Trauer: Tipps wie Sie richtig Abschied nehmen

Leider wird in unserer Gesellschaft das Sterben und die Trauer selten thematisiert. Selbst Eltern reden nicht gerne mit ihren Kindern dar├╝ber, so dass wir keinen nat├╝rlichen Umgang damit lernen. Treffen wir auf Trauernde, werden wir unsicher und wissen nicht so recht, was wir sagen oder tun sollen. Wir zeigen Ihnen, was Trauer ist und wie sie sich anf├╝hlt, wie lange Trauer geht und wie Sie Trauernden helfen k├Ânnen. Plus: Trauer-Bilder f├╝r den passenden Trauer-Spruch.

Trauer: Tipps wie Sie richtig Abschied nehmen

Trauer Bilder: So finden Sie passenden Trauer-Spruch

Bilder und Spr├╝che k├Ânnen bei der Verarbeitung von Trauer eine kleine Hilfe sein und den Verarbeitungsprozess unterst├╝tzen. Daher werden sie oft f├╝r Traueranzeigen, Danksagungen oder schriftlichen Beileidsbekundungen verwendet.

Wir haben deshalb einige Trauer-Bilder f├╝r Sie ÔÇô als Inspiration oder zum Herunterladen und verwenden:

Trauer Spruch 1

Trauer Spruch 2

Trauer Spruch 3

Trauer Spruch 4

Trauer Spruch 5

Trauer Spruch 6

F├╝r Sie war der passende Trauer-Spruch nicht dabei? Dann schauen Sie sich doch einmal in unserem Artikel ├╝ber Trauerspr├╝che um. Hier finden Sie ├╝ber 200 Trauerspr├╝che ÔÇô zu jedem Anlass.

Traueranzeigen

Wer eine Todesanzeige aufgeben m├Âchte, fragt sich h├Ąufig nach dem sinnvollen Aufbau. Dazu gibt es keine vorgegeben Regeln. Wir empfehlen allerdings, Traueranzeigen folgenderma├čen zu gliedern:

  1. Trauerspruch
  2. Anschrift/Ort
  3. Foto des Verstorbenen
  4. Kurzer Begleittext
  5. Name des Verstorbenen zentral und gro├č
  6. Lebensdaten
  7. Gegebenenfalls Widmung und Daten zur Bestattung

Trauer Definition: Was ist Trauer eigentlich?

Die Trauer (Englisch: „grief“) ist etwas ganz Nat├╝rliches: Wenn ein geliebter Mensch aus dem Leben scheidet, ist das ein einschneidendes Ereignis. Es wirft die Hinterbliebenen in ihrem ganzen Sein aus dem Gleichgewicht. Trauer beschreibt daher den Prozess, in dem sie den Verlust verarbeiten und wieder ihr inneres Gleichgewicht zur├╝ckfinden.

In unserer Gesellschaft herrscht der Ma├čstab, so zu leben als ob man ewig jung, kr├Ąftig und erfolgreich w├Ąre. Die Trauer wirkt da wenig gesellschaftsf├Ąhig. Es passt nicht ins Bild, wenn wir Schw├Ąche zeigen und ├Ąu├čern, dass ein Verlust weh tut.

So versuchen wir die Trauer in symbolische Handlungen zu verpacken: Beerdigung, Leichenschmaus, Tragen von Trauerkleidung oder Friedhofsbesuche. Das sind Rituale, die einen Moment lang helfen, weil sie uns Sicherheit geben.

Aber Trauer ist mehr: Trauer ist Psychohygiene. Wer trauert, tut seiner Seele wohl und geht aus ihr ver├Ąndert und gest├Ąrkt hervor. Die Trauer l├Ąsst jeden einzelnen wachsen und reifen.

Wie lange ist es normal, zu trauern?

Trauerbew├Ąltigung dauert unterschiedlich lange. Ebensowenig daf├╝r, WIE jemand zu trauern hat, gibt es eine klare Richtlinie, als auch WIE LANGE ein Trauerprozess zu gehen hat. Zwar spricht man gemeinhin vom ber├╝hmtem „Trauer-Jahr“ ÔÇô dies ist jedoch eher historisch bedingt als vielmehr wissenschaftlich belegt.

Wichtig ist, dass dem Trauernden alle Zeit gelassen wird, die er ben├Âtigt. Trauer ist kein Sprint, sondern ein Marathon ÔÇô der immer wieder von Einbr├╝chen und R├╝ckschritten gepr├Ągt ist.

Dies kann bei dem einen wenige Tage oder Wochen dauern, bei anderen ├╝ber viele Jahre.

Symptome: Wie f├╝hlt sich trauern an?

Hinterbliebene reagieren auf verschiedene Art und Weise auf den Verlust. Das Spektrum reicht ├╝ber das blo├če Zeigen der Gef├╝hle hinaus und betrifft verschiedene Bereiche:

  • Emotionen:
    Die Gef├╝hle brechen beim Trauernden durch. Er weint, schreit, ist zornig und aggressiv und dann wieder zur├╝ckgezogen, geradezu apathisch. Viele f├╝hlen sich einsam, haben aber kein Interesse an ihrer Umwelt.
  • K├Ârper:
    Die Hinterbliebenen leiden an Appetitlosigkeit und verlieren aus diesem Grund Gewicht. Ihnen ist ├╝bel und sie erbrechen. Ihr Organismus reagiert mit Fr├Âsteln und Zittern. Der Kopf schmerzt.
  • Soziales Leben:
    Trauernde ziehen sich oft aus ihrem sozialen Umfeld zur├╝ck, isolieren sich selber und wollen – wenn irgend m├Âglich – den Erinnerungen an den Verstorbenen ausweichen.
  • Spirituelles Leben:
    Der Hinterbliebene hadert mit seinem Schicksal, bekommt Zweifel an seiner Religion, sucht dennoch im Glauben Halt und betet mitunter viel.

Richtig trauern: So k├Ânnen Sie Ihre Trauer verarbeiten

Die Trauer ist ein h├Âchst intimer und individueller Prozess. Jeder Mensch trauert anders. Als Au├čenstehende sollten wir uns davor h├╝ten, trauernde Menschen zu vergleichen und dar├╝ber zu urteilen, wann denn der Prozess der Trauer abgeschlossen sei. Um die Trauer besser zu verstehen, wurden zwei unterschiedliche Modelle entwickelt:

  • die Phasenmodelle
  • die Traueraufgaben

Wir stellen Ihnen diese beiden bekannten Modelle vor und zeigen, wie Sie als Begleiter dem Trauernden helfen k├Ânnen.

4 Phasen der Trauer nach Verena Kast

Verena Kast, Psychologin aus der Schweiz, stellt die Trauer als einen Prozess da. Jeder Prozess hat einen klaren Anfang – hier der Verlust eines geliebten Menschen, und ein eindeutiges Ende – in diesem Fall die Neuorientierung im Leben.

Sie teilt den Trauerprozess in vier Phasen ein, die aber bei jedem Trauernden unterschiedlich lang sein k├Ânnen – Tage, Woche, Monate, manchmal sogar Jahre.

Insgesamt wird der Trauerprozess durch ihr Modell nachvollziehbar und Begleitpersonen k├Ânnen sich Hilfestellungen daraus ableiten. Sollten Probleme bei der Bew├Ąltigung der Trauer entstehen, sollten Sie unbedingt Hilfe von Psychologen oder professionellen Trauerbegleitern suchen.

  1. Nicht-Wahrhaben-Wollen:
    Direkt nach dem der geliebte Mensch gestorben ist, steht der Trauernde unter Schock. Er ist verzweifelt und kann beziehungsweise will nicht glauben, dass der andere nicht mehr da ist. Er f├╝hlt sich hilflos zur├╝ckgelassen. Der Hinterbliebene will in seiner Not den Verlust nicht wahrhaben, leugnet ihn geradezu. ├ťbelkeit, Schwei├čanf├Ąlle, erh├Âhter Puls und Unruhe sind dabei nicht selten.
  2. Aufbrechende Emotionen
    Nun kommen alle Gef├╝hle raus: Schmerz, Wut oder sogar Zorn. Der Trauernde fragt sich, warum er leben darf, w├Ąhrend der geliebte Mensch sterben musste. Dar├╝ber entstehen zornige Gedanken gegen Gott und die Welt, aber auch Schuldgef├╝hle. All diese Gef├╝hle sollten nicht unterdr├╝ckt werden, damit der Schmerz besser verarbeitet wird.
  3. Suchen und Sich-Trennen
    Der Trauernde setzt sich nun aktiv mit dem Verstorbenen und seinem Tod auseinander. Er sucht Orte auf, an denen er gemeinsame Erlebnisse erinnern kann. Im Stillen f├╝hrt er an diesen Pl├Ątzen ein Gespr├Ąch mit dem Verstorbenen. Er ├╝bernimmt noch einmal alte gemeinsame Gewohnheiten. All dies geh├Ârt zum bewussten Abschied nehmen und der Verarbeitung. Durch das intensive Erleben kann noch mal eine tiefe Verzweiflung entstehen. Nicht selten bekommt der Trauernde in dunklen Zeiten suizidale Gedanken.
  4. Neuer Selbst- und Weltbezug
    Nach dem der Hinterbliebene seinen Schmerz sowie seine Wut rausgelassen hat und auch Vorw├╝rfe machen durfte, ist der Verlust nun weitestgehend bearbeitet. Es kehrt langsam Ruhe und Frieden in die Seele des Hinterbliebenen zur├╝ck. Der Zur├╝ckgebliebene entwickelt langsam neue Pl├Ąne f├╝r seine Zukunft. Das Leben mit dem Verstorbenen bleibt eine wichtige Erinnerung.

Traueraufgaben nach J. William Worden

Die Gegner des Phasenmodells sind der Meinung, dass jede Trauer individuell abl├Ąuft und nicht in Abschnitte eingeteilt werden kann. Nach ihrer Auffassung durchl├Ąuft der Trauernde nicht Phase f├╝r Phase, sondern bei passendem Ausl├Âser kann er in eine fr├╝here Stufe zur├╝ckfallen. Sie sprechen lieber von Aufgaben, die in einer Trauer bew├Ąltigt werden m├╝ssen.

J. William Worden hat ein Modell mit den folgenden vier Traueraufgaben entwickelt:

  1. Die Realit├Ąt des Verlustes akzeptieren
    Die Hinterbliebenen m├╝ssen akzeptieren, dass der Verstorbene nicht mehr zur├╝ckkommt. Das m├╝ssen sie sich immer und immer wieder klar machen. Bei manchen ist das Gegenteil der Fall: Sie leugnen und wollen nicht wahrhaben, dass der Betreffende nicht zur├╝ckkehrt. Sie reden oder rufen nach ihm. Andere lassen das Zimmer, seine privaten Gegenst├Ąnde unber├╝hrt, damit er es so vorfindet wie es war. Oder sie sehen sein Gesicht in anderen Personen.
  2. Den Schmerz ├╝ber den Verlust aushalten und verarbeiten
    Der Verlust ruft starke Empfindungen hervor. Es handelt sich hierbei um einen emotionalen, aber auch physischen Schmerz. Er kann so heftig sein, dass die Betroffenen ihn am liebsten verdr├Ąngen w├╝rden. Zur Verarbeitung geh├Ârt das Erleben dieses Schmerzes. Alles andere ist eine Flucht in die Empfindungslosigkeit. Darum sollten Trauernde ihn zulassen, in der Zuversicht, dass er eines Tages ausgestanden ist.
  3. Sich an eine Umgebung ohne den geliebten Menschen anpassen
    Der Hinterbliebene wird der Verlust besonders in den Augenblicken bewusst, wenn er Aufgaben ├╝bernehmen muss, die fr├╝her der Verstorbene ├╝bernommen hat. Seine Rolle muss ausgeglichen werden. Manche Hinterbliebenen weigern sich diese Rollen zu ├╝bernehmen oder L├Âsungen f├╝r das Problem zu suchen. Die Anpassung geht noch ├╝ber die Erf├╝llung der allt├Ąglichen Aufgaben hinaus. Der Trauernde muss sein Selbstbild neu entwickeln und sich selber neue Ziele stecken.
  4. Eine neue Beziehung beginnen
    Manche Hinterbliebenen trauen sich nicht neue Beziehungen zu beginnen. Es f├╝hlt sich f├╝r sie falsch an, als ob sie ihren Partner hintergehen w├╝rden. Sie haben Angst die Erinnerungen an ihre Frau oder ihren Mann zu vergessen oder sie sorgen sich davor, auch den neuen Lebensgef├Ąhrten wieder zu verlieren.

Tipp: Wie Sie am besten Trauernde begleiten

Zum Schluss noch ein paar praktische Tipps, wie Menschen bei ihrer Trauer begleiten und ihnen so helfen k├Ânnen:

  • H├Âren Sie zu:
    Immer wieder geduldig zuh├Âren, auch wenn das Gesagte andauernd um das selbe Thema kreist, ist das Wertvollste, was Sie jetzt tun k├Ânnen.
  • Behalten Sie Ihre eigene Trauererfahrung f├╝r sich:
    Jede Trauer ist anders, weil die Beziehungen zwischen Menschen unterschiedlich sind. Selbst enge Verwandte k├Ânnen im Trauerfall unterschiedlich empfinden.
  • Zeigen Sie Ihr Mitgef├╝hl durch Gesten:
    Eine Umarmung kann viel mehr beruhigen als Worte es oftmals verm├Âgen.
  • Lassen Sie dem Trauernden Zeit:
    Dr├Ąngen und bevormunden Sie Ihr Gegen├╝ber nicht. Es gibt keinen festen Zeitpunkt an dem eine Trauer vorbei sein muss.
  • Vergleichen und bewerten Sie die Trauer nicht:
    Jeder Mensch trauert anders. Deshalb vergleichen Sie den Hinterbliebenen nicht mit anderen, die auch in ihrem Leben schon Abschied von einem Menschen nehmen mussten.
  • Helfen Sie im Haushalt:
    Bieten Sie ruhig Ihre Hilfe f├╝r allt├Ągliche Aufgaben an. Einkauf, Putzen, Besorgungen – fragen Sie, ob Ihre Unterst├╝tzung gew├╝nscht wird.
  • Ermutigen Sie zur Selbsthilfe:
    Wenn Sie feststellen, dass der Trauernde noch mehr Gespr├Ąch ben├Âtigt, ermutigen Sie ihn an Selbsthilfegruppe teilzunehmen oder eine professionelle Beratung zu suchen.

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[Bildnachweis: Sunflowerr, alie-studio, Antonova Ganna, AFTERMOON, Marharyta M, Ruslan Huzau by Shutterstock.com]
19. April 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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