Solebad: Was Sie bei einer Salztherme beachten sollten

Ein Solebad ist in vielen Thermalbädern fester Bestandteil des Angebots. Das salzige, warme Wasser soll gegen vielerlei Erkrankungen helfen. Darüber hinaus trägt es zur Erholung und so zum subjektiven Wohlbefinden bei. Wir zeigen, für was sich ein Solebad eignet und informieren über Kontraindikationen. Außerdem geben wir Tipps, wo Sie ein Solebad in der Nähe finden und wie Sie leicht ein Solebad zuhause herstellen können.

Solebad: Was Sie bei einer Salztherme beachten sollten

Anzeige

Was ist ein Solebad?

Ein Solebad ist ein Bad, das über einen bestimmten Salzgehalt verfügt. Der Begriff Sole leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „Sul“ oder „Sol“ für „Salzbrühe“ ab. Alternativ wird das Solebad als Salztherme bezeichnet. Und damit ist im Prinzip schon erklärt, worum es sich dabei handelt: Solebäder sind salzige Thermen, deren Temperatur mindestens 20 Grad beträgt. Das Salzwasser kommt wie die anderen Thermalwässer aus der Erde – meist aus einer sogenannten Salzgrotte.

Die Sole in einem Solebad muss entsprechende Voraussetzungen erfüllen: Mindestens 14 Gramm Salz pro Liter Wasser müssen enthalten sein, damit sich eine Therme den Beinamen Solebad geben darf. Theoretisch kann ein Liter Wasser bis zu 260 Gramm Salz aufnehmen. Dies ist aber für ein Solebad zu viel. Maximal sechs Prozent darf der Salzgehalt einer Salztherme betragen. Je näher sie an diesen Wert heranreicht, umso wirkungsvoller ist das Wasser.

Wie ist das Wasser in einem Solbad?

Der natürliche Ursprung ist eine weitere Voraussetzung. Hauptbestandteile sind Chlorid und Natrium, daneben enthält die Sole je nach Region zusätzliche Mineralien. Das gewöhnliche Kochsalz (Natriumchlorid) stammt ebenfalls oft aus unterirdischen Vorkommen.

Nachträglich zugegebenes Salz (etwa Stein- oder Himalayasalz) hat daher tatsächlich die gleiche Wirkung wie ein Solebad. Trotzdem darf sich ein Kurbad nur dann als Solebad bezeichnen, wenn das Salzwasser direkt aus der Erde (gefiltert und aufbereitet) in die Becken geleitet wird.

Anzeige

Solebad Wirkung: Wofür ist es gut?

Schon die alten Römer und Griechen wussten um die wohltuende Wirkung eines Solebads. Und so werden dem salzigen Heilwasser allerhand positive Effekte auf die Gesundheit und das Wohlbefinden nachgesagt. Unbestritten ist die heilsame Wirkung bei Hauterkrankungen. Während Schaumbäder dazu führen, dass die Haut aufquillt, verringert das Solebad diesen Effekt. Gleichzeitig führt es zu einer besseren Hautdurchblutung, Reduzierung von Schuppen und Juckreiz.

Zudem desinfiziert Salz und erleichtert bei Entzündungen den Abluss des Eiters – so zum Beispiel bei Akne. Die Sole eignet sich nicht nur zur Therapie bei Akne, sondern auch chronischen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte. Allerdings reicht das Solebad mit seinem sechsprozentigen Anteil dafür nicht aus. Hier empfiehlt sich eine deutlich höhere Salzdosierung und eine kombinierte Behandlung mit UV-Bestrahlung. Das Einatmen der salzigen, mineralstoffreichen Luft lindert zudem Allergien und Erkrankungen der Atemwege.

Für wen ist das Solebad geeignet?

Unterstützend helfen soll ein Solebad außerdem bei Blasenerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Nierenproblemen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Augenerkrankungen und Rheuma.

Grundsätzlich unterstützt ein Solebad die venöse Durchblutung. Das trägt dazu bei, dass der Organismus zu vermehrter Schweißbildung angeregt wird. Die Folge dieser Entwässerung soll eine Entschlackung sein. Klare wissenschaftliche Belege, dass diese auf die oben genannten Erkrankungen eine maßgeblich positive Auswirkung hat, fehlen jedoch. Trotzdem berichten viele Betroffene dieser Krankheiten davon, dass ein Solebad eine (zumindest kurzfristige) positive Wirkung auf ihr Wohlbefinden nimmt.

Schwangere, Kinder, Behinderte

Viele Thermalbäder sind barrierefrei. Das ist wichtig, wenn Sie beispielsweise mit Rollator Zugang suchen. Für Schwangere gilt: Sofern eine Schwangerschaft normal verläuft, spricht auch nichts gegen ein Solebad. Aufpassen sollten werdende Mütter allerdings bei der Temperatur und der Dauer. Bis zur 12. Schwangerschaftswoche sollten sie bei 35 Grad heißen Thermalwasser maximal 15 Minuten baden.

Grundsätzlich dürfen auch Babys und Kleinkinder ins Solebad. Manche Thermalbäder haben jedoch eine Altersbeschränkung ab drei Jahren. Die Naturtherme Templin weist darauf hin, dass verkürzte Badezeit und regelmäßige Pausen wichtig sind, da die Thermalsole eine blutdrucksenkende Wirkung hat. Zu bedenken ist auch, dass Sole- beziehungsweise Thermalbäder nicht als Spaßbäder konzipiert sind. Viele legen großen Wert auf Ruhe und Hygiene.

Anzeige

Solebad zuhause: Wohltat im eigenen Heim

Auch wenn es deutschlandweit Heil- und Thermalquellen gibt: Zuweilen kann ein Ausflug in ein Solebad eine längere Anfahrt bedeuten. Wem die Fahrt in ein Thermalbad daher zu weit sein sollte, der kann aber leicht ein Solebad zuhause herstellen. Dafür reicht die eigene Badewanne. Und so geht’s:

  • Zutaten
    Und mit Badesalz können Sie die positiven Effekte ganz einfach selbst erzeugen. Manche verwenden dazu sogar einfaches Kochsalz. Dieses verfügt zwar nicht über wohltuende Gerüche und Aromaöle. Es erfüllt aber den gleichen Zweck. Zur Verwendung von Badesalz raten wir dennoch: Zum einen ist es tatsächlich günstiger, da Sie für ein Vollbad von 200 Litern 2 bis 7 Kilogramm Kochsalz benötigen. Außerdem ist Badesalz leichter im Wasser löslich. Die entspannenden Düfte vermitteln zusätzliches Wohlgefühl.
  • Anwendung
    Lösen Sie erst das Salz vollständig im Wasser auf. Dann steigen Sie in Ihr selbst gemachtes Salzbad. Für Anfänger empfiehlt sich eine Badedauer von 10 Minuten. Wer bereits häufiger ein Solebad hergestellt und genutzt hat, kann auf 20 Minuten erhöhen. Damit sich die Wirkung der salzhaltigen Lösung entfalten kann, sollten Sie sich nach dem Bad nicht abduschen und nicht trocken rubbeln. Stattdessen tupfen Sie nur vorsichtig mit einem flauschigen Handtuch das Wasser vom Körper.
Anzeige

Nebenwirkungen Solebad: Kontraindikationen beachten

Das Solebad ist nicht für jeden geeignet. Je nachdem, wie oft und wie lange Sie ein Solebad anwenden, können unerwünschte Wirkungen eintreten. Zum einen kann ein längerer Aufenthalt in einem Salzbad den Körper dehydrieren. Durch die stärkere Durchblutung der Venen und die erhöhte Schweißabgabe verlieren wir Flüssigkeit. Da wir uns im Wasser befinden, bemerken wir diesen Prozess gar nicht. Oder wenn, dann nur, wenn es zu spät ist. Nämlich dann, wenn wir ein erhöhtes Durstgefühl wahrnehmen oder kurzfristig unter starkem Harndrang leiden.

Ausgleichen können Sie diesen Effekt durch vermehrtes Trinken. Allerdings wirkt sich dieser Prozess darüber hinaus auf unser Herz-Kreislauf-System aus. Wer folglich unter Herzschwäche leidet, sollte mit einem Solebad eher zurückhaltend sein. Am besten besprechen Sie dies grundsätzlich mit Ihrem Arzt, bevor Sie zum ersten Mal eine Salztherme nutzen.

Solebad Anwendung: So lange kann man im Wasser bleiben

Selbst gesunden Menschen können der Druck, die Wärme und der Salzgehalt des Wassers auf den Kreislauf schlagen. Die Blutgefäße werden geweitet und die Durchblutung gefördert. Dieser Zustand sollte nur eine begrenzte Zeit im Körper der Fall sein. Als grober Richtwert gilt daher ein maximales Zeitfenster zwischen 20 und 30 Minuten. Länger sollten Sie keinesfalls im Solebad verbringen. Da die meisten Thermalbäder über mehrere Angebote und Becken verfügen, empfehlen wir den Wechsel.

Erholen Sie sich an einem ruhigen Platz und nutzen im Anschluss besser noch einmal ein Becken mit kaltem Wasser. Die Ruhepause dazwischen ist wichtig, um den Organismus nicht gleich mit einem zu großen Temperaturunterschied zu schocken. Ohnehin ist der Aufenthalt in einem Thermalbad eine ruhige und erholsame Sache und sollte nicht in Leistungsdruck und Stress ausarten.

Ist eine Salztherme tatsächlich heilsam?

Wie erwähnt, fehlen für die Heilwirkung eines Solebads bei vielen Erkrankungen noch wissenschaftliche Belege. Das bedeutet dennoch nicht, dass ein Solebad völlig sinnlos ist. Die stärkere Durchblutung der Venen kann unterstützende Wirkung bei der therapeutischen Behandlung der erläuterten Krankheiten haben. Als einzige Therapie ist die Wirkung eines Solebads allerdings zu schwach. Vor allem deshalb, weil die Patienten nicht zu lange im Wasser verbleiben sollten.

Der positive Effekt eines Salzbades ist bei vielen Menschen auf der psychologischen Ebene. Im Solebad lässt sich prima abschalten – vorausgesetzt, Sie vermeiden Stoßzeiten. Auch sind oft Kombinationen mit anderen Spa-Angeboten möglich. Viele Erholungssuchende gönnen sich einen Wellness-Tag. Das Solebad ist dabei nur ein Mosaiksteinchen im umfangreichen Warenkorb von Wellness-Einrichtungen. Gute Thermalbäder bewerben ihr Solebad daher eher mit dem Erholungs- und zuweilen sogar Spaßfaktor. Der gesundheitsfördernde Aspekt steht in der Außendarstellung tendenziell an zweiter Stelle.

Solebad in der Nähe finden

Je nach Region lässt sich leicht ein Solebad in der Nähe finden. Die meisten Thermalbäder verfügen über ein Solebad. Nahezu jeder Kurort, der das Wörtchen „Bad“ im Namen trägt, hat eine Salztherme. Deutschlandweit eines der bekanntesten ist das Solebad Schwäbisch-Hall. Darüber hinaus gibt es noch etliche weitere Solebäder mit hervorragendem Ruf. Einige besonders beliebte Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Werne
  • Bad Salzdetfurth
  • Wischlingen
  • Niedernhall
  • Bad Wimpfen
  • Stuttgart
  • Bad Dürrheim
  • Freiburg
  • Sonthofen
  • Bad Salzhausen
  • Bad Salzuflen

Weiterführende Artikel

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Kudia by Shutterstock.com]

Empfehlungen der Redaktion

Weiter zur Startseite