Tetanus: Übertragung, Symptome, Verlauf, Behandlung, Impfung

Die Krankheit Tetanus gilt in unseren Breiten nicht mehr als Bedrohung. Dank weit verbreiteter Impfung wird sie hierzulande als unter der Kontrolle betrachtet. Dies führt jedoch für viele Menschen dazu, dass sie die regelmäßige Auffrischimpfung vernachlässigen. Doch schaut man sich die internationale Situation an, so gibt es eine Vielzahl von Ländern, in denen Tetanus nach wie vor noch eine große Rolle spielt. Spätestens vor Reisen sollten wir uns also Gedanken um einen ausreichenden Tetanus-Schutz machen.

Tetanus: Übertragung, Symptome, Verlauf, Behandlung, Impfung

Definition: Was ist Tetanus?

Definition: Was ist Tetanus?Die Krankheit Tetanus wird auf Deutsch auch Wundstarrkrampf genannt. Sie wird Bakterien verursacht, die sich überall dort befinden können, wo unhygienische Zustände herrschen. Dies ist vor allem in der Natur der Fall, wo die Erreger insbesondere im Kot von Tieren – meist von Pferden – und in Erde zu finden sind und dort sehr lange überleben können, ohne dass sie einen Wirt benötigen.

Die äußerst widerstandsfähigen Bakterien gelangen nach Verletzungen über eine offene Wunde in den Körper des Menschen, wo sie sich dann schnell vermehren. Dabei müssen die Eintrittsstellen gar nicht groß sein – ein kleiner, leicht blutender Schnitt oder ein eingerissener Splitter genügen bereits, um ich zu infizieren.

Im Körper produzieren die Bakterien dann zwei unterschiedliche Gifte. Das erste zerstört im Blutkreislauf die roten Blutkörperchen und kann unter Umständen sogar das Herz schädigen.

Das andere Gift greift das zentrale Nervensystem, also Rückenmark und Gehirn, an. Es hemmt die Impulse, die dazu führen, dass sich ein Muskel geregelt zusammenzieht und entspannt und führt infolgedessen dazu, dass sich unterschiedliche Muskelpartien daraufhin bei der kleinsten Erregung verkrampfen.

Diese sehr starken Muskelkrämpfe halten meist lange an und für die Betroffenen vielfach äußerst quälend.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung mit dem Erreger und dem Ausbruch der Krankheit, ist sehr verschieden. Sie reicht von wenigen Tagen bis hin zu drei Wochen oder sogar noch länger. Die Inkubationszeit ist auch davon abhängig, wieviele Bakterien in den Körper gelangt sind und wie gut sie sich dort vermehren können.

Da die Tetanus-Erreger sich nur innerhalb eines Körpers und nicht an der Luft vermehren können, ist eine Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht möglich.

Symptome von Tetanus

Wer an Tetanus erkrankt, weist meist für die Krankheit typische Symptome auf, weswegen sie in häufig schnell zu identifizieren ist. Die Symptome, an denen Sie eine Tetanus-Erkrankung erkennen können, sind daher im Einzelnen:

  • Teufelsgrinsen

    Zwar können die Muskelkontraktionen alle Körperpartien betreffen, doch in einigen Bereichen treten die Krämpfe vorrangig auf. Dies betrifft insbesondere die Muskulatur im Kiefer und Zungenbereich. Verstärkt durch externe Reize sensitiver, akustischer oder visueller Art, verzieht sich der Mund so zu einer Grimasse, die als Teufelsgrinsen bezeichnet wird: die Mundwinkel verziehen sich zu einem Grinsen, der Mund kann kaum geöffnet werden und die Augenbrauen ziehen sich weit nach oben.

  • Schluckstörungen

    Relativ nah bei dem Muskeln der Mundpartie liegen diejenigen, die Kehlkopf und Rachen steuern. Die Muskulatur der betroffenen Regionen können durch eine Tetanus-Infektion so angespannt sein, dass es dem Betroffenen schwer bis unmöglich fällt, zu schlucken und im Extremfall sogar zu sprechen oder ähnliche Laute von sich zu geben.

  • Rückenstreckung

    Die Rücken- und Bauchmuskulatur kann ebenfalls von den Krämpfen betroffen sein. Durch die starke Kontraktion überstreckt sich der Rücken wie ein Bogen und kann mitunter sogar zum Bruch einzelner Wirbelkörper führen.

  • Atmung

    Atemprobleme und ein erhöhter Blutdruck können zu Problemen am Herzen (meist Herzrasen), verbunden mit starker Unruhe und Schweißausbrüchen führen. Mit Fortschreiten der Krankheit wird die Atmung immer stärker beeinträchtigt oder letztlich gar ausgesetzt.

Wird Tetanus nicht behandelt, hat die Krankheit binnen kurzer Zeit dramatische Folgen, die in den meisten Fällen zum Tod führen. Häufig ist dieser für die Patienten äußerst qualvoll, da sie die letztendlich entscheidende Lähmung der Atmung bei vollem Bewusstsein erleben.

Krankheitsverlauf

Der Verlauf der Krankheit hängt davon ab, ob noch ein Rest-Impfschutz besteht oder nicht. Im besten Fall betreffen die Muskelkontraktionen nur lokale Bereiche rund um die Eintrittsstelle der Erreger, im schlimmsten jedoch den ganzen Organismus.

Dies führt innerhalb von kurzer Zeit zu starken Schmerzen und zum Tod, wenn die Krankheit nicht umgehend behandelt wird.

Behandlung von Tetanus

Sobald eine Erkrankung an Tetanus festgestellt wird, muss umgehend gehandelt werden, um schlimmeres zu verhindern. Wichtig ist dabei, dass der Körper von sämtlichen Erregern befreit wird, da er ansonsten an der gleichen Infektion erneut erkranken kann.

Die Behandlung erfolgt in aller Regel auf einer Intensivstation eines Krankenhauses und dauert mehrere Wochen an. Man sagt, dass nach etwa vier Behandlungswochen die Symptome langsam zurück gehen und nach insgesamt acht bis zwölf Wochen meist völlig verschwunden sind. Im Einzelfall dauert die Behandlung auch länger. Tetanus ist also nicht nur eine schwere und schmerzhafte Krankheit, sie ist auch äußerst langwierig.

Bei der Behandlung werden in der Regel drei wichtige Schritte parallel angewandt:

  • Großzügiges Ausschneiden der Verletzung, um direkt befallenes Gewebe zu eliminieren.
  • Medikamentöses Neutralisieren des Giftes und Immunisierung des Körpers durch Antibiotika und Antikörper.
  • Behandlung der Symptome durch Muskelrelaxantien, um den Patienten zu beruhigen und dem Körper eine schnellere Heilung zu ermöglichen.

Dabei ist es vor allem wichtig, den Betroffenen Ruhe und Dunkelheit zu gewähren, um sämtliche Reize auszuschalten, die weitere Muskelkrämpfe hervorrufen können. Zudem werden die Atemwege mit einer eingeführten Sonde und der Zufuhr von Sauerstoff gezielt offen gehalten.

Die Kosten der Behandlung werden in Deutschland von der Krankenkasse, im Ausland von der Auslandsreisekrankenversicherung getragen.

Impfung gegen Tetanus

Impfung gegen TetanusDa Tetanus eine wie erwähnt schwere und lebensgefährliche Krankheit ist, wird eine regelmäßige Impfung empfohlen. Die ersten Impfungen erfolgen in der Regel im Kindesalter – zu einer Auffrischung alle zehn Jahre wird aber dringend geraten, da ansonsten der Schutz hinfällig ist.

Da der Impfstoff gut verträglich ist und die Nebenwirkungen kaum ins Gewicht fallen, hat sich in Deutschland eine breite Akzeptanz der Impfung durchgesetzt, was letztlich dazu führte, dass hierzulande kaum noch jemand an Tetanus erkrankt.

Doch gerade vor einer Auslandsreise sollten Sie Ihren Impfpass überprüfen und die Tetanus-Impfung gegebenenfalls einer Auffrischung unterziehen.

Übertragung von Tetanus

Eine Infektion mit dem Tetanus-Erreger kann mitunter schnell gehen. Infektionswege können zum Beispiel sein:

  • Eine offene Wunde nach einer Verletzung
  • Ein Stich mit einem rostigen Nagel oder dem Dorn einer Pflanze
  • Offene Ekzeme einer Hauterkrankung

Da in der Natur nie keimfreie Zustände herrschen, ist das Risiko also schnell gegeben. Denn schon eine kleine Verletzung, verbunden mit dem Kontakt mit Staub, Erde oder winzigen Bestandteilen von Tierkot, reichen aus, um eine Übertragung mit Tetanus stattfinden lassen zu können.

Insbesondere im höheren Alter erkranken Menschen eher Tetanus, da sich die Antikörper nach einer Impfung schneller abbauen und die Auffrischung einer Impfung in kürzerer Zeit nötig wird. Zudem nimmt im fortgeschrittenen Alter die Durchblutung der Gefäße ab, was dazu führt, dass eine Wunde schlechter mit Sauerstoff versorgt und so den Bakterien bessere Möglichkeiten bietet, sich zu vermehren.

In welchen Ländern tritt Tetanus verstärkt auf?

Tetanus-Erreger sind auf der ganzen Welt verbreitet, doch es gibt Regionen, die wesentlich stärker betroffen sind und daher ein größeres Risiko darstellen. Neben sämtlichen Ländern Mittelafrikas (zum Beispiel das beliebte Safari-Land Kenia), sind darunter auch viele klassische Reiseländer wie:

  • China
  • Indonesien
  • Vietnam
  • Indien
  • Ägypten
  • Thailand
  • Südafrika
  • Namibia

Doch selbst, wenn es Sie nicht nach Südostasien oder nach Afrika zieht, sollten Sie an regelmäßige Auffrischung Ihrer Tetanus-Impung denken.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: nodrama_llama by Shutterstock.com]
10. März 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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