Yoga: Gesund für Geist und Körper

Der Trend zu Yoga ist ungebrochen. Viele Menschen integrieren die Übungen in ihren Alltag. Dabei machen sich die wenigsten bewusst, dass Yoga mehr ist, als nur ein paar Dehnübungen. Hinter Yoga steht eine durchaus komplexe Weltanschauung und Philosophie.

Es ist zwar sicher besser, sich einige Übungen aus dem Yoga abzuschauen und sie regelmäßig durchzuführen, anstatt sich gar nicht zu bewegen. Doch wer Yoga ernsthaft betreiben möchte, der benötigt dazu einen professionellen Trainer.

Wir sehen genauer hin, was sich hinter der Philosophie verbirgt und warum Yoga solch einen Hype in den letzten Jahren ausgelöst hat. Und wir klären die Frage, wie Sie am besten damit beginnen können.

Yoga: Gesund für Geist und Körper

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Was ist Yoga?

Yoga ist eine Lehre, die nicht nur den Körper oder den Geist beinhaltet, sondern beides gemeinsam. Schon die alten Römer wussten, dass dies zusammengehört und in der indischen Philosophie des Yoga wird dieser Gedanke konsequent verfolgt. So bedeutet Yoga auch „Vereinigung“ aber auch „Anspannung“. Es geht also um die An- und Entspannung. Die Praktiken des Yoga richten sich in diesem Zusammenhang immer sowohl an Körper als auch an den Geist. So spielt der meditative Aspekt beim Yoga eine große Rolle.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich verschiedene Richtungen des Yoga entwickelt, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen – sei es der Fokus auf die Atmung oder sei der auf eine asketische Lebensweise. In unserer westlichen Kultur hat sich insbesondere eine Mischform durchgesetzt, die auf einen ruhigen inneren Zustand, den disziplinierten Blick auf den Moment sowie bewusste und langsame Bewegungen setzt.

Moderne Weiterentwicklungen wie zum Beispiel „Power Yoga“ vernachlässigen die philosophischen Hintergründe und setzen primär auf eine entsprechende kraftvolle Durchführung der körperlichen Übungen. Doch der klassische Yoga-Gedanke vom Einklang zwischen Körper und Seele ist nach wie vor noch für viele Menschen wichtig: Schätzungsweise praktizieren in Deutschland rund drei Millionen Menschen regelmäßig Yoga. Vier Fünftel davon sind Frauen.

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Warum ist Yoga so gesund?

Yogi – so nennen sich die Yoga-Begeisterten – schwören auf viele Vorteile, die sich durch Yoga erreichen lassen. Diese sind vielschichtig. Exemplarisch seien an dieser Stelle einige Argumente genannt, die dafür sprechen, sich näher mit Yoga auseinander zu setzen:

  • Yoga reduziert Stress
    Da Sie sich beim Yoga auf das Hier und Jetzt konzentrieren, lernen Sie, loszulassen von den Sorgen und Nöten des Alltags. Zu Beginn wird dies vermutlich nur während der Durchführung der Übungen so sein, doch mit der Zeit werden Sie merken, wie dies Ihre komplette Lebenseinstellung verändert und Sie ruhiger und gelassener werden.
  • Yoga vermittelt ein positives Lebensgefühl
    Durch die Gelassenheit vermittelt Ihnen Yoga auch eine positivere Lebenseinstellung. Sie können Dinge aus der Distanz beurteilen und sind nicht mehr gefangen in einer negativen Gedankenspirale.
  • Yoga schont die Gelenke
    Die Übungen des Yoga selbst werden sehr langsam und bewusst durchgeführt. Dies ist ein zentraler Bestandteil und unterscheidet Yoga auch optisch vom herkömmlichen Krafttraining oder normaler Gymnastik. Auf diese Weise werden Gelenke und Rücken geschont – Yoga ist also unter fachkundiger Anleitung auch für Personen geeignet, die schon einmal einen Bandscheibenvorfall hatten.
  • Yoga aktiviert das Immunsystem
    Durch die bewusste Atmung, die beim Yoga eine zentrale Rolle spielt, und die Fokussierung auf den Moment werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert. Die Durchblutung wird angeregt und auch gegen Schlafstörungen hat sich Yoga bewährt. Dies alles stärkt nebenbei Ihr Immunsystem.
  • Yoga kräftigt die Muskulatur
    Yoga ist gerade durch die Langsamkeit ein hervorragendes Muskelaufbau-Training. Auf diese Weise werden mehr Kalorien verbrannt und Ihr Körper erhält insgesamt eine bessere und aufrechtere Figur.
  • Yoga stärkt den Gleichgewichtssinn
    Gerade im Alter verlieren wir öfters mal das Gleichgewicht. Doch der Gleichgewichtssinn lässt sich trainieren. Yoga ist eine gute Möglichkeit dazu, da es für jeden Typ die geeigneten Übungen gibt – von einfach bis schwer.
  • Yoga hält beweglich
    Yoga lehrt Sie, Ihre Bewegungen besser koordinieren zu können. Auf diese Weise entsteht ein deutlich verbessertes Körpergefühl, was gerade im Alter wichtig ist, um sich länger jung und geschmeidig zu fühlen.
  • Yoga löst Blockaden
    Durch die Yoga-Übungen werden Sie gezwungen, sich zu konzentrieren und zu fokussieren. Dies löst nicht nur körperliche, sondern auch gedankliche Blockaden. Daher kann Yoga sowohl Kopfschmerzen aber auch einer Depression bis zu einem gewissen Maß entgegenwirken. Ihre körperliche aber auch die mentale Stärke nimmt durch diesen Perspektivwechsel so langfristig zu.

Zudem gibt es beim Yoga spezielle Übungen, die auch gegen Wechseljahresbeschwerden helfen. Welche Übungen Sie genau durchführen können und welche nicht, sollten Sie jedoch mit einem guten Yoga-Lehrer, sowie einem Arzt abklären. Zum Beispiel ist bei Bluthochdruck nicht jede Übung geeignet – insbesondere die nicht, bei denen sich der Kopf unterhalb des Herzens befindet.

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Ist Yoga einfach?

Grundsätzlich ist der Einstieg in Yoga nicht kompliziert. Es ist allerdings nicht so, wie beim Schwimmen – wenn Sie es einmal erlernt haben, dann können Sie es. Yoga ist ein stetiger Prozess. Daher sollten Sie Yoga immer mit einem Trainer erlernen und nicht anhand von Büchern beziehungsweise Videos oder Bildern aus dem Internet. Denn um die Wirkung gezielt zu erreichen und sich keine Fehlhaltungen anzugewöhnen, bedarf es professioneller Unterstützung und persönlicher Anleitung.

Daher sollte ein Yoga-Lehrer auch mehr sein, als nur ein Gymnastik-Coach. Da bei Yoga eine umfassende und ganzheitliche Philosophie dahinter steht, sollten nicht nur die eigentlichen Übungen, sondern die Atemtechnik und der meditative Gedanke – das Loslassen des Alltags – eine mindestens ebenso große Rolle spielen. Yoga ist also nichts, was Sie eben mal so für fünf Minuten ausprobieren können. Eine Yoga-Einheit geht zumeist deutlich länger – zwischen 30 und 90 Minuten.

Die Übungen selbst sind gerade für Anfänger nicht sehr komplex. Das ändert sich zwar mit der Zeit, aber wer bei seiner ersten Yoga-Stunde extreme körperliche Verrenkungen erwartet, wird angenehm überrascht sein, wie einfach und dennoch wirkungsvoll die Übungen sein können. Dennoch werden Sie am nächsten Tag durchaus einen kleinen Muskelkater verspüren, denn gerade das Halten gewisser Positionen beansprucht Muskelpartien, die wir im Alltag häufig außer Acht lassen.

Es ist durchaus sinnvoll, eine Probestunde zu vereinbaren, denn die Ansätze sind sehr unterschiedlich. Yoga-Kurse werden an vielen Orten angeboten. Einige Beispiele:

  • Yoga-Schulen
  • Volkshochschulen
  • Fitness-Studios
  • Private Yoga-Lehrer

Wo auch immer es Sie hinzieht – Ihr Yoga-Lehrer sollte erfahren und einfühlsam sein. Denn Yoga ist auch Vertrauen. Nur so können Sie sich entspannen und Ihren Atem fließen lassen, um sich zu konzentrieren und voll auf Yoga einzulassen.

Yoga-Arten

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich diverse Arten des Yoga entwickelt – etliche von ihnen sind Mischformen, die aus verschiedenen Ideen hervorgegangen sind. Daher seien an dieser Stelle nur die bekanntesten Yoga-Formen angeführt, die sich in unseren Breiten am meisten durchgesetzt haben und die wiederum weitere Unterarten beeinhalten:

  • Hatha-Yoga
    Hatha-Yoga ist die gebräuchlichste Yoga-Art hierzulande. Es setzt vor allem auf eine hohe Körperlichkeit und ist leicht zu erlernen. Dennoch wird hier auf eine äußerst genaue Ausübung der Bewegungen geachtet. Aus dem Hatha-Yoga ist das schnellere Power-Yoga hervorgegangen.
  • Sivanda-Yoga
    Diese Yoga-Form ist stärker spirituell ausgeprägt. Sinneserfahrungen, Reflexion und das tiefe In-sich-hinein-spüren spielen eine große Rolle.
  • Ashtanga-Yoga
    Der Fokus beim Ashtanga-Yoga liegt auf der Atmung (Pranayama). Der Meditationsgedanke ist ein wichtiger Bestandteil dieser Yoga-Ausprägung. Stille und die Erlangung innerer Harmonie zeichnen Ashtanga-Yoga aus.
  • Jnana-Yoga
    Diese Form des Yoga kommt völlig ohne körperliche Übungen aus. Stattdessen spielt die buddhistische Lehre und das Streben nach Erkenntnis eine zentrale Rolle. Gerade bei Schlafstörungen eignet sich Jnana-Yoga sehr gut.

Tipp: Yoga und Abnehmen

Viele nutzen Yoga auch als Unterstützung, wenn sie gesund abnehmen möchten. Yoga alleine vermag dies zwar noch nicht erreichen, denn die richtige Ernährung spielt eine wesentlich entscheidendere Rolle.

Doch die Übungen können Sie dabei unterstützen, die Muskulatur zu kräftigen und dadurch die Kalorienverbrennung zu steigern.

Gerade die dynamischen Weiterentwicklungen des Hatha-Yoga wie das Vinyasa-Yoga oder das Bikram-Yoga (auch „Hot Yoga“ genannt, da es in einem heißen Raum ausgeübt wird), werden Sie ordentlich zum Schwitzen bringen und so die Kalorien purzeln lassen.

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[Bildnachweis: K P G Ivary by Shutterstock.com]

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