Wahre Freunde: Woran erkenne ich sie?

Wahre Freunde sind unbezahlbar und wir haben nicht viele davon – vielleicht eine Hand voll, aber diese Hand voll ist Gold wert. Es sind Freunde, die immer für uns da sind, vor allem dann, wenn wir sie am nötigsten brauchen. Im Gegensatz zu unserer Verwandtschaft haben wir uns unsere Freunde einmal ausgesucht, weil sie unser Leben besser, lebenswerter machen. Was wahre Freundschaft auszeichnet und wie Sie wahre Freunde finden…

Wahre Freunde: Woran erkenne ich sie?

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Was sind echte Freunde?

Echte Freunde nehmen sich Zeit und halten auch die unangenehmen Situationen aus: In Momenten, in denen es nicht leicht fällt die richtigen Worte zu finden. In Augenblicken, in denen man manchmal nur schweigt oder weint. Oder in Situationen, in denen es einfach mal eine zupackende und helfende Hand braucht.

Wer wirklich ein wahrer Freund ist, merkt man häufig erst in Krisenzeiten wie Jobverlust, Krankheit oder Todesfall. Wie wir einen guten Freund wahrnehmen, ist subjektiv. Wir bewerten seine Charaktereigenschaften abhängig von den Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Was ist damit gemeint? Einige Beispiele:

  • Fühlte sich jemand von einem Freund verraten, ist Loyalität sehr wichtig.
  • Ehrlichkeit ist solchen besonders wichtig, die belogen wurden.
  • Wer das Gefühl hatte, sich einseitig um eine Beziehung zu bemühen, der sucht sich einen Freund, der sich regelmäßig selber meldet.
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Wie erkennt man einen wahren Freund?

Der rote Faden, der sich durch eine echte Freundschaft zieht, ist ein emotionaler Austausch über das, was man erlebt hat. Kein Mensch vereint alle guten Eigenschaften in sich. Die nachfolgenden Charakterzüge sind jedoch die wichtigsten:

  • Zuhören

    Ein wahrer Freund nimmt Anteil an den Empfindungen. Echte Freunde tragen sich gegenseitig durch die schönen und schlechten Emotionen – etwa wenn mal „Dampf abgelassen“ werden muss. In Zeiten der Trauer halten sie Tränen aus oder weinen sogar mit. Ebenso gut können sie sich mitfreuen.

  • Vertrauen

    Vertrauen bringt eine Tiefe in die Freundschaft, weil es die Freunde ermutigt, ehrlich auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Das Vertrauen stärkt die Beziehung mit der Zeit und die Freundschaft wächst. Das ist die Basis für eine funktionierende Beziehung.

  • Ehrlichkeit

    Transparenz macht uns einschätzbar. Wer arglistig täuscht oder gar absichtlich lügt, verspielt die vertrauensvolle Basis.

  • Verzeihen

    Kein Mensch ist fehlerfrei. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Ein guter Freund hält dem anderen nicht die Makel vor, sondern kann reuigen Freunden verzeihen und rührt nicht mehr daran. „Vergeben und Vergessen“ ist eine Maxime für eine gute Freundschaft.

  • Offenheit

    Wie viel wir aus unserer Gedankenwelt einem Freund offenbaren, ist abhängig von dem Vertrauen, das wir in ihn setzen. Nicht jeder mag ein offenes Buch sein, in dem der andere lesen darf. Aber in dieser Offenheit stecken viele Chancen. Wer sich öffnet wird feststellen, dass der andere ähnliche Probleme kennt. Im Austausch gelangt man zu neuen Lösungsmöglichkeiten.

  • Authentizität

    „Bei dir kann ich „ich“ sein, verträumt und verrückt sein“ – singt Namika in ihrem Lied „Lieblingsmensch“. Das gilt nicht nur für Liebespaare. Sich nicht verstellen müssen, einfach mal das Ausgefallene machen können, tut gut.

  • Respekt

    Den anderen zu achten, seine Leistungen anzuerkennen und seine Fähigkeiten wertzuschätzen – das stärkt das Selbstbewusstsein und bringt Glück. Wichtig dabei ist, dass beide sich gegenseitig respektieren. Wenn einer zu dem anderen hochschaut, herrscht kein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den beiden.

  • Loyalität

    Ein guter Freund ist treu zu jeder Zeit und fällt dem anderen nicht in den Rücken, um einen persönlichen Vorteil zu erlangen. Dazu gehört auch, niemals schlecht über die Person gegenüber anderen zu reden.

  • Toleranz

    Wahre Freunde kommen damit zurecht, wenn einer mal eine andere Meinung zu einem bestimmten Thema hat. Sie können das akzeptieren und die Beziehung zerbricht nicht daran. Im Gegenteil: Andere Ansichten zuzulassen, erweitert den Horizont und macht das Leben bunter.

  • Motivation

    Ein Pessimist ist kein hilfreicher Freund. Wir benötigen Freunde, die uns darin bestärken, unsere Ziele umzusetzen. Wahre Freunde glauben an einen und sehen das Potenzial. Von „Motivationsbremsen“ sollte man sich trennen.

  • Verlässlichkeit

    Nichts ist schlimmer als Unzuverlässigkeit. Auf das Wort eines Freundes muss man sich verlassen können. Es ist ein Zeichen für Beständigkeit und schenkt das Gefühl von Sicherheit. Wahre Freunde können Sie auch zur Unzeit anrufen und stehen in der Krise an Ihrer Seite.

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Wahre Freunde: Zitate und Sprüche zum Nachdenken

Vielleicht möchten Sie einem wahren Freund einen Gruß senden? Wir haben einige schöne Verse über echte Freundschaft zusammengestellt:

  • „Den wahren Freund erkennt man in der Not.“ (Marcus Tullius Cicero)
  • „Die Freunde, die man um vier Uhr morgens anrufen kann, die zählen.“ (Marlene Dietrich)
  • „Wahre Freunde erkennt man leichter, wenn das Leben schwerer wird.“
  • „Reich sind die, die wahre Freunde haben.“ (Thomas Fuller)
  • „Ein wahrer Freund stellt sich dir nie in den Weg, es sei denn, es ginge mit dir bergab.“ (Marcus Tullius Cicero)
  • „Ein wahrer Freund ist der, der deine Hand nimmt, aber dein Herz berührt.“
  • „Dein wahrer Freund ist nicht, wer dir den Spiegel hält der Schmeichelei, worin dein Bild dir selbst gefällt. Dein wahrer Freund ist, wer dich sehen lässt deine Flecken und sie dir tilgen hilft, eh‘ Feinde sie entdecken.“ (Friedrich Rückert
  • „Freunde sind wie Laternen am Weg. Sie machen ihn zwar nicht kürzer, aber heller.“
  • „Wahre Freundschaft heißt nicht, unzertrennlich zu sein, sondern getrennt sein zu können, ohne dass sich etwas ändert.“
  • „Wahre Freundschaft zeigt sich, wenn man sich lange nicht sieht, aber trotzdem alles wie früher ist.“
  • „Immer, wenn wir zusammen lachen, stirbt irgendwo ein Problem.“
  • „Der ist ein guter Freund, der hinter unserem Rücken gut von uns spricht.“ (Englisches Sprichwort)

Wahre Freunde Bilder

Nachfolgend stellen wir Ihnen einige kostenlose Bilder mit Sprüchen zur Verfügung, die Sie kostenlos herunterladen und per Whatsapp verschicken können. Einfach draufklicken, es öffnet sich ein neues Fenster.

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Was ist die Basis für eine gute Freundschaft?

Warum entwickeln sich manche Beziehungen zu einer Freundschaft, während andere als lose Bekanntschaft wieder zerbröckeln? Es gibt bestimmte Faktoren, die Grundlagen einer jeden guten Freundschaft sind:

  • Harmonisierende Persönlichkeiten

    Das Alter spielt weniger eine Rolle für eine guten Freundschaft. Zwischen Ihnen und Ihrem Freund können viele Jahre liegen. Entscheidend ist viel mehr, dass Sie in Ihren Persönlichkeiten harmonieren. Sie haben beide einen besonderen Charakter, bringen unterschiedliches Temperament mit, haben Bildung genossen und unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In einer guten Freundschaft passen Sie in Ihrer Einzigartigkeit gut zusammen.

  • Gemeinsame Werte

    Wenn Freunde den gleichen Glauben haben und übereinstimmende ethischen Vorstellungen, dann erleichtert es das Zusammenfinden. Gemeinsame Werte gehen aber noch darüber hinaus. In guten Freundschaften existiert eine Art Werte-Codex, ein ungeschriebenes Gesetz: Was kann ich von dem anderen erwarten und worauf kann ich mich verlassen? Weicht einer von diesem Codex ab, bekommt die Freundschaft einen tiefen Knacks. Einen Riss, der vielleicht nie mehr wieder zu überbrücken ist.

  • Ähnliche Interessen

    Gute Freunde müssen nicht die gleichen Hobbys haben. Es kommt nicht selten vor, dass Menschen miteinander befreundet sind, die ganz unterschiedliche Begabungen haben. Aber dennoch finden Sie sich an bestimmten Stellen gemeinsame Gesprächsthemen. Sie tauschen sich aus und der eine kann nachvollziehen, warum der andere sich für eine Sache begeistert. Die Vorlieben sind ähnlich gelagert und es gibt Berührungspunkte im Erleben.

Wahre Freunde finden: 5 hilfreiche Tipps

Je älter wir werden, um so mehr sehen wir, wie Freunde gehen – aus unterschiedlichsten Gründen. Nicht jede Freundschaft überlebt eine Krise. Manchmal ziehen Freunde weiter weg und einen regelmäßigen Kontakt aufrechtzuerhalten fällt schwer. Oder Freunde verscheiden. Dann neue Freunde zu finden, fällt nicht jedem leicht: Manche Menschen sind von Natur aus schüchtern und haben Probleme damit, auf andere Mitmenschen zuzugehen und locker zu plaudern.

Aber es ist nicht unmöglich. Die Erfahrung zeigt, dass die Häufigkeit, mit der wir einer Person begegnen, Freundschaft begünstigt. „Mere-Exposure-Effekt“ (zu Deutsch etwa: bloßes Ausgesetztsein) nennt die Wissenschaft das: Durch wiederholtes Wahrnehmen einer Person entwickelt sich Sympathie. Was Sie tun können:

  • Werden Sie aktiv
    Aktiv zu werden, bedeutet auch mutig zu werden. Den oft müssen Sie selber den ersten Schritt machen und Signale aussenden. Dazu müssen Sie die Menschen aufmerksam beobachten und auf Sie zu gehen. Das ist nicht leicht, aber wer nichts wagt, gewinnt auch keine neuen Freunde. Vielleicht werden Sie Körbe einstecken müssen, aber in der Regel sind Sie nicht der Einzigste der einen Freund suchen. Viele befinden sich auf der Suche.
  • Zeigen Sie Interesse
    Jede Beziehung beginnt mit dem Kennenlernen. Ihr Gegenüber wird sich aber nur öffnen, wenn Sie echtes (!) Interesse zeigen. Heißt: Es ist zweckfrei. Fragen Sie nach, zeigen Sie Verständnis.
  • Bleiben Sie freundlich
    Ein Lächeln ist ein Türöffner und macht Sie sofort sympathisch. Seien Sie höflich und verwenden Sie Ihren Charme, indem Sie Ihrem Gegenüber zeigen, dass er oder Sie wichtig für Sie ist. Mit so jemandem schließt man gerne Freundschaft.
  • Bieten Sie Ihre Hilfe an
    Tun Sie den ersten Schritt. Warten Sie nicht, bis Sie jemand um Hilfe bittet, sondern bieten Sie Ihre Unterstützung an. Denn Freundschaft lebt vom Geben und Nehmen. In dieser Reihenfolge! Denn in einer Freundschaft sollten man nicht zuerst auf sein persönliches Wohl bedacht sein.
  • Sprechen Sie Lob aus
    Jeder freut sich über ein aufrichtiges Kompliment. Versuchen Sie möglichst, die Person für eine Eigenschaft zu loben. Das hat mehr Tiefe als wenn Sie nur ein oberflächliches Kompliment (etwa zu Frisur oder Aussehen) machen.

Orte: Hier lernen Sie andere kennen

In einem gewissen Alter fällt es vielen zusehends schwerer, Freunde zu finden. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen, denn auch als Senior kann man noch neue Personen kennenlernen und Freundschaft schließen. Zum Beispiel hier:

  • Alte Bekanntschaften kontaktieren

    Gehen Sie doch mal durch Ihre Kontakte im Handy oder durchforsten Sie die Sozialen Medien. Wen haben Sie schon lange nicht mehr gesprochen? Wenn würden Sie doch gerne nochmal treffen? Melden Sie sich und laden Sie die Person auf einen Kaffee ein. Neue Freunde zu finden, kann auch bedeuten, dass Sie alte Kontakte reaktivieren.

  • Das Viertel erkunden

    Wer nur in seinen eigenen vier Wänden verweilt, sieht auch nicht viel. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe ein Café, in dem sich Senioren treffen, eine nette Kneipe um die Ecke, wo man mit einem Bier jemanden sprechen kann. Viele Städte und Kirchen bieten auch einen Seniorentreff an, bei dem Sie ganz unverbindlich andere treffen können.

  • Einem Verein beitreten

    Schauen Sie sich an Ihrem Heimatort um, welche Vereine dort angesiedelt sind. Bestimmt finden Sie einen, der Ihren Neigungen entspricht: Sport, Kunst, Kultur – es gibt verschiedene Möglichkeiten.

  • Ein Ehrenamt ausüben

    Gerade wenn Sie erst vor kurzem aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, kann das Ehrenamt für Sie ein Option sein. Gemeinsam an einer Sache für einen guten Zwecke arbeiten verbindet. Ob Flüchtlingshilfe, Schülerhilfe, Tafel – ehrenamtliche Mitarbeiter werden immer gesucht.

Probleme mit Freunden: Wie entstehen Konflikte?

Verletzen können uns nur Menschen, die uns am Herzen liegen. Je wichtiger uns ein Mensch ist, um so empfindlicher reagieren wir und um so enttäuschter sind wir. Dementsprechend kann ein Streit zwischen engen Freunden sehr heftig sein und ausufern. Führen wir hingegen eine oberflächliche Beziehung, trifft uns das Verhalten des Freundes viel weniger und Schwierigkeiten belasten uns kaum.

Dass eine Freundschaft kriselt, ist ganz normal. Die häufigste Ursache sind verletzte Gefühle. Dabei ist sekundär, ob die verletzten Gefühle begründet sind oder nicht, wenn Ihnen die Freundschaft wichtig ist. Der Freund fühlt sich verletzt und das sollten Sie ernst nehmen. Verletzungen entstehen vor allem in diesen Situationen:

Wunsch nach Nähe

Menschen habe ein unterschiedliches Bedürfnis danach, sich mit anderen zu treffen, sie zu kontaktieren. Unzufriedenheit entwickelt sich, wenn einer das Gefühl hat, sich überproportional zu engagieren, während der andere sich kaum meldet oder nachfragt. Auf Dauer kann der Eindruck entstehen, dass das Interesse einseitig ist. Der sich Kümmernde fühlt sich vernachlässigt. Wahrscheinlich thematisiert er das. Ändert sich dennoch nichts, wird er sich irgendwann nicht mehr melden und die Freundschaft einschlafen lassen.

Unterschiedliche Ansichten

Eine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit kann der Beziehung einen Knacks geben. Eigentlich erwartet man von Freunden, dass sie sich mit Toleranz begegnen oder einen Kompromiss finden. Aber es gibt Momente, da ist der Graben zu tief und es findet sich keine Brücke, um ihn zu überwinden. Manchmal füllt die Zeit den Graben wieder auf. Es gibt aber auch Beziehungen, die sich dann für immer entzweien.

Falsche Freunde: Häufigste Kritikpunkte

Kein Mensch ist fehlerfrei. Doch gibt es Fehler, die so schwerwiegend sind, dass sie unverzeihlich wirken. Was ein absolutes „No-Go“ ist, liegt im eigenen Ermessen. Jeder empfindet hier anders. Oft genannt werden unter anderem diese Fehlverhalten:

  • Im Stich lassen, gerade dann wenn der Freund in einer schwierigen Situation steckt
  • Belügen und nicht die Wahrheit sagen, um selber besser dazu stehen
  • Beklauen und sich an ihm materiell zu bereichern
  • Betrügen und ihn hintergehen
  • Ausnutzen und die Hilfsbereitschaft über die Maßen in Anspruch nehmen, ohne selber zu unterstützen
  • Nicht verschwiegen sein und anvertraute Geheimnisse weiter erzählen
  • Nicht vertrauenswürdig sein und Versprechen brechen
  • Desinteressiert am anderen, das Gespräch immer nur auf die eigenen Probleme lenken
  • Den Freund für den eigenen Zweck manipulieren oder gar erpressen

Grundsätzlich lassen sich solche Probleme gemeinsam bewältigen. Voraussetzung für eine Versöhnung ist, dass man offen miteinander redet, seine Enttäuschung ausdrückt. Aber es kann durchaus der Zeitpunkt kommen, in dem man besser getrennte Wege geht, weil die Differenzen zu groß geworden sind.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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