Glück: Tipps für ein glückliches Leben

Es ist kein Zufall, dass wir alle nach Glück streben. Mit der Perspektive, dass das Leben nur begrenzt ist, möchten wir am Ende darauf zurückschauen und sagen: Ich habe mein Leben gelebt. Ich bin zufrieden und auch – glücklich! Dieses Empfinden ist so wichtig, dass es eine eigene Wissenschaft dazu gibt: Die Glücksforscher. Ihre Ergebnisse erklären uns, was Glück eigentlich ist, was uns glücklich macht und wie wir mehr Glück finden…

Glück: Tipps für ein glückliches Leben

Was ist Glück für mich?

Haben Sie schon mal dieses Glücksgefühl erlebt, das einen regelrecht durchflutet? Wenn Sie darüber nachsinnen, werden Sie feststellen, das es in Situationen auftritt, in denen Sie vorher für etwas gekämpft haben, ein Ziel erreichen wollten, die Lösung für ein schweres Problem suchten oder Befreiung aus einer angespannten Situation suchten und nun ein Gefühl der Erleichterung und Freude erfahren. Das ist ein erster Hinweis auf Ihrer persönlichen Suche nach Glück: Glücksgefühle entstehen meistens in einem ein Zusammenspiel von Anspannung und Entspannung.

Filmtipp: Das Streben nach Glück

Wenn Sie ein richtiges Glücksgefühl nachempfinden möchten, ist der Film „Das Streben nach Glück“ mit Will Smith empfehlenswert. Der alleinerziehende Vater Chris landet mit seinem kleinen fünfjährigen Sohn Christopher obdachlos auf der Straße. Er gibt alles, um seinen Sohn ein glückliches Leben zu ermöglichen. Auch in den widrigsten Umständen kämpft er mit starkem Willen und Durchhaltevermögen. Achtung – Spoiler: Chris schafft es am Ende und dieses unbeschreibliche Glücksgefühl, das er hat, berührt zutiefst.

Welche Arten von Glück gibt es?

Wenn wir umgangssprachlich von Glück sprechen, dann sprechen wir in der Regel von zwei Arten:

  • Das Lebensglück

    Als Lebensglück wird der Zustand der Glückseligkeit bezeichnet, wenn wir (gerade) sorgenfrei und gesund sind, gute Beziehungen führen und uns irgendwo so richtig zuhause und wohl fühlen. Die größten Glücksfaktoren für das Lebensglück sind Gesundheit, Familie, Beruf, Finanzen und Freizeit.

  • Das Zufallsglück

    Vorausschauend wünschen wir dem anderen ‚Viel Glück!‘ und meinen damit, dass etwas nicht beeinflussbar ist und günstig verlaufen soll. Das Schicksal soll unserem Gegenüber wohl gesonnen sein. Zurückblickend sprechen wir auch von Glück, wenn wir gerade von einem schlimmen Ereignis verschont worden sind. Wir bringen es zum Ausdruck, durch den Ausspruch ‚Glück gehabt!‘.

Was ist Glück? – Wissenschaftlich betrachtet

Sprachwissenschaftler haben das Wort Glück untersucht und herausgefunden, dass es von dem Wort Gelücke abstammt. Vor rund 900 Jahren meinte man im Mittelhochdeutsch schlicht damit: Etwas endet gut.

Heute versteht man laut dem Duden darunter eine angenehme und freudige Gemütsverfassung. Man kommt in Besitz oder Genuss von etwas, was man sich gewünscht hat, und empfindet deshalb eine innere Befriedigung, sogar noch mehr – eine Hochstimmung.

Nach dieser positiven Stimmung strebt der Mensch. Dabei ist das, was der einzelne für sich als Glück definiert, sehr subjektiv. Jeder empfindet anders. Was den einen erfreut und Glücksgefühle verursacht, kann von den anderen nicht so von Bedeutung sein. So ist das Glück einzigartig. Das ist für Wissenschaftler ein triftiger Grund, sich der Frage wissenschaftlich zu nähern. Soziologe Ruut Veenhoven von der Erasmus- Universität Rotterdam, eine Koryphäe in der Glücksforschung, erklärt Glück so:

Glück ist das Maß oder der Grad, in dem ein Mensch mit der Qualität seines eigenen Lebens insgesamt zufrieden ist. Anders ausgedrückt bezeichnet Glück das Maß, in dem man das eigene Leben mag.

Veenhoven leitet daraus ab, dass das Glück im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst wird:

  • Stimmung – Wie angenehm empfinden wir die Gefühle, die wir haben?
  • Zufriedenheit – Inwieweit entspricht die aktuelle Situation den eigenen Vorstellungen?

Wie angenehm wir unsere Gefühle finden und wie zufrieden wir sind, beurteilen wir persönlich. Oft ist es abhängig von unserer Erwartung und unserer Einstellung zur Situation. Selbst Schicksalsschläge und schwere Unfälle mit dramatischen körperlichen Folgen (Amputation, Querschnittslähmung, …) müssen Menschen nicht unglücklich machen, weil sie das Erlebte in Relation zu anderen Erfahrungen stellen. Nicht wenige erleben das sprichwörtliche Glück im Unglück.

Wo leben die glücklichsten Menschen?

Jährlich präsentiert der World Happiness Report, wo die Menschen am glücklichsten sind. In einer Skala von 1 bis 10 sollen die Personen aus 156 Ländern ihr eigenes Glücksempfinden einschätzen. Nach den Gründen wird hier zunächst nicht gefragt. Im Jahr 2020 war das eindeutig in den skandinavischen Ländern und die Schweiz:

  1. Finnland,
  2. Dänemark
  3. Schweiz
  4. Island
  5. und Norwegen

standen an der Spitze. Deutschland lag nur auf Platz 17.

Der Glücksbericht wird außerdem ergänzt von objektiven Faktoren:

  • Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
  • Lebenserwartung
  • soziales Sicherheitsnetz
  • persönliche Freiheit
  • Freigebigkeit
  • Korruption

Daraus lässt sich eine interessante Erkenntnis für das Glücksempfinden ableiten:
Die nordischen Länder und die Schweiz weisen neben einem hohen Einkommen, eine lange Lebenserwartung und ein gut ausgebautes soziales Netz auf. Die Länder sind sicher, stabil und haben eine funktionierende Regierung. Der eigene Besitz und der Luxus sind demnach nicht ausschlaggebend für das Glücksempfinden. Die Gesellschaft und das soziale Setting beeinflussen auch unsere Zufriedenheit im Leben.

Ergebnisse einer Umfrage: Was bedeutet Glück?

Im März 2019 befragte das Sinus-Institut in der YouGov-Studie Menschen zwischen 18 und 69 Jahren, welche drei der folgenden 20 Dinge für Sie am wichtigsten seien, um glücklich zu sein? Die Auswertung:

  • Gesundheit: 51%
  • eine gute Partnerschaft:32%
  • eine intakte Familie: 31%
  • ausreichend Geld: 25%
  • ein schönes Zuhause: 23%
  • Spaß und Freude im Leben: 22%
  • Freunde: 15%
  • Freiheit: 15%
  • Kinder: 13%
  • ein guter Job: 10%

Dieses Ergebnis spiegelt sich auch in den sogenannten Glücksfaktoren wieder.

Glücksfaktoren: Was macht uns glücklich?

Es ist mehr als eine Binsenweisheit: Geld allein macht nicht glücklich. Geld hilft. Aber die Zufriedenheit beeinflusst es nur bedingt. Wer kein Geld hat, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen – mit etwas zu Essen oder warmer Kleidung, dem hilft Geld aus seiner Notlage und es macht ihn für den Augenblick glücklicher.

Auch die Glücksforscher haben in ihren Studien festgestellt, dass das Wirtschaftswachstum und damit verbundene steigende Pro-Kopf-Einkommen den Leuten mehr Lebensfreude geben kann, aber nur dann wenn sie zuvor arm waren. Wenn eine gewisse Sättigung in der Bevölkerung eintritt, droht das Gegenteil. Vor allem in den Ländern mit großer sozialer Ungleichheit, werden die Menschen unzufriedener, weil sie sich immer mit den noch Reicheren vergleichen.

Geld und daraus resultierender Luxus beeinflussen den Glücksfaktor nicht. Es sind andere Faktoren, die in uns ein Glücksgefühl verursachen:

  • Gesundheit

    Wie wichtig die Gesundheit für unser eigenes Glücksempfinden ist, merken wir erst in dem Augenblick, wo es nicht so gut um uns steht. Wenn eine Erkrankung Beschwerden bereitet und die Lebensgestaltung einschränkt, wird die Gesundheit zu einem kostbaren Gut. Der Genesene weiß seine wiedergefundene körperliche Kraft zu schätzen.

  • Stabile Partnerschaft

    Schon in der Bibel steht: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. (1.Mose 2,18) Wir brauchen einen Partner für unser Glück. Eine belastbare Beziehung, in der beide Partner Geborgenheit und Herzenswärme finden, steigert den eigenen Glücksfaktor.

  • Kinder

    Kinder machen glücklich – und das obwohl sie Arbeit bedeuten. Studien fanden heraus, dass Eltern sich auf einem höheren Glückslevel befanden als Kinderlose. Als Begründung gaben die Eltern an, dass Kinder ihrem Leben einen Sinn geben.

  • Freundschaften

    Wenn Menschen am Lebensende gefragt werden, was sie am meisten bereuen, dann dass sie nicht mehr Beziehungen gepflegt haben. Wir brauchen die Gemeinschaft mit anderen, den Austausch über Erfahrungen, die Wärme im Miteinander. Ein geselliger Abend mit Freunden beseelt und wirkt noch viele Tage nach.
    Wer in einer intakten Familie lebt und einen festen Freundeskreis mit tragfähigen Beziehungen hat, profitiert von den starken Bindungen so sehr, dass er nicht nur glücklich ist, er leidet auch seltener unter psychischen Problemen. Verständlich, denn er hat die Möglichkeit seine Probleme im Gespräch aufzuarbeiten, seine Gefühle zu interpretieren und gemeinsam mit anderen Lösungen zu entwickeln.

  • Einstellung

    Wie glücklich wir selber sind, hat weniger damit zu tun, in welchen Umständen wir leben als wie wir sie betrachten. Der Mensch hat die Möglichkeit, seinen eigenen Glücksfaktor zu beeinflussen. Wir haben es selber in der Hand, wie glücklich wir sind. Schauen wir auf die Ereignisse und sehen die negativen Aspekte, werden wir automatisch Ärger, Frust und Traurigkeit empfinden. Lenken wir unseren Blick auf das Positive im Elend, bewerten wir die Situation anders. Dankbarkeit trotz Unglück bewirkt eine innere Veränderung und fördert die Lebensfreude.

  • Selbstbestimmung

    Wer frei entscheiden und handeln kann ist glücklicher. In Freiheit zu leben ist für uns in den westlichen Nationen selbstverständlich. Wir wissen gar nicht, wie es sich anfühlt, fremd bestimmt zu sein in einer Gesellschaft, die alles vorgibt und keinen Raum für Individualität lässt. Wer sein Leben gestalten darf, so wie er möchte und das Beste aus sich machen darf, lebt glücklicher. Er kann seinen Interessen nachgehen, seine persönlichen Stärken ausleben und weiter entwickeln. Das fördert die Lebensfreude.

  • Arbeit

    Es ist nicht nur die drohende Armut, die Arbeitslose belastet. Die finanziellen Sorgen wiegen schwer, aber noch schlimmer ist das Gefühl, die eigene Arbeitskraft sei nichts wert. Man selber sei nichts wert. Der Joblose fühlt sich ausgegrenzt. Er hat seinen Status verloren. Im schlimmsten Fall können diese negativen Gefühle krank und depressiv machen. Noch mehr Glück im Job empfindet der, der einen Beruf wählen konnte, der seinen eigenen Fähigkeiten entspricht.

  • Religion

    Vor allem in armen Ländern, in denen die Menschen in unsicheren Bedingungen leben müssen, hat der Glaube eine tröstende Funktion. Er schenkt Hoffnung auf ein besseres Leben und den Glaube an ein höheres Wesen, das sich um den Menschen sorgt.

  • Ausreichend Geld

    Damit ist gemeint, soviel finanzielle Mittel, dass die Grundbedürfnisse erfüllt werden können. Laut dem UN-Katalog braucht der Mensch nicht viel zum glücklich sein:

    • mindestens 2500 Kalorien täglich
    • 100 Liter Wasser Täglich
    • einen Platz zum Kochen
    • mindestens sechs Quadratmeter Wohnraum
    • sechs Jahre Schule

    Das ist bescheiden. Die Deutschen haben laut OECD-Studien mehr Ansprüche: Ein Jahreseinkommen von 60.000 Euro bis 70.000 Euro. Danach bringt das Geld den Menschen keine zusätzlich Lebensfreude mehr.

Wie werde ich glücklich?

Glück zu finden ist keine Glückssache. Jeder kann glücklich sein. Wir können selber unser Glück in die Hand nehmen.

Viele glauben, dass Sie die Gefühle einfach überkommen und sie keinen Einfluss darauf haben. Dem ist aber nicht so. Wir können unser Empfinden verändern. Es ist alles eine Frage der Perspektive und der Einstellung. Wer die glücklichen Momente in seinem Leben aktiv sucht, wird auch sein persönliches Glück finden.

Glück hängt nicht von den äußeren Verhältnissen ab, sondern von der inneren Einstellung. Nicht was du hast oder wer du bist oder wo du bist oder was du tust, macht dich glücklich oder unglücklich. Entscheidend ist, wie du darüber denkst.

(Dale Carnegie)

Es ist also nicht maßgeblich entscheidend, was uns zustößt, sondern wie wir es beurteilen und was wir daraus machen. Wir geben Ihnen Tipps, wie und wo sie Glück in Ihrem Leben entdecken:

  • Verbringen Sie viel Zeit mit Familie und Freunden

    Die Beziehung zu anderen Menschen macht unser Leben erst lebenswert. Beziehungen existieren da, wo beide sich drum bemühen. Wer seine Lieben vernachlässigt, fühlt sich einsam und ausgeschlossen, aber er kann auch selber etwas daran ändern und die Nähe von Ihnen suchen. Erst das Miteinander macht das Leben lebenswert und stärkt unser Wohlbefinden. Denn gemeinsam verbrachte Zeit, stärkt das Selbstwertgefühl und verleiht Rückhalt.

  • Tun Sie Dinge, die Sie lieben

    Oft beginnt an dieser Stelle das Problem. Viele wissen gar nicht, was sie lieben. Sie haben ihr Leben lang hart gearbeitet und das Feierabendbierchen auf dem Sofa war schon Belohnung genug. Sich bewusst für eine Beschäftigung entscheiden, die Freude bereitet, haben Sie verlernt. Haben Sie schon entdeckt, was Sie heute begeistert? Kochen, Musik, Kunst, Sport, Reisen – es gibt so viele Möglichkeiten. Probieren Sie es einfach aus.

  • Seien Sie dankbar

    Das ist für Menschen, die schwer erkrankt sind oder gerade jemanden durch Tod verloren haben, geradezu undenkbar. Aber eine differenzierte Sichtweise hilft Ihnen aus dem – berechtigten – Stimmungsloch heraus. Dankbarkeit ist keine Gefühl sondern eine Entscheidung. Dankbar sein ist aktiv. Und wer sich entschließt den Blick auf die schönen Dinge zu lenken, wird Veränderung erleben und glücklich werden.

  • Gehen Sie raus in die Natur

    Es gibt einen einfachen Effekt, den Sie für sich nutzen können: Menschen sind glücklicher, wenn sie draußen im Grünen sind als wenn sie die der Stadt um sich haben. Machen Sie einen Spaziergang im Wald oder um den See, dass kann für Sie zu einem Glücksbooster werden.

  • Suchen Sie die Gemeinschaft mit glücklichen Menschen

    Die schlechte Laune anderer zieht uns runter. Dagegen sollten Sie sich wehren und ganz bewusst die Gemeinschaft mit glücklichen Menschen suchen. Ihre Fröhlichkeit wird Ihre Stimmung positiv beeinflussen.

Zu guter Letzt:

Es gibt ein altes Sprichwort: Jeder ist seines Glückes Schmied. Darin steckt ganz viel Wahrheit. Es wäre einfach, wenn wir den anderen für unser Glück verantwortlich machen könnten, zum Beispiel den Partner, der einen verlassen hast. Aber dem ist nicht so.

Wir sollten die Traurigkeit, die Wut, die wir empfinden, zu lassen. Sie ist berechtigt. Aber sie sollte uns nicht beherrschen.

Jeder kann für sich selber entscheiden, ob er glücklich sein will oder eben nicht. Bin ich ein Glückspilz oder ein Pechvogel? Das bleibt vor allem eines – eine Entscheidung.

[Bildnachweis: absolutimages by Shutterstock.com]
2. Juni 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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