Sprachen lernen: So gelingt es Ihnen im Alter

So mancher möchte sich im Alter nicht damit zufrieden geben, was er schon kann oder weiß, sondern neue Horizonte für sich erschließen. Sprachen lernen ist eine Möglichkeit dazu.

Auf Urlaubsreisen zumindest rudimentär mit den Einheimischen kommunizieren zu können und zudem seinen Geist flexibel und rege zu halten – das reizt viele dazu, eine oder gar mehrere neue Sprachen zu lernen.

Wie das am besten geht, welche Stolpersteine Sie vermeiden sollten und warum Sie überhaupt Sprachen lernen sollten…

Sprachen lernen: So gelingt es Ihnen im Alter

Warum sollte ich im Alter überhaupt Sprachen lernen?

Unser Berufsleben ist meist geprägt von neuen Herausforderungen, die mitunter täglich auf uns einströmen und zu bewältigen sind. Diese setzen hohe Anforderungen an unsere Lösungskompetenz und unsere Flexibilität. Zeit und Energie, sich auf andere Dinge einzulassen, kommen dabei nicht selten zu kurz.

Im Ruhestand sieht das schon anders aus. Plötzlich entfällt der Druck, sich täglich aufs neue mit Problemen und deren Lösungen herumschlagen zu müssen – das Leben wird für viele endlich leicht und angenehm.

Doch dabei besteht zugleich auch die Gefahr, gedanklich gewissermaßen „einzurosten“. Während uns der Job noch gedanklich zu Höchstleistungen genötigt hat, liegt unser Verstand nun weitgehend brach.

Eine neue Aufgabe muss also her. Viele suchen sich ein Hobby. Dieses kann auch das Erlernen neuer Sprachen sein, für das es in diesem Zusammenhang einige gute Gründe gibt:

  • Erfolgserlebnisse werden schnell sichtbar.
  • Fremdsprachen sind praktisch anwendbar.
  • Mit einer Fremdsprache lassen sich im Urlaub Erfahrungen und Begegnungen intensivieren.
  • Sprachen lernen ist wirklichkeitsnah.
  • Unser Gehirn wird auf vielfältigste Weise im komplexen Denken trainiert.

Diese Sprachen bieten sich zum Lernen an

Wer Sprachen lernen möchte, sollte nach Möglichkeit nicht gleich mit Chinesisch anfangen. Es hilft schon sehr, wenn die Schrift (mit Ausnahme mancher Sonderzeichen) bekannt ist.

Zudem sollte die Sprache über einen gewissen Verbreitungsgrad verfügen, damit Sie diese auch im Urlaub anwenden und üben können.

Als weiterer wichtiger Punkt ist zu vermerken, dass die Sprache auch leicht zu erlernen sein sollte. Grammatik gehört zwar immer dazu, sie sollte jedoch logisch und mit nur wenigen Ausnahmen versehen sein.

Daher bieten sich folgende Sprachen an, die sich auch im Alter noch prima erlernen lassen (falls Sie diese nicht sowieso schon beherrschen):

  • Englisch
  • Spanisch
  • Französisch
  • Portugiesisch

Mit diesen vier Fremdsprachen decken Sie schon einen Großteil der Welt und der attraktiven Reiseländer ab (zum Beispiel die USA, die Karibik oder Lateinamerika).

Info: Im Alter lernt der Mensch anders

Oft ist zu hören, dass das Sprachen lernen oder überhaupt das Erlernen neuer Dinge im Alter schwerer fällt. Doch dies ist nur zum Teil richtig.

Was uns im Alter schwerer fällt, ist häufig das Auswendiglernen. Unser Gehirn ist in jüngeren Jahren eher darauf trainiert, Neues aufzusaugen, wie ein Schwamm.

Je älter wir werden, umso mehr unterscheidet unser Gehirn zwischen wichtig und unwichtig – zwischen behalten und vergessen.

Auf der anderen Seite verfügen wir mit zunehmendem Alter auch über mehr Erfahrungen. Es geht also beim Sprachen lernen nun darum, darauf Rücksicht zu nehmen, in dem wir nicht versuchen wie in der Schule alles stur auswendig zu lernen, sondern auf die Zusammenhänge einzugehen und Verknüpfungen im Gehirn herzustellen: Die berühmten Eselsbrücken.

Viele Sprachkurse nehmen inzwischen darauf Rücksicht. Egal, ob Sie am Computer oder in einem Seminarraum Sprachen lernen – Sie sollten sich daher zuvor genau über die Lernmethode informieren.

Sprachen lernen erfordert Zeit

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Und die dazu passende Sprache auch nicht an einem Tag erlernt. Wer Sprachen lernen möchte, muss sich dafür Zeit nehmen und Geduld mitbringen.

Vor allem ist es aber wichtig, eine Regelmäßigkeit dabei an den Tag zu legen. Es ist besser, sich täglich 15 bis 20 Minuten mit der neuen Fremdsprache zu beschäftigen, anstatt einmal in der Woche drei oder vier Stunden.

Daher erfordert das Sprachen lernen ein hohes Maß an Eigenmotivation. Das Lernen zuhause ist selbst bei Sprachkursen, die offline stattfinden, ein zentrales Element.

Tipp: So lernen Sie Sprachen am besten

Zum Sprachen lernen gibt es eine Reihe von Angeboten. Nicht jedes eignet sich für jeden. Manche bevorzugen das flexible und stille Lernen für sich selbst, andere benötigen die Gesellschaft und die Motivation einer Gruppe.

In beiden Fällen ist es wichtig, dass Sie so früh wie möglich sprechen. In einem Sprachkurs der Volkshochschule oder einer Sprachschule ist dies gewährleistet, bei einem Lernbuch eher nicht.

Es gibt inzwischen jedoch einige Angebote, die auch die moderne Computertechnik nutzen und ein Lernen über Spracherkennung und Webcam möglich machen.

Was Sie letztendlich wählen, hängt von Ihrer Zeit, Ihrer Flexibilität aber auch von Ihrem Lerntyp ab: Sind Sie eher ein auditiver oder visueller Lerntyp, bietet sich ein Sprachkurs am Computer eher an, als für die kommunikativen Lerntypen, die den persönlichen Austausch in einem Seminarraum brauchen.

Die Auswahl ist auf beiden Seiten riesig. Wir haben uns die Angebote auf Ihre Alters- und Alltagstauglichkeit hin getestet und einige Empfehlungen für Sie – on- wie offline:

  • Inlingua-Sprachschulen: Hier legt man größten Wert auf das Sprechen mit Muttersprachlern. Im Inlingua-System erlernen Sie Grammatik quasi nebenbei.
  • Rosetta Stone: Diese Sprachsoftware bietet die Möglichkeit, eine Fremdsprache auf natürliche Art und Weise zu erlernen. Das vielfach ausgezeichnete Konzept unterstützt die Verknüpfungsfunktionen des Gehirns und gilt als die praxisnaheste Sprachsoftware auf dem Markt.
  • Babbel: Das Lernen mit Babbel erfolgt ausschließlich online. Sie können am Computer und/oder per App lernen. Auf diese Weise ist ein Lernen unterwegs problemlos möglich. Wie Rosetta Stone unterstützt auch Babbel alle Lernkanäle, also das Hörverstehen, das Lesen und das Sprechen.
  • Tandempartner: Das Sprachen lernen geht am besten mit einem Muttersprachler. Ergänzend zum Sprachkurs sollten Sie sich also einen ausländischen Tandempartner suchen, mit dem Sie sowohl in der Fremdsprache als auch auf Deutsch kommunizieren. Der Vorteil: Jeder profitiert. Volkshochschulen, Universitäten aber auch Online-Anbieter wie Tandempartners.org vermitteln den geeigneten Muttersprachler.

In jedem Fall gilt: Trauen Sie sich, ins kalte Wasser zu springen – fangen Sie einfach an und probieren Sie aus – ohne sich zu großen Druck der Perfektion zu machen.

Sprachen lernen soll schließlich Spaß machen, damit Sie dabei bleiben. Da ist Perfektionismus kontraproduktiv. Jedes Wort, das Sie können, ist besser als keines. Also: Trauen Sie sich, Fehler zu machen.

Um die Sprache dann letztendlich zu perfektionieren, hilft ohnehin nichts besser, als ein Aufenthalt im Ausland und dort einfach drauf los zu sprechen.

Sprachen lernen: Tipps, wie Sie Schwierigkeiten vermeiden können

So mancher, der Sprachen lernen möchte, geht anfangs hochmotiviert zur Sache und gibt nach kurzer Zeit schon wieder auf. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Zeitmangel, Ungeduld, Misserfolge, Enttäuschungen, Perfektionismus, …

Daher gilt es, sich im Vornherein bewusst zu machen, welche Schwierigkeiten auf Sie zukommen können und wie Sie diese vermeiden können:

  • Legen Sie sich feste Lernzeiten fest. Viele schieben das anstrengende und mitunter lästige Lernen vor sich her. Nehmen Sie sich daher bewusst täglich 15 bis 20 Minuten, die Sie fix in Ihren Tagesrhythmus einplanen.
  • Halten Sie sich stets das Ziel vor Augen. Malen Sie sich in konkreten Bildern aus, wofür Sie die Sprachen lernen möchten. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, wie Sie auf einer Reise mit den Einheimischen kommunizieren und so Ihr gewünschtes Gericht, den passenden Mietwagen oder das schönste Hotelzimmer erhalten.
  • Machen Sie Fehler. Denn nur so können Sie lernen. Ohne Fehler kein Lernerfolg – unser Gehirn funktioniert auf Basis von Versuch und Irrtum. Seien Sie also nicht deprimiert über jeden Fehler, sondern froh darüber – denn er zeigt Ihnen an, wo Sie noch vertieft lernen müssen.
  • Kalkulieren Sie Durststrecken mit ein. Manchmal sehen Sie den Lernerfolg nicht unmittelbar, sondern haben den Eindruck in der Entwicklung stehen zu bleiben. Dieses Gefühl kann täuschen. Machen Sie sich also von Beginn an deutlich, dass es Phasen geben wird, in denen Sie unzufrieden sein werden mit ihren Lernerfolgen. Wichtig ist es dann, dennoch im gleichen Rhythmus weiter zu machen.
[Bildnachweis: Maxx-Studio by Shutterstock.com]
29. Juni 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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