Johann Wolfgang von Goethe)

Ich glaube, ein Mann will von einer Frau das gleiche wie eine Frau von einem Mann: Respekt. (Clint Eastwood)

Gemeinsame geistige Tätigkeit verbindet enger als das Band der Ehe. (Marie von Ebner-Eschenbach)


[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

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