Rollator: So finden Sie die passende Gehhilfe

Wem aufgrund zunehmenden Alters oder gesundheitlicher Einschränkungen das Gehen Probleme bereitet, für den gibt es als Gehhilfe den Rollator. Doch wer sich noch nie mit dem Angebot beschäftigen musste, für den ist der Markt schnell unübersichtlich. Wir zeigen Ihnen worauf es beim Rollator-Kauf ankommt und welche Rollatoren sich für welche Ansprüche eignen.

Rollator: So finden Sie die passende Gehhilfe

Was ist ein Rollator?

Ein Rollator ist eine Gehhilfe mit Rädern. Sie soll die Mobilität verbessern und zugleich bei der Fortbewegung stützen und Sicherheit verleihen.

Der Vorteil eines Rollators gegenüber einem Gehstock ist, dass er nicht angehoben wird, sondern immer mit dem Boden verbunden ist. So wird eine natürliche Gehfunktion unterstützt.

Ein Rollator kann Ihnen daher im Alltag eine wichtige Hilfe sein. Er dient als Sturzschutz und gibt Ihnen Ihre Mobilität zurück. Bei Spaziergang oder beim Einkaufen bietet er zudem die Möglichkeit, etwas zu transportieren. Ferner kann er für ein Ruhepäuschen als Sitzgelegenheit dienen.

Auf einen Rollator zurückgreifen zu müssen, kann aus vielerlei Gründen notwendig sein. Zum Beispiel aufgrund von:

  • Alter
  • Operationen
  • Krankheiten
  • Unfällen

Dies sollten Sie vor dem Kauf eines Rollators wissen

Rollatoren gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihres Gewichtes, des Preises und Ausstattungsmerkmalen oft erheblich.

Daher sollten Sie sich vor dem Kauf zunächst fragen, wofür Sie den Rollator benötigen. Sind Sie viel in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs oder gerne auf Reisen, sollten Sie zum Beispiel über einen Leichtgewichts-Rollator nachdenken. Doch der Reihen nach:

Unterschiedliche Arten von Rollatoren

Grundsätzlich kann man die angebotenen Rollatoren nach vier Modelltypen unterteilen, die je nach Zweck alle ihre Berechtigung haben:

  • Standard-Rollatoren

    Die Standard-Modelle werden in der Regel von den Krankenkassen bezahlt. Sie sind häufig die günstigsten Varianten und starten bereits schon ab einem Preis von 60 Euro. Je besser die Rollatoren verarbeitet sind, umso teurer werden sie. Für 200 Euro oder mehr bieten diese bereits Klappmechanismen, Körbe, Taschen, Rückengurte, Schlösser, Beleuchtung, Stockhalterungen oder spezielle Handgriffe.

  • Leichtgewichts-Rollatoren

    Dieser Rollator-Typ ist besonders beliebt. Er eignet sich durch seine leichte Bauweise und seine ausgereiften Falt- und Klappmechanismen gut für längere Strecken und Reisen. Trotz seiner Leichtigkeit ist er dennoch stabil und sicher. Leider werden diese Modelle in den meisten Fällen nicht von der Krankenkasse bezahlt. Sie müssen daher selbst gezahlt und somit komplett aus eigener Tasche finanziert werden.

  • Spezial-Rollatoren

    Diese Art von Rollatoren ist für Personen mit bestimmten Erkrankungen oder einem hohen Körpergewicht geeignet. Je nach Benutzer werden sie zum Beispiel mit speziellen Stützen versehen, so dass sie auch halbseitig gelähmte Patienten nutzen können. Weitere Varianten sind beispielsweise Rollatoren mit Unterarmauflagen für Rheuma-Patienten oder besonders breite und stabile Geräte für kräftigere Patienten.

  • Indoor-Rollatoren

    Diese Geräte sind besonders für den Einsatz in den eigenen vier Wänden oder in einem Pflegeheim geeignet. Sie haben besonders kleine Räder und sind daher äußerst wendig. Zudem verfügen Sie über Wechselaufsätze, die sich zum Beispiel für den Transport eines Tabletts oder von Wäsche eignen.

Benutzung eines Rollators

Ein Rollator ist wie schon erwähnt, eine Gehhilfe und kein Ersatz fürs Gehen. Somit unterschiedet er sich grundlegend von einem Rollstuhl. Er ermöglicht das sichere Gehen und das Einlegen von Pausen, in dem man sich auf der Sitzfläche niederlassen kann. Außerdem können Gepäck und Einkäufe mit ihm transportiert werden, ohne dass man sie tragen muss.

Beim Gehen mit einem Rollator ist es wichtig, dass Sie sich auf ihn stützen. Man sieht recht häufig, dass Patienten ihren Rollator nur weit vorgebeugt vor sich her schieben. In solch einem Fall kann er seine Stützfunktion nicht entfalten und wird womöglich sogar zu einer Gefahr, indem er nach vorne wegrollen kann. Ein Sturz wäre die Folge.

Daher sollten Sie immer aufrecht zwischen den Handgriffen gehen und den Rollator auch daraufhin entsprechend in der Größe einstellen lassen. Wenn Sie die Griffe entspannt und komplett umfassen, werden Sie merken, wie Ihnen das Gehen leichter fällt. So gewinnen Sie im Nu Ihre Mobilität und Selbstständigkeit wieder zurück.

Mit einem Rollator auf Reisen

Mit einem Rollator auf ReisenInsbesondere wenn man an einem fremden, fernen Ort unterwegs ist und sich orientieren muss, möchte man sich nicht noch damit beschäftigen, nicht umgerannt zu werden. Ein Rollator kann daher auf Reisen Sicherheit verleihen.

Wie erwähnt, eignet sich ein Leichtgewichts-Rollator am besten zum Verreisen. Zum besseren Transport sollte er mindestens einmal klappbar sein. Premium-Modelle lassen sich sogar doppelt falten. So nimmt der Rollator wenig Platz ein und kann sowohl in der Bahn als auch im Flugzeug mitgenommen werden.

Grundsätzlich verlangen weder die Bahn noch die Fernbusse einen Aufpreis – die Mitnahme Ihres Rollators ist in der Regel kostenfrei.

Anders sieht es bei den Fluggesellschaften aus. Hier ist es von den Gepäckrichtlinien der Airline abhängig, ob eine Zuzahlung oder eine Voranmeldung notwendig ist und ob der Rollator als Aufgabegepäck deklariert wird oder mit in die Kabine genommen werden darf. In diesem Fall sollten Sie sich vor der Reise bei Ihrer Fluggesellschaft informieren.

Wieviel kostet ein Rollator?

Die Kosten für einen Rollator hängen davon ab, für welches Modell Sie sich entscheiden. Die Preise variieren stark und hängen von Ihren Ansprüchen und somit der Qualität ab.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Preisspanne von 60 bis circa 1.000 Euro reicht. Im Durchschnitt lässt sich aber bereits für 100 bis 200 Euro ein guter Rollator bekommen.

Wenn Sie ein ärztliches Rezept haben, das Ihnen bescheinigt, aus medizinischen Gründen auf einen Rollator angewiesen zu sein, dann kann die Krankenkasse den Kauf eines Rollators bezuschussen. Sie müssen lediglich die gesetzliche Zuzahlung von zehn Euro leisten. Informieren Sie sich bitte bei Ihrer Kasse über die genaueren Einzelheiten, da es hier teilweise doch Unterschiede gibt.

In jedem Fall wird Ihnen jedoch von der Krankenkasse nur eine kleine Auswahl an sehr einfachen Standard-Modellen zugewiesen. Diese müssen für den Anfang, eine kurzfristige Nutzung oder bei einem schmalen Budget aber durchaus keine schlechte Wahl sein.

Falls Sie einen Rollator auf Rezept erhalten, ist dieser in den meisten Fällen nur eine Dauerleihgabe Ihrer Kasse. Es ist daher keine Seltenheit, dass Patienten nur ein gebrauchtes Modell erhalten.

Rezepte für einen Rollator lassen sich direkt im Sanitätshaus einlösen, können aber auch an die Krankenkasse geschickt werden. Der Lieferbetrieb beziehungsweise das Sanitätshaus stellen ihren Rollator dann entsprechend Ihrer Größe ein.

Für den Fall, dass Sie einen Spezial-Rollator benötigen, ist es wichtig, dass Ihnen Ihr Arzt dies explizit auf dem Rezept bescheinigt. Falls Ihre Kasse dennoch nur ein Standard-Modell bezahlt, können Sie sich selbstverständlich immer aus eigener Tasche ein Premium-Modell kaufen. Die Differenz zwischen der Kassenleistung und Ihrem Wunschrollator müssen Sie jedoch selbst tragen.

Wenn Sie einen Rollator ohne Rezept kaufen, gehört er auf jeden Fall komplett Ihnen. Allerdings entfällt dann natürlich die Zuzahlung der Krankenkasse.

Wo kann man einen Rollator kaufen?

Die Nachfrage nach Rollatoren ist in den letzten Jahren stark angewachsen. Neben den traditionellen Sanitätshäusern bieten sogar Discounter hin und wieder sogar Geräte an.

Darüber hinaus wächst die Zahl der Anbieter im Internet. Neben den üblichen Plattformen wie Amazon oder Ebay gibt es auch hier eine Reihe von Sanitätsspezialisten wie sanitaetshaus-24 oder sanitaets-online.

Da sich das Angebot ständig verändert und sich die Modelle verbessern, geben wir an dieser Stelle keine Kaufempfehlung ab. Jedoch testen Portale wie Stiftung Warentest oder andere regelmäßig die neuesten Modelle bezüglich der Sicherheit, des Komforts und des Preis-Leistungs-Verhältnisses.

Wir empfehlen allerdings, den Kauf nach Möglichkeit vor Ort zu tätigen. Nur so kann man den Rollator ausführlich testen und ihn vielleicht sogar gleich auf einem längeren Spaziergang ausprobieren. Dabei sollten Sie besonders darauf achten, dass sich der Rollator problem- und mühelos schieben und bremsen lässt und auch bei Beladung seine Eigenschaften nicht verliert. Außerdem sollten die Griffe gut in Ihrer Hand liegen.

Rollator Kaufen Auswahl Checkliste Preis Grafik

Checkliste

Auf folgende Tipps sollten Sie bei der Wahl des richtigen Rollators achten…

  • Höhe: Sie sollten aufrecht im Rollator stehen und die Arme dabei locker hängen lassen können.
  • Gewicht: Je schwerer Ihre Gehunsicherheit ist, umso schwerer sollte der Rollator sein, damit er nicht so leicht ins Kippen gerät.
  • Transport: Wenn Sie den Rollator häufig mit dem Auto transportieren, sollte er problemlos in den Kofferraum passen. Hier bieten sich zum Beispiel Geräte mit Längsfaltung an, da Geräte mit Querfaltung häufig zu sperrig sind.
  • Gewährleistung: Ist das Gerät von der Krankenkasse bezahlt, bieten diese meistens eine Gewährleistung von vier bis fünf Jahren. Andernfalls sollten Sie auf die Hersteller- oder Verkäufergarantie achten, um nicht jeden Defekt selbst reparieren zu müssen.
  • Absicherung: Wenn Sie Ihren Rollator in öffentlichen Räumen, wie zum Beispiel in Treppenhäusern oder ähnlichen Orten parken, sollten Sie darauf achten, dass das Gerät ab- beziehungsweise anschließbar ist.
  • Bremsen: Achten Sie darauf, dass Sie die Bremsen gut von Ihrem Handgriff aus erreichen können. Bei manchen Modellen sind diese recht weit voneinander entfernt und mit kleineren Händen schwer zu erreichen.
  • Fahrverhalten: Probieren Sie den Rollator auch darauf hin aus, wie stabil er im Falle von Hindernissen wie zum Beispiel Bordsteinkanten reagiert, wo Sie das Gerät leicht anheben müssen. Es wichtig, dass Sie sich damit zu jeder Zeit sicher fühlen.
[Bildnachweis: Haye Kesteloo by Shutterstock.com]
19. Januar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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