Pflegehilfsmittel: Übersicht, Zuschuss, Angebot

Pflegehilfsmittel erleichtern die häusliche Pflege. Darunter fallen sowohl Geräte als auch Pflegehilfsmittel zum Verbrauch wie zum Beispiel Hygieneprodukte. Doch gerade die Kosten für diese Verbrauchsprodukte können sich mit der Zeit schnell summieren. Wir zeigen Ihnen in einer Übersicht, welche Pflegehilfsmittel es gibt, wo Sie diese erhalten und wie Sie sich Zuschüsse auszahlen lassen können.

Pflegehilfsmittel: Übersicht, Zuschuss, Angebot

Pflegehilfsmittel: 40 Euro auszahlen lassen

Pflegehilfsmittel helfen dabei, den Alltag von Pflegebedürftigen in der häuslichen Pflege zu erleichtern. Sie lindern entweder Beschwerden oder ermöglichen ein Stückchen mehr Selbstständigkeit. Dabei gibt es grob zwei unterschiedliche Arten der Pflegehilfsmittel:

  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (zum Beispiel saugfähige Einlagen, Einweghandschuhe oder Desinfektionsmittel)
  • Technische Pflegehilfsmittel (zum Beispiel Hausnotruf, spezielle Betten oder Lagerungshilfen)

Die Kosten dafür müssen die Pflegebedürftigen beziehungsweise ihre Angehörigen nicht alleine tragen. Für Pflegehilfsmittel gibt es von AOK, Barmer und Co Zuschüsse. Wie hoch der Zuschuss für Pflegehilfsmittel ist, hängt von der Art ab: Technische Hilfsmittel werden entweder leihweise überlassen, so dass gar keine Kosten anfallen oder aber die Pflegebedürftigen müssen einen Eigenanteil von zehn Prozent (maximal allerdings 25 Euro) bezahlen.

Anders sieht es aus, wenn es um die Kosten für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch geht: Hier wird von der Pflegeversicherung pro Monat bis zu 40 Euro bezuschusst. Diese Kosten können Sie bei Ihrer Kasse beantragen und werden Ihnen dann monatlich nach einmaliger Prüfung ausbezahlt. Sie müssen dann nur noch die entsprechenden Belege einreichen.

Pflegehilfsmittel: Erhöhung beantragen

Diesen Antrag stellen Sie bei Ihrer Pflegekasse. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüft daraufhin per Gutachter, welche Pflegehilfsmittel notwendig sind. Ein ärztliches Rezept ist dabei nicht zwingend erforderlich.

Allerdings muss ein anerkannter Pflegegrad vorliegen und die Pflege darf nicht in einem Pflege- oder Altenheim stattfinden. Zudem müssen Angehörige bei der Pflege zumindest mithelfen. Wird die Pflege komplett von einem ambulanten Pflegedienst übernommen, so sorgt dieser auch für entsprechende Pflegehilfsmittel zum Verbrauch – ein Kostenzuschuss ist daher nicht notwendig.

Bis Ende 2021 können Sie zudem noch eine Erhöhung des Erstattungsbetrags auf 60 Euro beantragen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese Möglichkeit kurzfristig gewährt, denn insbesondere für Mundschutz und Desinfektionsmittel fallen erhöhte Kosten an.

Pflegehilfsmittel Übersicht: Welche Pflegehilfsmittel gibt es?

Doch was fällt alles unter Pflegehilfsmittel? Folgende Übersicht soll Ihnen näheren Aufschluss geben:

  • Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege (zum Beispiel ein Pflegebett oder eine Lagerungshilfe)
  • Pflegehilfsmittel zur Körperhygiene (zum Beispiel Urinflaschen, Wasch- und Duschsysteme, Unterlagen)
  • Pflegehilfsmittel zur größeren Selbstständigkeit (zum Beispiel Notrufsysteme)
  • Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden (zum Beispiel spezielle Kissen und Rollen gegen Dekubitus)
  • Pflegehilfsmittel zur Hygiene und zum Schutz (zum Beispiel Handschuhe, Schürzen, Betteinlagen, Reinigungsmittel)

Welche Pflegehilfsmittel werden von der Krankenkasse bezahlt?

All diese Pflegehilfsmittel können bezuschusst beziehungsweise die einmalige Anschaffung fast komplett bezahlt werden (abzüglich des erwähnten Eigenanteils). Vorausgesetzt, sie werden vom Gutachter als notwendig erachtet.

Ob dem so ist, ergibt die Prüfung. Wenn also der Gutachter des MDK zu Ihnen kommt, dann versuchen Sie nicht, ein bestmögliches Bild abzugeben, sondern ein realistisches. Wenn die Pflege nur schwer ohne Hilfsmittel möglich ist, dann zeigen Sie dies auch.

Andernfalls könnte es sein, dass bestimmte Pflegehilfsmittel nicht genehmigt werden.

Pflegehilfsmittel-Prüfung: Tipps zum Verhalten

Daher: Zeigen Sie Ihre Schwachpunkte deutlich und stehen Sie dazu – auch wenn es manchen schwerfallen mag. Denn ansonsten kann es sein, dass die Prüfung zu Ihrem Nachteil erfolgt und gerade technische Pflegehilfsmittel nicht gewährt werden.

Wir haben einige Tipps für den Besuch des MDK-Gutachters für Sie zusammengestellt:

  • Machen Sie den Gutachter auf alle Erschwernisse wie Bewegungseinschränkungen, Inkontinenz, Schluckstörungen, Behinderungen, Sinneseinschränkungen, Vorerkrankungen oder Schmerzen aufmerksam.
  • Zeigen Sie räumliche Probleme und die Notwendigkeit von technischen Hilfsmitteln. Ein Pflegetagebuch über einen Zeitraum von ungefähr zwei Wochen kann hier eine große Hilfe sein.
  • Holen Sie sich zum Besuch des Gutachters eine Vertrauensperson hinzu. Dies kann eine ambulante Pflegekraft, ein Angehöriger oder auch idealerweise sogar der behandelnde Arzt sein.
  • Zeigen Sie alltägliche Situationen wie zum Beispiel Essen und Trinken sowie eine eventuelle Einschränkung beim Toilettengang.
  • Seien Sie ehrlich: Verschweigen Sie nichts, aber erfinden Sie auch nichts hinzu. Haben Sie keine Angst, sich zu blamieren, sondern stehen Sie zu Unsicherheiten. Eine Liste der behandelnden Ärzte und Therapeuten kann zudem helfen.
  • Lassen Sie sich keinesfalls unter Zeitdruck setzen. Wenn es nicht anders geht, dann bitten Sie den Gutachter um einen Zweittermin.

Pflegehilfsmittelkatalog beinhaltet nur Leistungen der Pflegeversicherung

Konkret sind alle Pflegehilfsmittel im Pflegehilfsmittelkatalog verzeichnet. Hier finden Sie alles, was für die häusliche Pflege notwendig und erstattungsfähig ist.

Nicht zu verwechseln sind Pflegehilfsmittel mit sogenannten Hilfsmitteln und mit doppelfunktionalen Hilfsmitteln.

Pflegehilfsmittel werden von der Pflegeversicherung bezahlt. Als Hilfsmittel gelten hingegen Geräte, die nicht zwangsläufig nur der Pflege dienen wie zum Beispiel Hörgeräte, Rollstühle, Sehhilfen oder Kompressionsstrümpfe. Sie werden von der Krankenkasse bezahlt. Daher benötigen Sie dafür ein Rezept.

Doppelfunktionale Hilfsmittel sind ebenfalls nicht im Pflegehilfsmittelkatalog verzeichnet. Sie dienen sowohl dem Ausgleich einer Behinderung als auch der Erleichterung der häuslichen Pflege. Toiletten- oder Badehilfen sind hierfür ein gutes Beispiel. Da sich Pflegekasse und Krankenversicherung dafür die Kosten teilen, benötigen Sie sowohl ein Rezept als auch einen anerkannten Pflegegrad.

Wo kaufe ich Pflegehilfsmittel: Apotheke oder Internet?

Technische Pflegehilfsmittel finden Sie in Sanitätshäusern. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch erhalten Sie sowohl in Drogerien beziehungsweise Drogeriemärkten aber auch in der Apotheke.

Zwar ist die Prüfung des Bedarfs und der Zuschussleistung einmalig – dennoch erhalten Sie die Kostenerstattung für die Verbrauchsprodukte nicht automatisch auf Ihr Konto ausbezahlt. Sie müssen die Belege immer wieder aufs Neue einreichen.

Daher empfiehlt sich gerade für die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch ein Online-Anbieter. Dieser schickt Ihnen wie in einer Art Abo-Modell monatlich eine für Sie passende Box aus Pflegehilfsmittel nach Hause. Der Anbieter übernimmt aber nicht nur den Versand des Pflegepaketes, sondern auch die Abrechnung mit der Pflegeversicherung.

Pflegehilfsmittelbox per Versand: So geht es

Dafür ist es notwendig, dass Sie einmal ein Formular ausfüllen, das Ihnen der Anbieter zuschickt. Dieses müssen Sie portofrei zurückschicken und schon übernimmt der Versandhändler die komplette Abrechnung bezüglich der Kostenübernahme. Oft ist inzwischen sogar eine Online-Signatur möglich.

Sofern die Kosten über dem Erstattungsbetrag liegen, erhalten Sie die Rechnung über Ihren Eigenanteil, die auf Wunsch auch gleich entsprechend von Ihrem Konto abgebucht wird. Wenn die Kosten unter den 40 beziehungsweise 60 Euro liegen, müssen Sie sich ohnehin um nichts weiter mehr Sorgen machen.

Sie erhalten dann Ihre Box mit den Pflegehilfsmitteln ganz bequem jeden Monat zu einem bestimmten Termin nach Hause geliefert.

Anbieter von Pflegehilfsmittel

Wer sich für die kostenlose und automatische Zustellung seiner Pflegehilfsmittel zum Verbrauch entscheidet, der wird zum Beispiel bei folgenden Anbietern fündig:

Darüber hinaus gibt es selbstverständlich noch etliche weitere Anbieter – darunter auch die eine oder andere Online-Apotheke. Da das System bei allen ähnlich verläuft, bleibt es Ihrer persönlichen Vorliebe überlassen, welchen Versandhändler Sie wählen.

Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: drepicter by Shutterstock.com]
12. Juli 2021 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

Weiter zur Startseite