Südskandinavien: Fjorde, Inseln, gutes Klima

Wer die immer heißer werdenden Sommer in Mitteleuropa nur schwer ertragen kann, ist in Südskandinavien gut aufgehoben.

Gerade die südlichen Teile von Norwegen und Schweden bieten eine beeindruckende landschaftliche Vielfalt und locken zudem mit einer hervorragenden Infrastuktur.

Wie Sie den Süden von Skandinavien am besten bereisen und was Sie gesehen haben sollten, zeigen wir Ihnen an dieser Stelle gerne.

Südskandinavien: Fjorde, Inseln, gutes Klima

Südskandinavien: Ein erster Überblick

Welche Länder genau zu Skandinavien gehören, darüber streiten sich die Experten. Manche zählen Finnland dazu, andere sehen Island oder Dänemark oder gleich alle drei gemeinsam als Skandinavien zugehörig.

Einig sind sich jedoch alle, dass die beiden Länder Schweden und Norwegen das Herzstück Skandinaviens bilden und hier insbesondere der Süden mit seinen Hauptstädten Oslo und Stockholm, sowie weiteren kulturellen Highlights in Bergen oder Göteborg.

Doch wer Südskandinavien sagt, meint dabei nicht zuvorderst die Städte, sondern vielmehr die atemberaubende Natur. Gerade die steilen Fjorde Norwegens und die flachen Schären Schwedens bilden hier einen abwechslungsreichen Kontrast.

Für eine Tour durch Südskandinavien sollten Sie sich daher Zeit für die Schönheiten der Landschaft nehmen, gerne auch einmal inne halten und die reine Luft sowie die Einsamkeit genießen, die Sie hier immer noch erleben können. Zudem können Sie der belastenden Hitze im Hochsommer auf angenehme Art entkommen.

Die Sehenswürdigkeiten in Südskandinavien

Südskandinavien ist voll mit Highlights und Sehenswürdigkeiten: sowohl landschaftlicher als auch kultureller Art. Eine Auswahl kann daher nur subjektiv sein. Dennoch möchten wir Ihnen an dieser Stelle einen Einblick geben, was Sie unserer Meinung nach im Süden von Norwegen und Schweden keinesfalls versäumen dürfen:

  • Norwegens Fjorde
    Der Süden Norwegens ist reich gesegnet mit Fjorden. Der bekannteste und für viele auch der schönste ist der Geiranger Fjord (unten im Bild). Zwar überrennen in den Monaten des Hochsommers des Öfteren auch Kreuzfahrttouristen das kleine Dörfchen Geiranger am Ende des Fjordes, doch wenn Sie länger in der Gegend bleiben, können Sie diesen Tagestouristen entgehen. Zudem sind zum Glück nur eine begrenzte Anzahl von Schiffen pro Jahr für den Fjord zugelassen, so dass sich die Natur immer noch in Ruhe genießen lässt. Aber auch der Hardangerfjord, der Lysefjord und der Sognefjord sind jeder für sich etwas Besonderes.

    Suedskandinavien-Geiranger-Fjord-Norwegen

  • Schwedens Schären
    Das komplette Gegenteil von Norwegen bietet die Südküste von Schweden. Sowohl nördlich von Göteborg als auch rund um die Hauptstadt Stockholm liegen unzählige kleine Inseln, die ein herrliches Panorama ergeben (siehe Titelbild). Hier können Sie Boots- oder Paddeltouren unternehmen oder einfach nur auf einer solch einsamen Insel in einem Ferienhaus für ein paar Tage entspannen. Gerade die Insellandschaften vor den kleinen Orten Trosa, Tyrislöt oder Lysekil zeigen Schweden von der schönsten Seite.
  • Kultur in den Städten
    Die Museen in Oslo und Bergen sind legendär. Nicht nur Gemälde von Munch oder Musik von Grieg – den beiden berühmtesten norwegischen Edvards – lässt sich hier entdecken. Auch ein tiefergehender Einblick in die Kulturlandschaft Südskandinaviens lohnt sich. Zudem bietet die beeindruckende Oper in Oslo ein vielseitiges und hochwertiges Programm an.
  • Städtebummel
    Neben der Kultur lohnt sich auch ein Bummel durch die großen Städte: Der Fischmarkt oder die alten Hansehäuser („Bryggen“) von Bergen, die Altstadt von Stavanger oder insbesondere die „Gamla Stan“ in Stockholm bietet vielseitige Eindrücke und dennoch eine entspannte Atmosphäre.
  • Seenlandschaft
    Die kleinen und großen Seen in Schweden, aber auch in Norwegen bieten traumhafte Panoramen und viel Ruhe. Am Götakanal, der durch den kompletten Süden Schwedens führt, entlang kommen Sie an den großen Seen Vänem und Vättern vorbei, südlich davon liegen etliche kleine Seen – so zum Beispiel beim sehr zu empfehlenden Växjö. Aber auch Norwegen bietet nicht nur Fjorde, sondern auch Seen – so zum Beispiel der Ringedalsvatnet mit seiner weltberühmten aber anstrengenden Wanderung zur Trolltunga, einem Felsvorsprung, der wie eine gigantische Zunge über den See ragt.

Insider-Tipps für Südskandinavien

Wer nach Südskandinavien reist, ist meist ein Naturliebhaber und Entdecker. Insofern ist es schwer, absolute Insider-Tipps zu bieten, die noch kein Mensch vor Ihnen bereist hat.

Nichtsdestotrotz bietet der Süden Schwedens und Norwegens noch reichlich Orte, an denen Sie nur für sich alleine sein oder zumindest nicht von Massen gestört werden. Einige Ideen:

  • Öland
    Die langgezogene südostschwedische Insel mit den vielen Windmühlen ist am besten von dem hübschen Städtchen Kalmar aus in einem oder mehreren Tagesausflügen zu entdecken. Über eine große Brücke gelangen Sie in die Mitte der Insel. Gerade die Vogelwelt ist hier äußerst beeindruckend. Aber auch Kalksteppen oder Strände prägen das Landschaftsbild.
  • Alesund
    Alesund ist ein durchaus sehenswerter kleiner Ort an der Westküste Norwegens (unten im Bild). Doch das Wichtigste: Von hier aus lassen sich wunderschöne Tagesausflüge unternehmen. So zum Beispiel die von Serpentinen geprägte Steilstraße „Trollstigen“, die vorbei an Wasserfällen zum Bergpass Stigrøra führt. Oder aber Sie erkunden die zerklüftete Küstenlandschaft mit einer Fähre.

    Suedskandinavien-Alesund-Norwegen

  • Smaland
    Auf den Spuren von Astrid Lindgren empfehlen wir eine Tour durch das schwedische Smaland. Nahe Vimmerby können Sie die Drehorte der Verfilmungen der Bücher vom „Michel aus Lönneberga“ oder „Wir Kinder aus Bullerbü“ besuchen und so noch einmal selbst zum Kind werden.
  • Uppsala
    Das gemütliche Universitätsstädtchen nördlich von Stockholm bietet neben einem hübschen Stadtbild am Fluß noch einige schöne Herrenhäuser in der Umgebung, in denen Sie oftmals auch übernachten können. Hier verbinden Sie das Stadt- mit dem Landleben.
  • Zugfahren in Norwegen
    Zwischen Bergen und Oslo verläuft eine einzigartige Bahnlinie über die norwegischen Gipfel, die „Bergensbana“. Wer Zeit mitbringt, sollte in Myrdal unbedingt in die „Flamsbana“ umsteigen und die kurze Fahrt hinunter nach Flam unternehmen.

Eine Reise nach Südskandinavien: Grundlegende Informationen

Südskandinavien ist gut zu erreichen. Entweder mit den eigenen Auto oder dem Camper oder aber mit dem Flugzeug und einem Mietwagen. Wir empfehlen jedoch den eigenen Wagen, damit Sie unabhängiger sind – gerade wenn Sie die Grenze überqueren.

Um einen Geldwechsel kommen Sie allerdings sowohl in Schweden als auch in Norwegen nicht herum. Zwar gehört Schweden zur Europäischen Union, jedoch nicht zu Eurozone.

In Norwegen müssen Sie zudem bei der Nutzung Ihres Mobiltelefons aufpassen – da das Land kein EU-Mitglied ist, fallen hier für jedes Surfen und Telefonieren Roamingkosten an.

Für Ihr leibliches Wohl ist überall gesorgt: Neben diversen Fischspezialitäten bietet vor allem Norwegen ein weiteres kulinarisches Highlight – den „Gudbrandsdalsost“, ein karamellisierter Braunkäse, den Sie unbedingt probieren sollten.

Das Wetter in Südskandinavien

Die Winter sind in Südskandinavien lang – auf den Höhen Norwegens finden sich selbst im Sommer Schneereste. Insofern ist die beste Reisezeit zwischen Mai und September. Dann sind auch garantiert alle Passstraßen geöffnet und die Fähren in Betrieb.

Da der Süden Schwedens etwas flacher ist, ist das Klima hier etwas weniger rau als in Norwegen. Dennoch empfehlen wir auch hier die Monate Mai bis September.

Meist herrschen in dieser Zeit in Südskandinavien angenehme Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. Mit Regen müssen Sie zwar immer mal rechnen, aber der Sonnenschein überwiegt doch bei weitem. Dies liegt nicht nur an den langen Tagen und kurzen Nächten.

Gesundheit in Südskandinavien

Reiseapotheke-Checkliste-pdfDie Gesundheitsversorgung in Südskandinavien ist exzellent – egal, ob Sie sich in Schweden oder in Norwegen befinden. Beide Länder sind bekannt für Ihr hervorragendes Gesundheits- und Sozialsystem.

Tropische Krankheiten sind in Südskandinavien ausgeschlossen, das Leitungswasser ist exzellent und besitzt oft Quellenqualität.

Um Ihre persönliche Reiseapotheke dennoch entsprechend auszustatten, haben wir für Sie noch einmal eine Checkliste als PDF-Datei, die sich kostenlos herunterladen können.

Übernachtungen in Südskandinavien

Südskandinavien ist mit reichlich Übernachtungsgelegenheiten aller Kategorien ausgestattet: Vom Hotel über die Ferienwohnung bis hin zur Privatunterkunft ist alles dabei. Die Preise liegen jedoch im Schnitt über dem europäischen Durchschnitt.

Eine Alternative stellt das Camping dar. Egal ob mit Zelt oder mit Wohnmobil: In Norwegen und Schweden herrscht das sogenannte Jedermanns-Recht. Das bedeutet, dass Sie überall in der Natur campen dürfen, solange Sie niemanden dabei schädigen und auch die Umwelt nicht verschmutzen.

So kommt es, dass man im Sommer immer wieder an Seen oder an Flüssen Zelte stehen sieht, obwohl kein Campingplatz ausgeschildert ist.

Das richtige Reisegepäck für Südskandinavien

Reisegepaeck-Checkliste-pdfIhr Reisegepäck für Südskandinavien sollte für unterschiedliche Aktivitäten gewappnet sein: Outdoor-Kleidung und gute Schuhe gehören zur Grundausstattung.

Da die Preise in Skandinavien selbst im Supermarkt teilweise deutlich über denen in Deutschland liegen (gerade was Wein oder Bier angeht), sollten Sie überlegen, ob Sie nicht eine Grundausstattung an haltbaren Lebensmitteln von zuhause aus mitnehmen – gerade, wenn Sie Campen möchten oder als Selbstversorger unterwegs sein wollen.

Eine Checkliste für Ihr Reisegepäck können Sie sich hier als PDF-Datei kostenlos herunterladen und ausdrucken.

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[Bildnachweis: alexilena, Andrew Mayovskyy, fifg by Shutterstock.com]
22. August 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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