Reisen mit Enkeln: Was Sie beachten müssen

Denken Sie darüber nach, mit Ihren Enkeln zu verreisen? Da sind Sie nicht allein: Immer mehr Großeltern verreisen mit ihren Enkeln. Die Eltern danken es ihnen, weil sie durch die knapp bemessenen Urlaubstage oft Schwierigkeiten haben, die Betreuung der Kinder allein zu stemmen.

Was gibt es zu beachten, wenn Sie mit Ihrem Enkel verreisen möchten? Wie alt sollten die Kinder sein? Welche Reiseziele eignen sich? Welche Absprachen sollten getroffen werden und welche Papiere benötigen Sie? Wir geben Ihnen Tipps für eine gelungene Tour…

Reisen mit Enkeln: Was Sie beachten müssen

Muster: Vollmacht – Großeltern reisen mit Enkel

Wenn Oma und Opa mit dem Enkel verreisen, sind sie für die Dauer des Urlaubes die Sorgeberechtigten. Insbesondere in Notfällen bei Krankheiten oder Unfällen sollten sie sich als diese ausweisen können. Darum sollten die Eltern als Erziehungsberechtigte auf jeden Fall eine Vollmacht ausstellen, auf dem alle wichtigen Daten vermerkt sind.

Sind sie mit Ihrem Enkel im Ausland unterwegs, sollte diese Vollmacht mindestens in Englisch, wenn nicht sogar in der Sprache des Reiseziels, verfasst sein. In manchen Länder ist diese verpflichtend vorgeschrieben. Wer sie nicht mit sich führt, dessen Reise endet schon an der Grenze. Und das wird keiner wollen.

Was muss in einer solchen Vollmacht stehen?

Eine Vollmacht sollte folgende Daten enthalten:

  • ​Name des Kindes
  • Geburtsdatum des Kindes
  • Angaben zum Vollmachtgeber
  • Angaben zu den Bevollmächtigten
  • Wirksamkeit und Dauer der Vollmacht
  • Unterschrift der Sorgeberechtigten

Sie können sie, wie folgt, formulieren:


Vollmacht

Ich/wir, die gesetzlichen Vertreter …
(Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer, Nummer des Reisepasses oder des Personalausweises)

ermächtigen Herr/Frau …
(Geburtsdatum, Nummer des Reisepasses oder Personalausweises)

mein/unser minderjähriges Kind …
(Geburtsdatum, Nummer des Reisepasses oder Personalausweises)

zum Zweck … (zum Beispiel Urlaub, Familienfeier)

von … (Heimatort) nach … (Reiseziel)

vom … (Tag der Abfahrt) bis zum …(Tag der Rückfahrt) zu begleiten
und wieder zurück zu reisen.

Ort, Datum

Unterschrift der/des Sorgeberechtigten


Weitere wichtige Reiseunterlagen

Neben der Vollmacht sollten Oma und Opa noch weitere wichtige Papiere zur Hand haben:

  • Impfheft
    Das Impfheft muss nicht im Original mitgeführt werden. Eine Kopie reicht auch. Im Notfall haben die Ärzte Einsicht darüber, gegen welche Krankheiten das Kind vorsorglich geimpft ist.
  • Kinderreisepass oder richtiger Reisepass
    Es versteht sich von selbst: Insbesondere bei Reisen ins Ausland müssen die Großeltern das Kind ausweisen können.
  • Auslandskrankenschutz
    Vor der Reise sollten sich die Großeltern bei ihrer Versicherung erkundigen, ob der Auslandskrankenschutz auch für ihre Enkel gilt. Es gibt Versicherungen, bei denen das der Fall ist. Im anderen Fall müssen die Eltern noch einen Auslandskrankenschutz abschließen, sofern er nicht in der vorhandenen Versicherung enthalten ist.

Ab wann kann ein Kind mit seinen Großeltern in den Urlaub fahren?

Hier kann keine allgemein gültige Aussage gemacht werden. Vor allem wichtig ist, wie das Verhältnis zwischen Großeltern und Enkel gestaltet ist. Haben sie eine innige Beziehung, ist dies mit Sicherheit eine gute Basis. Für Kleinkinder, welche Oma und Opa auf Grund der großen Distanz selten sehen, könnte ein gemeinsamer Urlaub eine zu große Herausforderung sein.

Aber denken Sie nun nicht, das Alter des Kindes sei entscheidend. Viel bedeutender ist das Wesen des Kindes. Schüchternen Kindern fällt es schwerer, sich von den Eltern zu trennen, da sie diese als Halt benötigen. Unerschrockene Kinder, die mit viel Selbstvertrauen und Mut durch die Welt gehen, werden Eltern nicht so sehr vermissen und Spaß mit Oma und Opa haben.

Grundsätzlich gilt: Wenn alle Beteiligten – Großeltern, Eltern und Enkel – die Zeit genießen wollen, muss unter ihnen Vertrauen existieren. Die Eltern sollten sich sicher sein, dass Oma und Opa das Kind gut zu händeln wissen, die Großeltern sollten sich nicht überfordert fühlen und die Kinder die Zuversicht haben, dass Oma und Opa gut für sie sorgen werden.

Wenn Sie als Großeltern unsicher sind, ob Sie mit dem Enkelkind und das Enkelkind mit Ihnen zurecht kommt, haben wir einen einfache Idee für Sie: Testen Sie doch erst einmal, wie gut allein mit Ihrem Enkel zurecht kommen.

Tipp: Wochenende mit Großeltern zur Gewöhnung

Man muss nicht groß starten. Für die Kleinen ist es schon aufregend, wenn sie eine Nacht oder ein Wochenende bei Oma und Opa verbringen. Einmal in einem anderem Bett schlafen und aufwachen, von morgens bis abends ein anderes Essen essen, das ist schon ein herrliches Erlebnis für die Kleinen.

Starten Sie simpel. Laden Sie Ihr Enkel für eine Übernachtung zu sich nach Hause ein. Die Eltern werden sich bestimmt darüber freuen, einmal Zeit für sich allein zu haben.

Im nächsten Schritt können Sie mit Ihrem Enkel für ein oder zwei Nächte in ein Familienhotel oder in eine kleine Ferienwohnung fahren. Hier können Sie testen, ob Sie gut miteinander auskommen.

Reiseziele: Wo mit dem Enkel Urlaub machen?

Nehmen Sie bei einer ersten Reise mit Ihrem Enkel unbedingt Abstand von einer Auslandsreise. Fahren Sie nicht zu weit weg. Zwei bis drei Autostunden reichen. Das ist weit genug weg, damit es sich wie Urlaub anfühlt, und so nah, dass Mama und Papa im Notfall nachreisen können.

Denken Sie bei der Auswahl des Reiseziels daran, dass alle Beteiligten Spaß haben können. Ein reiner Wanderurlaub ist für Kinder ohne vorherige Erfahrungen zu anstrengend. Ein Aufenthalt in einem 5-Sterne-Hotel mit all seinen Etiketten eine große Herausforderung. Wählen Sie am besten ein Ziel, dass Ihren Enkel glücklich macht, aber auch Sie zufrieden stellt.

  • Urlaub am Meer
    Ein Urlaub am Meer mit der Bleibe in einer Ferienwohnung oder der Aufenthalt in einem Club-Hotel – das ist eine Preis- und Neigungsfrage. Der Strand mit Sand und Wasser gefällt den Großen und den Kleinen. Ob Sie sich selber versorgen und kochen, was Ihnen schmeckt, ist Ihre Entscheidung. Viele finden es schön, sich ganz dem Kind zu widmen und sich um nichts anderes kümmern zu müssen.
  • Urlaub in einem Familienhotel
    Familienhotels sind landschaftlich meistens sehr schön gelegen. In der Umgebung werden viele Ausflugsziele angeboten. Daneben sind sie in Räumlichkeiten, Ausstattung und Speisen auf Familien abgestimmt. Die Kinder finden viele Beschäftigungen, andere Spielkameraden. Langeweile kommt nicht so schnell auf. Das bringt auch Ihnen als Erwachsenen Entspannung, ganz nach dem Motto: Freut sich das Kind, freuen sich die Eltern – und auch die Großeltern.
  • Urlaub auf dem Bauern
    Den Kühen und Schweinen noch mal Gute Nacht sagen, die Hühner füttern und Katzen und Ziegen streicheln, das alles sind viele schöne Erlebnisse für die Kinder und ein unvergessliches Programm. Wenn Sie sich also auch vorstellen können, Urlaub auf einem Hof zu verbringen und Ihrem Enkel Naturverbundenheit vermitteln möchten, dann könnte der Bauernhof das Ziel für Sie sein.

Urlaub mit Oma und Opa: Was muss man unbedingt klären?

Klar, unterwegs mit Oma und Opa kann nicht alles genauso werden wie mit Mama und Papa. Aber es hilft ungemein, wenn vorher einmal besprochen wird, welche Erwartungen die Eltern an die Großeltern haben. Schließlich soll das Unternehmen nicht in einer Familienkrise enden.

Natürlich besteht der Reiz im Reisen mit den Großeltern darin, dass alles mal anders ist. Aber beim ersten Mal hilft es den Kleinen, wenn Gewohnheiten aufrecht erhalten bleiben:

  • Schlafenszeiten:
    Im Urlaub ticken die Uhren anders. Man lebt mehr im den Tag, genießt das entschleunigte Leben, das Rumgammeln im Schlafanzug am Morgen und das Kuscheln in der Decke vor dem Fernseher am Abend. Dennoch benötigen die Kinder ihre Portion Schlaf und die Eltern haben an dieser Stelle viele Erfahrungen gesammelt. Lassen Sie sich von ihnen mitteilen, welchen Schlafrhythmus Ihr Enkel benötigt und versuchen Sie ihn einzuhalten. Das erleichtert auch die Ankunft daheim.
  • Essen:
    Die Eltern wissen genau, welche Lebensmittel ihr Kind nicht verträgt. Nehmen Sie das ernst und lassen Sie sich beraten. Es kann sein, dass Ihr Enkel alles verträgt, aber es gibt auch Kinder, die unter Unverträglichkeit leiden, auf bestimmte Obst- und Gemüsesorten reagieren oder bei zu hohem Genuss von Weizenmehl unter Verstopfung leiden. Diesen Problemen können Sie durch Achtsamkeit vorbeugen.
  • Süßigkeiten:
    Manche Eltern mögen es gar nicht, wenn ihr Kind süße, zuckerhaltige Produkte isst und greifen statt dessen zu Alternativen, die ihr Kind auch gewöhnt ist. Lassen Sie sich aufklären und kaufen Sie genauso ein. Die Eltern wird es sehr freuen. Einige Eltern entwickeln aus Süßigkeiten ein Ritual, zum Beispiel ein „Schleckerstündchen“ am Nachmittag. Auch diese Idee können Sie adaptieren.
  • Fernsehen:
    Es gibt nur noch wenige Eltern, die rigoros auf Fernsehkonsum verzichten. Erkundigen Sie sich, wie lange Ihr Enkel am Tag vor der Glotze sitzen darf. Die Eltern werden es Ihnen danken, wenn Sie sich danach richten.
  • Rituale:
    Kinder lieben Rituale. Sie helfen ihnen in einer fremden Umgebung, sich sicher zu fühlen. Auch Oma und Opa können Sie nutzen, um ihrem Enkel Halt in einer fremden Umgebung zu geben. Was kann das sein? Ein bestimmtes Abendlied und eine Vorlesegeschichte vor der Nachtruhe, ein Puzzle am Morgen im Pyjama. Rituale sind eine individuelle Angelegenheit.
  • Abneigungen und Vorlieben:
    Die Reise ist für die Kleinen schon aufregend genug. Wenn Ihr Enkel Lust darauf hat, kann es auch neugierig Neues ausprobieren, aber bei einer zu großen Auswahl können auch nicht Erwünschtes dabei sein. Lassen Sie sich darum von den Eltern erzählen, was Ihrem Enkel Freude bereitet.
  • Plüschtiere, Kuschelkissen:
    Ohne den geliebten „Hasi“ auf Reisen zu gehen kann ein Drama werden. Wenn das „Kuschelkissen“ im Bett fehlt, kann die Nacht sehr lang werden. Packen Sie unbedingt die Lieblingssachen Ihres Enkels ein. – Vermutlich haben Sie daran schon gedacht!
  • Reiseapotheke:
    Keiner wünscht sich Krankheit im Urlaub. Aber die passenden Medikamente können sehr wichtig sein: Das Allergiemittel, die Nasentropfen, die Gesichtscreme, ein paar Pflaster – die Eltern werden sie Ihnen gerne zusammen stellen.
[Bildnachweis: Alonafoto by Shutterstock.com]
28. Dezember 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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