Thrombose: Symptome, Ursachen, Behandlung

Das menschliche Herz pumpt etwa fĂŒnf Liter Blut pro Minute beziehungsweise 7.000 Liter am Tag durch den Körper. DafĂŒr muss ein gesunder Blutfluss gewĂ€hrleistet sein. Bei einer Thrombose ist das allerdings genau nicht der Fall: Ein Blutgerinnsel (genannt Thrombus) verstopft ein BlutgefĂ€ĂŸ. Das kann gefĂ€hrliche Komplikationen nach sich ziehen. Wir informieren Sie darĂŒber, welche Risikofaktoren es gibt, wie sich eine Thrombose vorbeugen lĂ€sst und was im Falle einer Thrombose getan wird…

Thrombose: Symptome, Ursachen, Behandlung

Definition: Was ist eine Thrombose?

Definition ThromboseBei einer Thrombose handelt es sich um eine GefĂ€ĂŸerkrankung, die auftritt, wenn ein Blutgerinnsel den Blutfluss behindert.

An sich erfĂŒllt die Blutgerinnung eine wichtige Aufgabe. Sie sorgt bei Verletzungen dafĂŒr, dass wir nicht verbluten. DafĂŒr verklumpt das Blut und verschließt somit die Wunde – ein Vorgang, der sich einfach bei leichteren SchĂŒrfwunden und anschließender Schorfbildung beobachten lĂ€sst.

Bei einer Thrombose behindert ein Gerinnsel jedoch innerhalb des geschlossenen Blutkreislaufes den Blutstrom.

Diese Formen werden unterschieden:

  • Arterielle Thrombose
  • Venöse Thrombose (oberflĂ€chlich/tief)

Prinzipiell kann eine Thrombose ĂŒberall auftreten, allerdings ist die mit Abstand hĂ€ufigste Form die tiefe Beinvenenthrombose. GrundsĂ€tzlich kann eine Thrombose auch jeden treffen; auf eine Million Einwohner kommen etwa 1000 Menschen, die daran erkranken.

Allerdings gibt es ein deutlich höheres Risiko fĂŒr Frauen. Ebenfalls steigt mit zunehmenden Alter die Wahrscheinlichkeit. Das hĂ€ngt vor allem damit zusammen, dass Ă€ltere Menschen sich weniger bewegen. Das fĂŒhrt wiederum zu einem Abbau der Muskeln.

Welche Folgen sind möglich?

Folgen einer ThromboseEin festsitzendes Blutgerinnsel kann zu einem Venenleiden fĂŒhren, das sich wiederum in schlecht heilenden offenen Hautwunden zeigt. Eine unterbrochene Blutzufuhr zu einem Organ oder einer ExtremitĂ€t kann außerdem dazu fĂŒhren, dass es Schaden nimmt und schlimmstenfalls abstirbt.

LebensgefĂ€hrlich kann so ein Thrombus werden, wenn sich das Blutgerinnsel löst, mit dem Blut in die Lunge wandert und dort eine Ader verstopft – man spricht dann von einer Lungenembolie.

Ein Thrombus, der ein HerzkranzgefĂ€ĂŸ verschließt, kann einen Herzinfarkt auslösen. Bildet er sich im Herzen selbst und wandert zum Gehirn, kann ein Schlaganfall die Folge sein.

Welche Ursachen fĂŒr eine Thrombose gibt es?

Ursachen dafĂŒr können sein:

  • SchĂ€den an der GefĂ€ĂŸwand

    Ein Risikofaktor sind SchĂ€den an der GefĂ€ĂŸwand. Diese können durch Verletzungen hervorgerufen werden. Dazu zĂ€hlen ganz besonders Operationen. Die lassen sich nicht immer vermeiden – etwa bei schweren StĂŒrzen oder durch ein neues HĂŒftgelenk. Im Anschluss an eine solche Operation werden dem Patienten daher „ThrombosestrĂŒmpfe“ verordnet, um das Thromboserisiko herabzusenken (Thromboseprophylaxe). SchĂ€den an der GefĂ€ĂŸwand können allerdings auch krankheitsbedingt erfolgen, beispielsweise durch Diabetes mellitus oder eine Tumorerkrankung.

  • Verlangsamung des Blutflusses

    Erweiterte Venen (sogenannte Varizen, auch als Krampfadern bekannt) sind ein weiterer Risikofaktor. Meistens weisen die Beinvenen eine geschlĂ€ngelte und knotig verĂ€nderte OberflĂ€che auf. Durch ungĂŒnstige Positionen kann das Blut langsamer fließen, etwa wenn Sie lange am Computer sitzen oder auf Reisen im Auto, Zug oder Flugzeug lange sitzen (Reisethrombose). Ebenfalls schĂ€dlich ist langes Stehen, weshalb manche Berufe Venenleiden begĂŒnstigen.

  • Zusammensetzung des Blutes

    Eine verĂ€nderte Zusammensetzung des Blutes erhöht die Gefahr einer Thrombose. Eine Studie der AOK zeigte bereits vor einigen Jahren, dass ausgerechnet moderne PillenprĂ€parate fĂŒr junge Frauen ein höheres Risiko fĂŒr potenziell lebensbedrohliche Thrombosen bedeuten. Aber auch vermeintlich harmlosere gesundheitliche Probleme wie Eisenmangel oder Doping bei Sportlern tragen dazu bei.

Diese drei typischen Ursachen werden als Virchow-Trias bezeichnet, nach dem deutschen Arzt Rudolf Virchow, der dem Begriff Thrombose in der deutschen Sprache zur Bekanntheit verhalf.

Woran erkennen Sie eine Thrombose?

Hier wird es etwas kompliziert: Schmerzen bereitet vor allem die arterielle Thrombose. Die venöse hingegen macht sich kaum bemerkbar.

Manche VerÀnderungen sind so marginal, dass sie von den Betroffenen anfangs nicht wahrgenommen werden. Wichtig ist es daher, nicht nur mögliche Anzeichen zu kennen, sondern sich der Risikofaktoren (dazu weiter unten) bewusst zu sein.

Wer weiß, dass er oder sie ein erhöhtes Risiko trĂ€gt, ist besonders sensibilisiert fĂŒr das Thema und kann leichte VerĂ€nderungen eher bemerken. Solche können sein:

  • Die Hautfarbe oder Temperatur der betroffenen Stelle ist verĂ€ndert, etwa glĂ€nzend oder rötlich-blau.
  • Sie sind auf einmal besonders druckempfindlich an dieser Stelle.
  • Die Venen treten sichtbar auf der Haut hervor.
  • Der betroffene Bereich ist auffĂ€llig geschwollen, beispielsweise am Knöchel oder Unterschenkel (Beinvenenthrombose).
  • Sie empfinden starke Schmerzen ohne Ă€ußerlich erkennbare Verletzung.

Welche Risikofaktoren begĂŒnstigen eine Thrombose?

Risikofaktoren ThromboseWie eingangs erwĂ€hnt, kann grundsĂ€tzlich jeder Mensch eine Thrombose bekommen. Auch kann es vorkommen, dass jemand gar nicht in die erwartbare Risikogruppe fĂ€llt und dennoch betroffen ist. Erbliche Faktoren spielen ebenso eine Rolle, wie Ă€ußere EinflĂŒsse. Es gibt einige nachweisliche Risiken:

  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Anti-Babypille
  • Schwangerschaft
  • Phase kurz nach der Entbindung
  • Über 60 Jahre alt
  • Krebserkrankungen

Bewegungsmangel ist nicht nur ein Problem von vermeintlich bequemen Menschen, die nach der Arbeit lieber aufs Sofa gehen: Wer infolge einer LĂ€hmung an den Rollstuhl gebunden ist, aufgrund einer Operation oder Krankheit lange im Bett liegt, hat ebenfalls zu wenig Bewegung.

Zu wenig bis keine Bewegung ist deshalb nachteilig, weil durch die Bewegung die Muskelpumpe angeregt wird. Sie trĂ€gt dazu bei, das Blut zurĂŒck zum Herzen zu befördern. Das ist bei Beinen fĂŒr den Körper besonders anstrengend, da hier zusĂ€tzlich gegen die Schwerkraft angekĂ€mpft werden muss.

Welche Behandlung gibt es bei einer Thrombose?

GrundsĂ€tzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Thrombose zu behandeln. Welche Behandlungsform angewandt wird, hĂ€ngt davon ab, wo das Gerinnsel auftritt. Oberstes Ziel einer jeden Behandlung ist, eine Ablösung des Thrombus von der GefĂ€ĂŸwand und damit mögliche weitere Komplikationen zu verhindern.

  • Bewegung

    Als eine der Hauptursachen fĂŒr die Entstehung einer Thrombose ist Bewebungsmangel anzusehen – was lĂ€ge nĂ€her, als diesen zu beseitigen? Allerdings wurde die Mobilisation von Patienten frĂŒher unterlassen, aus Angst davor, das Gerinnsel unbeabsichtigt zu lösen und so eine Lungenembolie zu fördern. Heutzutage wird bei Operationen zwischen Sofort- und FrĂŒhmobilisation unterschieden. Die Sofortmobilisation erfolgt noch am selben Tag, die FrĂŒhmobilisation am Tag nach der Operation.

  • Kompression

    Eine allererste Maßnahme liegt in der Hochlagerung des betroffenen Beins. Dies geschieht, um den Blutfluss zu erleichtern, damit die geschwĂ€chten Muskelpumpen entlastet werden. Des Weiteren wird ein Kompressionsverband oder werden KompressionsstrĂŒmpfe angelegt. Sie erhöhen den Druck von außen auf die GefĂ€ĂŸe und unterstĂŒtzen einen schnelleren Blutstrom in den tiefen Venen.

  • Medikamente

    Gilt die Diagnose als gesichert, werden sogenannte gerinnungshemmende Medikamente (oder Gerinnungshemmer) wie Heparin, Marcumar oder AcetylsalicylsĂ€ure (ASS) verabreicht. Bei akuten FĂ€llen wird Heparin ĂŒber einen Infusomaten intravenös gegeben oder unter die Haut gespritzt. Neben der Akutversorgung wird nach einigen Tagen mit oral verabreichten Medikamenten die Behandlung fortgefĂŒhrt. Hier wurde bis vor wenigen Jahren auf Marcumar zurĂŒckgegriffen, das eine regelmĂ€ĂŸige Kontrolle per Blutabnahme erfordert. Die Einstellung neuerer Medikamente kommt hingegen ohne solche Kontrollen aus.

    Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mittels einer Thrombolyse. Die Medizin (beispielsweise Urokinase) wird hier durch eine Dauerinfusion verabreicht. Da dies allerdings die Gefahr innerer Blutungen (vor allem Hirnblutungen) erhöht, wird davon bei Àlteren Patienten ab 55 Jahren abgesehen.

  • Operation

    Eine Operation kommt fast nur in AusnahmefÀllen infrage, da jeder Eingriff ein weiteres Risiko darstellt. Ein operativer Eingriff zur Beseitigung einer Thrombose nennt sich Thrombektomie. Dabei wird mittels eines Katheters versucht, das Blutgerinnsel zu erfassen und aus der Vene zu entfernen. Ziel ist es, die Vene wieder durchlÀssig zu machen, weshalb von Rekanalisieren gesprochen wird. Der Katheter kann auch dazu dienen, ein gerinnungshemmendes Medikament zu geben.

Das können Sie zur Vorbeugung tun

So schlimm viele Details rund um die Thrombose auf den ersten Blick wirken mögen: Eine Thrombose muss nicht automatisch in eine Lungenembolie mĂŒnden. Und: Thrombosen lassen sich gut vermeiden.

Ein Schritt in die richtige Richtung besteht darin, mögliche Risikofaktoren zu verringern oder ganz auszuschalten. Dazu gehört neben einem aktiven Lebenswandel mit mĂ€ĂŸigem Alkohol- und Koffeinkonsum eine gesunde ErnĂ€hrung.

Die stellt nicht nur idealerweise die Versorgung mit notwendigen Mineralien sicher, sondern unterstĂŒtzt Sie dabei, ein Normalgewicht zu erhalten oder zu erlangen. Das schließt eine ausreichende FlĂŒssigkeitszufuhr durch GetrĂ€nke und flĂŒssige Speisen ein, die dabei helfen, das Blut dĂŒnnflĂŒssig zu halten oder so mögliche Gerinsel zu verhindern.

Wichtig außerdem: Wenn Sie auf Reisen sind, sollten Sie sich immer wieder zwischendurch die „Beine vertreten“. FĂŒr lĂ€ngere Flugstrecken und Zeiten (etwa Start- und Landeanflug), in denen Sie nicht aufstehen dĂŒrfen, können Sie Ihre GefĂ€ĂŸe mit speziellen ReisekompressionsstrĂŒmpfen unterstĂŒtzen.

Wie kann ich mich im Notfall verhalten?

Wie kann ich mich im Notfall verhalten?Trotz aller Tipps und eines umsichtigen Verhaltens kann es passieren, dass es zu einer Thrombose kommt. Was können Sie dann tun? Diese Tipps geben Experten:

  • Bewahren Sie Ruhe.

    Auch wenn es sich bei einer Thrombose um eine ernstzunehmende Erkrankung handelt: Sie ist gut therapierbar. Daher besteht kein Grund zur Panik, begeben Sie sich umgehend ins Krankenhaus oder verstĂ€ndigen Sie mit der bundesweit gĂŒltigen Notrufnummer 112 den Notdienst.

  • Lagern Sie hoch.

    Wie bereits erwĂ€hnt, mĂŒssen Muskelpumpe und Venenklappen gerade bei Beinen besonders harte Arbeit leisten, da sie gegen die Schwerkraft anarbeiten. Diese Arbeit sollte ihnen erleichtert werden, indem Sie die betroffene Gliedmaße hochlagern.

  • Machen Sie einen Kompressionsverband

    Sollten Sie (beispielsweise von einer Operation) noch entsprechende KompressionsverbĂ€nde oder ThrombosestrĂŒmpfe haben, können Sie diese anlegen oder ĂŒberziehen.

Wir wĂŒnschen Ihnen in jedem Fall: gute Besserung!

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf VollstÀndigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-Àrztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfÀltig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Tatiana Shepeleva by Shutterstock.com]
29. Januar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjÀhriger Berufserfahrung. Trotz sorgfÀltiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf VollstÀndigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder Àrztliche Beratung nicht ersetzen.

Weiter zur Startseite

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen fĂŒr soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner fĂŒr soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner fĂŒhren diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Details

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklĂ€rst du sich damit einverstanden.

Schließen