Todesanzeigen suchen und schreiben: Tipps & Kosten

Todesanzeigen sind eine öffentliche Bekanntmachung in der Zeitung. Häufig informieren Angehörige nicht nur über den Trauerfall, sondern nennen Zeitpunkt und Ort der Bestattung. Mit Todesanzeigen lässt sich ein größerer Adressatenkreis erreichen, als mit Trauerbriefen. Das ermöglicht Menschen, Todesanzeigen von Bekannten zu finden. Wofür Todes- und Traueranzeigen sich eignen und wie Sie eine verfassen, zeigen wir in diesem Artikel.

Todesanzeigen suchen und schreiben: Tipps & Kosten

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Todesanzeige suchen: Wie kann ich Todesanzeigen finden?

Es kann Fälle geben, in denen Sie eine bestimmte Todesanzeige suchen. Bei Prominenten spricht sich das Ableben einer Person schnell herum. Anders bei weniger bekannten Personen. Wer wissen will, was aus ehemaligen Mitschülern, Kollegen oder Bekannten geworden ist, braucht einen langen Atem und detektivischen Spürsinn. Für alle Wege gilt: Je mehr Details Sie aus dem Leben der Person wissen, desto größer Ihre Erfolgsaussichten. Das können Sie tun:

Todesanzeigen nach Namen suchen

Sie können auf gut Glück im Internet recherchieren. Neben dem Internetauftritt der Lokalzeitung bieten diverse Trauerportale wie trauer.de und Bestattungsinstitute Gedenkseiten, Trauer- und Todesanzeigen. Hier geben Sie in der Regel einfach den Namen, Ort und Zeitraum ein und erhalten Ergebnisse. Problem: Nicht alle Seiten funktionieren überregional. Auch lassen sich länger zurückliegende Todesfälle nicht unbedingt finden.

Todesfall durch Sterberegister ermitteln

Das Sterberegister eines Ortes verzeichnet, welche Personen gestorben sind. Problem: Meist kennt man nur den Geburts- oder letzten Wohnort, aber nicht zwangsläufig den letzten Aufenthaltsort. Zuständig ist aber das Sterberegister des Ortes, an dem jemand gestorben ist. Das meldet den Todesfall dem Standesamt des Geburtsortes. Bei berechtigtem Interesse erhalten Sie dort Auskunft – etwa falls es um ein Testament geht.

Auskünfte durch Direktbefragung erhalten

Ein Weg, den viele scheuen, ist die direkte Ansprache von Nachbarn oder Weggefährten. Falls Sie die letzte Adresse kennen, können Sie in dem Mietshaus oder in der Nachbarschaft nach dem Verbleib der Person fragen. Wichtig ist, dass Sie den Aufenthalt zeitlich eingrenzen können. In Zeiten erhöhter Mobilität ziehen die Menschen deutlich häufiger um als noch vor 50 Jahren.

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Häufige Fragen und Antworten zu Todesanzeigen

Wie schaltet man eine Todesanzeige?

Abhängig von Bekanntheitsgrad und Status erscheint die Todesanzeige auch in überregionalen Zeitungen. Da die meisten Tageszeitungen über eine Internetpräsenz verfügen, werden die Inserate zusätzlich online veröffentlicht. Sie ähneln dann Gedenkseiten: Auch hier sind sie noch über mehrere Jahre hinweg lesbar, so dass Menschen noch später vom Todesfall erfahren und virtuelle Trauerkerzen anzünden können.

Wann schaltet man eine Todesanzeige?

Üblicherweise wird eine Todesanzeige sofort nach dem Todesfall geschaltet und zeitgleich mit persönlichen Trauerbriefen. So können auch diejenigen an der Beerdigung oder Trauerfeier teilnehmen, die keine persönliche Benachrichtigung erhielten oder unabsichtlich vergessen wurden. Sollte die Familie den Wunsch haben, nur im kleinsten Kreise still zu gedenken, wird die Todesanzeige bewusst nach der Beisetzung veröffentlicht.

Wodurch unterscheiden sich Todes- und Traueranzeigen?

Todesanzeigen erscheinen meist kurz nach dem Tod einer Person. Traueranzeigen können auch deutlich später erscheinen. Sie dienen dann als Danksagung – beispielsweise nach der Beerdigung. Oder ehemalige Kollegen schalten sie als Nachruf. Typischerweise finden sich beim Tod hoher Würdenträger oder Amtsinhaber mehrere Todes- beziehungsweise Traueranzeigen in einer Zeitung.

Wofür braucht es Todesanzeigen?

Todesanzeigen können verschiedene Funktionen erfüllen:

  • Menschen, die nicht zum engsten Familienkreis gehören, erfahren so vom Tode.
  • Todesanzeigen helfen bei der Trauerbewältigung.
  • Mit einer Todesanzeige setzen Sie eine Art Denkmal, sie ist eine Form des Erinnerns.
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Todesanzeigen schreiben: Inhalt und Aufbau

Todesanzeigen können sehr unterschiedlich verfasst sein. Je nach persönlichem Geschmack (oder Wunsch des Verstorbenen) enthalten sie unterschiedlich viele Informationen. Manche Todesanzeigen fallen spärlich aus, weil die Hinterbliebenen die Trauerfeier bewusst im kleinen Rahmen halten möchten. Oder aber der Zeitpunkt ist noch unklar – beispielsweise im Falle einer Einäscherung mit späterer Urnenbeisetzung.

Auch wirken sich Länge und Größe auf den Gesamtpreis aus. Zwar gibt es keine exakten Vorgaben für Inhalt und Aufbau. Bestimmte Elemente finden sich jedoch immer wieder. Dazu gehören die folgenden, die Sie wie eine Checkliste im Browser abhaken können:

  • Einleitende Worte

    Gerne greifen Hinterbliebene in Todesanzeigen zu Worten wie „plötzlich und unerwartet“ oder „nach langer Krankheit“, um auf die Umstände des Todesfalls hinweisen. Manchmal wählen die Hinterbliebenen den Hinweis „Statt Karten“.

  • Vor- und Nachname des Verstorbenen

    Bei Frauen erscheint häufig neben dem bürgerlichen Namen der Mädchenname in kleinerer Schrift oder in Klammern. Auch Kose- oder Spitznamen sind häufig in Todesanzeigen zu lesen, dann meist in Anführungszeichen. Beispiel: Friedrich-Wilhelm „Fritzi“ Mustermann.

  • Geburts- und Todesdatum

    Die persönlichen Lebensdaten können nur Geburts- und Todesjahr umfassen oder das klassische Format: TT.MM.JJJJ (eleganter: TT. Monat JJJJ) bis TT.MM.JJJJ (entsprechend: TT. Monat JJJJ).

  • Geburts- und (letzter) Wohn- beziehungsweise Sterbeort

    Optional auch diese Angabe. Geburts- und Sterbeort sind vor allem dann nicht ganz unwichtig, wenn jemand einen sehr häufigen Nachnamen trägt (daher schnell Verwechslungsgefahr) wie Meier, Müller, Schneider. Auch wenn jemand häufig im Leben umgezogen ist, hilft diese Zuordnung dem Leser bei der Identifikation des Toten.

  • Trauerspruch

    Viele wählen einen Sinnspruch, das den Verstorbenen gut charakterisiert oder seine Haltung wiedergibt. Möglich auch ein Zitat, das zu den letzten Augenblicken im Leben passt.

  • Angaben zur Person

    Hat sich jemand besonders mit seinem Beruf identifiziert, ist durch herausragende Vereinstätigkeit oder persönliche Errungenschaften überregional bekannt geworden, finden sich oft entsprechende Hinweise.

  • Namen und Verwandtschaftsverhältnis

    Typischerweise tauchen solche Angaben nur bei den engsten Verwandten auf, da zu viele Angaben das Format von Todesanzeigen sprengen würden. Mitunter steht auch nur der Familienname stellvertretend für alle Angehörigen, etwa: „Familie Mustermann sowie alle Angehörigen“

  • Angaben zur Beerdigung und Trauerfeier

    Die meisten Todesanzeigen enthalten solche Angaben: Entweder zur Bekanntgabe von Termin und Ort oder als nachträglichen Hinweis. In dem Fall hat die Beerdigung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

  • Traueranschrift für Kondolenzschreiben

    Hier steht wahlweise die letzte Adresse des Verstorbenen beziehungsweise eine Anschrift der Angehörigen. An diese können Leser ihre Trauerkarten schicken.

  • Besondere Wünsche

    Manchmal bitten die Angehörigen um Spenden anstelle von Blumen. Auch sind Beileidsbekundungen am Grab nicht immer erwünscht. Entsprechende Hinweise zu Spendenaufrufen oder Kondolenz finden sich meist am Ende von Todesanzeigen.

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Gestaltung von Todesanzeigen

Manche Todesanzeigen sind bewusst schlicht verfasst und enthalten lediglich den Text. Andere zeigen Bilder des oder der Verstorbenen. Eine Alternative dazu sind Anzeige mit Symbolen. Typische Symbole von Todes- und Traueranzeigen sind Rose, Kreuz oder Engel. Im Folgenden finden Sie ein Beispiel, wie so eine Todesanzeige gestaltet und formuliert werden kann:

Todesanzeige Muster Beispiel Formulierung Design Gestaltung

Der Name selbst wird meist prominent in der Mitte hervorgehoben. Inwieweit die Angehörigen vollständig und mit Verwandtschaftsbezeichnungen angegeben werden, hängt vom persönlichen Gestaltungswunsch ab. Manche Todesanzeigen enthalten eine kurze Erklärung, warum sie beispielsweise vergleichsweise spät geschaltet wurden, obwohl der Tod des Verstorbenen bereits einige Wochen her ist. Das ist häufig dann der Fall, wenn die Verbliebenen im engsten Kreise Abschied nehmen wollten. Typisch sind dann Formulierungen wie: „Wir haben Abschied genommen. Die Trauerfeier fand am TT.MM.JJJJ statt.“ oder: „In stiller Trauer haben wir am TT.MM.JJJJ Abschied genommen.“

Vorlage: Todesanzeigen leicht formulieren

Damit Sie selbst Todesanzeigen formulieren können, stellen wir Ihnen nachfolgend eine kostenlose Vorlage als Word-Dokument zur Verfügung. Das können Sie dann Ihren Bedürfnissen entsprechend anpassen:

Vorlage für eine Todesanzeige (Word)


Kosten für eine Todesanzeige

Die Kosten für Todesanzeigen hängen von der Reichweite und Auflagenstärke einer Zeitung ab. Hinzu kommt die Größe. Eine kleine Anzeige ist deutlich günstiger. Dafür lässt sie Ihnen aber nur wenig Gestaltungsspielraum. Anderthalbspaltige Anzeigenformate sind etwa 50 Millimeter hoch. Meist wird für eine Todesanzeige auf drei bis vier Spalten zurückgegriffen.

Bei drei Spalten und einer Gesamtmillimeteranzahl von 180 Millimetern zahlen Sie beispielsweise in einer westfälischen Großstadt derzeit rund 220 Euro. Kleine Anzeigen in Zeitungen mit geringer Auflage sind bereits für weniger Geld zu haben. Nach oben gibt es kaum Grenzen: Bei ganzseitigen Anzeigen oder überregionalen Zeitungen können Todesanzeigen bis zu mehreren tausend Euro kosten.

Todesanzeigen heute: Welche Form ist angebracht?

Einerseits gilt: Über Tote sagt man nichts Schlechtes. Dieser Maxime folgend, sind überwiegend salbungsvoll verfasste Todesanzeigen zu lesen. Nicht der Hauch einer Andeutung über vergangene Streitigkeiten zwischen Verstorbenen und Hinterbliebenen. Und das ist gut so, Verzeihen zeigt auch Größe.

Andererseits geraten Todesanzeigen dadurch relativ gleichartig und wenig individuell. Mittlerweile gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass manche Menschen sich einer solchen Form nicht mehr anschließen möchten. Ein Beispiel für eine eher ungewöhnliche Todesanzeige, die der Verstorbene vorab offenbar selbst verfasst hat, können Sie HIER in der Süddeutschen Zeitung nachlesen.

Sinn- und Trauersprüche für Todesanzeigen

Um die Zeitungsannonce etwas persönlicher zu gestalten, greifen viele auf beliebte Trauersprüche für Todesanzeigen zurück. Eine Auswahl:

    Kurze weltliche Sprüche

  • „Du bist nicht mehr da, wo Du warst, aber Du bist überall, wo wir sind.“
  • „Das Sichtbare ist vergangen, es bleibt nur die Liebe und Erinnerung.“
  • „Am Ende des Regenbogens werden liebende Menschen wieder vereint.“
  • „Der Tod ist nicht das Ende, sondern eine weitere Tür.“
  • „Worte können den Verlust nicht beschreiben. Du fehlst!“
  • „Die Liebe ist immer stärker als der Tod.“
  • „Du bist nicht fortgegangen, sondern nur vorausgegangen.“
  • „In Liebe geboren. In Liebe gelebt. In Liebe gestorben.“
  • „Du wirst immer in unserem Herzen sein.“
  • „Wenn die Zeit endet, beginnt die Ewigkeit.“
  • Längere Trauersprüche

  • „Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das ich Dich sehen kann, wann immer ich will.“
  • „Deine Schritte sind verstummt, doch die Spuren Deines Lebens bleiben bestehen.“
  • „Schmerzlich ist der Abschied, doch Dich von Deinem Leiden erlöst zu wissen, gibt uns Trost.“
  • „Wir sind traurig, dass Du gingst, aber dankbar, dass es Dich gab. Unsere Gedanken kehren in Liebe immer zu Dir zurück.“
  • „Aus dem Leben bist Du uns genommen, aber nicht aus unseren Herzen.“
  • „Dein Weg ist nun zu Ende, und leise kam die Nacht, wir danken dir für alles, was du für uns gemacht.“
  • „Erinnerungen sind kleine Sterne, die tröstend in das Dunkel der Trauer leuchten.“
  • Bibelverse und klassische Zitate

  • „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ (Psalm 91, 11.12)
  • „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ (1.Petrus 5,7)
  • „Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume, ich leb‘ in euch und geh‘ durch eure Träume.“ (Michelangelo)
  • „Du bist nicht mehr dort, wo du warst. Aber du bist überall, wo wir sind.“ (Victor Hugo)
  • „Leuchtende Tage, nicht weinen, dass sie vorüber, lächeln, dass sie gewesen.“ (Konfuzius)
  • „Wer einen Fluß überquert, muss die eine Seite verlassen.“ (Mahatma Gandhi)
  • „Danke für den Weg, den Du mit uns gegangen bist. Danke für die Hand, die uns so hilfreich war. Danke, dass es Dich gab.“ (Rainer Maria Rilke)
  • „Sterben ist nur ein Umziehen in ein schöneres Haus.“ (Elisabeth Kübler-Ross)

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