Sodbrennen: Ursachen, Symptome, Hilfe

Nicht selten ist Sodbrennen die Quittung für unsere „kulinarischen Sünden“. Mittags schnell eine Schale Pommes zugeführt, zwischendurch ein paar Schokoriegel und abends die Tiefkühlpizza nebst Feierabendbierchen: Das verzeiht der Magen vielleicht noch in jungen Jahren. Mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung ist Sodbrennen meist in den Griff zu bekommen. Aber nicht immer liegen die Gründe in falscher Ernährung. Welche Ursachen Sodbrennen hat, wie es sich äußert und welche Mittel dagegen helfen…

Sodbrennen: Ursachen, Symptome, Hilfe

Was ist Sodbrennen?

Als Sodbrennen wird ein unangenehmes Gefühl in der Oberbauchgegend bezeichnet, das hinters Brustbein bis in den Hals und Rachen ausstrahlt. Begleitet wird es häufig von weiteren Beschwerden, zum Beispiel:

  • Brennen und saures Aufstoßen
  • Völle- und Druckgefühl
  • Übelkeit
  • Stechender Schmerz in der Magengegend
  • Unangenehmer Geschmack
  • Ständiges Räuspern, Heisterkeit und Husten
  • Atemprobleme (Asthma)

Typisch ist der Zeitpunkt; oft tritt es nach dem Essen auf. Aber auch im Liegen und beim Schlafen können Sie Sodbrennen bekommen, manche Betroffene wachen dadurch nachts sogar auf.

Gelegentliches Sodbrennen ist meist kein Anlass zur Sorge. Tritt es häufiger auf, kann es auf die gastroösophageale Refluxkrankheit hindeuten, deren Leitsymptom es ist. Reflux steht für Rückfluss. Ausgelöst wird er dadurch, dass Magensäure in die Speiseröhre gelangt.

Funktioniert der Schließmuskel am Mageneingang nicht mehr ganz richtig, überwindet die Magensäure leicht den Mageneingang. Diese enthält in geringer Konzentration Salzsäure, um die zuvor gegessene Nahrung zu verdauen. Unser Magen ist gegen die Salzsäure gewappnet. In der Speiseröhre hat sie jedoch nichts zu suchen und führt zum Sodbrennen.

Was sind die Ursachen von Sodbrennen?

Magensäure mit Essensresten ist die Kombination, die die Speiseröhrenschleimhaut reizt und Sodbrennen auslöst. Häufig steckt die Refluxkrankheit dahinter. Wo eigentlich ein Bündel aus Muskelfasern – der untere Speiseröhrenschließmuskel – den Rückfluss von Speisebrei und Magensäure verhindert, zeigt sich plötzlich ein geschwächter Muskel.

Es gibt etliche Ursachen dafür:

  • Nervengifte
    Das Alkohol und Nikotin nicht gesund sind und sogar Suchtpotenzial haben, weiß mittlerweile jeder – dennoch sind sie frei verkäuflich. Beides wird vorzugsweise wegen der entspannenden Wirkung konsumiert. Diese wirkt sich jedoch auch entspannend auf den Speiseröhrenschließmuskel aus. Dazu kommt, dass Wein, Whisky und Tabak die Magensäureproduktion ankurbeln. Ergebnis: Ein ermüdeter Schließmuskel trifft auf eine höhere Menge an Magensäure.
  • Nahrungsmittel
    Ein hoher Fett und Zuckergehalt, scharfes Essen oder aber die schieren Mengen fördern Sodbrennen. Mal ein oder zwei Stückchen Kuchen anlässlich einer Familienfeier sind meist kein Problem. Wenn aber regelmäßig über die Stränge geschlagen wird (oft gehen üppiges Essen mit Alkohol und Nikotin einher), meldet sich der Magen. Auch säurehaltige Lebensmittel wie Zitrusfrüchte oder kohlensäurehaltige Getränke fördern die Probleme.
  • Kleidung
    Begünstigt wird das Sodbrennen zusätzlich durch Bücken und enge Kleidung mit einschnürenden Bündchen oder Gürteln. Aufpassen müssen besonders Personen mit Übergewicht, bei denen durch die Körpermasse und den erhöhten Fettanteil im Bauchraum der Druck im Magen erhöht wird. Ein ähnliches Phänomen ist häufig bei Schwangeren im letzten Drittel der Schwangerschaft zu beobachten. Hier drückt nicht das Fett, sondern das Kind auf den Magen. Der erhöhte Druck kann dann dazu führen, dass Speisereste und Magensäure wieder nach oben gepresst werden.
  • Medikamente
    In einigen Fällen lösen Medikamente Sodbrennen aus. Dazu gehören Medikamente gegen Bluthochdruck und Osteoporose, aber auch Antibiotika. Des Weiteren begünstigen Schmerzmittel und solche mit entzündungshemmenden Wirkstoffen Sodbrennen, darunter:

    • Acetylsalicylsäure
    • Diclofenac
    • Ibuprofen
  • Lebensumstände
    Oft sind es mehrere Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen. Ein hektischer Lebensstil mit unregelmäßigen Mahlzeiten, vielen Fertiggerichten und wenig Ausgleich rächt sich nicht selten in Sodbrennen. Stress ist eine der Hauptursachen. Nehmen seelische Belastungen Überhand und wird keine Abhilfe geschaffen, kann sich daraus im schlimmsten Fall Krebs entwickeln. Bei regelmäßigen Beschwerden sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Krankheiten: Was noch hinter dem Sodbrennen stecken kann

Bis auf die Medikamente (auch da kann es Alternativen geben) können Sie die obigen Ursachen für Sodbrennen allesamt selbst beeinflussen und Ihr Leiden meist schnell in den Griff bekommen. Es gibt allerdings auch organische Auslöser für Sodbrennen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Zwerchfellbruch (durch Alter und/oder Übergewicht begünstigt)
  • Speiseröhrenkrampf (Achalasie)
  • Magenerkrankungen (zum Beispiel Reizmagen)
  • Diabetes mellitus

Tipps: Diese Hausmittel helfen gegen Sodbrennen

Sodbrennen ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Aber ein Symptom, anhand dessen Sie erkennen, dass Sie etwas tun müssen. Wer ständig mit Reflux zu kämpfen hat und nichts dagegen unternimmt, kann einen Barett-Ösophagus entwickeln.

Durch den regelmäßigen Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre kommt es zur Veränderung von Zellen in der Speiseröhrenschleimhaut. Dies kann eine Vorstufe von Krebs sein. Glücklicherweise lässt sich Sodbrennen mit vielen Mitteln behandeln.

Und in mehr als der Hälfte aller Fälle haben die Betroffenen zwar Beschwerden, aber keine langfristigen Folgen zurückbehalten. Je nach Beschwerdegrad und Häufigkeit sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der kann feststellen, ob durch die Refluxkrankheit bereits eine Speiseröhrenentzündung und somit entsprechenden Schleimhautschäden vorliegen oder nicht.

Im Vordergrund jeder Behandlung ist eine Linderung der Symptome beziehungsweise Heilung.

Was hilft schnell bei Sodbrennen?



Wer unter akutem Sodbrennen leidet, will einfach nur, dass es schnell aufhört. Viele Zutaten für unsere folgenden Tipps finden sich im Haushalt und können Sie im Notfall anwenden:

  • Trinken Sie ein Glas Milch.
  • Trinken Sie säurearmen Tee, zum Beispiel Kamillentee.
  • Lösen Sie in einem Glas Leitungswasser anderthalb Teelöffel Natronpulver auf und trinken es.
  • Essen Sie eine Scheibe Weizentoast. Kauen Sie langsam.
  • Essen Sie einen Esslöffel Haferflocken. Kauen Sie langsam.

Vieles können Sie bereits im Vorfeld tun, damit es gar nicht erst zu dauerhaftem Sodbrennen kommt:

  • Übergewicht verringern
    Der Klassiker zur Gewichtsreduktion schlechthin ist Sport. Er hat außerdem den großen Vorteil, dass Sie gleichzeitig Stress abbauen und insgesamt etwas fürs Wohlbefinden tun. Allerdings eignen sich nicht alle Sportarten gleichermaßen gut bei Sodbrennen. Nicht empfehlenswert sind solche, bei denen Sie viel springen und hüpfen. Dabei wird der Magen herumgewirbelt und die Magensäure bahnt sich erneut ihren Weg nach oben. Geeignet hingegen sind Sportarten, bei denen möglichst gleichförmige Bewegungen Bestandteil der Körperertüchtigung sind, beispielsweise:

  • Schlafposition ändern
    Nicht selten kommt das Sodbrennen mitten in der Nacht. Etwa 80 Prozent aller Betroffenen werden im Schlaf davon überrascht. Grund dafür ist, dass das Liegen per se den Rückfluss der aufsteigenden Säure begünstigt, während sie bei einer aufrechten Position gegen die Schwerkraft ankämpfen muss. Zusätzlich kann sich die Schlafposition günstig beziehungsweise negativ auf das Sodbrennen auswirken. Wer häufiger Last damit hat, sollte vorzugsweise auf der linken Körperhälfte liegen. Der Magen, der sich in der linken Körperhälfte befindet, liegt dann unterhalb der Speiseröhre. Somit wird der säurehaltige Reflux erschwert. Auch können Sie noch mit einem verstellten Lattenrost oder zusätzlichem Kissen Ihre Liegeposition erhöhen.
  • Ernährung umstellen
    Fast Food und Fertiggerichte sind praktisch, weil schnell verfügbar. Gesund sind sie jedoch nicht. Wer dauerhaft unter Sodbrennen leidet, sollte seine Essgewohnheiten überprüfen. Selbst zu kochen und unnötige Fixprodukte wegzulassen kann bereits Wunder wirken. Fette sind nicht zwangsläufig ungesund, solange Sie den Anteil tierischer Fette in Grenzen halten. Gleiches gilt für den Fleischkonsum. Rote Fleischsorten (Rind, Schwein, Lamm) sind ungesünder als beispielsweise mageres Hühnchenfleisch. Achten Sie auch auf die Getränke: Kohlensäurehaltige Softdrinks und Filterkaffee sind ungesund. Möglich hingegen: Espresso, Cappuccino und Milchkaffee. Diese Sorten werden länger geröstet. Das bewirkt mehr Bitterstoffe, aber reduzierte Kaffeesäure.
  • Stress reduzieren
    Wer im Alltag ständig Stress empfindet, sollte lernen, einen Gang zurückzuschalten. Das gelingt mit Entspannungstechniken wie Meditation, Achtsamkeit, autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung. Hängt der Stress mit einer Arbeitsstelle zusammen, lohnt es sich, das eigene Zeitmanagement unter die Lupe zu nehmen. Setzen Sie die richtigen Prioritäten? Bauen Sie genügend Puffer ein? Manchmal ist es sinnvoll, die Hilfe anderer anzunehmen oder zu erbitten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Azat Valeev by Shutterstock.com]
9. Juni 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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