Wandern: Raus in die Natur

Wandern hält fit und gesund und nebenbei sieht man auch noch mitunter atemberaubende Natur. All dies macht Wandern zu der beliebtesten Outdoor-Aktivität der Deutschen.

Welche Möglichkeiten zum Wandern es gibt, wo Sie am besten wandern können und was Sie in der Vorbereitung beachten sollten…

Wandern: Raus in die Natur

Definition: Was zählt als Wandern?

Als Wandern bezeichnet man das Zu-Fuß gehen in der freien Natur. Im Gegensatz zum Spazieren gehen, sind die Strecken beim Wandern meist länger und anspruchsvoller: Wanderpfade können enger und mitunter auch steiler sein.

Dabei werden verschiedene Wanderarten unterschieden:

  • Das Bergwandern, bei dem es primär darum geht, hohe Gipfel zu erklimmen.
  • Das Fernwandern oder Trekking, bei dem über mehrere Tage eine längere Strecke zurückgelegt wird.
  • Das Eis- oder Winterwandern, bei dem im Schnee gewandert wird.
  • Das Nordic Walking, also das Wandern mit Unterstützung von Stöcken.
  • Das Bildungswandern, bei dem Lehrpfade zusätzlich das Wissen bereichern.
  • Das Pilgern oder auch spirituelles Wandern, bei dem neben der Bewegung auch der Glaube und die Erweiterung des geistigen Horizontes im Vordergrund steht.
  • Das Nachtwandern, bei dem es zuvorderst um ein nachhaltiges Erlebnis in der Dunkelheit geht.
  • Das Barfußwandern, bei dem in speziellen Parks das Fühlen der Natur mit den Füßen wichtig ist.
  • Das Geocaching, bei dem die Orientierung mit dem Kompass und die Erfüllung bestimmter Aufgaben im Vordergrund steht.

All diese Formen des Wanderns haben eines gemeinsam: Sie stärken die Fitness und können so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Zudem werden Muskeln und Knochen sowie die Atemwege und das Immunsystem gestärkt.

Die Bewegung in der Natur löst zudem die Ausschüttung von Glückshormonen im Körper aus.

Kein Wunder also, dass das Wandern bereits schon zu Zeiten der Handwerksgesellen, die auf die Walz gingen, oder bei der Wandervogelbewegung der Jahrhundertwende beliebt war.

Typische Wanderregionen

Egal, ob Sie nur die eine oder andere gemütliche Tagestouren planen oder eine längere Wanderung über mehrere Tage oder gar Wochen unternehmen möchten: Wanderwege finden sich zuhauf in den typischen Regionen, die sich aufgrund ihrer atemberaubenden Natur und Landschaft den Wanderern verschrieben haben.

Einige Beispiele wo Sie wandern können – sortiert von Nah nach Fern:

Tipp: Darauf sollten Sie beim Kauf von Wanderschuhen achten

Das schöne am Wandern ist, dass es dazu keiner aufwändigen Ausstattung bedarf. Zwar wird vielerorts atmungsaktive Funktionskleidung angeboten, die bei längeren Touren sicher kein Nachteil ist, streng genommen benötigen Sie aber nur ein paar Wanderschuhe.

Diese sollten allerdings sorgfältig ausgewählt werden. Denn Blasen an den Füßen können die schönste Wanderung verderben. Daher einige Tipps, worauf Sie beim Kauf Ihrer Wanderschuhe achten sollten:

  • Kaufen Sie Ihre Wanderschuhe immer nachmittags, da dann die Füße ihre maximale Ausdehnung erreicht haben.
  • Wählen Sie je nach Vorhaben die richtige Kategorie: Leichte Wanderhalbschuhe der Kategorie A eignen sich für Spaziergänge, Wander- und Trekkingstiefel der Kategorie B für Wege mit Unebenheiten, Bergstiefel der Kategorie C sind für unwägbares Terrain gedacht und die schweren Expeditionsstiefel der Kategorie D für extreme Gebiete wie zum Beispiel Gletscher.
  • Je nach Terrain können Sie auch zwischen flacher und hoher Schaftform wählen. Je bergiger es wird, umso mehr Halt benötigen Sie.
  • Kaufen Sie immer eine Schuhgröße größer, da Sie mit Wandersocken und bei Abstiegen zusätzlichen Platz für Ihren Fuß benötigen werden.
  • Achten Sie nicht nur auf die Länge des Schuhs, sondern bei der Passform auch auf die Breite. Der Schuh sollte stabil an Ferse und Spann sitzen, ansonsten im Zehenbereich aber genügend Raum lassen.
  • Achten Sie darauf, dass der Schuh wasserdicht aber auch atmungsaktiv ist. Materialien wie GoreTex garantieren beides.
  • Laufen Sie die Schuhe vor einer großer Wanderung bei kleineren Spaziergängen zunächst ausführlich ein.
  • Reinigen Sie Ihre Wanderschuhe regelmäßig. Nach jedem Mal, wenn Sie wandern waren, sollten Sie die Schuhe bürsten und abwaschen, um das Leder nicht trocken und brüchig werden zu lassen. Schuhwachs rundet die Pflege ab. Auch das Innere sollten Sie alle paar Monate gründlich mit einer lauwarmen Seifenlauge vorsichtig reinigen.

Wanderungen vorbereiten

Wenn Sie wandern möchten, sollte dies besser geplant werden als ein kleiner Spaziergang. Auch wenn Sie nur einen halben Tag unterwegs sind, gilt es, einiges zu beachten.

Je länger die Tour dann dauert, umso mehr sollten Sie planen. Daher einige Tipps, wie Sie eine Wanderung vorbereiten:

  • Kalkulieren Sie genau die Länge der Strecke und berücksichtigen Sie dabei auch die An- und Abstiege. Als Faustformel können Sie bei ebener Strecke von einer Leistung von vier Kilometern in der Stunde ausgehen. Als Steigung sind ungefähr 300 Höhenmeter in der Stunde machbar.
  • Wählen Sie die richtige Ausrüstung: Gute Wanderschuhe sind das A und O. Aber auch die Kleidung sollte bequem sein und Sie sollten darin weder schwitzen noch frieren. Regenschutz und gegebenenfalls Wanderstöcke sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden.
  • Packen Sie genug Proviant ein. Bedenken Sie, dass Sie beim Wandern je nach Beschaffenheit des Weges 300 bis 600 Kalorien in der Stunde verbrennen und bis zu einem halben Liter Flüssigkeit herausschwitzen. Daher sollten Sie kohlehydratreiche Lebensmittel und viel Wasser oder Tee einpacken und alle zwei Stunden eine Rast einlegen.

Einige Daten, damit Sie sich besser orientieren können: Im Schnitt wandern die Deutschen 9 Kilometer an einem Wandertag – in einer Zeit von gut drei Stunden.

Vier von fünf Wanderungen sind Urlaubswanderungen. Meist sind das dann Tageswanderungen mit dem gleichen Start- und Zielpunkt. Dabei sind die Mittelgebirge am beliebtesten.

Obwohl sich in jeder Generation Wanderer finden, wandern die Älteren häufiger. Ein Drittel von Ihnen wandert mehrmals im Monat.

Im Übrigen spielen Smartphones beim Wandern eine weitaus geringere Rolle als im Alltag. Im Gegenteil: Fast die Hälfte aller Wanderer gab an, bewusst auf den kleinen digitalen Helfer verzichten zu wollen, um die Natur störungsfrei genießen zu können. Daher sind die Markierungen und Wegweiser immer noch die wichtigste Orientierungsquelle beim Wandern.

Noch wenig entdeckte Fernwanderungen in Europa

Neben den bekannten und oft überlaufenen Fernwanderungen wie dem Renn-, dem Rhein- oder dem Eifelsteig gibt es sowohl in Deutschland als auch im restlichen Europa eine Reihe von Fernwanderwegen, die noch nicht so übervölkert sind.

Wir haben hier einige Vorschläge für Sie, die Sie selbstverständlich auch nur teilweise erwandern können:

  • Heidschnuckenweg in Niedersachsen
    In der Lüneburger Heide zwischen Hamburg und Celle wandern Sie an Mooren, Findlingen und Feldern vorbei. Das ganze nahezu ohne Steigung. Insgesamt 223 Kilometer lassen sich so problemlos in zwei Wochen bewältigen.
  • Harzer Hexensteig in Niedersachsen
    Durch den Harz bis auf den Brocken – diese abwechslungsreiche aber auch anspruchsvolle Wanderung beläuft sich insgesamt auf 94 Kilometer. Eine Woche werden Sie aufgrund der Steigungen daher für die komplette Strecke schon benötigen.
  • Märkischer Landweg in Brandenburg
    217 Kilometer geht es durch die Seenlandschaft der Uckermark. Garantiert entspannt, garantiert flach. Zehn Tage sollten Sie für die Tour rechnen.
  • Sarek in schwedisch Lappland
    Im Sommer erwandern Sie auf diesen 109 sehr anspruchsvollen Kilometern zahlreiche Gletscher und erleben eine sagenhafte Wildnis. Hütten gibt es unterwegs genug, weitere touristische Infrastruktur ist jedoch eher Mangelware. In der Woche, die Sie für die Tour brauchen, werden Sie die Natur ganz für sich haben.
  • Skye Trail in Schottland
    Auf 128 Kilometern wandern Sie einmal quer über die Insel Skye. Die Wege sind gut ausgeschildert, Übernachtungsmöglichkeiten gibt es genug. Landschaftliche Höhepunkte auch. Mit einer Woche sollten Sie kalkulieren.
  • Juliana Trail in Slowenien
    Die 270 Kilometer durch den Triglav-Nationalpark entlang des Bergflusses Socca bietet in zwei anspruchsvollen Wochen einen Traumausblick nach dem anderen. Da der Zugang einfach und die Übernachtungsmöglichkeiten reichlich vorhanden sind, können Sie sich auch nur auf Teilabschnitte konzentrieren.
  • Red Sea Mountain Trail in Ägypten
    Zwar nicht mehr in Europa, dennoch gut erreichbar ist der historische Wanderweg entlang des roten Meeres. Die 170 Kilometer sind einer Woche machbar – somit dürfen Sie etwas zügiger unterwegs sein als Moses damals.

Wer es gerne etwas kürzer mag, dem seien diese drei traumhaften Wanderungen empfohlen, die sich alle in zwei bis drei Tagen problemlos machen lassen, dennoch aber einen hohen landschaftlichen Reiz besitzen:

  • Der Liechtensteintrail in Liechtenstein
  • Der Hermannsdalstinden im Norden Norwegens
  • Der Causeway Coastway in Nordirland

Tipp: Hütteneinkehr bei Fernwanderungen

Wer bei langen Fernwanderungen unterwegs in Hütten einkehren und dort übernachten möchte, sollte sich vorab mit den zehn ungeschriebenen Hüttenregeln vertraut machen:

  1. Reservieren Sie vorab – gerade während der Sommermonate.
  2. Melden Sie sich nach Ankunft beim Hüttenwirt an.
  3. Tragen Sie sich ins Hüttenbuch ein, damit Sie im Falle eines Unfalls schneller gefunden werden können.
  4. Ziehen Sie sich in der Hütte die Schuhe aus.
  5. Seien Sie sparsam mit Wasser und Strom.
  6. Bleiben Sie bescheiden – gerade was ausgefallene Essens- oder Wellnesswünsche angeht.
  7. Stellen Sie sich darauf ein, dass es häufig kein Internet gibt.
  8. Respektieren Sie andere. Dazu gehört auch das Einhalten der Ruhezeiten ab 22 Uhr.
  9. Entsorgen Sie Ihren Müll anständig.
  10. Bleiben Sie freundlich und offen. Auch wenn das Wetter mal schlecht ist.

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[Bildnachweis: Dudarev Mikhail by Shutterstock.com]
26. August 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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