Stammbaum erstellen: Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Wissen woher man kommt, etwas über die Vorfahren erfahren und den eigenen Stammbaum erforschen – das klingt kompliziert, ist aber wertvoll für die Familie. Die Suche nach den eigenen Wurzeln gibt vielen Menschen Orientierung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie recherchieren und einen Stammbaum zeichnen. Außerdem bieten wir Ihnen als Beispiel eine Stammbaum-Vorlage – kostenlos. Für Word oder zum Ausdrucken als PDF-Datei.

Stammbaum erstellen: Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Stammbaum zeichnen: So geht’s

Der Stammbaum der eigenen Familie ist für viele ein Rätsel. Sie wollen gerne mehr mehr darüber wissen, haben jedoch keine Ahnung, wie sie einen Stammbaum erstellen sollen.

Wer bei seinem Familienstammbaum strukturiert vorgehen möchte, sollte sich erst einmal überlegen, auf welche Weise er oder sie die Ergebnisse festhalten will:

  • Die Einen zeichnen am liebsten händisch, skizzieren sich einen Stammbaum und sammeln alle Informationen in einer Mappe oder in einem Karton.
  • Andere nutzen zum Stammbaum-Zeichnen digitale Angebote, um die recherchierten Informationen zu organisieren und zu archivieren.

Wenn Sie den Stammbaum gerne von Hand zeichnen, dann greifen Sie zunächst zum Bleistift. Dieser lässt sich besser radieren und korrigieren. Zeichnen Sie sich einen Umriss vor und bearbeiten Sie die Linien hinterher mit Tusche.

So oder so: schreiben Sie zunächst alles auf, was Sie an Informationen haben. Holen Sie sich über Verwandte, Standesämter und Archive weitere Informationen. Und dann starten Sie.

Stammbaum Aufbau

Für den Stammbaum-Aufbau reicht im Prinzip eine schlichte Grafik – zum Beispiel Rechtecke, die mit Strichen verbunden sind. In die rechteckigen Felder können Sie die Namen Ihrer Vorfahren eintragen.

Die Größe lässt sich bei einer digitalen Stammbau-Erstellung einfacher variieren, so dass Sie auch Fotos und weitere Daten einfügen können.

Stammbaum Programm

Es gibt auch im Internet das eine oder andere Programm für einen Stammbaum. Wir haben für Sie die zwei beliebtesten Programme aufgeführt, mit denen Sie die Ahnentafel Ihrer Familie erstellen können:

  • MyHeritage
    MyHeritage bietet sowohl eine kostenlose Basis-Version an, als auch verschiedene Abomodelle. Mit der Basis-Version können Sie bis zu 250 Positionen im Stammbaum festhalten. Wer weitere benötigt oder Bilder und Zusatzinformationen einfügen will, kann sich für ein Jahresabonnement entscheiden.
  • Ahnenblatt
    Die Software Ahnenblatt ist komplett kostenlos. Die Benutzung ist einfach und die Funktionen zahlreich. So können Sie den Stammbaum Ihrer Familie sehr anschaulich und lebendig gestalten.

Stammbaum Vorlage: Kostenlos als Word- und PDF-Datei

Wer keine Software nutzen will und sich dennoch unsicher ist, wie ein Beispiel fĂĽr einen Stammbaum aussehen soll, fĂĽr den haben wir eine praktische Vorlage. Diese Stammbaum-Vorlage bieten wir Ihnen sowohl zum AusfĂĽllen fĂĽr Word als auch im PDF-Format zum Ausdrucken an.

Hier geht es zum Download der Stammbaum-Vorlage fĂĽr WORD.

Hier geht es zum Download der Stammbaum-Vorlage als PDF.

Und so sieht das Ganze dann aus:
Stammbaum Aufbau Grafik Ahnenforschung Herkunft Eltern

Stammbaum zeichnen: Das Kekule-System

Eine weitere Alternative einen Stammbaum zu anzulegen und aufzubauen, ist das sogenannte Kekule-System.

Das Kekule-System ist ein Nummerierungssystem, mit dessen Hilfe von dem sogenannten Probanden ausgehend (also dem Ursprung der Familie) Vater und Mutter durch die Generationen hinweg nummeriert werden. Das macht die Ahnenforschung ĂĽbersichtlicher.

Die Nummerierung funktioniert ganz einfach:

  • Der Proband erhält unabhängig vom Geschlecht die Nummer 1.
  • Sein Vater erhält den doppelten Wert – also 2, die Mutter den doppelten Wert plus 1, also 3.
  • Die GroĂźeltern bekommen dem Wert 4 (GroĂźvater) und 5 (GroĂźmutter) auf der väterlichen Seite und den Wert 6 (GroĂźvater) und 7 (GroĂźmutter) auf der mĂĽtterlichen Seite.

Entsprechend haben also alle männlichen Vorfahren gerade und alle weiblichen ungerade Zahlen. Die Nummerierung nach dem Kekule-System sieht dann zum Beispiel so aus:
Stammbaum Kekule System Nummerierung Grafik Beispiel

Wo kann ich etwas ĂĽber meinen Stammbaum erfahren?

Die Recherche ist fĂĽr viele der schwierigste Teil, wenn sie einen Stammbaum erstellen wollen. Dabei empfiehlt sich ein einfaches, strukturiertes Vorgehen. Zum Beispiel:

  1. Eltern
    Hören Sie sich zunächst bei den Eltern um: Woran können sie sich noch erinnern? Welche alten Fotos lassen sich bei ihnen noch finden? Die Ergebnisse hängen natürlich stark von deren Archiv und Erinnerungsvermögen ab. Aber dennoch kommt so gut wie immer etwas zutage.
  2. Verwandte
    Fragen Sie danach weitere nahe Verwandte, zum Beispiel Onkel und Tanten. Je mehr Informanten Sie finden, desto besser werden die Ergebnisse verifiziert. Sie werden so auch neue Zusammenhänge herausfinden. Die bringen sie dann wiederum auf weitere Spuren. Allerdings: Seien Sie bitte nicht überrascht. Manche Erkenntnisse über die Vergangenheit sind nicht nur schön.
  3. ĂśberprĂĽfung
    Die mündlichen Überlieferungen sollten nun überprüft werden: zum Beispiel durch Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden. Wenn diese Dokumente nicht mehr auffindbar sind, können Sie sich an das Standesamt der jeweiligen Stadt wenden und eine Kopie anfordern. Diese bekommen Sie, wenn Sie einen Nachweis erbringen können, dass es sich hierbei um IHRE Verwandtschaft handelt.
  4. Ă„ltere Dokumente
    Weiter zurückliegende Ahnen lassen sich zudem über weitere Beweise finden. So ist der Ahnenpass aus dem dritten Reich zwar kein ehrenhaftes Andenken aber dennoch hilfreich für die Erstellung eines Stammbaumes. Zu Zeiten des Nationalsozialismus musste nämlich die Abstammung nachgewiesen werden.

KirchenbĂĽcher: Quellen fĂĽr die Ahnenforschung

Je weiter Sie in Ihrer Recherche zurĂĽck gehen, umso mehr wird der Stammbaum zum Rätsel. Doch es gibt ein wichtiges Fundament fĂĽr die Familienforschung: KirchenbĂĽcher. FrĂĽher – ungefähr bis zum Jahr 1870 – wurden von dem Pfarrer Verzeichnisse ĂĽber Taufen, Trauungen und Todesfällen in chronologischer Reihenfolge angelegt. Danach ĂĽbernahmen diese Aufgabe die Standesämter.

Mit ein bisschen Glück findet man so noch weitere Informationen über die gesuchten Personen und die Familiengeschichte. Zum Beispiel wo die Familienangehörigen wohnten und welchen Beruf sie hatten. Übrigens: Die Namen unehelicher Kinder, die getauft wurden, wurden von dem Pfarrer anders ins Kirchenbuch eingetragen. Ihre Namen standen auf dem Kopf.

Das Schöne ist, dass die Aufzeichnungen in Kirchenbüchern nicht abhängig waren von Stand oder Geschlecht des Einzelnen. Die Wahrscheinlichkeit etwas über gesuchte Vorfahren zu finden, steigt damit. Auch wenn das Lesen einige Probleme bereiten könnte: Viele Kirchenbücher wurden in alter Schreibschrift oder in Latein geschrieben.

Stammbaum erstellen mit Hilfe des Internet als Quelle

Es gibt im Internet einige Archive bei denen man Suchanfragen stellen kann. Das Land Nordrhein-Westfalen hat beispielsweise das „Personenstandsarchiv des Landesarchivs“, welches vor allem mit Zweitschriften gefĂĽllt ist, in denen geforscht werden kann.

DarĂĽber hinaus gibt es noch weitere kostenfreie Online-Quellen. So zum Beispiel:

  • Verein Computergenealogie
    Der Verein Computergenealogie hat die wohl im deutschen Raum größte kostenfreie Seite entwickelt. Sie greift auf verschiedene Datenbanken zurück. Man muss nur den Nachnamen und einen Ort angeben und bekommt mögliche Angaben zu einer Person.
  • Archion
    Bei Archion handelt es sich um ein kostenfreies Archiv der Evangelischen Kirchen in Deutschland. Hier wurden viele Daten aus den KirchenbĂĽchern digitalisiert. Ziel der Betreiber ist, ĂĽber ein eigenes Internetportal KirchenbĂĽcher und andere biografische Quellen online zur VerfĂĽgung zu stellen.

Recherche-Tipp: Immer die Informationsquelle festhalten

Grundsätzlich ist wichtig, dass Sie mit der Information immer auch die Quelle notieren.

Ahnenforschung ist ein langwieriger Prozess, der sich über Jahre ziehen kann. Es ist daher gut möglich, dass Sie nach einiger Zeit nicht mehr wissen, wer der Informationsgeber war und sich selber über den Ursprung Ihrer festgehaltenen Daten wundern.

Checkliste fĂĽr den Stammbaum: Informationen ĂĽber die Vorfahren

Welche Informationen ĂĽber eine Person sind eigentlich interessant? Wenn Sie Ihre Datensammlung strukturieren, sollten Sie sich vorher genau ĂĽberlegen, welche Fakten Sie in Erfahrung bringen wollen.

Neben dem reinen Stammbaum, also der Abstammung, können auch weitere Informationen bei der Ahnenforschung von Bedeutung sein:

  • Geburt
  • Wohnort(e)
  • Taufe
  • Kommunion oder Konfirmation
  • Beruf
  • Hochzeit
  • Geburt eigener Kinder
  • Tod
  • Besondere Ereignisse/Lebensumstände
  • Lebenseinstellung
  • Fotos

Stammbaum: Nutzen der Ahnenforschung

Schon die obige Anleitung zum Erstellen und Zeichnen eines Stammbaums zeigt, dass Ahnenforschung recht zeitintensiv werden kann. Wer einen Stammbaum anlegt, muss viel Geduld und Zeit mitbringen: Ahnenforschung ähnelt eher einem Mosaik, Rätsel oder Puzzle, das in vielen kleinen Teilen zusammengefügt wird. Das kann ein netter Zeitvertreib sein. Vielen stellt sich dabei aber auch die Frage nach dem Nutzen.

In erster Linie werden Sie dabei Erkenntnisse über die Familienverhältnisse gewinnen, die auch für Ihre Enkel und Urenkel von Bedeutung sein können:

  • Woher komme ich?
  • Welche Geschichte hat meine Familie?
  • Wer gehörte alles dazu?
  • Gibt es ein Muster in unserer Familiengeschichte?

Die Antworten auf diese Fragen können vielen Menschen Orientierung geben. Vielleicht sind sie aber auch Ansporn eben bestimmte (negative) Muster zu durchbrechen und es besser zu machen als die Ahnen.

Nicht zuletzt erweitern Sie durch den Stammbaum aber auch Ihr eigenes soziales Umfeld. Je nach dem wie groß Ihr persönlicher Ehrgeiz ist, werden Sie sehr wahrscheinlich Kontakt zu Ihnen bislang unbekannten Menschen bekommen. Zum Beispiel entfernten Angehörigen oder einem vergessenen Familienzweig. Oder zu anderen Ahnenforschern und Stammbaum-Liebhabern, die Sie bei Ihrer Recherche mit wertvollen Tipps unterstützen können.

Dabei können viele ebenso interessante wie aufschlussreiche Kontakte entstehen. Und mit ein bisschen GlĂĽck bringt das entfernte Verwandte sogar wieder näher…

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]
9. Januar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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