Sorgen loslassen: 11 Tipps – umsetzbar und lebensnah

Sorgen können ganz schön schwer drücken. Sie lassen uns nachts wach liegen und am Morgen erschlagen aufwachen. Landen Sie mehrmals am Tag in dieser Grübelfalle? Überfallen Sie immer wiedersorgenvolle Gedanken, die Sie nicht einfach abschütteln können? Das kann quälen und Ihnen viel Lebensfreude nehmen. Hier finden Sie Möglichkeiten, wie Sie Ihre Sorgen ein wenig abschütteln und mehr Glück und Freude empfinden können.

Sorgen loslassen: 11 Tipps - umsetzbar und lebensnah

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Was sind Sorgen?

Wer sich sorgt, blickt mit Angst in die Zukunft. Er glaubt, das etwas Negatives geschehen wird. Immer wieder kommen ihm Befürchtungen in den Sinn, die sein Handeln bestimmen.

Berechtigte und unberechtigte Sorgen

Grundsätzlich sollte zwischen berechtigten und unberechtigten Sorgen unterschieden werden.

Berechtigt sind die Sorgen, welche mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eintreten, weil Sie mit Fakten belegt werden können. Einige Beispiele:

  • Eine ärztlich diagnostizierte Krankheit
  • Finanzielle Not wegen Überschuldung
  • Jobkündigung
  • Immer wiederkehrende Konflikte in der Familie

Das Gute an den berechtigten Sorgen ist: Der Betroffene erkennt ein konkretes Problem und kann sich damit auseinandersetzen. Er hat die Möglichkeit, einen Schaden abzuwenden und ein Problem rechtzeitig zu lösen.

Unberechtigt hingegen sind die Sorgen, die mit keinem Fakt belegt werden können. Die Befürchtung ist hier lediglich eine Vermutung:

  • Angst vor einer Krankheit, ohne dass diese Krankheit mit Diagnose belegt wurde
  • Angst davor nicht genügend Geld als Rücklage zu haben, obwohl es ein finanzielles Polster gibt
  • Angst vor einem Jobverlust, ohne dass es einen Anlass gibt
  • Angst davor vom Partner verlassen zu werden, obwohl dieser treu und loyal ist

Diese Ängste und Grübeleien sind das Resultat von Mutmaßungen und diffuser Emotionen. Sie sind keinesfalls hilfreich, sondern belasten.

(Die wichtigsten Informationen im Video – Länge: 2 Minuten 42 Sekunden)

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Wofür sind Sorgen gut?

Sorgen sind nicht per se schlecht. Sie können ein Warnsignal sein, denn sie machen uns auf eine Situation oder ein Problem aufmerksam, das überdacht werden sollte. Wird diese Warnung beachtet und der sich Sorgende kommt ins Handeln, kann er eine größere Gefahr abwenden. Es ist alles in Ordnung und das Stressgefühl legt sich wieder.

Problematisch wird es dann, wenn der Betroffene, sein Problem nicht lösen kann. Er kann die Sorge gedanklich nicht bei Seite legen und steigert sich noch mehr in die Furcht hinein. Das Seelenleben leidet massiv darunter.

Psychologie: Sorgen machen krank

Hält der Zustand des Sich-Sorgen-Machens länger an, führt er zu Angst und Kummer. So fand der amerikanische Psychologe William Gerin von der Columbia Universität in Studien heraus, dass zu vieles Grübeln genauso viel Stress auslöst wie die eigentliche Problemsituation. Statt sich also die Sorgen für die befürchtete Situation aufzusparen, verdoppeln wir den Stress. Und da das befürchtete Fiasko nicht zwangsläufig eintreffen muss, sind die Befürchtungen womöglich umsonst.

Die Erleichterung danach ist zwar oft groß, aber die Auswirkungen auf den Körper bleiben. Besonders, wenn wir immer wieder aufs Neue Ängste schüren, kann sich das „wie ein Brandbeschleuniger für negative Gefühle“ auswirken, so Tobias Teismann, geschäftsführender Leiter des Zentrums für Psychotherapie Bochum. Die gesundheitlichen Folgen: Angstgefühle, Antriebslosigkeit, Magen-Darm-Probleme, Rückenleiden bis hin zu Depressionen. Der Körper stößt Stresshormone aus, die mangelnde Konzentration und Schlafstörungen bewirken können.


Symptome für ein Übermaß an Sorgen

Der Körper zeigt diverse Symptome, wenn der Betroffene sich übermäßig sorgt.

Oft werden diese körperlichen Symptome beobachtet:

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Verdauungsstörungen

Auch diese psychischen Probleme werden registriert:

Der Körper befindet sich in dauerhafter Alarmbereitschaft, wenn sich der Betroffene übermäßig sorgt. Die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet und der Körper läuft auf Hochtouren.

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Mache ich mir zu viele Sorgen? – Test

Sorgen können das Leben derart dominieren, dass Sie die Lebensfreude nehmen und körperlich krank machen. Ob Sie sich in einer solchen Situation befinden, können Sie überprüfen, indem Sie sich die folgenden Fragen stellen:

  • Liegen Sie stundenlang nachts wach?
  • Fühlen Sie sich erschöpft und kraftlos?
  • Leiden Sie unter Kopf- und Magenschmerzen?
  • Sind Sie unkonzentriert?
  • Kreisen Ihre Gedanken angstvoll um die Zukunft?
  • Haben Sie Freunde und Familie schon auf Ihre negativen Gedanken angesprochen?

Je mehr Fragen Sie bejahen, um so mehr Sorgen machen Sie sich und sollten sich Zeit für Ihre Psyche (eventuell in einer Auszeit) nehmen.

Sprueche Sorgen Loslassen Haende Frei

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Sorgen loslassen – 11 Tipps, die weiterhelfen

Sorgen loslassen kann keiner sofort. Es ist ein Lernprozess und bedeutet regelrecht Arbeit. Dieser Prozess beginnt immer mit der inneren Einstellung:

  1. Sorgen bewerten

    Als erstes sollten Sie Ihre Sorgen bewerten. Die beiden folgenden Fragen helfen Ihnen dabei:

    • „Hat sich Ihre Befürchtung in der Vergangenheit bewahrheitet?“
    • „Oder können Sie diese mit Fakten belegen?“

    Wenn Sie beide Fragen verneinen, können Sie diese Sorge gedanklich beiseite schieben und loslassen.

  2. Kontrolle abgeben

    Am liebsten hätten wir alles in der Hand und könnten immer lenkend eingreifen. Das Leben ist allerdings anders. Wir haben nicht alles unter Kontrolle. Es gibt immer ein gewisses Risiko, das wir nicht beeinflussen können. Das müssen wir lernen zu akzeptieren, auch wenn es schwer fällt. Es gibt Situationen, in denen wir die Kontrolle abgeben und das Geschehene hinnehmen müssen.

  3. Ablenken

    Es tut der Seele nicht gut, wenn die Gedanken immer wieder zur Furcht zurückkehren. Suchen Sie sich darum eine Ablenkung. Gehen Sie raus Shoppen, schauen Sie einen spannenden Film an, beschäftigen Sie sich mit Ihrem Hobby. Tun Sie, was Ihnen gut tut und Sie aus dem Gedankenkreisel rausholt.

  4. Sport treiben

    Steigt der Stresspegel und bekommen Sie die quälenden Sorgen und Gedanken nicht mehr aus dem Kopf, kann Bewegung helfen. Beispielsweise bringt Sie ein Spaziergang in der Natur auf andere Gedanken. Bei Stress steigt der Adrenalinspiegel. Besonders mit Sport lässt er sich wieder gut senken. Die Muskeln und die Atmung müssen sich nun vollständig auf die körperliche Anstrengung konzentrieren – und entspannen anschließend.

  5. Gedankenspirale stoppen

    Ihre Gedanken drehen sich nur noch um die angstmachende Situation? Sie werden in einen Bann gezogen, wie von einer Spirale? Es gibt einen kleinen Kniff: Sagen Sie laut zu sich selbst: Stopp! – Es ist ein Mini-Impuls, der Sie aus der Abwärtsdrehung rausholt. Wichtig: Lenken Sie sich danach sofort ab, damit die Gedankenspirale nicht wieder in Gang gesetzt wird.

  6. Blickrichtung wechseln

    Wer gerade um die negativen Gedanken kreist, mag diesen Tipp nicht gerne hören: Aber Sie entscheiden, womit Sie sich selbst beschäftigen. Darum wechseln Sie auch mal die Blickrichtung: Schauen Sie nicht auf die vermutete Gefahr, sondern auf das Schöne in Ihrem Leben.

  7. Dankbar sein

    Wenn die Sorge am größten ist, hilft es dankbar zu sein. Das muss Ihnen unter Umständen erst einmal bewusst werden. Der Blick auf das Glück im Leben ist nicht selbstverständlich. Dankbarkeit ist eine Haltung. Seien Sie grundsätzlich dankbar für alles Positive in Ihrem Leben: Für das Dach über den Kopf, für Essen und Trinken, für nette Nachbarn und Freunde. Manchmal sind es auch die kleinen Dinge im Leben: Der Lieblingssong im Radio oder die schöne Blume am Wegesrand. Ihr Gefühlszustand verbesserst sich mit der Zeit und ein Teil Ihrer unbegründeten Sorgen schwindet.

  8. Positives erwarten

    Besonders mit Veränderungen haben viele Menschen Probleme. Ihre Sorge ist, dass sich etwas automatisch verschlechtert. Diese pessimistische Grundhaltung erleichtert es nicht gerade, ein sorgenfreies Leben zu führen. Wenn Sie stattdessen positiv denken, gehen Sie ganz anders an neue Herausforderungen heran. Sie bewahren sich die Offenheit und entdecken so vielleicht neue Chancen. Wer Positives erwartet, macht sich auch weniger Sorgen.

  9. Lösungen suchen

    Sorgen können einen den ganzen Tag und die ganze Nacht beschäftigen. Allein sie zu haben ist unglaublich unproduktiv – setzen Sie dem etwas entgegen. Schauen Sie aktiv nach Lösungen für Ihr Problem. Sorgen Sie sich etwa um Ihre Rente und Ihre zukünftige Absicherung, sollten Sie einen Termin mit der Rentenversicherung abmachen. Klären Sie, in welcher Höhe Ihre zukünftige Altersrente ausfallen wird und wie Sie etwaige Versorgungslücken schließen können. Geht es um zwischenmenschliche Sorgen, können Sie einen Freund um Rat bitten.

  10. Tagebuch führen

    Tagebuch schreiben hilft – in mehrerlei Hinsicht. Zum einen zwingt es Sie, Ihre Gedanken auszuformulieren. Das nimmt ihnen das Diffuse und drückt klar aus, worum es geht. An dieser Stelle kann so manche Sorge sich bereits in Wohlgefallen auflösen, weil die Absurdität offenbar wird. Zum anderen hilft das Schreiben dabei, sich mit möglichen Lösungen auseinanderzusetzen. Sie können auch darin zurück blättern und sehen, was Sie in einer ähnlichen Lage getan haben.

  11. Meditieren oder beten

    Nutzen Sie die Meditation, um innere Ruhe zu finden. Im Internet finden Sie mittlerweile viele kostenlose Übungen, die auch mit beruhigender Musik untermalt sind. Auch Atemübungen sind hilfreich, wenn die Sorgen überwiegen. Durch richtiges Ein- und Ausatmen können Sie die Anspannungen mildern.
    Gläubige Christen erleben die Befreiung von Sorgen im Gebet. Ihre Anspannung löst sich auf, weil Sie ihre Sorgen vor Gott abladen. Sie glauben daran, dass Gott sie sieht und alles, was Sie nicht kontrollieren können, lenkt

Sorgen Loslassen Gott Gib Mir Gelassenheit

Sorgen loslassen Sprüche

  • „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, dass eine vom anderen zu unterscheiden.“ (Reinhold Niebuhr)
  • „Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge.“ (Epiktet)
  • „Loslassen heißt nicht, die Dinge an sich zu ändern, sondern die Bedeutung, die du ihnen gibst.“
  • „Loslassen heißt zu akzeptieren, dass du die Vergangenheit nicht ändern kannst. Aber darauf zu bestehen, dass sie nicht deine Zukunft bestimmt.“
  • „Wer loslässt, hat beide Hände frei.“
  • „Nichts ist entspannender, als das anzunehmen, was kommt“. (Dalai Lama)
  • „Loslassen bedeutet nicht aufzugeben, sondern zu akzeptieren, dass es Dinge gibt, die nicht sein sollen.“

In Der Ruhe Liegt Die Kraft

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[Bildnachweis: Herbstlust.de; shutterstock.com]

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