Rheuma: Ursachen, Symptome, Vorbeugung

Wer unter Rheuma leidet, meint damit meist die rheumatische Arthritis – eine chronische Gelenkentzündung. Meist kommt sie im Alter vor. Rheuma kann neben den Knochen und den Gelenken auch Muskeln oder gar Organe befallen. In diesen Fällen können auch junge Menschen von Rheuma betroffen sein. Was Sie zu Rheuma, den Symptomen, sowie der Therapie und einer eventueller Vorbeugung wissen müssen, erfahren Sie hier.

Rheuma: Ursachen, Symptome, Vorbeugung

Definition: Was ist Rheuma?

Unter Rheuma versteht man zunächst einmal stark schmerzende und chronische Entzündungen. Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie „fließen“ oder „reißen“. Damit ist die Art des Schmerzes gemeint, der sich fast immer in einem starken Ziehen äußert.

Rheuma kann sich in nahezu 200 unterschiedlichen Formen äußern. So können sowohl Organe und Gefäße als auch Muskeln oder Sehnen von der Krankheit betroffen sein. Dies betrifft vor allem jüngere Menschen.

Am häufigsten ist dabei jedoch eine chronische Entzündung der Gelenke, die rheumatische oder rheumatoide Arthritis. Umgangssprachlich wird diese Erkrankung, die in der Regel Menschen ab Mitte 50, Anfang 60 zum ersten Mal befällt, meist mit Rheuma gleich gesetzt.

Dabei greift die eigene Immunabwehr des Körpers die Schleimhaut der Gelenke an, die daraufhin wieder mit einer Entzündung reagiert. Mit der Zeit wird dadurch der Knorpel geschädigt, was dazu führt, dass die betroffenen Gelenke schmerzen und in der Folge nicht mehr beschwerdefrei zu bewegen sind.

Von Rheuma geplagte Patienten nehmen dann häufig eine Schonhaltung ein und vermeiden unnötige Bewegungen der entsprechenden Körperstellen, was dazu führt, dass die Gelenke nur noch mehr versteifen.

In Deutschland sind rund 500.000 Menschen an der rheumatoiden Arthritis erkrankt. Dabei gehören Frauen im Schnitt dreimal häufiger zu den Rheuma-Geplagten als Männer.

Heilbar ist Rheuma nicht, es kann allerdings verlangsamt oder gar gestoppt werden, sofern es bereits frühzeitig behandelt wird.

Symptome von Rheuma

Bei vielen Rheuma-Patienten beginnt die Erkrankung an den Extremitäten: an den Zehen oder an den Fingern. In weiteren Schüben breitet sich die Entzündung dann weiter in Richtung Körpermitte aus, so zum Beispiel zu den Knien oder den Ellenbogen.

Da Rheuma oft zurückzudrängen ist, wenn es zeitig behandelt wird, sollten Sie bei folgenden Symptomen einen Arzt aufsuchen:

  • Angeschwollene Gelenke
  • Schmerzen an den Gelenken – insbesondere in der Nacht und Morgens
  • Versteifungen der Gelenke – meist morgens, die dann im Laufe des Tages wieder nachlassen
  • Gummi- und knotenartige Verformungen unter der Haut an den betroffenen Gelenken
  • Erschöpfung und allgemeine Mattigkeit

Rheuma äußert sich häufig in Schüben. Die Beschwerden können also nach einiger Zeit wieder abklingen und nach einer gewissen Zeit erneut und dafür umso heftiger auftreten. Meist breitet sich die Krankheit dann auch mit jedem weiteren Schub auf andere Körperstellen aus.

Rheuma-Patienten klagen dann oft darüber, dass die Entzündungen neben den Schmerzen auch zu Verformungen an den Gelenken führt. Hier spricht man dann schon von einem fortgeschrittenen Stadium.

Info: Ursachen von Rheuma

Die genaue Ursache von Rheuma ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Vermutungen gehen aktuell von Viren oder Bakterien als Auslöser aus.

Fest steht jedoch, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Dabei wendet sich die körpereigene Immunabwehr nicht mehr nur gegen Eindringlinge von Außen sondern gegen den eigenen Organismus – in diesem Fall gegen die Schleimhaut der Gelenke.

Obwohl der exakte Ursprung von Rheuma ungeklärt ist, gibt es jedoch einige Risikofaktoren, welche einen Ausbruch der Krankheit wahrscheinlicher machen:

  • Erbliche und genetische Faktoren
  • Übergewicht
  • Rauchen

Diagnose und Behandlung von Rheuma

Bei Beschwerden wie sie oben erwähnt wurden, sollten Sie nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Dieser wird zunächst im Gespräch ihre Symptome und den bisherigen Verlauf aufnehmen und eine eventuelle familiäre Vorbelastung abklären. Im Anschluss wird er die betroffenen Gelenke in Augenschein nehmen.

Wenn ein Verdacht auf Rheuma besteht, werden von den entsprechenden Körperpartien Röntgenaufnahmen angefertigt. Ferner wird eine Blutprobe labortechnisch auf entsprechende Proteine und Antikörper untersucht.

Wenn sich die erste Diagnose auf Rheuma bestätigt, bieten sich verschiedene Therapieverfahren an, damit die Beschwerden abklingen oder sich zumindest nicht weiter ausbreiten:

  • Medikamentöse Behandlung
    Anti-Rheuma-Medikamente wie Methotrexat, Sulfasalazin oder Leflunomid können die Entzündung aufhalten. Sie werden auch als „Basistherapeutika“ bezeichnet. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen sie nicht ausreichen und zusätzlich sogenannte „Biologika“ zum Einsatz kommen müssen. Dies sind gentechnisch veränderte Stoffe, die den körpereigenen Substanzen ähneln. Außerdem werden Schmerzmittel verschrieben, die eine Bewegungseinschränkung vermeiden sollen.
  • Physiotherapie
    Krankengymnasten und Ergotherapeuten helfen den Patienten, die Gelenke beweglich zu halten. Sie arbeiten dabei auch mit der lokalen Anwendung von Kälte- beziehungsweise Wärmebehandlungen oder Kneipp-Kuren, um die Schmerzattacken zu verringern und die Muskulatur zu lockern. Spezielle Hilfsmittel für den Alltag wie Ess- und Kochgeschirr oder extra angefertigte Schuhe erleichtern außerdem das tagtägliche Leben.
  • Operation
    Ist das Gelenk bereits zu stark befallen und schon größtenteils zerstört, bleibt in vielen Fällen nur eine operative Entfernung und das Einsetzen einer Prothese. Diese künstlichen Gelenke halten einige Jahre und garantieren eine gewisse Schmerzfreiheit an den entsprechenden Stellen. Es kann jedoch sein, dass sie nach zehn oder zwanzig Jahren ersetzt werden müssen.

Einen klaren und immer gleichen Verlauf gibt es bei Rheuma nicht. Die Schübe äußern sich von Patient zu Patient sowohl zeitlich als auch in der Stärke extrem unterschiedlich. Auch wurden Fälle beobachtet, die jahrelang nur geringe Beschwerden zeigten, dann aber eine plötzliche starke Verschlimmerung an den Tag legten.

Wird Rheuma jedoch in den kommenden Monaten nach dem Auftreten der ersten Symptome gleich behandelt, besteht eine gute Chance, einen schweren Verlauf zu verhindern oder diesen zumindest weit hinaus zu zögern.

Es bleibt allerdings festzuhalten, dass die Risikofaktoren sich auch auf die Therapieerfolge auswirken können: Übergewicht und Rauchen verhindern oft ein erfolgreiches Ansprechen auf die Medikamente.

Wird Rheuma nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass sich die Entzündungen auf Herz, Lunge oder andere Organe ausbreitet. Nicht selten steigt dann dadurch auch die Gefahr, einen Herzinfarkt oder einen Apoplex zu erleiden.

Tipp: Rheuma vorbeugen

Da die Ursache für Rheuma noch im Dunkeln liegt, lässt sich dieser Krankheit auch schwer komplett vorbeugen. Allerdings können Sie dazu beitragen, das Risiko zu senken:

  • Verzichten Sie aufs Rauchen
  • Vermeiden Sie Übergewicht
  • Achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung

Gerade im letzten Punkt sind sich Ernährungsmediziner einig, dass die Vermeidung gewisser entzündungsfördernder Stoffe das Risiko für Rheuma senkt.

So wirkt sich zu Beispiel eine deutliche Reduktion des Fleischkonsums aber auch der Verzicht von übermäßigem Zucker positiv auf das Rheumarisiko aus. Viel kalziumhaltiges Gemüse und Nüsse stärken außerdem die Knochen, Knorpel und Gelenke.

Außerdem gilt Vitamin D als wirkungsvoller Entzündungshemmer. Dies produziert der Körper selbst, wenn er ausreichend Tageslicht abbekommt. Viel Bewegung an der frischen Luft wie Spazieren gehen, Wandern oder Nordic Walking hält also nicht nur die Gelenke beweglich, sondern beugt auch Entzündungen vor.

Regelmäßige gymnastische Übungen aber auch dezentes Krafttraining oder andere Mobilisierungen halten außerdem die Muskeln fit und die Gelenke beweglich.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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24. August 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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