Senioren-Assistenten: Freundliche Begleitung im Alter

Wer auf der Suche nach einem „guten Geist“ ist, der als Begleitung oder aber auch als Unterstützung bei vielen Unternehmungen fungiert, der kann sich Senioren-Assistenten suchen. Diese schließen sozusagen die Lücke zwischen Freizeitpartnern und Alltagsbegleitern. Wir zeigen, was Senioren-Assistenten genau machen, wie die Erfahrungen sind, wo Sie welche finden und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Wenn Sie selbst eine neue Herausforderung suchen und eine Ausbildung in der Senioren-Assistenz machen möchten, erfahren Sie zudem, welcher Verdienst möglich ist und wie Sie an Jobs kommen.

Senioren-Assistenten: Freundliche Begleitung im Alter

Anzeige

Was macht eine Seniorenassistentin?

Viele Senioren sind wohlhabend, aber häufig alleine. Sie sind im Grunde noch fit und unternehmungslustig – von den üblichen kleinen Zipperlein im Alter vielleicht einmal abgesehen. Alltagsbegleiter kommen für sie nicht in Frage und ein Freizeitpartner, der nur hin und wieder einmal Zeit hat, ist für sie zu selten. Den Haushalt können sie ebenfalls noch gut alleine wuppen, weshalb auch eine Haushaltshilfe für ihre Bedürfnisse nicht Betracht kommt.

Wer sich in solch einer Situation wiederfindet, der kann sich im Bereich Senioren-Assistenten umschauen. Denn diese (meist Frauen) schließen quasi die Lücke, welche die oben genannten Angebote nicht decken können. Senioren-Assistenten…

  • …unterstützen Sie bei Tätigkeiten, die mit der Zeit alleine etwas schwieriger werden.
  • …begleiten Sie zu Arztbesuchen aber auch bei alltäglichen Erledigungen wie dem Einkauf.
  • …fungieren als Gesprächspartner auch in schwierigen Situationen.
  • …sind als Ansprechpartner und Hilfe zur Stelle, wenn es um behördliche Anträge geht.
  • …sind darin geschult, frühzeitig Symptome von typischen Alterserkrankungen wie Demenz oder ähnliches zu erkennen und können bei den notwendigen Schritten eine Unterstützung sein.
  • …können Sie sogar in den Urlaub begleiten.
  • …stellen eine zusätzliche Mobilitätsmöglichkeit dar, in dem Sie bei Gehproblemen helfen oder sogar als Privatchauffeur fungieren.
  • …übernehmen bisweilen sogar einfache pflegerische Aufgaben für eine kurze Zeit, wenn es die Situation erfordert.
  • …helfen Ihnen bei der Organisation in Ihrem Leben.
  • …besitzen Wissen über eine gesunde Lebensweise und Ernährung und können Ihnen damit Ihre Gesundheit länger erhalten.

Kurzum: Senioren-Assistenten sind der gute Geist in Ihrem Leben. Sie sind nicht nur im Notfall zur Stelle, sondern immer dann, wenn Sie sie brauchen. Ihre persönliche Assistenz eben.

Senioren-Assistenz: Erfahrung

Jede Betreuung durch einen Senioren-Assistenten sieht im Einzelfall anders aus. Die selbstständigen Begleiter können sowohl von Fall zu Fall als auch regelmäßig gebucht werden. Ziel eines Senioren-Assistenten ist es dabei jedoch grundsätzlich ein schönes Leben ihrer Kunden in deren eigenen vier Wänden zu ermöglichen, ohne direkt bei ihnen einzuziehen. Sie sind aber auch in Seniorenresidenzen oder in Angeboten zum betreutem Wohnen anzutreffen.

Wer Interesse hat, Senioren-Assistenten kennen zu lernen und sich vorstellen kann, bei persönlicher Sympathie eine solche Unterstützung im Leben zu engagieren, der findet mit großer Wahrscheinlichkeit auch einen oder sogar mehrere solcher lieber Menschen in seiner Umgebung. Eine zentrale Anlaufstelle ist dabei die Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland e.V.. Hier sind alle ausgebildeten Senioren-Assistenten aufgeführt und der Kontakt kann über diesen Weg schnell und unkompliziert hergestellt werden. Zudem verfügen viele Beratungsstellen für Senioren aber auch Altenheime über zuverlässige Kontaktlisten.

Je nach Wunsch können Sie dann einen Senioren-Assistenten für wenige Stunden pro Woche oder aber für längere Zeiträume buchen. Voraussetzung ist, dass das Vertrauensverhältnis und die Wellenlänge passen. Gerade, wenn die Angehörigen weiter weg wohnen oder der Lebenspartner verstorben ist, sind Senioren-Assistenten für viele Menschen eine wertvolle Unterstützung in ihrem Leben. Jedoch will auch deren Einsatz gut geplant sein. Da es das Berufsbild erst seit einigen Jahren gibt und das Netzwerk von Senioren-Assistenten noch immer im Aufbau ist, gibt es zwar in jeder Region einige dieser netten Unterstützer, aber gerade wenn Sie in einem kleineren Ort wohnen, sind Anfahrtswege dennoch unvermeidlich.

Anzeige

Seniorenassistenz: Preise

Wer daran interessiert ist, eine Senioren-Assistentin oder einen Senioren-Assistenten für sich selbst zu engagieren, kann sich ebenfalls an die Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten wenden.

Der Erstkontakt geschieht dabei meist telefonisch. So können Sie ausführlich miteinander besprechen, was Sie erwarten und was die entsprechenden Senioren-Assistenten zu leisten im Stande sind. Auf diese Weise beugen Sie Enttäuschungen auf beiden Seiten beim ersten Treffen vor.

Grundsätzlich belaufen die Kosten für Senioren-Assistenten auf einen Betrag zwischen 30 und 40 Euro pro Stunde inklusive Mehrwertsteuer. Fahrtkosten kommen noch extra hinzu. Bei umfangreicheren und längeren Begleitungen kann aber auch von diesem Kostenrahmen abgewichen werden. Im Endeffekt ist die Vertragsgestaltung Verhandlungssache zwischen Ihnen beiden.

Wer bezahlt Senioren Assistenten?

Das Modell der Senioren-Assistenten mag nun für viele womöglich interessant klingen. Dennoch stellt sich bei so etwas immer die Frage der Finanzierung. Denn nicht immer müssen Sie alles komplett selbst zahlen. Eine (teilweise) Erstattung der Kosten oder andere finanzielle Ausgleichsmöglichkeiten sind durchaus möglich:

  • Beim Vorliegen von Pflegegrad eins übernehmen die Pflegekassen die Kosten bis zu 1.500 Euro jährlich als Betreuungsleistung.
  • Liegt mindestens Pflegegrad zwei vor, können die Kosten auch zusätzlich als Verhinderungspflege bis zu 2.418 Euro pro Jahr abgerechnet werden.
  • Zwanzig Prozent der Kosten für einen Senioren-Assistenten können bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro pro Jahr steuerlich geltend gemacht werden – unabhängig vom Pflegegrad.
Anzeige

Senioren-Assistenz Ausbildung: Kosten

Wenn Sie noch fit, lebenslustig und voller Tatendrang sind und auch im Alter noch arbeiten möchten (und sei es nur nebenher), dann können Sie darüber nachdenken, sogar selbst als Senioren-Assistentin oder Senioren-Assistent tätig zu werden. Viele Senioren-Assistenten sind selbst Rentner und bauen sich zusätzlich zur Rentenzahlung ein eigenes kleines Business oder sogar ein richtiges berufliches Standbein auf.

Allerdings müssen Sie Ausbildung zum Senioren-Assistenten selbst finanzieren. Da Sie später selbstständig am Markt agieren aber das breite Netzwerk der Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten nutzen und so durchaus gut verdienen können, kann sich diese Investition jedoch lohnen.

Dennoch müssen Sie mit Kosten für die Ausbildung von circa 2.000 Euro rechnen – für viele sicherlich erst einmal kein Pappenstiel. Einige Bundesländern fördern jedoch diese Ausbildung auf Antrag. Diese sind:

  • Hamburg mit 50 bis 100 Prozent der Kosten
  • Nordrhein-Westfalen mit 500 Euro
  • Rheinland-Pfalz mit 600 Euro
  • Sachsen mit 50 bis 80 Prozent der Kosten
  • Sachsen-Anhalt mit 60 bis 90 Prozent der Kosten
  • Schleswig-Holstein mit 50 Prozent der Kosten
  • Thüringen mit bis zu 1.000 Euro

Darüber hinaus sind Förderungen der Deutschen Rentenversicherung, des Bundes und der Berufsgenossenschaften möglich. Welche genauen Bedingungen Sie für welche Förderung erfüllen müssen, zeigt die Stiftung Warentest in einem ausführlichen Leitfaden, den Sie HIER finden.

Senioren-Assistentin: Verdienst

Was verdient ein Seniorenassistent? Diese Frage lässt sich schwer pauschal beantworten – legen Sie doch als Selbstständige die Preise eigenständig fest. Dies erfordert ein wenig Geschick in der Kalkulation der Kosten. Dies lernen Sie jedoch in der Ausbildung.

Marktüblich sind die bereits erwähnten Stundenpreise von 30 bis 40 Euro. Was davon im Endeffekt bei Ihnen hängen bleibt, richtet sich nach Ihrer persönlichen Situation, nach Steuerklasse und selbstverständlich auch dem finanziellen Aufwand, den Sie betreiben, um an Aufträge zu kommen.

Wie werde ich Seniorenassistent?

Um in der Seniorenassistenz arbeiten zu dürfen, müssen Sie zunächst die angesprochene Ausbildung als Zusatzqualifikation erwerben, die Sie auch neben einen herkömmlichen Beruf absolvieren können. Bestimmte Zugangsvoraussetzungen gibt es keine, außer dass Sie selbstverständlich gerne mit älteren Menschen arbeiten möchten und einen aktuellen Erste-Hilfe-Kurs vorweisen können. Die Seite der Senioren-Assistenten vermittelt einen ein Eindruck über das genaue Tätigkeitsfeld.

Für Sie bietet sich zudem der Vorteil, dass Sie verschiedene Menschen und deren Lebensgeschichte kennenlernen und so auch zwischenmenschlich von den Personen profitieren, die Sie betreuen. Außerdem erlernen Sie in der Ausbildung an mehreren Wochenenden eine Menge an interessantem und hilfreichen Praxiswissen:

  • Rechtliche Fragen
    Hier geht es insbesondere um das Pflegesystem und die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Aber auch Haftungsfragen, Erbrecht, Patientenverfügung und Vollmachten werden behandelt.
  • Grundwissen in Pflege-, Ernährungs- und Gesundheitsthemen
    Neben dem Wissen über gesunde Ernährung und Bewegung, erfahren Sie auch etwas über typische Krankheitsbilder des Alters sowie Grundlagen bei der Lagerung und körperlichen Unterstützung älterer Menschen.
  • Grundwissen in Gesprächsführung und Psychologie
    Gerade im Alter ist ein einfühlsamer Umgang mit sensiblen Themen wie Trauer und Krankheit essentiell. Zudem erhalten Sie einen Einblick in ein professionelles Konfliktmanagement.
  • Ideen zur Freizeitgestaltung
    Kreative Ideen, was Sie mit Ihren Kunden unternehmen können, spielen in diesem Block eine Rolle. Neben der Einbindung neuer Medien, erhalten Sie Kenntnisse in Kreativtechniken, dem richtigen Vorlesen, Gedächtnistraining und der Biografiearbeit, wenn ein Kunde beispielsweise seine Memoiren schreiben möchte.
  • Kenntnisse des Marketing
    Da Sie als Senioren-Assistent selbstständig tätig sein werden, erhalten Sie einen ausführlichen Einblick in die Themenbereiche Existenzgründung, Werbung, Kundengewinnung, Selbstpräsentation sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Die Ausbildung nach dem sogenannten „Plöner Modell“, die Sie an verschiedenen Orten in ganz Deutschland absolvieren können, ist von einem regelmäßigen Praxisaustausch gekennzeichnet. Dafür stehen auch die Dozenten, die selbst Praktiker in den jeweiligen Berufsfeldern sind. Diese Praxisrelevanz zeigt sich auch in der Abschlussarbeit, die keine Prüfung ist, sondern eine Projektarbeit.

Jobs: Seniorenassistenz gesucht

Außerdem werden Sie auch nach der Ausbildung nicht alleine gelassen. Sie haben sowohl Zugang zum gemeinsamen Netzwerk und Treffen der Senioren-Assistenten als auch zu einem Vermittlungsportal. Hier können Sie Kontakte schließen und intensivieren, um weitere Anregungen für Ihre Tätigkeit zu erhalten. Zudem sind regelmäßige kostenfreie Weiterbildungen im Ausbildungspreis enthalten, der im übrigen auch steuerlich absetzbar ist.

Und das Beste: Über dieses Portal finden Sie auch Jobs. Die wenigsten Senioren-Assistenten sind jedoch angestellt – die meisten sind selbstständig tätig. Dennoch ist der Bedarf zur Zeit größer als das Angebot – es dürfte also kein Problem sein, an Aufträge zu kommen.

Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: Lipik Stock Media by Shutterstock.com]

Anzeige
Bewertung: 4,96/5 - 7407 Bewertungen.

Hier weiterlesen

Weiter zur Startseite