Aromaöle: So wirken die unterschiedlichen Düfte

Aromaöle schaffen durch ihren Duft eine angenehme Atmosphäre. Gerade wenn die Tage kürzer und die Abende länger werden, ist es Zeit für etwas Gemütlichkeit zuhause. Die Düfte wecken schöne Erinnerungen und verändern unsere Stimmung. Doch welche Aromaöle eignen sich für welchen Zweck? Und was ist überhaupt drin? Können die Duftessenzen auch schaden? Und wo sollten Sie am besten Ihre Aromaöle kaufen? Wir beleuchten für Sie das Angebot und die Wirkung dieser Aromaöle.

Aromaöle: So wirken die unterschiedlichen Düfte

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Aromaöle kaufen: Welches sind die besten Aromaöle?

Der menschliche Geruchssinn ist ein sehr alter Teil des Gehirns. Er ist dort im sogenannten limbischen System verankert – einem Teil des zentralen Nervensystems, das mit der Riechschleimhaut der Nase verbunden ist. Das bedeutet, dass Gerüche direkte Auswirkungen auf unser Befinden habe. Sie wirken, indem sie direkt angenehme oder unangenehme Erinnerungen hervorrufen, ohne dass diese willentlich reflektiert oder beeinflusst werden.

Dies liegt daran, dass durch die Aufnahme der Gerüche im Gehirn unmittelbar bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet werden. Je nachdem, um welches Aroma es sich handelt, können diese dann dafür verantwortlich sein, dass sich unsere Stimmung positiv verändert. Wir fühlen uns wohl oder empfinden sogar Schmerzen als nicht mehr als so stark.

Um diesen Prozess einzuleiten, werden ätherische Öle in den unterschiedlichsten Duftrichtungen angeboten: sogenannte Aromaöle. Diese Substanzen werden in Laboren aus natürlichen Duftessenzen – meist Pflanzen – gewonnen. Anschließend löst man sie in hochkonzentrierter Form in flüssigen Fetten (meist Olivenöl oder andere Pflanzenöle) oder Alkohol. Beim Prozess des Verdunstens setzen sie dann ihre Düfte in die Umgebung frei. Dabei gilt der Grundsatz, dass Aromaöle einen größeren Effekt haben, wenn sie reiner sind.

Deshalb sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass keine künstlichen Zusatzstoffe enthalten sind. Aromaöle sollten daher auf jeden Fall aus kontrolliertem biologischem Anbau oder gar aus Wildsammlungen hergestellt werden. Die passenden Kürzel auf der Flasche sind jeweils: „kbA“ beziehungsweise „Ws“.

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Öle einem Test unterzogen und kam zu folgenden Empfehlungen:

  1. O’linear
  2. Esslux
  3. Janolia
  4. Primavera
  5. Isuda

Die bekannteren Marken wie Rottaler Aromaöle, Young Living, Taoasis, Doterra oder Jophiel schnitten im Vergleich dazu längst nicht so hervorragend ab. Einige der oben genannten Aromaöle können Sie bei dm, Rossmann oder anderen Drogeriemärkten kaufen.

Tipp: Das sollten Sie beim Kauf beachten

Trotzdem sollten Sie das nur tun, wenn Sie das Öl schon sicher kennen. Gleiches gilt für das Internet, obwohl es verlockend einfach und das Angebot dort groß ist.

Zum einen können Sie dort nicht kontrollieren, welche Inhalts- und vor allem Zusatzstoffe darin enthalten sind und wie die genaue Zusammensetzung ist. Zum anderen wissen Sie nicht, wie genau diese Aromaöle riechen und welche Wirkung sie bei Ihnen auslösen.

Aromaöle gibt es häufig als vorgefertigte Mischungen. Diese sollte Sie unbedingt vor dem ersten Kauf „proberiechen“. Nur so können Sie einschätzen, ob die entsprechende Essenz für Ihren Geschmack taugt. Dazu eignet sich am besten ein Taschentuch, auf das sie zwei, drei Tropfen aufträufeln und daran schnuppern können.

Um wirklich sicher zu gehen, dass es sich um Naturprodukte handelt, empfehlen wir außerdem, Aromaöle in folgenden Geschäften zu erwerben:

  • Reformhäuser
  • Bioläden
  • Naturkosmetikläden
  • Naturdrogerien
  • Apotheken

Auf Weihnachtsmärkten oder Festivals gibt es oft ebenfalls Stände, die Aromaöle verkaufen. Diese lassen sich selbstverständlich nicht pauschal beurteilen. Doch viele von ihnen stellen die Öle selbst her und verkaufen entsprechend hochwertige Produkte aus biologischem Anbau.

Trotzdem sollten Sie sich die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe auf dem Fläschchen genau ansehen und die Verkäufer danach befragen, wo und wie die Produkte hergestellt wurden.

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Welches Aromaöl für was?

Düfte beeinflussen uns in verschiedener Form. So wirken manche Aromaöle anregend, andere wiederum beruhigend und entspannend. Einige sorgen für eine bessere Konzentration und wieder andere für einen erholsamen Schlaf.

Nur: Welche Düfte entspannen und welche Düfte machen glücklich? Welche Wirkung Sie mit welchen Aromastoffen erreichen können, haben wir für Sie gesammelt:

  • Entspannende Wirkung
    …haben die Duftnoten: Anis, Orange, Rosenholz, Mandarine, Zimt, Bergamotte, Fichtennadel, Honig, Kamille, Lavendel, Thymian, Muskat
  • Konzentrationsfördernde Wirkung
    …haben die Duftnoten: Minze, Heu, Kaffee, Zitrone, Eukalyptus, Lemongras, Cajegut, Rosmarin, Vanille
  • Aktiviernde Wirkung
    …haben die Duftnoten: Rosmarin, Jasmin, Patchouli
  • Schlaffördernde Wirkung
    …haben die Duftnoten: Baldrian, Melisse, Passionsblume
  • Aphrodisierende Wirkung
    …haben die Duftnoten: Neroli (=Pomeranze), Rosenblüten, Nelkenblüte, Ylang ylang
  • Immunisierende Wirkung
    …haben die Duftnoten: Bethelnuss, Ginseng, Ingwer, Salbei, Majoran, Kümmel, Thuja
  • Ausgleichende Wirkung
    …haben die Duftnoten: Geranium, Lindenblüte, Sandelholz, Teebaum, Weihrauch

Anwendung: Aromaöle für Diffuser?

Bei der Anwendung sollten Sie es jeweils nicht übertreiben. Die menschliche Nase gewöhnt sich schnell an einen Duft und nimmt diesen dann nicht mehr wahr. Dennoch wirkt er. Wenn Sie zwischendurch lüften oder den Raum verlassen, werden Sie wieder merken, wie sich das Aroma ausgebreitet hat.

Aromaöle können zudem unterschiedlich angewandt werden. Manche träufeln sie für eine kurzfristige, intensive Wirkung direkt auf die Heizung. Andere nutzen sogenannte Duftkerzen oder Aromaöl-Diffuser (Verdunster), bei denen die Öle verdünnt werden und über lange Zeit ihren Duft entfalten.

Diese Verdünnung ist im Übrigen die empfohlene Anwendung. Insgesamt gibt es auf diesem Weg fünf gebräuchliche Möglichkeiten:

  • Duftlampen
  • Diffuser
  • Aufguss für die Sauna
  • Badezusatz
  • Inhalation

Zudem gibt es spezielle Aromaöle, die Sie direkt auf der Haut anwenden können. Sei es als Massageöl, als Balsam oder in Kombination mit einem Hautpflegeprodukt.

Seien Sie vorsichtig bei der Anwendung, da Aromaöle meist auf der Kleidung zu hartnäckigen Flecken und Verfärbungen führen, die nur schwer wieder zu beseitigen sind. Alternativ können Sie direkt zu Ursprungsprodukten greifen, in dem Sie zum Beispiel mit Kräutern, Gewürzen oder Tee Ihre ganz persönliche Aroma-Atmosphäre schaffen.

Aromatherapie: Was ist das?

Da es für jede Befindlichkeit und für jede Behandlung einen passenden und speziellen Duft gibt, hat sich inzwischen eine komplette Naturwissenschaft um die Wirkungsweisen gebildet: die Aromatherapie.

Das Wissen um die Wirksamkeit von Düften ist aber keineswegs neu. Bereits die alten Ägypter haben Aromen für sich genutzt, um bestimmte Krankheiten zu therapieren. Dabei geht es seit jeher darum, bestimmte seelische und körperliche Probleme mit der Anwendung der Aromaöle zu lindern. Heute nutzen viele Psychotherapeuten die heilsame Wirkung der Düfte als Unterstützung für ihre Behandlung.

Und selbst in der Konsumwelt sind Aromaöle längst angekommen. In bestimmten Läden werden meist künstlich erzeugte Düfte verbreitet, um das Kaufverhalten zu fördern und anzuregen.

Vorsicht: Aromaöle können Nebenwirkungen haben

Wer Aromaöle benutzt, muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Substanzen hochkonzentriert und stark dosiert sind. Daher sollten sie nicht direkt auf der Haut oder gar auf Schleimhäuten angewandt werden. Es sei denn, sie sind extra dafür geeignet und hergestellt.

Denn die Zusammensetzung der puren Konsistenz kann die Haut reizen und zu allergischen Reaktionen führen. Daher sollten Sie bei Kontakt mit dem Öl dieses sofort mit warmen Wasser gründlich abspülen.

Außerdem können Aromaöle zu Kopfschmerzen führen, wenn sie zu hoch dosiert werden. Asthmatiker klagen sogar vereinzelt über Atemnot. Schwangere und kleine Kindern sollten ebenfalls vorsichtig sein mit der Anwendung von Aromaölen. Sie reagieren wesentlich sensibler darauf.

Gemäß Stiftung Warentest konnten allergische Reaktionen vor allem bei Zitronendüften festgestellt werden. Typische Weihnachtsmischungen, die häufig eine große Menge Zimt enthalten, wurden ebenfalls als allergieauslösend eingestuft. Erstaunlicherweise schnitten in diesem Zusammenhang fertige Duftkerzen deutlich besser ab.

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[Bildnachweis: Magdalena Steinbach by Shutterstock.com]

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