Trauerredner: Kosten & 11 Tipps für die Suche

Trauerredner übernehmen immer häufiger die Rolle von Geistlichen: Sie geben Verstorbenen ehrende Worte mit aufs letzte Geleit. Die Hinterbliebenen können in dieser schwierigen Situation kaum selbst eine Rede halten. Umso wichtiger die Frage, wie man einen guten Trauerredner finden kann. Für manchen mag auch die Tätigkeit als Redner und Trauerbegleiter reizvoll sein. Wir haben daher unseren Artikel zweigeteilt: Einerseits geben wir Ihnen Informationen zu Aufgaben und Kosten für einen Redner an die Hand. Für Interessierte informieren wir über Ausbildung und Voraussetzungen von Grabrednern…

Trauerredner: Kosten & 11 Tipps für die Suche

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Was macht ein Trauerredner?

Trauerredner geben dem Abschied eines geliebten Menschen einen würdigen Rahmen. Alternative Bezeichnungen sind übrigens Bestattungs-, Beerdigungs-, oder Grabredner. Dabei hält letzterer streng genommen nur am Grab eine Rede, der Trauerredner hingegen führt durch die gesamte Trauerfeier. Gerade für Konfessionslose sind diese Redner wichtig. Mithilfe der Angehörigen erfährt der Redner persönliche Details, Anekdoten und Erzählenswertes aus dem Leben des Toten. Anhand dieser Angaben bereitet er sich professionell vor und gestaltet die Zeremonie.

Die Trauerrede kann einen weltlichen oder religiösen Charakter haben. Daher können die Angehörigen auch entscheiden, ob die Rede in der Kirche, der Trauerhalle, im Wald oder auf dem Friedhof abgehalten werden soll. Für die Hinterbliebenen finden Trauerredner im Rahmen der Feier Worte des Trosts und Zuspruchs. Damit kommt ihnen eine fast schon seelsorgerische Aufgabe zu.

Warum ein Grabredner?

Ist der Verstorbene Mitglied einer Kirche, führt für gewöhnlich der Pastor durch die Trauerfeier und hält die Grabrede. Allerdings können sich Geistliche weigern, wenn der Verstorbene etwa ausgetreten ist. Aber selbst wenn jemand Kirchenmitglied ist, kann die Entscheidung für einen Trauerredner fallen. Denn Geistliche stellen bei ihren Reden häufig den Glauben in den Mittelpunkt.

Ob Mitglied in der Kirche oder nicht: Der Wunsch, wertschätzende Worte über den Verstorbenen zu hören, ist aber auch bei Konfessionslosen vorhanden. Bei einem beauftragten Trauerredner entscheiden die Hinterbliebenen, welchen Schwerpunkt sie setzen wollen.

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Trauerredner in der Nähe finden

Vor allem Ostdeutschland ist mit seiner freireligiösen und freidenkerischen Tradition überwiegend konfessionslos: Drei von vier ostdeutschen Bürgern gehören keiner Religion an. Entsprechend groß sind hier Angebot und Nachfrage an Trauerrednern. In Westdeutschland stellt sich das Bild etwas anders dar. Hier können Sie vorwiegend in Großstädten und Ballungszentren Trauerredner finden. Wer einen Redner für eine bevorstehende Beisetzung engagieren möchte, hat mehrere Möglichkeiten:

  • Bestattungsunternehmen
    Häufig erfolgt die Kontaktaufnahme über das beauftragte Bestattungsinstitut. In einigen Fällen halten die Mitarbeiter selbst eine Rede, in anderen Fällen kooperieren sie mit freien Trauerrednern.
  • Verband
    Es gibt zudem Organisationen wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerfeier e.V. oder den Fachverband für weltliche Trauer- und Bestattungskultur. Wenn Sie diese bei Ihrer Suche ansprechen, werden sie Ihnen entsprechende Trauerredner vermitteln können.
  • Internetrecherche
    Freie Redner finden Sie wie bei den vorgenannten Wegen über die Google-Suche im Internet. Sie können dann direkten Kontakt aufnehmen. Achten Sie aber bei Ihren Browsereinstellungen darauf, dass Sie die Standortabfrage zulassen. Umso konkreter werden die Ergebnisse für Trauerredner in Ihrer Nähe.

Trauerredner Voraussetzung

Die Schwierigkeit besteht für Angehörige darin, einen professionellen Trauerredner zu finden. Dafür bedarf es mehr als einfach nur einzelne Lebensstationen des Verstorbenen aufzulisten. Auch mit Zitaten gespickt wird daraus kaum eine individuelle Rede.

Ein guter Trauerredner benötigt gleich mehrere wichtige Soft Skills. Nur so kann er den Anforderungen gerecht werden und in der jeweiligen Situation angemessen handeln. Worauf Angehörige achten sollten:

  • Empathie
    Ein Bestattungsredner muss den Angehörigen zuhören und sich in ihre Lage versetzen können.
  • Erfahrung
    Ohne entsprechende Lebenserfahrung, aber auch ohne ausreichende Erfahrung beim Halten von Reden fehlt einem Redner die nötige Souveränität und Reputation. Als Hinterbliebene sollten Sie sich ein Bild von der Persönlichkeit machen.
  • Kommunikationsstärke
    Ein Grabredner muss wortgewandt sein. Die Trauerrede soll individuell auf den Verstorbenen zugeschnitten sein. Idealerweise zeichnet sie das Bild, wie ihn seine Lieben in Erinnerung haben.
  • Verlässlichkeit
    Eigene Belange eines Trauerredners müssen hintenanstehen. Pünktlichkeit, ein gutes Gedächtnis und Flexibilität sind unverzichtbar.
  • Auftritt
    Achten Sie auf die Internetpräsenz oder Gestaltung von Flyern. Diese sollte ansprechend gestaltet sein. Heißt: Sie sollte auf dem aktuellen Stand sein und den Redner und seine Leistungen transparent darstellen. Wer sich Bilder und Videos dazu anschauen kann, gewinnt bereits einen Eindruck von der Persönlichkeit.
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Trauerredner Kosten: Womit müssen Angehörige rechnen?

Die Preise für Redner hängen von verschiedenen Faktoren ab. Einerseits wirken sich die Region und Erfahrung auf die Kosten für einen Trauerredner aus. Zum anderen sind die Kosten von den einzelnen Aufgaben abhängig: Hält der Redner lediglich die Trauerrede oder gehören weitere Aufgaben wie Auswahl der Musik und Ablauf der Bestattung dazu? Auch das Vorgespräch mit den Angehörigen fließt in die Kosten hinein.

Manche Redner berechnen für ihre Arbeit einen Stundenlohn, andere arbeiten mit Pauschalangeboten. In diesem Fall wirken sich gegebenenfalls Fahrt- und Unterbringungskosten auf den endgültigen Preis aus. Sofern die Angehörigen sich selbst um einen Trauerredner kümmern, handeln diese direkt mit ihm das Honorar aus. Alternativ kann ein Trauerredner auch eine Preisspanne angeben. Das gibt ihm die Chance, den tatsächlichen Arbeitsaufwand zu berücksichtigen, falls der unerwartet höher ausfällt.

Beispiele für Preise

  • Stundenlohn
    Zwischen 20 und 50 Euro pro Stunde
  • Pauschalangebot
    Etwa 200 bis 700 Euro pro Trauerfeier
  • Fahrtkosten
    Beispielsweise 30 bis 50 Cent pro Kilometer
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Wie lang ist die ideale Trauerrede?

Für eine liebe- und würdevolle Erinnerung bedarf es schon einer gewissen Länge der Trauerrede. Insgesamt kann eine Trauerrede im Rahmen einer Trauerfeier zwischen 10 und 20 Minuten dauern, in manchen Fällen auch bis zu 35 Minuten. Es hängt ganz von der Gestaltung an sich ab:

Wollen die Hinterbliebenen nur einen Trauerredner, oder sollen vielleicht auch einzelne Angehörige und Freunde noch einige Worte sprechen? Möglich sind ebenso mehrere kleine Trauerreden. Denkbar sind solche langen Reden vor allem bei einem langen, bewegten Leben mit vielen Teilnehmern an der Trauerfeier.

Was macht eine gute Trauerrede aus?

Eine gute Trauerrede erfüllt verschiedene Funktionen. Zum einen soll sie den Verstorbenen würdigen. In kurzen Stichworten gibt der Trauerredner dafür die wichtigsten Stationen im Leben des Toten wieder. Indem die Anwesenden davon erfahren, sich gemeinsamer Erlebnisse erinnern, stärkt die Trauerfeier mit ihrer Rede den Zusammenhalt. All das hilft bei der Trauerbewältigung. Kriterien für eine gute Rede (und damit einen guten Trauerredner):

  • Vorarbeit
    Der Trauerredner nimmt sich ausreichend Zeit, im Gespräch mit den Hinterbliebenen etwas über den Verstorbenen zu erfahren. Hierbei geht es weniger um Eckdaten, als vielmehr persönliche Eigenschaften, Interessen oder auch einschneidende Erlebnisse. Wer der Rede lauscht, sollte sich anhand typischer Merkmale ein Bild vom Toten machen können.
  • Struktur
    Eine gute Trauerrede folgt einer klaren Gliederung. Zunächst begrüßt der Trauerredner die Anwesenden. Dann leitet er zum eigentlichen Anlass der Zusammenkunft über. Im darauffolgenden Hauptteil widmet er sich der Person des Verstorbenen. Je mehr Details, vielleicht sogar Anekdoten, desto persönlicher fällt die Trauerrede aus. Sie endet mit tröstenden und zuversichtlichen Worten, die Kraft für die Trauerarbeit spenden sollen.
  • Authentizität
    Für eine gute Trauerrede ist Wortgewandtheit wichtig. Daher sollte ein Trauerredner Synonyme und Bilder finden können, um die Rede auf den Verstorbenen zuschneiden zu können. Gleichzeitig sollte er Floskeln vermeiden und die Sprache an die Person anpassen.

Ausbildung: Wie wird man Trauerredner?

Ihnen gefällt die Vorstellung, anderen Menschen in schweren Stunden beizustehen? Sie sind wortgewandt und flexibel? Dann ist die Tätigkeit des Trauerredners vielleicht etwas für Sie. Der große Vorteil: Sie können sie nebenberuflich ebenso ausüben wie in Vollzeit. Eine Ausbildung zum Trauerredner ist vergleichsweise schnell absolviert. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Dauer und der Art der Durchführung: Bei manchen Angeboten reicht es, einen mehrstündigen Onlinekurs zu absolvieren. Andere bilden Trauerredner in zweitägigen Präsenzseminaren aus. Daneben existieren Intensivkurse, die über 18 Wochen gehen.

Unterschiede bei Dauer und Kosten für die Ausbildung hängen mit der Gestaltung zusammen: Einige Angebote fokussieren vor allem die Trauer und die Trauerrede. Andere bereiten die Teilnehmer auf ihre Selbstständigkeit vor. In jedem Fall wächst die Bedeutung dieses Berufsstandes. Grund dafür ist unter anderem, dass Priester und Pastoren sich weigern können, auf der Beerdigung eines Konfessionslosen die Trauerfeier abzuhalten.

Persönliche Anforderungen

Neben den oben genannten Voraussetzungen müssen Trauerredner über folgende Qualitäten verfügen:

  • Belastbarkeit
    Trauerredner müssen eine professionelle Distanz wahren und mit der Trauer der Hinterbliebenen umgehen können.
  • Selbstorganisation
    Als freier Redner strukturieren Sie Ihren Tagesablauf selbst und halten die Deadlines ein. Sie bringen genügend Disziplin auf, sich auf eine Sache zu konzentrieren.
  • Selbstbewusstsein
    Vor Fremden eine Rede zu halten, erfordert selbstdarstellerische Qualitäten. Das Selbstbewusstsein dazu speist sich aus vergangenen Erfolgen und dem Wissen, die Aufgabe meistern zu können.

Zertifizierter Trauerredner

Im Grund genommen kann jeder Trauerredner werden. Zwar sind die oben genannte Eigenschaften wichtig, um den Beruf gut ausüben zu können. Aber die Ausbildung zum Trauerredner ist nicht staatlich geregelt. Daher bedarf es meist keiner besonderen formalen Kriterien. Um für die Kunden dennoch eine gewisse Qualität zu gewährleisten, gibt es ein IHK-Zertifikat.

Mit einem bestandenen Test vor der Industrie- und Handelskammer dürfen Sie sich nach Ihrer Ausbildung als „Trauerredner (IHK)“ bezeichnen. Das kann aus Kundensicht die Ernsthaftigkeit Ihres Tuns zusätzlich unterstreichen.

Trauerredner Gehalt: Was verdient ein Grabredner?

Der Verdienst eines Trauerredners lässt sich nicht pauschal beziffern. In einigen Fällen übernehmen beispielsweise Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens selbst die Aufgabe des Trauerredners. Viele Grabredner arbeiten jedoch als freie Redner, sind also selbstständige Freiberufler.

Daher hängt der Erfolg vom Eigenmarketing, Portfolio, Empfehlungen und individueller Arbeitsweise ab: Übernehmen Sie nur Trauerreden oder auch allgemein Reden, etwa für Trauungszeremonien? Wichtig zudem eine Internetpräsenz, damit potenzielle Kunden von Ihnen erfahren. Und je zügiger Sie Ihre Rede verfassen (Empfehlung: nicht mehr als drei Stunden), desto mehr schaffen Sie.

Wer hingegen gerade erst in den Bereich einsteigt und nebenberuflich arbeitet, dürfte anfangs ein eher geringes Gehalt erwirtschaften.

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[Bildnachweis: Chayapak Jansavang by Shutterstock.com]

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