Resilienz: Training, Definition, Test

Resilienz ist die psychische Widerstandskraft. Also die Art, wie ein Mensch schwierige Situationen verkraftet. Man könnte sie auch als „StehaufmĂ€nnchenqualitĂ€t“ bezeichnen. Viele Menschen werden mit den Jahren resilienter, da sie das Selbstbewusstsein erlangen, bereits schon etliche RĂŒckschlĂ€ge gemeistert zu haben. Doch nicht alle. Wie Sie Ihre Resilienz stĂ€rken können und was Ihnen das bringt, erlĂ€utern wir hier.

Resilienz: Training, Definition, Test

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Resilienz: Soziologie, Definition und Bedeutung

Die Definition von Resilienz ist laut Duden die „psychische Widerstandskraft“ beziehungsweise „die FĂ€higkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende BeeintrĂ€chtigung zu ĂŒberstehen.“ Man kann sie auch als „Schutzschild fĂŒr die Seele“ oder „innere StĂ€rke“ umschreiben.

Resiliente Menschen werden mit privaten SchicksalsschlĂ€gen oder beruflichen RĂŒckschlĂ€gen besser fertig als andere. Also: Menschen, die hinfallen, aber schnell wieder aufstehen. In der Soziologie geht man davon aus, dass Resilienz mit bestimmten Eigenschaften verbunden ist wie zum Beispiel Intelligenz oder Temperament. Beides ist bis zu einem gewissen Grad erblich.

Aber auch eine stabile Kindheit trĂ€gt zur Entwicklung von Resilienz bei. Vor allem, wenn die Kinder in Mutter beziehungsweise Vater Halt und UnterstĂŒtzung hatten. Sie konnten so ein gewisses Urvertrauen entwickeln, dass immer alles gut endet. Kinder die hingegen Gewalt oder tiefe EnttĂ€uschungen erlebt haben, hatten wenig Chancen, Resilienz aufzubauen.

Die Soziologie beschreibt die Resilienz daher als eine Mischung aus sozialen Faktoren und emotionaler Intelligenz. Allerdings gibt es hier kein Schwarz und Weiß: Es gibt nicht resiliente Menschen auf der einen und weniger resiliente auf der anderen Seite. Studien haben gezeigt, dass fast alle Menschen bei Arbeitslosigkeit, Tod eines geliebten Menschen oder Scheidung einige Zeit zu „knabbern“ haben. Mit Resilienz gelingt dies aber hĂ€ufig schneller.

Was ist das Gegenteil von Resilienz?

Das Resilienz-Gegenteil ist die Verletzlichkeit oder auch VulnerabilitÀt. Dabei handelt es sich also um besonders verwundbare Menschen. Viele gelten als hochsensibel oder empfindlich.

Negative Erlebnisse machen ihnen besonders viel aus und belasten sie entsprechend lange. In der Außenwirkung wird ihr Verhalten oft als launisch abgetan, da sie schwierige Situationen nicht einfach souverĂ€n wegstecken, sondern diese lange mit sich herumtragen. Ihre UnfĂ€higkeit damit fertig zu werden, tragen sie dann hĂ€ufig nach außen, in dem sie gereizt reagieren – selbst bei vermeintlichen Kleinigkeiten.

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Was sind die 7 SĂ€ulen der Resilienz?

Es gibt sieben Eigenschaften, die bei einer KrisenbewÀltigung helfen. Sie bilden die sogenannten sieben SÀulen der Resilienz. Je mehr und je ausgeprÀgter diese Eigenschaften bei Ihnen sind, umso mehr Resilienz haben Sie.

  1. Optimismus
    Optimismus ist eine der wichtigsten SĂ€ulen der Resilienz. Resiliente Menschen verallgemeinern bei einem RĂŒckschlag nichts. Sie akzeptieren die Situation wie sie ist, blicken aber dennoch zuversichtlich in die Zukunft. So bleibt die Krise ein zeitlich begrenztes Ereignis, aus dem man sich selbst herausfĂŒhren kann.
  2. Selbstbewusstsein
    Resilienz bedeutet auch, an sich zu glauben. Statt sich in die Opferrolle zu fĂŒgen, werden resiliente Menschen aktiv. So entwickelt sich ein positiver Kreislauf. Sie erleben, wie ihre StĂ€rke ihnen oft bei der ProblembewĂ€ltigung geholfen hat, was das Selbstbewusstsein weiter wachsen lĂ€sst.
  3. Realismus
    Resilienz bedeutet, langfristig zu denken und fĂŒr sich realistische Ziele zu entwickeln. So können Sie von temporĂ€ren Wendepunkten im Leben, wie zum Beispiel einem Todesfall nicht dauerhaft aus der Bahn geworfen werden. Weil Sie sich schon gedanklich auf ihr Leben nach einem Schicksalsschlag vorbereiten, meistern sie diese Herausforderungen souverĂ€ner und schneller.
  4. GefĂŒhlsstabilitĂ€t
    Resiliente Menschen haben die eigene GefĂŒhlswelt so unter Kontrolle, dass sie hohe Belastungen als Herausforderung empfinden. So können sie kurz darauf wieder voll agieren.
  5. AnalysestÀrke
    Dabei hilft ihnen die StĂ€rke, Situationen realistisch und nĂŒchtern einschĂ€tzen und analysieren zu können. Resiliente Menschen verlassen so eingefahrene Denkpfade und finden dadurch einfacher alternative Lösungen und andere Perspektiven.
  6. Handlungskontrolle
    Daher reagieren resiliente Menschen selten impulsiv sondern eher ĂŒberlegt. Dazu gehört auch, dass sie sofortige Belohnungen zugunsten eines höheren Ziels in der Zukunft aufschieben.
  7. Kontaktfreude
    Resiliente Personen lösen ihre Probleme zusammen mit anderen Menschen. Dazu suchen sie sich einfĂŒhlsame Partner, die ihnen Mut machen und an ihre StĂ€rken erinnern. Da dies keine Einbahnstraße ist, gelingt es mit Resilienz meist auch gut, langfristige und tiefgreifende zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen.

Ist Resilienz erlernbar?

Resilienz entwickelt sich durch positive Bezugspersonen und frĂŒhe UnterstĂŒtzung. Es braucht vor allem Menschen, die Sicherheit und ZuverlĂ€ssigkeit vermitteln. Dies gilt fĂŒr Kinder ebenso wie fĂŒr Erwachsene.

Resilienz ist daher eine wesentliche Eigenschaft unserer Persönlichkeit. Studien der UniversitĂ€ten Mainz, Leipzig und MĂŒnster konnten belegen, dass sich diese im Laufe des Lebens verĂ€ndert.

Vor allem wichtige Ereignisse, wie Heirat, die Geburt eines Kindes, SchicksalsschlÀge oder der Renteneintritt verÀndern eine Persönlichkeit. Dies wirkt sich somit auch auf die Resilienz aus.

Wann ist man resilient?

Eine Skala der Resilienz von null bis zehn zu erstellen, ist schwierig. Ab wann jemand als resilient gilt und ab wann nicht, zeigt sich erst in der KrisenbewÀltigung.

Wer ĂŒber ausreichend Resilienz verfĂŒgt, ist in der Lage, Lebenskrisen ohne anhaltende BeeintrĂ€chtigung durchzustehen. WĂ€hrend andere auf HĂ€rtefĂ€lle mit Angsterkrankungen, Sucht oder einer Depression reagieren, perlt die Belastung scheinbar an ihnen ab wie an einem unsichtbaren Regenschirm.

Resiliente Menschen lassen sich also durch Krisen nicht unterkriegen, sondern lernen daraus und werden meist nur noch widerstandsfÀhiger.

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Resilienz-Training: So können Sie Ihre Resilienz stÀrken

Aber wie stÀrkt man die Resilienz? Wie kann ich meine Resilienz fördern, wenn ich es nicht im Kindesalter gelernt habe? Dabei kann ein Resilienz-Training helfen. Dies ist aber nicht mit einem kurzen Trainingslager zu vergleichen, sondern eher mit einem sich stetig wiederholenden Marathon.

Um Resilienz stÀrken zu können, bedarf es verschiedener unterschiedlicher Bausteine:

  • Einstellung
    Akzeptieren Sie, dass VerĂ€nderungen zum Leben gehören. Betrachten Sie Krisen nicht als unĂŒberwindbare Probleme. Glauben Sie vielmehr an Ihre Ziele und Ihr Können und denken Sie positiv ĂŒber sich selbst.
  • Entscheidungen
    Setzen Sie sich aktiv Ziele und verfolgen Sie diese hartnÀckig. Verlassen Sie die Opferrolle: Sie sind nicht Spielball Ihres Lebens, sondern der Steuermann Ihres Lebens.
  • Fokkussierung
    Akzeptieren Sie Niederlagen aber richten Sie Ihren Blick nicht zu sehr in die Vergangenheit. Blicken Sie vielmehr auf (kreative) Lösungsmöglichkeiten.
  • Herausforderungen
    Suchen Sie sich außerhalb von den tĂ€glichen Routinen und Ritualen auch neue Herausforderungen. Ein neues Hobby zum Beispiel.
  • Reflexion
    Lernen Sie aus Ihren Erfahrungen. Sowohl aus Fehlern als auch aus Situationen, die Sie gemeistert haben. Ziehen Sie daraus auch langfristige SchlĂŒsse.
  • Bewegung
    Aktive Menschen sind resilienter. RegelmĂ€ĂŸiger Sport an der frischen Luft wie Nordic Walking oder Wandern hilft dabei.
  • Lebensfreude
    Resiliente Menschen genießen ihr Leben. Eine der sieben SĂ€ulen der Resilienz ist schließlich der Optimismus. Also betrachten Sie jeden Tag mit Lebensfreude: Welche Chancen bieten sich Ihnen heute?
  • Meditation
    Meditation fördert langfristig ihre psychische Widerstandskraft und die Gelassenheit. Es erfordert zwar ein bisschen Training, aber dann werden Sie merken, wie Sie seelisch stÀrker werden.
  • Beziehungen
    Bauen Sie soziale Beziehungen auf. Am besten zu Menschen, die ĂŒber Empathie verfĂŒgen und nicht ausschließlich an sich denken. Achten Sie dabei auf Ihre Empfindungen: Wer tut Ihnen gut?
  • Schreiben
    Schreiben Sie auf, was Sie bewegt. Das muss kein toller Roman werden – ein einfaches Tagebuch reicht aus. Wichtig ist, dass Sie sich Ihre GefĂŒhle – positive wie negative – von der Seele schreiben.
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Resilienz Test: So belastbar sind Sie

Sie fragen sich: Wie resilient bin ich eigentlich? Dann machen Sie doch unseren kostenlosen Resilienz Test. Überlegen Sie, welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie zutreffen:

  • Mein Lebensmotto ist: „Jeder ist seines GlĂŒckes Schmied.“
  • Ich habe mein Schicksal selbst in der Hand.
  • Ich kenne meine StĂ€rken, glaube an meine FĂ€higkeiten und bin stolz auf sie.
  • Unter Stress laufe ich zur Höchstform auf.
  • Ich akzeptiere negative Ereignisse als Chancen und komme darĂŒber hinweg.
  • Ich habe klare Lebensziele und verfolge sie konsequent.
  • Auf meine wahren Freunde kann ich mich immer verlassen.
  • Ich bin gut, so wie ich bin. Auch wenn es Misserfolge gibt.
  • Wenn mal etwas nicht klappt, versuche ich es einfach noch einmal.
  • Gibt es ein Problem, suche ich immer nach einem Lösungsweg.

Je öfter Sie diese Aussagen fĂŒr sich mit JA beantworten konnten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ĂŒber eine große Resilienz verfĂŒgen.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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