Pflegeheim: Hilfe für Ihre Suche und Wahl

Kein Pflegeheim ist wie das andere. Es gibt eine Menge zu beachten, um das richtige Heim zu finden: Welche Kosten fallen an? Liegt das Pflegeheim in der Nähe? Wie ist es geführt? Welche Tagesabläufe gibt es – insbesondere für Bewohner mit Demenz? Wir zeigen Ihnen, wie Sie das passende Pflegeheim finden und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Pflegeheim: Hilfe für Ihre Suche und Wahl

Anzeige

Pflegeheim Kosten: So teuer ist die stationäre Pflege

Ein Pflegeheim ist teuer. Viele wissen das, haben allerdings keine genaue Vorstellung davon, wieviel genau der Aufenthalt in einem Pflegeheim kosten kann.

Denn dies richtet sich nicht nur danach, welche Art der Pflege und welche Versorgung die Bewohner benötigen, sondern insbesondere danach, WO sich das Pflegeheim befindet. Ein Vergleich der durchschnittlichen monatlichen Kosten je nach Bundesland:

  • Baden-Württemberg: 2.184 Euro
  • Bayern: 1.925 Euro
  • Berlin: 1.883 Euro
  • Brandenburg: 1.572 Euro
  • Bremen: 1.845 Euro
  • Hamburg: 1.974 Euro
  • Hessen: 1.881 Euro
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1.428 Euro
  • Niedersachsen: 1.562 Euro
  • Nordrhein-Westfalen: 2.337 Euro
  • Rheinland-Pfalz: 1.983 Euro
  • Saarland: 2.225 Euro
  • Sachsen: 1.363 Euro
  • Sachsen-Anhalt: 1.363 Euro
  • Schleswig-Holstein: 1.679 Euro

Wie erwähnt sind dies Durchschnittswerte. Bei einem erheblichen Pflegeaufwand – zum Beispiel bei einer intensiven 24-Stunden-Betreuung – können die Kosten leicht ein Vielfaches betragen. So sind monatliche Beträge von 4.000 bis 5.000 Euro keine Seltenheit.

Wer zahlt das Pflegeheim wenn die Rente nicht reicht?

Grundsätzlich bezahlt die Pflegeversicherung je nach Pflegegrad einen großen Teil der Kosten für ein Pflegeheim. Konkret sind dies:

  • Pflegegrad 1: 125 Euro
  • Pflegegrad 2: 770 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.262 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.775 Euro
  • Pflegegrad 5: 2.005 Euro

So ist es nachvollziehbar, dass ein gewisser Betrag als Eigenanteil bezahlt werden muss – zuweilen sind dies bis zu 2.000 Euro oder sogar mehr. Dies kann durch eine private Pflegezusatzversicherung abgesichert werden. Andernfalls wird für diesen Selbstbehalt Ihr Vermögen beziehungsweise Ihr Ehepartner herangezogen.

Wie kann ich mein Vermögen retten?

Als Vermögen gilt dabei alles, was der Pflegebedürftige beziehungsweise der Ehepartner besitzt: Immobilien, Aktien, Geldanlagen. Viele versuchen daher, ihr Vermögen zu „retten“. Dies ist dabei selten einfach – insbesondere bei Immobilien – und noch seltener legal.

Was die Wenigsten wissen: Nicht das komplette Vermögen müssen Sie für das Pflegeheim opfern. Es gibt einen Schonbetrag in Höhe von 5.000 Euro. Vom Ehepartner selbst bewohnte Immobilien zählen ebenfalls dazu. Alles was darüber liegt, muss jedoch zwingend eingebracht werden, wenn Sie nicht privat abgesichert sind.

Falls keine Mittel vorhanden sind, springt das Sozialamt ein. Dort können Sie einen Antrag stellen, damit Ihnen der Eigenanteil ganz oder teilweise nach eingehender Prüfung erstattet wird.

Anzeige

Pflegeheime in der Nähe finden

Wie kommt man an einen Platz im Pflegeheim? Dies ist gar nicht so einfach. Denn zum einen sind die Plätze begehrt und zum anderen sollte idealerweise alles passen:

  • Es sollte sich um ein Pflegeheim in der Nähe handeln, damit die Angehörigen schnell zu Besuch kommen können.
  • Das Pflegeheim sollte gut geführt sein – die Bewohner sollten sich wohlfühlen und ausreichend betreut werden.
  • Das Pflegeheim sollte nicht zu teuer sein.

Das ist häufig die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau. Meistens fällt die Wahl dabei auf ein Pflegeheim eines freien Trägers wie einer Wohlfahrtsorganisation, einer Kirche oder eines gemeinnützigen Vereins – allein schon aus Kostengründen. Da sie nicht gewinnorientiert arbeiten dürfen, sind sie oft günstiger als ein Pflegeheim eines privaten Trägers.

Es gibt zudem staatliche Pflegeheime, die von kommunal oder von den Ländern beziehungsweise vom Bund betrieben werden. Diese werden allerdings auf dem Markt immer seltener.

Pauschal lässt sich schwer sagen, welches Pflegeheim welchen Trägers die beste Betreuung bietet. Zwar herrscht das Bild vor, dass dies oft die Heime der privaten Träger sind und dass man in einem staatlichen Pflegeheim nur rudimentär gepflegt wird. Jedoch ist dies immer im Einzelfall von der jeweiligen Heimleitung und der genauen Kostenstruktur abhängig.

Darauf sollten Sie bei der Wahl des Pflegeheims achten

Darum ist es wichtig, dass Sie neben Kosten und Lage auf einige weitere Punkte genau achten, wenn es um die Wahl des Pflegeheims geht. Einige Tipps dazu:

  • Wie groß ist das Pflegeheim? Ist eine persönliche, individuelle Betreuung gewährleistet?
  • Wie sind die Zimmer und die Gemeinschaftsflächen ausgestattet? Gibt es ausreichend Anschlüsse für Internet und Telefon? Gibt es gemütliche Treffpunkte wie zum Beispiel eine Cafeteria oder eine Bibliothek?
  • Wieviele Ärzte und Pflegekräfte gibt es? Wie sind sie ausgebildet? Wird bei der Pflege die Eigeninitiative der Bewohner aktiviert?
  • Wie sind die Mahlzeiten gestaltet? Sind sie ausgewogen und frisch? Gibt es eine Auswahl? Welche Freizeitangebote gibt es?
  • Welche Serviceleistungen bietet das Pflegeheim über die Pflege hinaus an? Gibt es Massagen, Fußpflegeangebote, Seelsorger, einen Frisör oder Einkaufsdienste?
  • Wie dürfen die Bewohner und die Angehörigen über die Versorgung mitbestimmen? Gibt es Ansprechpartner für Beschwerden – oder womöglich gar einen Bewohnerbeirat?
  • Ist das Pflegeheim zertifiziert? Welche Siegel trägt es (zum Beispiel: Grüner Haken oder das Qualitätssiegel des IQD)? Lassen sich die letzten Prüfprotokolle des MDK einsehen?

Allein nach Preis zu entscheiden, ist also meist viel zu kurz gedacht. Lassen Sie sich daher ausreichend Zeit, um alle Punkte ausführlich beurteilen zu können.

So gehen Sie bei der Suche nach einem Pflegeheim vor

Je besser ein Pflegeheim ist, umso begehrter sind die Plätze dort. Lange Wartelisten sind daher keine Seltenheit. Darum ist es sinnvoll, sich frühzeitig um einen Platz in einem Pflegeheim zu kümmern. Treffen Sie zunächst über das Internet eine Vorauswahl für ein passendes Pflegeheim in der Nähe. Folgende Seiten können Ihnen dabei helfen:

Dann geht es darum, genauer hinzusehen. So gehen Sie dabei am besten vor:

  1. Informieren Sie sich bei Beratungsstellen, Kommunen, Verbänden, Krankenhaussozialarbeitern und dem Sozialamt über die Heime.
  2. Besichtigen Sie ausgewählte Heime. Sprechen Sie dabei nicht nur mit der Heimleitung, sondern möglichst auch mit Bewohnern und Angestellten.
  3. Lassen Sie sich die Prüfprotokolle des MDK zeigen. Achten Sie dabei vor allem auf die Bewertung der medizinischen Versorgung und der Pflegeleistungen.
  4. Vergleichen Sie erst jetzt die Kosten der Pflegeheime miteinander, die es in die engere Auswahl geschafft haben.
  5. Viele Pflegeheime bieten eine Kurzzeitpflege oder ein Probewohnen an. Nutzen Sie diese Möglichkeit.

Wann sollte man sich für ein Pflegeheim entscheiden?

Wie erwähnt, sollten Sie sich möglichst frühzeitig für ein Pflegeheim entscheiden. Wenn man von Unfällen oder Schlaganfällen einmal absieht, entsteht eine Pflegebedürftigkeit selten über Nacht.

Wenn Sie merken, dass die Pflege im privaten Rahmen zunehmend nicht mehr leistbar ist (zeitlich wie auch räumlich) und der Pflegebedürftige zunehmend vereinsamt, ist es Zeit, das bereits zuvor ausgewählte Pflegeheim zu kontaktieren und sich nach dem Stand auf der Warteliste nachdrücklich zu erkundigen.

Sonderfall: Pflegeheim bei Demenz

Insbesondere im Falle einer Demenz müssen Sie bei der Wahl des Pflegeheims besonders genau hinsehen.

Wenn Sie nach einem Pflegeheim für Demenzkranke in der Nähe suchen, sollte das Pflegeangebot speziell auf diese Erkrankung zugeschnitten sein. Die Pflegerinnen und Pfleger müssen diesbezüglich besonders geschult sein, zudem sollte es Alltagsbegleiter geben.

Denn neben der Pflege spielt beim Krankheitsbild der Demenz vor allem die Aktivierung und Beschäftigungsangebote eine entscheidende Rolle. Als besonders passend haben sich daher Konzepte herausgestellt, die wie eine Senioren-WG funktionieren und die Gemeinschaft herausstellen.

Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, wie mit den schweren Fällen von Demenz umgegangen wird: Werden diese Bewohner eingeschlossen, fixiert oder medikamentös ruhig gestellt? Was so gestrig klingt, ist leider immer noch Realität in manchen Pflegeheimen – meist aufgrund des Pflegenotstands. Ein gutes Pflegeheim sollte dennoch auf solche Methoden verzichten.

Anzeige

Was ist der Unterschied zwischen einem Pflegeheim und einem Altenheim?

Der Unterschied zwischen einem Altenheim und einem Pflegeheim besteht darin, dass in einem Altenheim zuweilen nur ein Wohnplatz und eine rudimentäre Pflege angeboten wird. In einem Altenheim wohnen somit in der Regel Bewohner mit einer geringen Pflegebedürftigkeit.

Die Vorteile eines Pflegeheims sind dabei:

  • Es gibt die Möglichkeit einer 24-Stunden-Betreuung.
  • In der Regel entfällt die eigene Haushaltsführung.
  • Die Tagesabläufe sind klar strukturiert.

Die Nachteile eines Pflegeheims gegenüber einem Altenheim sind:

  • Höhere Kosten
  • Das Zusammenleben findet nur unter ebenfalls Pflegebedürftigen statt – meist mit dem gleichen Krankheitsbild.
  • Wenige Pflegeheime erlauben die individuelle Einrichtung der Zimmer.
  • Es fallen lange Wartezeiten an.

Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

Anzeige
Bewertung: 4,97/5 - 7067 Bewertungen.

Hier weiterlesen

Weiter zur Startseite