Sauna: Tipps für das richtige Saunieren

Wellness-Zeit in der Sauna – das ist nicht nur ein Vergnügen im Winter. Viele schätzen die ruhige Atmosphäre sogar im Sommer und spannen gerne ein paar Stunden aus. Für den Körper ist diese Zeit ein großer Gewinn. Und das nicht nur, weil Saunen gesund ist und vor Infekten schützt. Was passiert beim Saunieren, was sollten Sie unbedingt beachten? Wir geben Tipps für Ihren nächsten Saunagang. Außerdem zeigen wir, welche Sauna für zuhause sinnvoll ist und wie teuer es wird, wenn Sie eine Sauna kaufen möchten.

Sauna: Tipps für das richtige Saunieren

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Ist die Sauna gesund?

Wer an die Sauna denkt, assoziiert die Finnen. Dabei stammt das Bad in heißer Luft aus dem Norden Ostasiens. Schon vor mehr als 1500 Jahren erkannten die Menschen dort, dass das Verweilen in der Hitze positive Auswirkungen auf den Körper hat.

Die Finnen kultivierten und etablierten das Saunieren. Wörtlich übersetzt heißt sie Schwitzstube. Und die hat vielfältige Auswirkungen auf den Körper:

  • Erwärmung des Körpers
    Die Innentemperatur des Körpers erwärmt sich um ein bis zwei Grad – auf bis zu 39° Celsius, während die Hautoberfläche sich um drei Grad – auf 40° Celsius erhitzen kann.
  • Körperflüssigkeit
    Der Schweiß fließt. Pro Minute verliert der Körper 20 bis 30 Gramm, das bedeutet: Nach einem Saunagang von fünfzehn Minuten hat der Körper fast einen halten Liter Schweiß verloren.
  • Ausschwemmen der Abfallstoffe
    Zunächst gewinnt der Körper die Flüssigkeit für den Schweiß aus dem Blut. Der Organismus will den Verlust ausgleichen, deshalb entzieht er dem Fett- und Bindegewebe auch Wasser. Dadurch gelangen die Abfallstoffe, die im Gewebe gelagert waren, ins Blut und werden über den Urin ausgeschwemmt. Um diesen Prozess nicht zu stoppen, sollte erst nach dem letzten Saunagang getrunken werden.
  • Herzfrequenz
    Die Blutgefäße erweitern sich, so dass das Herz stärker pumpt. Die Herzfrequenz steigt um zirka 50 Prozent. Das ist eine gute Trainingseinheit für das Herz.
  • Atem
    Die Atemfrequenz nimmt zu. Da die Muskeln entspannt sind, fasst die Lunge mehr Sauerstoff.
  • Muskeln
    Durch die Wärme entspannen sich die Muskeln. Schmerzhafte Verspannungen lösen sich wie von selbst.

Positive Effekte des Saunierens

Wenn Sie den positiven Effekt des Saunierens für sich nutzen wollen, sollten Sie ein- bis zweimal wöchentlich über mehrere Monate in die Sauna gehen. Denn mit der Zeit werden Sie eine Reihe von Vorteilen feststellen.

  • Stärkung der eigenen Körperabwehr
    Der Wechsel zwischen Schwitzen und Abkühlen wirkt sich positiv auf das vegetative Nervensystem aus, das viele wichtigen Körperfunktionen steuert. Entzündungen werden gemindert: Viren wird die Chance genommen aktiv zu werden. Das ist ein guter Schutz gegen Infekte.
  • Anregung des Kreislaufs
    Die wechselnde Temperatur regt den Kreislauf an, dadurch wird die Sauerstoffversorgung im Körper verbessert – vor allem wenn man regelmäßig in die Sauna geht.
  • Verbesserung der Atmung
    Durch die Hitze atmet man tiefer ein, so werden die Atemorgane trainiert. Die feucht-heiße Luft lässt außerdem die Schleimhäute besser durchbluten. Patienten mit Erkrankung der Bronchien hilft dies bei der Gesundung. Insbesondere Asthmatiker profitieren von dem Saunagang. In der heißen Luft erwärmt und entspannt sich die Bronchialmuskulatur.
  • Verbesserung des Hautbildes
    Durch das Saunen werden abgestorbene Hautschüppchen entfernt und die Poren tief sauber. Die Haut ist durch die Hitze stärker durchblutet und wird besser mit Sauerstoff versorgt. Durch die Abkühlung verengen sich die Blutgefäße wieder. Die Haut wird frisch rosig. Wenn Sie eher trockene Haut haben, bekommt diese dadurch mehr Feuchtigkeit. So können Falten verringert werden. Das Saunieren soll zudem Linderung bei Neurodermitis oder Schuppenflechte schenken.
  • Entspannung der Muskulatur
    Insbesondere wenn viel Sport getrieben wurde, bewahrt ein Saunagang vor drohenden Muskelkater, weil die Muskulatur in der Wärme entspannt.
  • Erhöhung der Lebenserwartung
    Wer regelmäßig in die Sauna geht, kann damit rechnen, dass seine Lebenserwartung steigt.

Leider hilft der Saunagang nicht beim Abnehmen. Der Körper verliert lediglich Wasser, aber kein Fett. Der Wasserhaushalt wird vom Körper in den darauffolgenden Stunden ausgeglichen, so dass das verlorene Gewicht schnell wieder auf der Waage sichtbar wird.

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Sauna kaufen: Welche Sauna für Zuhause?

Den Traum von einer eigenen Sauna im Garten oder im Eigenheim hegen viele. Doch wer ihn umsetzt, nutzt die eigene Kabine meist nicht so häufig wie gedacht. Überlegen Sie sich darum gut, wie oft Sie in die Sauna gehen und wann sich die eigene Sauna amortisiert hat.

Saunen sind längst keine dicken Holzklötze mehr, die im Keller untergebracht werden. Im Gegenteil: Sie avancieren mittlerweile zu Designerobjekten, die stylisch in Wohnung, Haus oder Garten ihren Platz finden.

Es gibt verschiedene Modelle für Ihr Zuhause:

  • Infrarotsauna
    Spezielle Infrarotstrahler erhitzen hier direkt die Haut, anstatt die nur die Luft zu erwärmen. Vorteil dieser Kabinen: Sie heizen nicht lange auf und werden kompakt gebaut.
  • Dampfbad
    Im Dampfbad wird nicht weniger mit Hitze, sondern mehr mit hoher Luftfeuchtigkeit gearbeitet. Die Temperatur ist geringer, was besonders für die geeignet ist, die Herz-Kreislauf-Probleme haben. Das Dampfbad empfinden sie als nicht so belastend. Das Dampfbad für zu Hause ist meistens kombiniert mit einer Multifunktionsdusche, welche nur wenig größer ist als eine normale Duschkabine. Das ist Platz sparend.
  • Finnische Sauna
    Die traditionelle Sauna. Sie wird in der Regel auf 80°C bis 90°C geheizt und hat eine Luftfeuchtigkeit von 10 bis 20 Prozent. Direkt neben einer Dusche installiert, kann der Nutzer hier ebenfalls mit dem Wechsel zwischen Heiß und Kalt spielen. Schön ist, wenn direkt daneben Raum für eine Liege in schöner Atmosphäre ist.

Wie teuer ist eine Sauna für Zuhause?

Wer sich eine Sauna für Zuhause anschaffen möchte, muss inzwischen längst nicht mehr so viel hinblättern wie früher.

Sauna Restposten gibt es bereits für 1.500 Euro als Bausatz. Das bedeutet, dass Sie die Sauna selber bauen müssen. Falls Sie das nicht möchten, müssen Sie zusätzlich 200 bis 300 Euro für den Aufbau einkalkulieren.

Die Kosten belaufen sich außerdem nur auf die Saunakabine. Darin haben dann zwei Personen Platz. Der Saunaofen kostet weitere 200 bis 400 Euro.

Wer es etwas luxuriöser haben möchte oder eine Spezialanfertigung braucht, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. 10.000 Euro oder mehr kosten maßgeschneiderte Saunen oder eine Hütte mit Sauna für den Garten.

Sauna in der Nähe finden

Wer diese Investitionskosten scheut, muss sich nach einer Sauna in der Nähe umsehen. Diese werden inzwischen in fast jedem Fitnessstudio angeboten. Die Frage ist dabei jedoch, ob Sie sich in dieser Atmosphäre vollständig wohlfühlen und entspannen können.

Schöner ist da schon eher eine Sauna-Therme. Jedes Thermalbad hat in der Regel eine Saunalandschaften angeschlossen. Hier wird viel Wert auf eine Wohlfühlatmosphäre und Ruhe gelegt.

Mitunter kann es sich somit durchaus lohnen, ein paar Kilometer weiter zu fahren, wenn eine Sauna-Therme bei Ihnen in der Nähe ist.

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Sauna-Tipps: Soll man vor der Sauna duschen?

Grundsätzlich sollten Sie nicht in die Sauna hetzen. Es wird ein Vergnügen, wenn Sie mit Ruhe starten und viel Zeit mitbringen.

  1. Alles beginnt mit dem Duschen. Aus hygienischen Gründen sollten Sie sich vor dem ersten Saunagang waschen und bei Bedarf abschminken und hernach gut abtrocknen.
  2. Suchen Sie sich eine Sauna aus, die Ihrem Temperaturgeschmack entspricht. Viele mögen mit der Dampfsauna bei 50° Celsius starten, weil es eine gute Einstiegstemperatur ist und der Wasserdampf die Poren öffnet. Im mittleren Bereich befinden sich Saunen mit 70° Grad, darüber hinaus gibt es die Feuersaunen mit 110° Celsius.
  3. Die Temperatur in der Kabine ist unterschiedlich. Die Hitze steigt nach oben, deshalb ist auf den oberen Bänken die Temperatur höher. Am effektivsten ist es, zu Beginn auf einer oberen Bank kurz und heftig zu schwitzen. Dabei immer auf den Körper horchen – ein Wohlgefühl muss vorherrschen. Die letzten zwei Minuten verweilen Sie am besten sitzend auf einer unteren Bank. Insgesamt soll der erste Saunagang acht bis zehn Minuten dauern.
  4. Jetzt folgt die Abkühlung. Ein kalter Guss am rechten Fußgelenk über die Beine und Arme in Richtung Herz. Ganz Mutige springen für einige Sekunden ins Tauchbecken.
  5. Nun muss der Körper entspannen. Eine Ruhephase beginnt. Gut eingehüllt in Bademantel oder Decke, damit der Körper nicht auskühlt, am besten auf einer Liege ruhend. Diese Phase sollte mindestens so lang sein wie der Saunagang.
  6. Nach der Ruhephase beginnt das Prozedere wieder von vorne: Schwitzen, abkühlen, ruhen. Der zweite und dritte Saunagang kann statt acht Minuten bis zu 15 Minuten dauern, denn der Körper ist nun eingestimmt.

Richtig saunieren: So geht es

Wichtig ist immer auf den eigenen Körper zu hören, damit der Besuch in der Sauna ein wohltuendes Erlebnis wird.

Wer noch nie in der Sauna war, fängt am besten mit niedrigen Temperaturen, wie zum Beispiel im Dampfbad an und steigert sich langsam. Gerade bei hohen Temperaturen wie in der finnischen Sauna sollte man beim ersten Mal mit fünf Minuten beginnen und schauen wie der Kreislauf reagiert.

Zudem sollten Sie einige Regeln befolgen:

  • Wenn Sie sich unwohl fühlen oder Ihnen schwindelig wird sollten Sie den Saunabesuch sofort abbrechen.
  • Trinken Sie vor und während Ihres Saunabesuchs keinen Alkohol.
  • Gehen Sie nicht mit direkt nach dem Essen und auch nicht mit leeren Magen in die Sauna.
  • Duschen Sie aus hygienischen Gründen unbedingt vor dem Saunagang.
  • Trocknen Sie sich nach dem Duschen ab, denn trockene Haut schwitzt besser.
  • Legen Sie aus hygienischen Gründen immer ein Handtuch in der Kabine unter (Ausnahme: Dampfbad)
  • Kühlen Sie nach dem Saunagang Ihren Körper runter, aber kommen Sie nicht ins Frösteln.
  • Ruhen Sie zwischen den Saunagängen 15 bis 30 Minuten, mindestens so lang wie der Saunagang gedauert hat.
  • Am besten verzichten Sie nach dem Saunieren auf ein Duschgel, weil das Schwitzen den gesunden Säureschutzmantel der Haut erneuert und das Gel ihn nur wieder vernichtet.

Was nehme ich mit in die Sauna?

In die Sauna geht es leider nicht mit kleinem Gepäck, es sei denn Sie leihen sich in der Sauna gegen eine Gebühr Handtücher und Bademantel. In der Sauna benötigen Sie

  • ein Badehandtuch zum Unterlegen,
  • ein Handtuch zum Abtrocknen,
  • einen Bademantel,
  • Badeschlappen,
  • bei Bedarf Duschgel, Shampoo, Conditioner und Bodylotion
  • sowie Kamm oder Bürste.

Falsch saunieren: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

  • Gehen Sie niemals mit einem Infekt in die Sauna. Das man ihn dort abfängt ist ein Mythos, zumal Sie andere Saunagänger unnötig mit anstecken.
  • Das Wohlbefinden geht vor: Schwitzen Sie niemals nach Plan. Hören Sie auf Ihr Körpergefühl.
  • Nehmen Sie keine üppigen Mahlzeiten vor oder während der Saunagänge zu sich. Das belastet den Kreislauf zu sehr und riskiert eine Unterzuckerung.
  • Der Genuss von Alkohol zwischen den Saunagängen – etwa ein Bier – klingt verlockend. Der Alkohol hemmt aber die positiven Wirkungen.
  • Sport und Sauna sind eine gute Kombination. Nur sollten Sie niemals ohne Ruhepause dazwischen in die Sauna gehen. Es gilt, mindestens 30 Minuten zu warten, damit Ihr Körper nicht zu viel herausgefordert wird.

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[Bildnachweis: Robert Kneschke by Shutterstock.com]

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