Senioren-WG: Selbstbestimmt Leben in einer harmonischen Gemeinschaft

Wer im Alter einsam ist oder UnterstĂŒtzung braucht, aber sich noch zu fit fĂŒrs Pflegeheim fĂŒhlt, muss sich nicht zwangslĂ€ufig alleine durchschlagen. Eine Senioren-WG stellt eine alternative Wohnform dar, um Selbstbestimmtheit mit Gemeinschaft zu verbinden. Egal ob am Meer, auf einem Bauernhof oder in der Stadt. So kann unter UmstĂ€nden im Alter noch einmal eine zweite Familie entstehen, in der jeder seinen Teil zu einem harmonischen Zusammenleben beitrĂ€gt. Wie Sie eine Senioren-WG finden oder grĂŒnden, welche Vorteile sie bietet und was solch ein Platz kostet


Senioren-WG: Selbstbestimmt Leben in einer harmonischen Gemeinschaft

Anzeige

Definition und Preise: Senioren-WG als Alternative

Eine Senioren-WG ist zunĂ€chst einmal eine Wohngemeinschaft von mehreren Ă€lteren Menschen – sei es als reine Zweckgemeinschaft oder gar als WohlfĂŒhloase. Sie kann entweder auf rein private Initiative entstehen oder mit der UnterstĂŒtzung eines TrĂ€gers.

So bilden sich Hausgemeinschaften, in der jeder Bewohner seine umfangreiche PrivatsphĂ€re bekommt und ĂŒber ausreichend Platz verfĂŒgt – hĂ€ufig sogar mit eigenem Badezimmer. Lediglich Wohnzimmer, KĂŒche und andere AufenthaltsrĂ€ume werden gemeinschaftlich genutzt. Ziel einer Senioren-WG ist es, dass die Best Ager möglichst selbstbestimmt leben, sich aber die Arbeiten des tĂ€glichen Lebens aufteilen können.

Oftmals ist eine Senioren-WG an ein Pflegeheim angegliedert. PflegebedĂŒrftige Mitbewohner können so bei Bedarf auf ambulante Dienste des TrĂ€gers zurĂŒckgreifen. Die GrĂ¶ĂŸe einer Senioren-WG kann dabei durchaus stark variieren: Es gibt Varianten fĂŒr drei Personen, aber auch Gemeinschaften von zehn oder mehr Bewohnern sind keine Seltenheit.

Davon hĂ€ngen auch die Preise ab. Ein Platz in einer Senioren-WG kostet in einer Privatwohnung auf dem Land oft unter 200 Euro. In einer Metropole wie Hamburg, MĂŒnchen, Berlin, Stuttgart oder Köln oder einem Pflegeheim mĂŒssen Sie selbstverstĂ€ndlich deutlich mehr berappen: Ab 600 Euro Warmmiete gelten hier als das Minimum.

Finanzielle VorzĂŒge einer Senioren-WG

Doch gerade finanziell kann sich der Einzug in eine Senioren-WG dennoch lohnen. Neben den geteilten Haushalts- und Mietkosten und dem gemeinsamen Beauftragen eines Pflegedienstes gibt es außerdem einige UnterstĂŒtzungsleistungen der Pflegeversicherung fĂŒr die Wohngemeinschaft im Alter:

  • Wohngruppenzuschlag
    Wenn die Bewohner einer Senioren-WG Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung haben, so können sie zusĂ€tzlich bis zu 214 Euro monatlich an Wohngruppenzuschlag beziehen. Die Voraussetzung dafĂŒr ist, dass mindestens zwei der Bewohner einen anerkannten Pflegegrad haben.
  • Anschubfinanzierung
    Wer eine Senioren-WG neu grĂŒndet und Anspruch auf ein Wohngruppenzuschlag hat, kann fĂŒr einen altersgerechten beziehungsweise barrierefreien Umbau zudem einmalig eine Anschubfinanzierung von der Pflegekasse beantragen. Diese belĂ€uft sich auf 2.500 Euro pro Bewohner – maximal jedoch 10.000 Euro.
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
    Sind weitere bauliche VerĂ€nderungen notwendig wie zum Beispiel der Einbau eines Treppenliftes oder einer altersgerechten Badewanne, so zahlt die Pflegeversicherung zudem bis zu 4.000 Euro pro Person (maximal 16.000 Euro pro WG). Wenn sich der Pflegegrad einer der Bewohner erhöht, können diese 4.000 Euro außerdem erneut beantragt werden.
Anzeige

Mitbewohner fĂŒr Senioren-WG gesucht

Bei einer Senioren-WG sind Mietgemeinschaften die Regel. Selten werden Wohnungen von den Mitgliedern einer Senioren-WG zusammen gekauft. Es ist schlichtweg einfacher, wenn jeder Mitbewohner seinen Anteil an der Gesamtmiete bezahlt, als wenn man durch Darlehen und Vermögen eine Finanzierung einen gemeinschaftlichen Immobilienkauf aufteilen und notariell beglaubigen lassen muss.

Zudem spielt beim Kauf das mittel- und langfristige Risiko eine Rolle, wenn man nicht mehr in der Senioren-WG wohnen möchte. Als Mieter entfallen außerdem die Instandhaltungskosten.

Und so gibt es immer wieder die eine oder andere Senioren-WG, die nach einem neuen Mitbewohner sucht. Wichtig ist allerdings, dass die zwischenmenschliche Chemie zwischen den Bewohnern stimmt. Daher durchlaufen die Bewerber tatsĂ€chlich oft so eine Art VorstellungsgesprĂ€ch oder „Casting“. So können sich die zukĂŒnftigen Mitbewohner einen gegenseitigen Eindruck verschaffen.

Senioren-WG: So finde ich eine in der NĂ€he

Wer gerne in eine Senioren-WG ziehen möchte und eine solche sucht, findet diese oftmals im Angebot von Kommunen, WohlfahrtsverbÀnden oder auch Wohnbaugesellschaften. Zudem gibt es weitere Möglichkeiten, eine geeignete Senioren-WG zu finden:

  • Lokale Kleinanzeigen
  • Internetportale
  • AushĂ€nge in Seniorenzentren

Wie funktioniert eine Senioren-WG?

Bei einer Mietgemeinschaft gibt es drei unterschiedliche Varianten:

  • Ein Hauptmieter
    Bei dieser Form der Wohngemeinschaft gibt es eine Person, die als Hauptmieter auftritt und die wiederum die RĂ€ume eigenverantwortlich untervermietet. Dies verursacht jedoch eine Hierarchie und eine Benachteiligung der Untermieter, die im Zusammenleben, die nicht immer von Vorteil ist.
  • Mehrere Hauptmieter
    Hier unterschreiben alle Bewohner gemeinsam einen Mietvertrag. Dies mag zwar auf den ersten Blick gerechter sein, fĂŒhrt allerdings auch dazu, dass alle Entscheidungen nur als Gemeinschaft getroffen werden können. Außerdem entsteht durch das gemeinsame Mieten auch eine gesamtschuldnerische Haftung – Sie haften also auch fĂŒr die eventuellen MietrĂŒckstĂ€nde und SchĂ€den seitens Ihrer Mitbewohner.
  • Einzelne MietvertrĂ€ge
    Die gebrĂ€uchlichste Variante ist die, dass jeder Mieter einen eigenen Mietvertrag mit dem Vermieter abschließt – je nach GrĂ¶ĂŸe der eigenen WohnflĂ€che. Die gemeinschaftlich genutzten RĂ€ume werden anteilig auf die Miete drauf gerechnet.

Traumorte fĂŒr eine Senioren-WG

Eine Senioren-WG muss nicht unbedingt wie ein Pflegeheim aussehen. Gerade private Wohngemeinschaften bilden sich oft an besonderen Orten, die eine spezielle LebensqualitÀt bieten.

Dabei gibt es vielerlei Möglichkeiten an. Zum Beispiel:

  • Ein alter Bauernhof
  • Eine Villa in einer Stadt
  • Ein Haus an der Ostsee

Senioren-WG an der Ostsee

Gerade die gesunde Meeresluft, das Rauschen des Wassers und der Strand ĂŒben dabei fĂŒr viele Senioren einen besonderen Reiz aus. Doch die Senioren-WG am Meer ist nicht so einfach zu finden.

Zwar sind insbesondere im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern die GrundstĂŒcks- und Mietpreise durchaus erschwinglich, doch es geht auch darum, geeignete HĂ€user fĂŒr eine Senioren-WG zu finden.

Das Portal Senioren-WG Gold hat dabei immer mal wieder passende Angebote. Allerdings ist der Premium-Zugang fĂŒr diese Seite kostenpflichtig.

GrĂŒndung einer Senioren-WG: Am Meer? Auf dem Bauernhof?

Wer keine geeignete Senioren-WG in der NĂ€he findet oder bestimmte WĂŒnsche hat, die nicht am Markt angeboten werden, kann ĂŒberlegen, ob er nicht selbst eine Wohngemeinschaft ins Leben ruft.

Doch so schön zum Beispiel der Traum von einer Senioren-WG am Meer ist – die GrĂŒndung erfordert einen hohen persönlichen Einsatz und viel Organisationsaufwand. Es gilt dabei einiges im Vorfeld zu bedenken:

  • Rechtliche Beratung
    Wer eine Senioren-WG grĂŒnden möchte, sollte sich zunĂ€chst ĂŒber den rechtlichen Rahmen Gedanken machen: Kauf oder Miete? Wie hoch soll/kann Ihr Eigenanteil ausmachen? Privates oder Kommerzielles Modell (in letzterem Fall ist zum Beispiel ein Businessplan unausweichlich)? Soll eine Genossenschaft gegrĂŒndet werden? Wie soll das Zusammenleben rechtlich geregelt sein? All dies erfordert juristische UnterstĂŒtzung.
  • Mitbewohner
    Wenn die Finanzierung und die rechtliche Ausgangslage der Senioren-WG geklĂ€rt sind, geht es darum, geeignete Mitbewohner zu finden: Fragen Sie im Bekanntenkreis nach, inserieren Sie im Internet und in örtlichen KleinanzeigenblĂ€ttern. Die Auswahl der Mitbewohner nimmt in aller Regel mehr Zeit in Anspruch, als man gemeinhin denkt. Diese Zeit sollten Sie sich auch nehmen, denn es geht um ein möglichst reibungsloses und stressfreies Zusammenleben, auch wenn die PflegebedĂŒrftigkeit steigt.
  • Konzept
    Bei der Auswahl der Mitbewohner spielt es auch eine große Rolle, gemeinsame Zielvorstellungen zu entwickeln. Definieren Sie daher zusammen, wer welche Aufgabenbereiche ĂŒbernimmt, wer welche FĂ€higkeiten mit einbringt und vor allem wie das VerhĂ€ltnis zwischen NĂ€he und Distanz sein soll. Gerade hier gibt es oft Konfliktpotenzial, weshalb gerade dieser Punkt von Beginn an detailliert geklĂ€rt werden sollte, um zu einer gemeinsamen Position zu kommen, die jeder mittragen kann. Auch der Umgang und die Verwaltung der Haushaltskasse muss in diesem Zusammenhang unmissverstĂ€ndlich vereinbart werden.

Senioren-WG: Voraussetzungen

FĂŒr die meisten Senioren-WGs sind keine bestimmten Voraussetzungen nötig. Manchmal ist das Wohnen in einer solchen Gemeinschaft jedoch an einen bestimmten Pflegegrad geknĂŒpft, der je nach Zielgruppe entweder nicht ĂŒber- oder unterschritten werden sollte.

Denn ist eine Wohngemeinschaft nicht nur fĂŒr fitte Senioren eine Alternative. Wer an Demenz leidet, kann ebenfalls von den VorzĂŒgen einer gemeinschaftlichen Wohnung profitieren. Denn durch die WohlfĂŒhlatmosphĂ€re einer „zweiten Familie“ und der Möglichkeit, die Ressourcen eines Pflegedienstes zusammen besser nutzen zu können, kann die Krankheit ertrĂ€glicher gemacht und eventuell sogar im Verlauf etwas abgebremst werden.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass ein nicht dementer Ansprechpartner als Moderator eingesetzt wird, der fÀhig ist, den Alltag und die organisatorischen AblÀufe zu regeln. Dieser muss nicht zwangslÀufig in der Wohngemeinschaft wohnen, jedoch erleichtert dies viele TÀtigkeiten wie die Kooperation mit dem Pflegedienst und den Angehörigen.

Anzeige

Senioren-WG: Vor- und Nachteile

Viele Rentner haben positive Erfahrungen mit einer Senioren-WG gemacht, denn sie bietet ihnen eine Reihe von VorzĂŒgen:

  • Barrierefreiheit der Wohnung
  • Selbstbestimmtheit des eigenen Lebens
  • Sozialer Zusammenhalt und Hilfe der Gemeinschaft
  • UnterstĂŒtzung durch Mitbewohner und Pflegedienst
  • Aufteilung der Haushaltsaufgaben
  • Eigene Gestaltungsmöglichkeiten der Wohn- und GemeinschaftsrĂ€ume
  • Finanzielle Vorteile durch gemeinsame HaushaltsfĂŒhrung und Zuschussmöglichkeiten
  • Belebung der Freizeitgestaltung durch gemeinsame AusflĂŒge und Unternehmungen

So bringt jeder seine Talente in die Gemeinschaft ein und die FĂŒhrung des Haushalts wird auf diese Weise deutlich erleichtert.

Jedoch sollte man auch die Nachteile nicht verschweigen. So muss im Bedarfsfall die Pflege selbst organisiert werden. Zwar kann auch hier die UnterstĂŒtzung der Mitbewohner eine wichtige Hilfestellung darstellen, dennoch bedeutet dies einen Organisationsaufwand, der in anderen Wohnformen im Alter wegfĂ€llt.

Ist die Senioren-WG zudem privat organisiert, sollten Sie zudem darauf achten, ein Mitspracherecht bei dem Zuzug neuer Mitbewohner zu bekommen.

Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: DisobeyArt by Shutterstock.com]

Anzeige
Bewertung: 4,9/5 - 7164 Bewertungen.

Hier weiterlesen

Weiter zur Startseite