Tageslichtlampen: Lichtbaden gegen Winterdepression

Eine Tageslichtlampe ist längst kein Nischenprodukt mehr. Überall kann man sie kaufen. Sei es in Elektronikmärkten wie Saturn oder Baumärkten wie Obi und Co. Aber ist eine Tageslichtlampe sinnvoll? Und wenn ja: Welche Tageslichtlampe ist die beste? Wir zeigen Ihnen die Unterschiede und die Ergebnisse, die ein Tageslichtlampen-Test ergeben hat. Außerdem beleuchten wir die Auswirkungen auf unseren Tagesrhythmus sowie mögliche Risiken.

Tageslichtlampen: Lichtbaden gegen Winterdepression

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Welche Tageslichtlampe: Decke, Stehlampe, Schreibtisch?

Wenn im Herbst und Winter die Tage dunkler und kürzer werden, leiden viele Menschen und schlechter Stimmung, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlafstörungen. Der sogenannte Winterblues befällt dabei nicht nur Wetterfühlige. Schuld ist das fehlende Sonnenlicht. Dieser Zustand sorgt dafür, dass vermehrt das Schlafhormon Melatonin und weniger das Wachhormon Serotonin im Körper ausgeschüttet wird.

Viele versuchen diesen Mangel mit Tageslichtlampen auszugleichen. Dabei gibt es grundsätzlich drei verschiedene Arten:

  • Stehlampen für Wohn- und Aufenthaltsräume
  • Tischlampen für den Schreibtisch
  • Deckenlampen für eine komplette Raumbeleuchtung

Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Tageslichtlampe, umso flexibler lässt sie sich einsetzen und je größer die Tageslichtlampe, umso mehr Licht kann sie abgeben.

Die Auswahl richtet sich daher nach ihren Räumlichkeiten und Lebensgewohnheiten. Welche Tageslichtlampe bei Depressionen hilft, lässt sich daher nicht pauschal beantworten. Handelt es sich tatsächlich um eine ausgeprägte Depression, muss diese ohnehin professionell behandelt werden. Eine Tageslichtlampe allein kann die Therapie vielleicht ergänzen aber niemals ersetzen.

Tipp: Tageslichtlampe fürs Büro

Wer noch zur arbeitenden Bevölkerung zählt, hält sich oft den ganzen Tag in einem Büro auf. Dort müssen wir uns konzentrieren und sehen im Winter meist kaum Tageslicht. Wenn wir aus dem Haus gehen, ist es noch dunkel und auf dem Heimweg ist es schon wieder dunkel.

Aus diesem Grund greifen viele Büroarbeiter zu einer Tageslichtlampe an dem Ort, wo sie sich meisten aufhalten: am Arbeitsplatz. Hier eignen sich Tischlampen am besten. Diese müssen nicht den kompletten Tag angeschaltet werden. 30 bis 60 Minuten Lichtdusche pro Tag reichen häufig schon aus, um einen spürbaren positiven Effekt auf die Stimmung zu erzielen.

Vollspektrum Tageslichtlampe: LED ist die übliche Technik

Die übliche Technik für Tageslichtlampen ist im allgemeinen die LED-Technik. Sie hat den Vorteil, dass sie weniger Energie benötigt und dabei trotzdem ein vielseitig verwendbares Licht erzeugen kann.

Nicht jede LED-Lampe ist hingegen automatisch eine Tageslichtlampe. Und nicht jede Tageslichtlampe ist automatisch eine Lampe, die das volle Spektrum des Sonnenlichts simuliert. In diesem Zusammenhang sollten Sie beim Kauf unbedingt darauf achten, dass es sich um eine sogenannte Vollspektrum-Tageslichtlampe handelt.

Dies muss extra gekennzeichnet sein. Andernfalls handelt es um keine Vollspektrum-Lampe. Sie ist dann vermutlich eher nicht mit dem natürlichen Licht draußen vergleichbar. Einen Effekt können Sie zwar damit mitunter durchaus erzielen. Dieser ist jedoch längst nicht so nachhaltig.

Idealerweise lassen sich Vollspektrum-Lampen sogar in ihrer Intensität stufenweise anpassen. So können Sie helles Mittagslicht ebenso simulieren wie schummrige Abendbeleuchtung.

Wie viel Lux sollte eine Tageslichtlampe haben?

Entscheidend für die Wirkung der Tageslichtlampe ist die Helligkeit. Diese wird in der Einheit Lux gemessen. Normalerweise ist eine übliche Raumbeleuchtung ungefähr 200 bis 800 Lux hell. Zum Vergleich: Ein schattiger, bewölkter Wintertag draußen hat circa 10.000 Lux.

Schon daran lässt sich ablesen, dass eine Tageslichtlampe etwas komplett anderes ist, als die herkömmliche Glühbirne. Sie sollte ebenfalls mindestens 10.000 Lux leisten können. Gute Lampen schaffen gar bis zu 25.000 Lux. Dies ist mit einem durchschnittlichen Tag hierzulande vergleichbar. Im Hochsommer schafft die Sonne sogar bis zu 150.000 Lux.

Ebenso wichtig: Die Farbtemperatur

Was ebenfalls eine Rolle spielt, ist die Lichtfarbe. Diese wird in Kelvin gemessen. Wärmeres Licht wird dabei von vielen Menschen als angenehmer empfunden als kaltes. Dies ist allerdings subjektiv.

Je nachdem, was Ihnen besser gefällt, sollten Sie die passende Tageslichtlampe auswählen. Damit Ihnen beim Lesen der Angaben auf der Verpackung ein Licht aufgeht, haben wir einen Überblick über die entsprechenden Lichtfarben für Sie zusammengestellt. Diese sind:

  • Warmes Weiß: 2.700 bis 3.000 Kelvin
  • Normales Weiß: 3.500 bis 4.000 Kelvin
  • Tageslicht: 4.500 bis 5.000 Kelvin
  • Kühles Tageslicht: 5.500 bis 6.500 Kelvin
  • Helles Himmelsweiß: 7.000 bis 8.000 Kelvin

Je höher der Kelvin-Wert, umso kühler wirkt das Licht folglich. Allgemein wird von den meisten Experten ein Wert von um die 5.000 Kelvin bei einer Tageslichtlampe empfohlen.

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Tageslichtlampe: Test und Preise

Nicht nur die Stiftung Warentest hat die Tageslichtlampen einem Test unterzogen. Es gibt etliche Untersuchungen und beinahe täglich neue Produkte. DEN einen Tageslichtlampen-Test kann es daher gar nicht geben – jeder Check setzt auf unterschiedliche Kriterien.

Wir haben uns trotzdem in den Dschungel der Testberichte gewagt und versucht, die Essenz herauszufiltern. Demnach gibt es nicht DIE eine beste Tageslichtlampe, sondern eine Reihe von Angeboten, die empfehlenswert sind. Der Preis-Leistungs-Vergleich ergab folgende Testsieger:

  1. Beurer TL 100 ab 159 Euro
  2. Medisana LT 500 ab 73 Euro
  3. Philips Hue Go 7146060PU ab 64 Euro
  4. Beurer TL 50 ab 85 Euro
  5. Beurer TL 30 ab 44 Euro
  6. Lumie Halo ab 235 Euro
  7. Beurer TL 90 ab 75 Euro
  8. Beurer TL 45 ab 47 Euro
  9. Lumie Desklamp ab 199 Euro
  10. ZOVER TX18 ab 31 Euro
  11. Philips HF3419/01 EnergyUp White ab 899 Euro
  12. Aimosen Deckenpanel ab 74 Euro
  13. Soulcker Tageslichtlampe ab 49 Euro

Dabei sind kleinere und günstigere Lampen nicht für jeden Raum geeignet. Es gilt: Je größer der Raum, umso leistungsfähiger sollte die Tageslichtlampe sein.

Eine Sonderstellung nimmt die oben nicht erwähnte Luminette 3 ein. Diese ist genau genommen keine Tageslichtlampe, sondern eine Tageslichtbrille, die man aufsetzt. Das Licht wird somit direkt auf die Augen projeziert. Dies macht das etwas gewöhnungsbedürftige Produkt zu einem Energiesparwunder. In der Anschaffung hat sie mit 229 Euro hingegen einen durchaus stolzen Preis.

Darauf sollten Sie bei Tageslichtlampen außerdem achten

Sie sollten nicht nur nach Testberichten schauen, wenn Sie sich eine Tageslichtlampe kaufen möchten. Am besten ist es, diese im Vorfeld auszupacken und zu testen. Denn drei weitere Aspekte sind beim Kauf wichtig:

  • Das Licht sollte nicht flackern.
  • Die Lampe sollte nur eine geringe Wärme entwickeln.
  • Eine optimale und schnelle Reinigung sollte unkompliziert möglich sein.

Flackerndes Licht kann die Augen mit der Zeit anstrengen. Eine große Wärmeentwicklung kann nicht nur gefährlich werden, sondern kostet vor allem eine Menge unnötige Energie. Und wenn die Lampe nicht gut zu reinigen ist, bildet sich mit der Zeit eine Staub- und Schmutzschicht, welche die Wirkung beeinträchtigt.

Lebensdauer von Tageslichtlampen

In diesem Zusammenhang sollten Sie zudem die Lebensdauer einer Tageslichtlampe im Blick haben. Gute Lampen halten bis zu 125.000 Stunden. Günstigere und einfachere Modele hingegen lediglich nur 15.000 bis 30.000 Stunden.

Je hochwertiger eine Lampe ist und je länger sie dementsprechend hält, umso teurer ist sie aber auch. Hier gilt es, wirklich genau abzuwägen, ob Sie die Lampe nur hin und wieder oder tatsächlich täglich nutzen möchten.

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Sind Tageslichtlampen gefährlich?

Grundsätzlich gibt es keine direkten negativen Auswirkungen von Tageslichtlampen. Die Angst, dass (wie etwas bei einer Höhensonne) das Licht UV-Strahlung aussendet und somit Augen und Haut schädigt, ist unbegründet.

Trotzdem gilt es einiges zu beachten, wenn Sie Tageslichtlampen verwenden wollen. Denn das helle Licht, das auf die Netzhaut trifft, unterdrückt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Wer sich daher nachmittags oder gar abends vor solch eine Lampe setzt, könnte Schwierigkeiten haben, einzuschlafen. Deshalb sollten Sie Tageslichtlampen tendenziell eher morgens nutzen – am besten direkt nach dem Aufstehen.

Eine weitere „Gefahr“ betrifft Ihre Stromrechnung. Sie sollten im Blick haben, dass Tageslichtlampen verhältnismäßig viel Energie benötigen. Dies betrifft sogar explizite Energiesparmodelle. Die Lampe sollte daher wirklich nur genutzt werden, wenn Sie davor sitzen und niemals die allgemeine Raumbeleuchtung ersetzen.

Keine Tageslichtlampe kann das Sonnenlicht ersetzen

Ebenso wenig können Tageslichtlampen auf Dauer komplett das Sonnenlicht ersetzen. Denn diese Lampen wirken nur über unsere Augen. Sonnenlicht kann hingegen noch wesentlich mehr. Triff es auf die Haut, produziert unser Körper Vitamin D. Dies vermag eine Tageslichtlampe nicht zu leisten.

Aus diesem Grund sollten Sie die Wirkung von Tageslichtlampen nicht überschätzen. Ein ausgedehnter Spaziergang an der frischen Luft ist immer noch das beste Mittel gegen Winterblues. Denn dabei bewegen Sie sich außerdem und sitzen nicht nur passiv vor eine Leuchtquelle.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Photo SGH by Shutterstock.com]

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