Skyr: Eiweißschub aus Island

Seit einigen Jahren erobert Skyr zunehmend die Kühlregale unserer Lebensmittelgeschäfte. Doch was ist Skyr und welche Rezepte gibt es dafür? Ist Skyr nun ein Frischkäse oder Yoghurt? Oder irgend etwas dazwischen? Wir zeigen Ihnen den Unterschied und was das Besondere an Skyr ist. Und warum er so gesund ist und was Sie mit Skyr alles machen können…

Skyr: Eiweißschub aus Island

Skyr Rezepte: So verwenden Sie Skyr

Skyr ist geschmacklich zwischen Joghurt, Frischkäse und Quark angesiedelt. Dementsprechend wird er besonders gerne mit frischem Obst – vorzugsweise Beeren – aber auch Nüssen gemischt und gegessen. Traditionell ist hierbei vor allem der Verzehr mit Heidelbeeren begehrt.

Skyr lässt sich aber auch zum Backen verwenden. Wir haben einige Skyr-Rezepte als Anregung für Sie:

  • Skyr-Brötchen
    Mischen Sie 350 Gramm Skyr mit 300 Gramm Dinkelmehl, zwei Eiern, einem Päckchen Backpulver und drei Esslöffeln Milch. Ein Teelöffel Salz rundet den ganzen Geschmack ab. Formen Sie daraus Brötchen oder auch ein Brot. Bei 200 Grad können Sie den einfach hergestellten Teig 20 bis 30 Minuten im Ofen backen – fertig.
  • Skyr-Käsekuchen
    Trennen Sie drei Eier und schlagen Sie das Eiweiß mit etwas Salz steif. Das Eigelb vermengen Sie mit 100 Gramm Zucker. Geben Sie zum Zucker-Eigelb-Gemisch nun 450 Gramm Skyr sowie ein Päckchen Puddingpulver der Geschmacksrichtung Vanille hinzu und vermischen dies gut. Anschließend heben Sie das Eiweiß unter. Legen Sie nun eine Backform mit Löffelbiskuits aus (ungefähr 15 bis 20 müssten dafür ausreichen) und backen das Ganze bei 170 Grad für ungefähr eine halbe Stunde.
  • Skyr-Pfannkuchen
    Zerdrücken Sie zwei Bananen und vermischen Sie diese mit vier verquirlten Eiern und 250 Gramm Skyr. Bei Bedarf können Sie noch 60 Gramm Eiweißpulver mit der Geschmacksrichtung Vanille dazu geben. Dieser Teig bildet die Grundlage für die Pfannkuchen, die Sie mit etwas Öl in der Pfanne in wenigen Minuten goldbraun anbraten können. Als Topping eignen sich diverse Beeren aber auch jedes andere Obst.
  • Skyr-Auflauf
    Trennen Sie zwei Eier und schlagen das Eiweiß steif. Das Eigelb vermischen Sie mit 15 Gramm Zuckerersatzstoff Erythrit und etwas Vanilleextrakt. Rühren Sie nun der Reihe nach 250 Gramm Skyr, 25 Gramm Dinkelgrieß und den Eischnee unter. Füllen Sie diesen Teig in eine Backform, geben je nach Bedarf Beeren hinzu und backen dies im Ofen für ungefähr 20 Minuten bei 180 Grad.

Alle Rezepte können Sie sich auch HIER als praktische PDF-Datei herunterladen und ausdrucken.

Welcher Skyr ist der Beste?

Ob Sie Skyr in einem Discounter wie Lidl oder Aldi, im Supermarkt oder im Bioladen kaufen – alle angebotenen Produkte unterliegen der strengen deutschen Lebensmittelkontrolle. Sie können Skyr also unbedenklich verzehren.

Preislich liegt Skyr etwas über dem Yoghurt und dem Magerquark. Ein Becher mit 500 Gramm kostet zwischen 89 Cent und 1,29 Euro.

Welcher Skyr der Beste ist, hängt im Endeffekt von Ihrem Geschmack ab. Die geschmacklichen Unterschieden fallen bei der Zubereitung von Rezepten dabei eher weniger ins Gewicht.

Es gibt aber auch fertig zubereitete Mischungen mit Fruchtgeschmack. Ähnlich wie beim Joghurt sollten Sie hier jedoch genau auf die Liste der Inhaltsstoffe beziehungsweise den Nutri-Score achten, so dass nicht zu viel Zucker in dem Produkt des entsprechenden Herstellers enthalten ist.

Skyr: Frischkäse oder Yoghurt?

Skyr ist ein Milchprodukt aus Island. Es wird aus Kuh- aber auch aus Schafmilch hergestellt. Zwar wird es in Deutschland aus lebensmittelrechtlichen Gründen als Frischkäse deklariert, allerdings ist es ein eigenes Produkt, das weder dem Frischkäse noch dem Quark oder dem Joghurt zuordnet werden kann.

Dennoch wird es am ehesten mit dem Joghurt verglichen. Der Unterschied zwischen Joghurt und Skyr besteht jedoch darin, dass Skyr säuerlicher schmeckt und zudem in seiner Konsistenz cremiger und etwas fester ist.

Das Besondere an Skyr ist, dass er durch die Art der Herstellung, die zwischen der von Yoghurt und Quark liegt, besonders viel Eiweiß und Kalzium enthält. Deshalb gilt er als besonders sättigend – gerade als Zwischenmahlzeit.

Vergleich Skyr – Joghurt: Kalorien und Gesundheitsaspekte

Daher ist Skyr besonders gut zum Abnehmen. Er besitzt zwar mit 66 Kalorien pro 100 Gramm etwas mehr Nährwerte als 1,5-prozentiger Naturjoghurt mit 57 Kalorien, allerdings enthält Skyr auch mehr Eiweiß: In 100 Gramm sind elf Gramm Protein enthalten – im Joghurt nur vier Gramm. Damit können Sie bereits bis zu einem Viertel des täglichen Eiweißbedarfs decken (je nach Körpergröße).

Skyr gilt noch aus einem weiteren Grund als besonders gesund: Er enthält mit 0,2 Gramm deutlich weniger Fett als Joghurt. Zudem hat Skyr noch weitere Vorteile:

  • Skyr hat besonders viel Kalzium, das Osteoporose vorbeugt und Knochen und Zähne schützt.
  • Skyr enthält viel Kalium und Phosphor. Diese Mineralstoffe schützen das Herz und regulieren den Wasserhaushalt im Körper.
  • Skyr hält lange satt. Das liegt daran, dass der hohe Eiweißgehalt den Blutzuckerspiegel konstant hält.
  • Skyr stabilisiert den Darm durch die enthaltenen Milchsäurebakterien. Durch können im Darm Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe besser aufgenommen werden.

Skyr: Aussprache und Herkunft

Wie erwähnt, kommt Skyr aus Island. Dort wird das y wie ein langes i ausgesprochen. Im Deutschen müsste es also „Skier“ geschrieben werden. Es sollte also nicht der Fehler begangen werden, Skyr aufgrund seiner optischen Ähnlichkeit mit dem englischen Begriff „Sky“ zu verwechseln und mit „ei“ oder aber gar mit „ü“ auszusprechen.

Skyr wurde bereits schon in der Wikingerzeit in Island hergestellt. Erst um die Jahrhundertwende um 1900 wurde der traditionelle Herstellungsprozess industrialisiert. Zuvor wurde die Milch von Hand in Rahm und Magermilch getrennt. Aus dem Rahm wurde Butter herstellt – die Magermilch wurde durch die natürliche Anreicherung von Milchsäurebakterien zu Skyr.

In Island spielt Skyr also seit vielen Jahrhunderten eine große Rolle in der dortigen Küche. Heutzutage wird jedoch zwei Drittel des Island produzierten Skyr ins Ausland exportiert. Der meiste Skyr, der hierzulande in den Lebensmittelgeschäften steht, ist jedoch inzwischen in Deutschland hergestellt. So können Sie also problemlos darauf achten, dass er von einer regionalen Molkerei produziert wird und auf diese Weise nachhaltig leben und einkaufen – und zudem den Milchbauern in Ihrer Region etwas Gutes tun.

Skyr: Herstellung und Inhaltsstoffe

Das inzwischen große Angebot an Skyr ist selbstverständlich nur durch die industrielle Großproduktion möglich: Die Milch wird pasteurisiert und erhitzt. Dadurch wird zwar das Produkt haltbarer gemacht und schädliche Bakterienkulturen abgetötet – aber auch die Milchsäurebakterien. Diese müssen nach der Abkühlung also wieder hinzugefügt werden.

Dies bewirkt eine Andickung der Milchproteine an der Oberschicht. Diese Masse wird von der flüssigen Molke getrennt und fertig ist der Skyr.

100 Gramm Skyr enthalten im Schnitt:

  • 0,2 Gramm Fett
  • 4,0 Gramm Kohlenhydrate
  • 11,0 Gramm Eiweiß
  • 0,08 Gramm Salz
  • 0,15 Gramm Kalzium

Ist Skyr laktosefrei?

Die schlechte Nachricht für alle Menschen mit einer Laktoseintoleranz: 100 Gramm Skyr enthalten auch circa vier Gramm Laktose (also Milchzucker). Das ist vergleichsweise viel. Dies gilt sowohl für Natur-Skyr als auch für fertig verarbeiteten Skyr mit Früchten.

Allerdings enthält Skyr auch das Enzym Lactase, das den Milchzucker abbaut. Somit ist Skyr für Personen mit einer Laktoseintoleranz im Endeffekt deutlich verträglicher als andere Milchprodukte.

Wer dennoch mit Skyr Probleme bekommt: Es gibt auch laktosefreien Skyr – meist als Minus-L-Skyr bezeichnet. Dieser ist jedoch recht selten erhältlich – zumindest in den Supermärkten oder Discountern. Solche Produkte sind eher in Bioläden zu finden.

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[Bildnachweis: Maren Winter by Shutterstock.com]
5. Juli 2021 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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