Schmerzmittel: Rezeptfreie Helfer mit Nebenwirkungen

Schmerzmittel gelten als praktische Helfer gegen die lästigen Signale des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Einfach ein paar Tabletten einwerfen und alles ist wieder gut… Kurzfristig kann dies durchaus sinnvoll sein, um beispielsweise die Spirale von Schmerzen und verkrampften Schonhaltungen zu durchbrechen. Doch wer über einen längeren Zeitraum regelmäßig auf Schmerzmittel zurück greift, setzt sich einem unnötigen Risiko aus. Denn die Tabletten haben mehr Nebenwirkungen als von vielen gedacht. Was gibt es für Schmerzmittel? Was ist die beste Schmerztablette bei starken Schmerzen? Und wo liegen die Gefahren? Ein Blick in die Welt des Schmerzes…

Schmerzmittel: Rezeptfreie Helfer mit Nebenwirkungen

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Schmerzmittel Liste: Top 10 der stärksten Schmerzmittel

Schmerzmittel, sogenannte Analgetika, hemmen das Schmerzempfinden im Körper, in dem sie die Schmerzrezeptoren im zentralen Nervensystem blocken. Auf diese Weise werden Schmerzen für einen bestimmten Zeitraum unterdrückt und der Betroffene fühlt sich wieder beschwerdefrei. Dies kann kurzfristig dabei helfen, dass aufgrund der Schmerzen keine Fehlhaltungen oder Muskelverkrampfungen entstehen, die die Schmerzen wiederum weiter verstärken.

Treten die Schmerzen jedoch über einen längeren Zeitraum auf, müssen sie als Alarmzeichen des Körpers ernst genommen und ärztlich untersucht werden, denn sie sind ein Anzeichen, dass etwas nicht stimmt.

Was gibt es alles für Schmerzmittel? Die Liste ist lang. Die Top Ten der stärksten Schmerzmittel sind:

  1. Buprenorphin
  2. Morphin
  3. Codein
  4. Trimeperidin
  5. Tramadol
  6. Nalbuphin
  7. Thebain
  8. Tilidin
  9. Oxycodon
  10. Tapentadol

All diese Schmerzmittel haben eines gemeinsam: Sie werden ausschließlich bei schweren Erkrankungen und damit verbundenen starken Schmerzen verschrieben. Allen voran Krebs. Nach tiefgreifenden Operationen oder zur Schmerztherapie werden diese Mittel ebenfalls angewandt. Die meisten von ihnen sind opioide Schmerzmittel unterschiedlicher Stärke. Das heißt, sie bergen die Gefahr einer Abhängigkeit.

Gibt es opioide Schmerzmittel rezeptfrei?

Dies ist der Grund, warum opioide Schmerzmittel unter das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) fallen. Das bedeutet, sie müssen ärztlich verschrieben werden. Ihre Wirkung setzt nicht an den Nerven der schmerzenden Stellen an, sondern an den Schmerzrezeptoren im Gehirn.

Opioide Schmerzmittel dürfen deshalb nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden – es sei denn, es handelt sich im eine palliative Behandlung, bei der die Gefahr einer Abhängigkeit in Abwägung zum Nutzen der Schmerzfreiheit das deutlich geringere Risiko darstellt.

Daher gibt es keine opioiden Schmerzmittel, die rezeptfrei erhältlich sind. Darüber hinaus gibt es weitere starke Schmerzmittel auf nicht opioider Basis, die ebenfalls verschreibungspflichtig sind – darunter das beliebte und bekannte Novalgin.

Rezeptfreie Schmerzmittel

Es gibt aber immer noch genügend Schmerzmittel, die man einfach in der Apotheke rezeptfrei kaufen kann. Zwar sind die Markennamen durchaus unterschiedlich, weswegen die Auswahl auf den ersten Blick unübersichtlich erscheint, doch die meisten von ihnen beinhalten einen der folgenden Wirkstoffe:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Paracetamol
  • Ibuprofen
  • Diclofenac
  • Naproxen

Entzündungshemmende Schmerzmittel: Stark oder schwach?

Welches Schmerzmittel bei starken Schmerzen hilft, machen viele an der Frage fest, ob diese entzündungshemmend sind oder nicht. Allerdings hat das eine nichts mit dem anderen zu tun.

So zählen ASS, Ibuprofen und Diclofenac zu den sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Der Name rührt daher, dass diese Medikamente früher vorrangig gegen Rheuma und Arthritis eingesetzt wurden. Sie hemmen das Enzym Cyclooxygenase (COX), das dafür sorgt, dass der Körper bei Entzündungen oder Verletzungen Schmerzen als Alarmsignal empfindet. Zudem regeln die COX-Enzyme auch die Körpertemperatur und die Entzündungsvorgänge.

NSAR gelten daher nicht nur als schmerzlindernd, sondern auch als leicht entzündungshemmend. Mit der Stärke dieser Mittel hat das nichts zu tun.

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Welcher Wirkstoff bei welchen Schmerzen?

Was ist die beste Schmerztablette? Bezüglich der Anwendung sollte nicht nach persönlicher Vorliebe entschieden werden, sondern danach, welche Art von Schmerzen vorliegen. Akute Rückenschmerzen müssen beispielsweise anders behandelt werden als Kopfschmerzen.

Professor Hans-Raimund Casser, ärztlicher Direktor des DRK Schmerzzentrums ins Mainz drückt es so aus: „Jedes der Medikamente hat einen anderen chemischen Aufbau. Deshalb gibt es auch Unterschiede in der Wirkweise, den möglichen Nebenwirkungen und den Anwendungsgebieten.“

Paracetamol wirkt beispielsweise fiebersenkend, nicht aber entzündungshemmend. Aus diesem Grund haben wir die gängigen Schmerzen sowie die Wirkung der Schmerzmittel genauer unter die Lupe genommen.

Schmerzmittel gegen Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen

Ibuprofen ist ein sehr beliebtes und weiter verbreitetes Schmerzmittel. Aufgrund dieser Eigenschaften wird es insbesondere bei Schmerzen eingesetzt, die aufgrund einer Entzündung von Gelenken, Knochen oder Muskeln entstehen. Rheuma oder sogar Mandel- und Mittelohrentzündungen können ebenfalls mit Ibuprofen behandelt werden.

Diclofenac kommt insbesondere bei Schmerzen an den Gelenken wie Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen zum Einsatz. Rückenschmerzen lassen sich ebenfalls mit Diclofenac gut in den Griff bekommen. Es ist damit dem Ibuprofen in der Anwendung und der Wirkung recht ähnlich.

Da Diclofenac nicht nur in Tablettenform (rezeptfrei bis 25 Milligramm), sondern zudem als Salbe erhältlich ist, wird es vor allem bei Sportverletzungen gerne eingesetzt. Bei manchen Menschen kann dies aber einen Hautausschlag hervorrufen.

Ein weiteres Mittel, das gut gegen Gelenk- und Rückenschmerzen hilft, ist Naproxen. Bei Gicht und Arthrose leistet es ebenfalls gute Dienste.

Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen

Acetylsalicylsäure gilt als Klassiker unter den Schmerzmitteln bei Kopfschmerzen. Insbesondere bei Kopfschmerzen kommen die Tabletten zum Einsatz – meist in Dosierung von 500 Milligramm. Sogar Migräne und starke Spannungskopfschmerzen lassen sich mit ASS gut in den Griff bekommen.

Die Hemmung der Blutgerinnung macht ASS übrigens noch für den Einsatz auf einem anderem Gebiet interessant: Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann es nämlich gegen Gefäßverstopfungen hilfreich sein und wird daher gerne in niedriger Dosierung (100 Milligramm) verordnet. Da Kopfschmerzen in seltenen Fällen auf einen leichten Schlaganfall hindeuten können, ist der Einsatz dieses Schmerzmittels hier folglich ebenfalls gut geeignet.

ASS kann allerdings bei häufigerer und normal dosierter Einnahme die Magenschleimhaut reizen und sogar schädigen. Wer also unter Magenproblemen leidet, sollte bei Kopfschmerzen besser auf Paracetamol zurückgreifen.

Schmerzmittel gegen Zahnschmerzen

ASS ist ein Medikament, das die Blutgerinnung stark und vor allem für eine verhältnismäßig lange Zeit beeinträchtigt. Diese „blutverflüssigende“ Eigenschaft wurde bereits noch Tage nach der Einnahme nachgewiesen, wenn der schmerzlindernde Effekt schon längst wieder verschwunden ist. Daher sollte Acetylsalicylsäure NICHT bei Regelschmerzen oder Zahnschmerzen eingesetzt werden.

Hier bietet sich vielmehr die Einnahme von Paracetamol an. Es zählt nicht zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sondern ist ein einfaches Basisschmerzmittel, das bei Zahn-, Regel- oder Kopfschmerzen eingesetzt wird.

Ungefährlich ist Paracetamol dennoch nicht. Bei längerer Einnahme oder Überdosierung führt es zu Leberschäden, weswegen es rezeptfrei nur noch in Tabletten à 500 Milligramm erhältlich ist. Paracetamol wirkt vor allem im zentralen Nervensystem. Neben der leichten Hemmung der COX-Enzyme senkt es außerdem noch weitere Botenstoffe, wie zum Beispiel die sogenannten Endocannabinoide.

Schmerzmittel gegen Fieber und Erkältung

Paracetamol wirkt es fiebersenkend, was gerade bei Erkältungen oder sogar bei tropischen Erkrankungen wie zum Beispiel dem Dengue-Fieber von Vorteil ist. Zudem schädigt es nicht die Schleimhäute oder erhöht etwa die Gefahr von Blutungen, weshalb es sogar Kindern oder Schwangeren verordnet werden kann.

Acetylsalicylsäure wird ebenfalls häufig von Erwachsenen gegen Erkältungen eingenommen. Es ist allerdings kaum fiebersenkend.

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Nebenwirkungen von Schmerzmitteln

Wie oben bereits ersichtlich, ist kein Schmerzmittel frei von Risiko – jedes hat seine Nebenwirkungen. Diese werden vielleicht nicht unmittelbar sichtbar – wenn sie jedoch eintreten, können sie schwerwiegend sein.

Über einen längeren Zeitraum angewandt, kann die Einnahme von Diclofenac das Risiko von Herzinfarkten sowie Schlaganfällen erhöhen, sowie Nieren und Leber schädigen. Eine dauerhafte Einnahme oder eine Überdosierung von Ibuprofen kann ebenfalls die Leber, sowie die Nierenfunktion schädigen. Leberschädigend kann auf Dauer außerdem Paracetamol wirken.

Diclofenac und Ibuprofen machen außerdem müde, weshalb man bei höherer Dosierung vom Betrieb von Maschinen oder der Teilnahme am Straßenverkehr absehen sollte. Acetylsalicylsäure wiederum greift die Magenschleimhaut an und übersäuert den Magen-Darm-Trakt.

Dazu kommt: Wer zu schnell zu einem Schmerzmittel greift, verliert das Körpergefühl und unterschätzt die Selbstheilungskräfte des Körpers. Wer Schmerzen mit einem Schmerzmittel betäubt, läuft Gefahr, zu denken, alles sei wieder in Ordnung. Das ist aber oft mitnichten so. Lange anhaltende Schmerzen sind ein Alarmzeichen des Körpers. Diesen muss auf den Grund gegangen werden und die Ursache therapiert werden. Daher ersetzt kein Schmerzmittel mittel- und langfristig den Arzt.

Verschiedene Schmerzmittel an einem Tag?

Nun könnte man annehmen, dass sich die Nebenwirkungen minimieren lassen, wenn eine Kombination aus verschiedenen Schmerzmitteln zum Tragen kommt. Das Gegenteil ist aber der Fall. Gerade in Kombination entwickeln viele Schmerzmittel Wechselwirkungen untereinander.

Sämtliche Schmerzmittel sollten deshalb getrennt voneinander und ausschließlich für einen kurzen Zeitraum zum Einsatz kommen. Ärzte empfehlen, diese nicht häufiger als zwei bis drei Tage pro Monat einzunehmen. Nehmen Sie besser die Schmerzmittel VOR einer Mahlzeit ein, um die beste Wirksamkeit zu erzielen und so die eingenommene Menge so gering wie möglich halten zu können.

Wenn die Schmerzen länger anhalten, sollten diese ärztlich untersucht werden. Keinesfalls sollte mit der Anwendung von Schmerzmitteln über mehrere Wochen eine Selbstmedikation betrieben werden.

Schmerzmittel: Dosierung

Wichtig ist bei der Schmerzmittel-Anwendung außerdem, dass Sie genau auf die Dosierungsanleitung des Hausarztes und der Packungsbeilage achten.

Ibuprofen beispielsweise wird zwar in niedriger Dosierung sogar Kindern verabreicht. Dennoch bedeutet das nicht, dass Sie davon Unmengen einnehmen dürfen. Erwachsene nehmen in der Regel eine Tablette à 400 Milligramm, bei Bedarf eine zweite.

Die weiteren Dosierungsanleitungen:

  • ASS: maximale Einzeldosis 500 Milligramm, tägliche Höchstdosis: 1000 Milligramm
  • Diclofenac: maximale Einzeldosis 25 Milligramm, tägliche Höchstdosis: 75 Milligramm
  • Naproxen: maximale Einzeldosis 500 Milligramm, tägliche Höchstdosis: 750 Milligramm
  • Paracetamol: maximale Einzeldosis 1000 Milligramm, tägliche Höchstdosis: 4000 Milligramm

Was bedeuten Schmerzmittel für Senioren

Ältere Menschen leiden oft bereits unter Vorerkrankungen oder anderweitigen Einschränkungen des Körpers. Daher sollten sie besonders vorsichtig mit Schmerzmitteln umgehen. Zwar ist ein Aspirin schnell eingenommen, die Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt wird dabei aber gerne unterschätzt – gerade im Alter.

Dazu kommt, dass viele Senioren weitere Medikamente nehmen müssen, welche die Wirksamkeit der Schmerzmittel entweder beeinträchtigen oder sogar verstärken können – beziehungsweise die Wirkung der anderen Medikament negativ beeinflussen.

Der Körper reagiert leider nicht mehr wie in jungen Jahren auf externe Stoffe – dies gilt insbesondere in Verbindung mit Alkohol. Wenn Sie sich also aufgrund der Einnahme von Schmerzmitteln abgeschlagen fühlen, Atemnot bekommen oder sich Ihr Stuhl verändert, sollten Sie dies nicht ignorieren, sondern mit Ihrem Hausarzt besprechen.

Schmerzmittel nur noch auf Rezept?

Da die Nebenwirkungen einiger Schmerzmittel in der Bevölkerung noch immer viel zu wenig bekannt sind und diese als harmlos betrachtet werden, fordern immer mehr Experten eine generelle Verschreibungspflicht. Insbesondere da mögliche Nebenwirkungen zeitlich nur sehr verzögert eintreten, aber dann mitunter lebensbedrohlich sein können, ist dies seit einigen Jahren in der Diskussion.

Es ist dennoch fraglich, ob eine Rezeptpflicht für Schmerzmittel durchgesetzt werden kann. Im Gegensatz zu anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten sind die Nebenwirkungen von Schmerzmitteln noch relativ überschaubar.

Daher sollten die Bürger selbst so mündig sein und sich über Wirkungen und Risiken informieren. Es gilt auf jeden Fall in diesem Zusammenhang der Grundsatz:
So wenig wie nötig, so kurz wie möglich.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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