Traueranzeigen: So verfassen Sie diese würdig

Wenn der Tod eines lieben Angehörigen oder gar des Partners eintritt, ist man meist tief erschüttert. In diesem Zustand wird nun von einem erwartet, möglichst viele Dinge zu bedenken und zu erledigen. Dazu gehört das Verfassen einer Traueranzeige. Wenn man dies noch nie gemacht hat, kann das einen in der Trauersituation schnell überfordern. Wir geben Tipps und zeigen Ihnen, wie Traueranzeigen aufgebaut sind.

Traueranzeigen: So verfassen Sie diese würdig

Was sind Traueranzeigen?

Eine Trauer- oder Todesanzeige ist ein kostenpflichtiger Service von Zeitungen, um Angehörigen die Möglichkeit zu geben, auf einfache Art und Weise über das Ableben eines geliebten Menschen zu informieren und ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.

Diese Inserate enthalten die wichtigsten Daten zum Verstorbenen, der Beisetzung und den Angehörigen. Häufig werden sie mit einem Sinnspruch oder auch einem Bild ergänzt.

Warum werden Traueranzeigen verfasst?

Warum werden Traueranzeigen verfasst?Früher waren das Sterben und das Trauern eine öffentliche Angelegenheit. Um die Gemeinschaft vom Tod eines ihrer Mitglieder in Kenntnis zu setzen, wurden die Namen zunächst von der Kanzel verlesen, später wurden Zettel mit ihren Daten in den aufkommenden Städten aufgehängt.

Als sich Zeitungen als Massenmedien etablierten, verschwanden die Nachrichten von den Straßen und wurden durch Inserate ersetzt.

Welche Möglichkeiten der Traueranzeigen gibt es?

Traueranzeigen werden in den meisten Fällen in Zeitungen veröffentlicht. Darüber hinaus sind – insbesondere in Österreich und Bayern – die sogenannten Parten verbreitet.

Diese werden individuell gestaltet und gedruckt und im Anschluss an die Trauergäste verschickt beziehungsweise auf der Beerdigung verteilt. Außerdem werden sie in kleinen Gemeinden häufig im Rathaus oder im Bürgerbüro ausgelegt und am schwarzen Brett ausgehängt.

Wie sehen Traueranzeigen aus?

Für die Gestaltung von Traueranzeigen gibt es keine einheitliche Richtlinie. Allerdings haben sich bei der Gestaltung bestimmt Inhalte durchgesetzt, die inzwischen als unverzichtbar gelten. Weitere können je nach Wunsch verwendet oder weggelassen werden.

Wir haben für Sie die Bausteine von oben nach unten zusammengefasst und mit Formulierungshilfen ergänzt:

  1. Sinnspruch/Gedanke

    Für einige ist ein Sinnspruch unentbehrlich, andere verzichten lieber darauf, weil sie nichts finden, was im Hinblick auf die Trauergemeinde eine Aussage hat, die dem Verstorbenen gerecht wird. Manchmal wird an dieser Stelle die Bemerkung „Statt Karten“ gewählt, um den Zeitungslesern zu verdeutlichen, dass auf die Versendung von Trauerparten verzichtet wird.

  2. Traueranschrift

    Für den Fall, dass man als Angehöriger Kondolenzschreiben wünscht, macht es Sinn, den Lesern eine Adresse mitzuteilen, an welche sie diese richten richten können.

    Man sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass die Adressen von verschiedenen Gruppierungen und Firmen ausgewertet werden können, die sich ein Geschäft von den Trauerfällen versprechen, wie zum Beispiel Makler, gewerbliche Haushaltsauflöser und Entrümpler, Versicherungsberater oder Religionsgemeinschaften.

    Daher sollten Sie sich zuvor genau überlegen, ob und welche Adresse Sie öffentlich bekannt geben. Unter Umständen kann es ausreichen, nur den Ort und das Datum zu nennen.

  3. Bild

    An dieser Stelle muss nicht zwangsläufig ein Foto des Verstorbenen stehen. Zwar empfinden viele die optische Erinnerung an bessere Zeiten als einen schönen Akt des Abschiednehmens, aber ebenso können Sie an dieser Stelle ein Symbol wählen.

    In Frage kommen zum Beispiel Zeichen von Tod und Auferstehung wie ein Kreuz, eine Rose, eine Ähre oder ein Herz. Auch Abbildungen aus der Natur wie Bäume, Vögel, einer untergehenden Sonne oder einem Schiff, das den Übergang beziehungsweise den Aufbruch sinnbildlich darstellt, werden gerne genommen. Ebenso sind Symbole, die im Leben des Verstorbenen eine Rolle gespielt haben, eine gute Wahl.

  4. Text

    In vielen Fällen wird ein kurzer Begleittext formuliert wie zum Beispiel „Wir nehmen Abschied von unserem geliebten Ehemann, Vater und Großvater“. Dieser sollte nicht zu lang sein, damit er sich schnell mit dem Auge erfassen lässt. Keinesfalls sollte er von den wesentlichen Punkten ablenken.

  5. Vor- und Nachname des Verstorbenen

    Neben dem bürgerlichen Namen werden manchmal Spitz- oder Kosenamen ergänzt – in manchen Fällen auch Künstlernamen. Diese sind dann in Anführungszeichen zu setzen wie zum Beispiel Michael „Meister“ Müller.

    Falls der Geburtsname ein anderer sein sollte als der Nachname, wird dieser häufig noch in Klammern unter oder hinter dem Namen in kleinerer Schrift ergänzt.

  6. Lebensdaten

    Hier müssen nicht zwangsläufig die genauen Daten stehen. In manchen Fällen wird auf die Angabe des Tages und des Monats verzichtet und nur das Jahr genannt. Dennoch gilt nach wie vor das gebräuchliche Format: „TT. Monat JJJJ bis TT. Monat JJJJ“.

  7. Widmung

    An dieser Stelle werden gerne Formulierungen gewählt wie: „In stiller Trauer“ oder „In Dankbarkeit. Im Anschluss folgen die Namen der Angehörigen.

    Manchmal werden diese noch ergänzt mit dem Verwandtschaftsverhältnis zum Beispiel: „Dein Sohn Rudolph Müller“. Wer die Anzeige persönlicher gestalten möchte, kann hier auch nur den Vornamen nennen.

  8. Hinweis zur Bestattung

    Zum Abschluss werden noch der Termin, der Ort und die Art der Bestattung genannt. Wenn man keine Anteilnahme von eher unbekannten Trauergästen wünscht und nur im sehr kleinen Kreis Abschied nehmen möchte, kann man auf diesen Hinweis verzichten oder explizit dazu schreiben, dass die Beisetzung nur im engsten, persönlichen Rahmen stattfindet.

Mögliche Sinnsprüche für Traueranzeigen

Mögliche Sinnsprüche für TraueranzeigenInsbesondere bei der Suche nach einem geeigneten Sinnspruch tun sich viele schwer. Daher haben wir Ihnen eine kleine Auswahl an Gedanken und Zitaten zusammengestellt, die Ihnen die Gestaltung einer Traueranzeige erleichtern. Diese Sammlung beinhaltet sowohl weltliche als auch religiöse Zitate:

Weine nicht weil es vorbei ist,
sondern lächle, weil es schön war!
(Gabriel García Márquez, Kolumbianischer Literaturnobelpreisträger)

Was können wir wissen?
Wie sollen wir handeln?
Was dürfen wir glauben?
Was ist der Mensch?
(Immanuel Kant)

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern.
Tot ist nur, wer vergessen wird.
(Immanuel Kant)

Nach der Zeit der Tränen und der tiefen Trauer bleibt die Erinnerung.
Die Erinnerung ist unsterblich und gibt uns Trost und Kraft.
(Aurelius Augustinus)

Der Mensch, den wir liebten, ist nicht mehr da, wo er war.
Aber er ist überall, wo wir sind und seiner gedenken.
(Aurelius Augustinus)

Niemals verliert man die, die man in jenem liebt, den man nicht verlieren kann.
(Aurelius Augustinus)

Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.
(Joseph von Eichendorff)

Wenn du an mich denkst, erinnere dich an die Stunde, in welcher du mich am liebsten hattest.
(Rainer Maria Rilke)

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deine Schatten auf die Sonnenuhren und auf den Fluren lass die Winde los.
(Rainer Maria Rilke)

Sterben ist das Auslöschen der Lampe im Morgenlicht, nicht das Auslöschen der Sonne.
(Rabindranath Tagore, bengalischer Dichter)

Alles Wachsen ist ein Sterben,
jedes Werden ein Vergehen.
Alles Lassen ein Erleben,
jeder Tod ein Auferstehen.
(Rabindranath Tagore)

Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Über allen Gipfeln ist Ruh.
In allen Wipfeln spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Eines Morgens wachst du nicht mehr auf,
die Vögel aber singen, wie sie gestern sangen.
Nichts ändert diesen Tageslauf.
Nur du bist fortgegangen,
du bist frei, und unsere Tränen wünschen dir Glück.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Wir gingen einen langen Weg gemeinsam, aber er war doch zu kurz.
(William Shakespeare)

Ach, schrittest du durch den Garten
noch einmal im raschen Gang,
wie gerne würd ich warten,
warten stundenlang.
(Theodor Fontane)

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
ewig still steht die Vergangenheit.
(Friedrich von Schiller)

Die Erinnerung ist das einige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
(Jean Paul)

Niemand kennt den Tod. Es weiß auch keiner, ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.
(Horaz)

Selig der Mensch, der seinen Nächsten trägt in seiner ganzen Gebrechlichkeit,
wie er sich wünscht, getragen zu werden in seiner eigenen Schwäche.
(Franz von Assisi)

Der Tod ist das Licht am Ende eines mühsam gewordenen Weges.
(Franz von Assisi)

Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume.
Ich leb’ in Euch und geh’ durch Eure Träume.
(Michelangelo)

Ich glaube, dass, wenn der Tod unsere Augen schließt,
wir in einem Lichte stehen, von welchem unser Sonnenlicht nur ein Schatten ist.
(Arthur Schopenhauer)

…und am Ende meiner Reise
hält der Ewige die Hände,
und er winkt und lächelt leise –

Es ist bestimmt in Gottes Rat,
dass man vom Liebsten, dass man hat,
muss scheiden.
(Ernst von Feuchtersleben)

Herr, dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.
(Eduard Mörike)

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn. Er wird’s wohl machen.
(Psalm 37,5)

Und über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.
(Kolosser 3,14)

Der Herr ist mein Licht und mein Heil.
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens.
Vor wem sollte mir bangen?
(Psalm 27, 1.2.13-14)

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe,
diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
(1. Korinther 13,13)

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
(Johannes 14,6)

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
(Psalm 23)

Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen.
(1. Mose 26,24)

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet fest am Gebet.
(Römer 12,12)

Ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten.
(2. Timotheus 4,7b)

[Bildnachweis: LightField Studios by Shutterstock.com]
18. Januar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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