Hörbuch: Praktisch für daheim und unterwegs

Der Hörbuch-Markt boomt. Viele Menschen finden es bequem, sich ein Buch vorlesen zu lassen, während Sie anderen Beschäftigungen nachgehen können.

Auch ältere Personen, deren Sehfähigkeit womöglich eingeschränkt ist oder die sich nicht mehr so sehr aufs Lesen konzentrieren können, schätzen ein gutes Hörbuch. Gerade auditiv veranlagte Menschen empfinden es zudem als angenehme Erinnerung an die Zeit als ihnen in der Kindheit vorgelesen wurde.

Doch wo bekommt man ein Hörbuch überhaupt her – schließlich ist das Angebot inzwischen nur schwer durchschaubar. Wir haben das Thema der Hörbücher näher für Sie beleuchtet.

Hörbuch: Praktisch für daheim und unterwegs

Wissenswertes über das Hörbuch

Ein Hörbuch ist im Prinzip nichts anderes als ein vorgelesenes Buch. Es wird auch als Audiobuch bezeichnet und ist entweder auf haptischen Tonträgern wie einer CD oder früher auf einer Audiokassette erhältlich oder als digitale Datei, die entweder aus dem Internet heruntergeladen oder auch direkt dort angehört werden kann (der sogenannte Stream). Die Veröffentlichung der Hörbücher übernehmen sowohl Verlage als auch oft öffentliche oder private Rundfunkanstalten.

Als Ausgangspunkt für die Entwicklung der Hörbücher gilt das Blindenhörbuch. Schon mit dem Aufkommen der ersten Schallplatten Ende des 19. Jahrhunderts wurden vorgelesene und teilweise sogar szenisch gespielte Texte auf den Tonträgern festgehalten.

Lange fristete das Hörbuch jedoch ein Nischendasein. Erst mit dem Aufkommen der Digitalisierung veränderte sich das Leben vieler Menschen. Zum einen war ihr Alltag nun von vielen parallel stattfindenden Tätigkeiten geprägt, zum anderen waren die Hörbücher über das Internet überall zu haben und unkompliziert nahezu an jedem Ort abspielbar.

In der Folge sahen die großen Verlage das Hörbuch als ideale Möglichkeit, einen bereits existierenden Text per Zweitverwertung ohne viel Aufwand weiter zu vermarkten. Aber auch kleinere Verlage, die sich explizit auf die Produktion von Hörbüchern spezialisiert haben, halten sich erfolgreich am Markt.

Früher wurden Hörbücher im Umfang oft gekürzt, damit sie auf den entsprechenden Datenträger passen. Solche Angebote gibt es auch heute noch – einfach um die Texte übersichtlicher und prägnanter zu gestalten. Daher gilt es genau hinzusehen, um welche Fassung es sich bei dem jeweiligen Hörbuch-Angebot handelt.

Welche Arten von Hörbüchern gibt es?

Hörbuch ist nicht gleich Hörbuch. Es gibt verschiedene Formen des Hörbuchs. Meist dient es dabei der Unterhaltung, häufig jedoch auch der Information. Daher lassen sich folgende Unterteilungen der Hörbücher vornehmen:

  • Romanlesung
    Häufig werden vom Autor selbst oder von Sprechern (oft sind das bekannte Schauspieler oder Synchronsprecher) Romane vorgelesen. Zuweilen sogar mit verteilten Rollen.
  • Lehr-Hörbuch
    Das Lehr-Hörbuch dient der Information – meist im Umfeld der Schule oder des Studiums beziehungsweise des Seniorenstudiums. Es ist auf eine bestimmte Lernmethodik fokussiert und verfolgt den entsprechenden Zweck der persönlichen Weiterbildung – zum Beispiel beim Sprachen lernen.
  • Sach-Hörbuch
    Auch Sachbücher werden als Hörbuch veröffentlicht. Häufig sind in gekürzter Form praktische Anleitungen zu hören, die nicht nur informieren sondern auch bis zu einen gewissen Grad unterhalten sollen.
  • Podcast
    Ein Podcast ist eine kurze Einheit, die im kompakten Rahmen ein Thema behandelt. Sowohl Radio- und Fernsehanstalten, als auch Zeitungen und Blogs veröffentlichen häufig Podcasts, um mittels Mono- oder Dialoge zu informieren oder zu unterhalten.
  • Live-Mitschnitt
    Wenn eine Lesung vor Ort durchgeführt wird, ist es häufig so, dass diese auch aufgezeichnet und im Anschluss als Live-Mitschnitt veröffentlicht wird – meist als kurzer Appetitanreger für das komplette Buch.
  • Audioguide
    Vor allem in Ausstellungen und Museen findet man die praktischen Hörbücher, die zu den jeweiligen Exponaten kurze Hintergrundinformationen und Geschichten liefern.

So kommen Sie an Ihr an Lieblings-Hörbuch

Das Angebot an Hörbüchern ist vielfältig. Man kann sie als CD im Laden kaufen oder in digitaler Form in einem Tonformat (häufig als mp3, aber auch in anderen Spezialformaten) herunterladen – meist bei den bekannten Online-Buchhandlungen aber auch in den entsprechenden App-Stores der Smartphone- und Tabletsoftwarehersteller Google und Apple.

Wer sich einen Text nur einmal anhören möchte ohne ihn herunterzuladen, kann sich auch bei einem Streaming-Dienst einen Text zu Gemüte führen. Hier gibt es verschiedene Angebote – manche sind kostenlos, manche rechnen über eine monatliche Pauschale ab, andere wiederum nach der Anzahl der angehörten Streams. Ein Überblick:

  • Audible
    Der mit Abstand größte Anbieter auf dem Hörbuch-Markt ist Audible. Er bietet die größte Auswahl an Hörbüchern und ist auch als App verfügbar. Auf Wunsch können Sie sich die gewünschten Texte auch dauerhaft herunterladen. Hinter Audible steckt der umstrittene Branchenriese Amazon, darum ist Audible nur mit einem entsprechenden Konto und dem Audible-Manager nutzbar. Hier sind verschiedene Modelle möglich: vom monatlichen Abo bis hin zum Einzelkauf. Ein Kopieren und Anhören auf anderen Geräten ist nur schwer möglich, da Audible ein spezielles Dateiformat nutzt.
  • Musikdatenbanken
    Musikdatenbanken wie Napster, Spotify und andere bieten ebenfalls Hörbücher an. Meist sind diese in der monatlichen Nutzungsgebühr des Abo-Modells enthalten. Allerdings ist das Angebot oft deutlich kleiner als bei den Spezialisten. Dafür sind die Dateien auch offline abspielbar und lassen sich häufig gut auf verschiedene Ihrer Geräte kopieren.
  • Vorleser
    Der deutsche Anbieter Vorleser.net bietet kostenlose Hörbücher an – jedoch ist die Auswahl sehr begrenzt. Meist handelt es sich um unbekannte Autoren, die hier für sich werben möchten oder um Klassiker, die von Urheberrechten befreit sind. Diese können Sie sich dann im mp3-Format legal herunterladen und problemlos auf vielen Geräten abspielen. Ein weiterer, kleinerer Anbieter, der dieses Modell verfolgt, ist soforthoeren.de.
  • Claudio
    Claudio.de verfolgt das gleiche Geschäftsprinzip wie der Marktführer Audible, ist jedoch deutlich flexibler in der Anwendung. Allerdings ist das Angebot auch deutlich kleiner. Gerade Nischenprodukte sind hier kaum zu finden.
  • BookBeat
    BookBeat ist vor allem für fremdsprachige Hörbücher und Jugendliteratur eine schöne Alternative. Allerdings ist das monatliche Abomodell mit knapp 20 Euro für den Premium-Zugang vergleichsweise teuer und nur auf Mobilgeräte ausgelegt, nicht für den Laptop oder PC.
  • Nextory
    Die Registrierung bei Nextory ist zwar kompliziert, aber dann stehen einem neben Hörbüchern auch E-Books zur Verfügung. Das Angebot ist groß, die Preisgestaltung fair, aber nicht übermäßig günstig. Man kann zwischen einem Basiszugang mit einem Buch pro Monat und einem unbegrenzten Premium-Pass (sogenanntes Gold-Modell) wählen. Auch können mehrere Anwender einen Zugang für zusätzliche drei Euro gemeinsam nutzen.
  • Blinkist
    Der Anbieter Blinkist verspricht, umfangreiche Texte auf das Wesentlichste zu verknappen und so Zeit zu sparen. Dieses Modell, das sich insbesondere bei Sachbüchern bewährt hat, startete zunächst als reines E-Book-Angebot und bietet nun auch Hörbücher. Die Jahresgebühr für den unbegrenzten Zugang liegt bei knapp 80 Euro. Allerdings muss jeder wissen, dass er dabei nur einen Teil der Hörbücher erhält – eben das, was Blinkist als notwendig erachtet. Das kann ein Vor- aber auch ein Nachteil sein.
  • Audiotheken
    Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (insbesondere die der ARD), bieten eine große Auswahl an kostenfreien Hörspielen an – sowohl auf in ihren Mediatheken als auch in der entsprechenden App. Mit dem Programm Mediathek-View können diese auch heruntergeladen werden. Allerdings handelt es sich hierbei meist um Eigenproduktionen, Podcasts und unbekannte Werke. Ein Stöbern lohnt sich dennoch, denn das Angebot ist durchaus spannend.
  • Bibliotheken
    Öffentliche Büchereien bieten schon über viele Jahre Hörbücher an – insbesondere für ihre blinden Kunden. Inzwischen arbeiten sie zentral mit dem Anbieter Onleihe zusammen und sind sowohl mit dem Browser als auch über eine spezielle App erreichbar. Zwar müssen Sie Mitglied bei Ihrer Stadtbibliothek sein und einen entsprechenden Mitgliedsausweis beantragen, dann stehen Ihnen jedoch viele Hörbücher kostenfrei oder für einen geringen Jahresbeitrag zur Verfügung – je nach Standort der Bücherei.

Darum sind Hörbücher so populär

Hörbücher lassen sich überall anhören: beim Autofahren, bei der Hausarbeit, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Wartezimmer beim Hausarzt, … Mit dem Smartphone ist das heutzutage kein Problem mehr.

Gerade wem in Kindertagen oft vorgelesen wurde und wer eher Gehörtes als Gelesenes im Kopf behält, genießt es, ein Hörbuch zu konsumieren.

Häufig machen sich die Hörbuch-Verlage durchaus Mühe, indem Sie bekannte Sprecher engagieren oder Dialoge mit mehreren Sprechern gestalten. Auf diese Weise wird eine Lebendigkeit erzeugt, die das „Kopfkino“ in Gang setzt. Emotionen können so besser vermittelt werden als nur durch den reinen Text. Hintergrundgeräusche und Musik tun dabei ihr Übriges.

Um die beste Umsetzung eines geschriebenen Textes in ein Hörbuch-Format entsprechend zu würdigen, zeichnen die öffentlich-rechtlichen Sender aber auch der Bundesverband der Musikindustrie jährlich die besten Hörbücher aus. Ein Blick in die Bestenlisten lohnt sich also – gerade, wenn Sie nicht nur auf der Suche nach einem simpel vorgelesenen Text, sondern nach einem Hörerlebnis sind.

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[Bildnachweis: Alex SG by Shutterstock.com]
20. Oktober 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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