Veränderungen: 9 Wege, um sie zu meistern

Veränderungen sind Teil des menschlichen Lebens. Trotzdem fürchten sich viele davor, möchten stattdessen lieber an Bewährtem festhalten. Doch der Wandel bietet immer auch Chancen zur Weiterentwicklung. Wir beleuchten, warum vielen Menschen der Umgang mit Änderungen so schwerfällt. Dazu Tipps, wie Sie positiv auf Herausforderungen blicken und Veränderungen meistern können. Außerdem: Zitate und Sprüche…

Veränderungen: 9 Wege, um sie zu meistern

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Bedeutung: Was sind Veränderungen im Leben?

Veränderung ist die Transformation eines Zustandes in einen neuen. Das ganze Leben ist einem ständigen Wandel unterworfen – ob wir wollen oder nicht. Einige Beispiele für Veränderungen im Leben:

  • Biologische Veränderungen
    Vom Beginn unser Geburt an altern wir. Der biologische Prozess ist äußerlich erkennbar. Er manifestiert sich in verschiedenen Stationen unseres Lebens (Schule, Beruf, Ruhestand) und lässt sich an Falten und grauen Haaren ablesen.
  • Innere Veränderungen
    Ihre Werte und Überzeugungen, aber auch persönliche Vorlieben und Ziele verändern sich ebenfalls im Laufe des Lebens. In der Soziologie geht man davon aus, dass mit etwa Ende zwanzig die meisten Menschen in ihren Ansichten gefestigt sind. Heißt: Fundamental andere Vorstellungen kommen nur noch selten vor.
  • Äußere Veränderungen
    Das Umfeld ändert sich: Beispielsweise durch Ereignisse wie Geburt und Tod oder gesellschaftliche Rahmenbedingungen (Gesetze, Auflagen, Möglichkeiten der Teilhabe). Wer von Veränderungen in diesen Bereichen betroffen ist, muss sich damit auseinandersetzen und arrangieren.
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Veränderungen meistern: Tipps für erfolgreichen Wandel

Wie wir mit Veränderungen umgehen, ist unter anderem eine Frage der Perspektive. Wenn wir beginnen, auch die Chancen eines Wandels zu erkennen, können wir ihn besser meistern. Das passiert zunächst rein auf der rationalen Ebene. Um wirklich dauerhaft den Wandel annehmen zu können, haben Sie diese Möglichkeiten:

  • Lassen Sie Ihre Emotionen zu

    Verdrängen Sie Ihre Wut, Ihre Angst und Ihre Trauer nicht. Sie sollten sich zwar nicht ausschließlich darauf konzentrieren, aber sie andererseits auch nicht unter den Teppich kehren.

  • Gönnen Sie sich eine Auszeit

    Eine Auszeit kann dabei helfen. Tiefgreifende Veränderungen benötigen Zeit und Ruhe, um sie zu verarbeiten – das geht nicht von Jetzt auf Gleich. Ein räumlicher und gedanklicher Abstand ist wichtig.

  • Öffnen Sie sich innerlich

    Fokussieren Sie sich nicht ausschließlich auf die Veränderung, sondern üben Sie sich in Gelassenheit. Meditation oder Entspannungsübungen können Ihnen dabei helfen.

  • Bauen Sie Stress ab

    Wenn Sie merken, dass eine neue Situation Ihnen Sorgen bereitet, sollten Sie den Stress abbauen. Neben oben genannten Entspannungstechniken kann Ihnen dabei besonders Bewegung und das Wandern in der Natur helfen. Beides macht den Kopf frei und erdet.

  • Suchen Sie nach Sicherheiten

    Eine Veränderung betrifft selten das komplette Leben. Es gibt nach wie vor noch Sicherheiten, die Sie dabei unterstützen, das Neue besser zu akzeptieren: Hobbys, Familie, Freunde

  • Lassen Sie Ihre Träume zu

    Schöne Gedankenspiele und Fantasie geben uns Hoffnung. Tun Sie diese Phasen daher nicht als unrealistisch ab.

  • Wechseln Sie die Perspektive

    Stellen Sie sich Fragen wie: Wovor habe ich konkret Angst? Wie wahrscheinlich ist es, dass sich diese bewahrheitet? Wie habe ich in der Vergangenheit solche Situationen gemeistert? Wer hier konkrete Antworten findet, dem fällt es leichter, eine Veränderung zu akzeptieren und sie zu meistern.

  • Setzen Sie sich Ziele

    Jede Veränderung fällt leichter, wenn Sie sich klar machen, wohin diese führen soll. Und wenn Sie sich kleine Zwischenschritte dorthin setzen. So lässt sich sogar besser mit Rückschlägen umgehen und daraus eher Motivation als Frust schöpfen.

  • Etablieren Sie Routinen

    Wer eine Veränderung zum Ziele der Verbesserung anstrebt, kann sich mit Routinen weiterhelfen. Zum Beispiel wollen Sie sich mehr bewegen, um Übergewicht abzubauen. Dann kann eine Routine wie ein täglicher Spaziergang Sie dabei unterstützen.

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Gründe: Warum fallen Veränderungen schwer?

Es sind im Wesentlichen drei Gründe, warum viele sich mit Veränderungen schwertun:

Sicherheitsdenken

Festen Ritualen im Leben bieten Sicherheit. Veränderungen hingegen bedeuten das Gegenteil: Plötzlich ist man gezwungen, seine Komfortzone zu verlassen und neues Terrain zu betreten. Das macht Angst. Schuld daran ist unser im Stammhirn verankerter Erhaltungstrieb. Der drängt auf Altbewährtes. Auf bekannten Wegen hat das Überleben bislang gut funktioniert. Verlassen wir diese Pfade, tritt Ungewissheit anstelle von Sicherheit ein. Diese Urangst lähmt uns sogar im Alltag. Selbst wenn zum Beispiel der Eintritt in den Ruhestand als Veränderung kaum unsere Arterhaltung gefährden dürfte. Aber es ist eine neue, unbekannte Situation, an die wir uns erst gewöhnen müssen.

Kontrollverlust

Viele Veränderungen können wir nicht oder nur sehr bedingt steuern: die Digitalisierung, die zunehmende Schnelllebigkeit der Gesellschaft, der Klimawandel, eine Pandemie. Auch im kleinen Rahmen geschehen Veränderungen gegen unseren Willen: eine Entlassung, der Tod eines geliebten Menschen, eine Erkrankung, eine Scheidung. Wir fühlen uns hilflos und ausgeliefert. Und weil negative Ereignisse besser im Gedächtnis bleiben als positive oder neutrale, assoziieren wir Veränderungen automatisch mit etwas Schlechtem.

Gegenwartsorientierung

Vielen fällt der langfristige Blick in die Zukunft schwer. Sie sehen keinen Sinn darin, jetzt eine schwere Zeit der Veränderung durchzumachen, wenn es ihnen erst morgen oder übermorgen nützt. Meist werden sie darin sogar durch ihr soziales Umfeld bestärkt. Der Herdentrieb, nur auf kurzfristige Ergebnisse zu schauen, ist stärker als die Kraft der Visionen.

5 Phasen des Wandels

Es gilt freiwillige von unfreiwilligen Veränderungen zu unterscheiden. Besonders bei letzteren durchlaufen viele fünf typische Phasen:

  1. Leugnung
    Viele Menschen verneinen die Situation, weil nicht sein kann, was in ihren Augen nicht sein darf.
  2. Abwehr
    Sie wehren sich gegen die Veränderung, sind nicht willens, eine neue Situation einfach anzunehmen.
  3. Krise
    Sobald sie merken, dass sich die Veränderung nicht abwenden lässt, geraten sie in eine Krise.
  4. Neubeginn
    Wenn ihnen nichts anderes mehr übrig bleibt, erkunden sie die neuen Möglichkeiten. Nach und nach beginnen sie, sich mit der neuen Situation zu arrangieren.
  5. Akzeptanz
    Schließlich finden sie einen Weg, die neue Situation zu akzeptieren. Dann aber haben sie bereits eine schwierige Zeit der Umstellung hinter sich gebracht.

Veränderungen zum Fortschritt

Gleichzeitig lohnt sich ein realistischer Blick auf Veränderungen: Wo wäre die Menschheit ohne Veränderungen? Ohne Entwicklungen? Einige sprechen salopp davon, dass wir in diesem Fall noch auf Bäumen leben würden. Veränderungen sind nicht grundsätzlich gut oder schlecht. Viele haben jedoch nur den Blick auf die Gefahren. Dabei bringt jede Veränderung auch Chancen mit sich. Statt etwas Negativen können sie zum Beispiel das bedeuten:

  • Neue Erfahrungen und Bekanntschaften
  • Größere Freiheiten
  • Lerneffekte für die Zukunft
  • Abwechslung und Inspiration
  • Entdeckung neuer Horizonte und Fähigkeiten
  • Erleichterungen im Alltag
  • Mehr Lebensglück

Bestes Beispiel sind die neuen Vorsätze, die viele Jahr für Jahr beschließen, um etwas zum Besseren zu ändern: Gesündere Ernährung, mehr Sport, weniger Zucker. All diese Ziele fassen die meisten freiwillig. Dennoch fallen auch freiwillige Veränderungen nicht immer leicht.

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Veränderungen im Alter

Ihre Kinder verlassen das Elternhaus. Die körperliche Kraft lässt nach, die Vergesslichkeit nimmt zu. Oder Ihr Partner will sich womöglich scheiden lassen: All dies sind Beispiele für Veränderungen, denen man im Alter begegnen kann und die zunächst wenig positiv wirken.

Darum ist es wichtig, die Perspektive gezielt auf die Möglichkeiten zu richten, die jede Veränderung sowohl kurz- aber insbesondere langfristig mit sich bringt. Fragen Sie sich selbst: Was hilft mir jetzt für meine Zukunft am meisten – das Hadern oder das Akzeptieren der neuen Situation? So können Sie ergründen, welche Chancen sich nun bieten. Dies geht zum Beispiel mit folgenden Fragen:

  • Was von dem, was ich schon immer wollte, kann ich nun besser umsetzen?
  • Welche (neuen) Lebensziele habe ich? Wie kann ich diese verwirklichen?
  • Wofür bin ich dankbar und was kann ich daraus für die veränderte Situation herleiten?
  • Wie werde ich wohl in einem Jahr auf die jetzige Situation zurückblicken?
  • Wer kann mich in der momentanen Lage unterstützen? Wen kann ich um Hilfe bitten?
  • Wie sind andere Menschen in meiner Umgebung mit Veränderungen umgegangen? Was hat ihnen geholfen?

Die Antworten auf Ihre Fragen führen dazu, dass Sie die Veränderung aktiv annehmen. Nicht als etwas, das einfach so grundlos passiert. Sondern als Anlass, noch einmal neu durchzustarten.

Warum der negative Blick auf Veränderungen schadet

Wer in Veränderungen nur das Negative sieht, tut sich und seiner Umwelt keinen Gefallen. Denn das ständige Schwarzsehen verbreitet bei anderen ebenfalls eine negative Stimmung. Und es macht auf Dauer einsam: Niemand will sich ständig mit einem schlecht gelaunten Menschen umgeben. Die Folge ist ein Teufelskreis, denn die Welt wird nun als noch schlechter betrachtet – der Schwarzseher fühlt sich bestätigt.

Dabei sind die Dinge oft nicht so schlimm, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Doch der ausschließlich negative Blick verhindert Ihre Kreativität, das Beste aus der Situation zu machen. Sie bleiben gewissermaßen zwischen Phase zwei und Phase drei im oben erwähnten Veränderungsprozess stecken. Vergessen Sie daher das Streben nach Perfektion. Erfreuen Sie sich daran, dass die Zukunft noch nicht geschrieben ist und Sie daran mitwirken können. Ein gutes Mittel ist Humor. Dieser schafft Distanz und offenbart oftmals die Absurdität der negativen Gedanken.

Veränderungen: Zitate und Sprüche

Wenn Veränderungen Menschen fordern, kann die Tatsache helfen, dass es berühmten Persönlichkeiten ebenso ging. Und diese die Situation und die Motivation mit Sprüchen und Zitaten auf den Punkt gebracht haben.

  • „Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.“ (Konfuzius)
  • „Niemand weiß, was er kann, bis er es probiert hat.“ (Publilius Syrus)
  • „Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.“ (Vincent van Gogh)
  • „Veränderungen sind am Anfang hart, in der Mitte chaotisch und am Ende wunderbar.“ (Unbekannt)
  • „Alle Veränderung erzeugt Angst. Und die bekämpft man am besten, indem man das Wissen verbessert.“ (Ihno Schneevoigt)
  • „Wer nichts ändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“ (Gustav Heinemann)
  • „Das Leben gehört den Lebendigen, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
  • „Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.“ (Charles Dickens)
  • „Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet.“ (Oscar Wilde)
  • „Wir staunen über die Schönheit eines Schmetterlings, aber erkennen die Veränderungen so selten an, durch die er gehen musste, um so schön zu werden.“ (Maya Angelou)
  • „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ (Mahatma Gandhi)
  • „Wenn du es dir vorstellen kannst, kannst du es auch tun.“ (Walt Disney)
  • „Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“ (Marc Aurel)
  • „Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ (Martin Luther)

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[Bildnachweis: Iconlintang by Shutterstock.com]

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