Memory für Senioren: Spielend das Gedächtnis trainieren

Memory ist weltweit bekannt. Bis heute wurden von dem Spieleklassiker 75 Millionen Stück in 80 Ländern verkauft. Nicht nur Kinder spielen es gern. Auch Erwachsene haben Freude am Suchen und Finden und Memory für Senioren hat sogar einen zusätzlichen Vorteil: Es eignet sich hervorragend, um die eigene Gedächtnisleistung zu trainieren. Wer das Memory-Spiel erfunden hat, wie Memory für Senioren Ihrer Merkfähigkeit hilft und Ideen für eigene Memory-Varianten…

Memory für Senioren: Spielend das Gedächtnis trainieren

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Die Geschichte des Memory-Spiels

Das Memory-Spiel so wie wir es kennen, hat sich 1940 die Schweizer Erzieherin Berta von Schröder ausgedacht. Sie bastelte rechteckige Karten mit verschiedenen Motiven für ihre Kindergartenkinder. Das Spiel nannte sie Zwillingsspiel. Kommerziellen Erfolg hatte sie damit nicht. Erst als der in London stationierte Schweizer Offizier William Hurter von dem Spiel hörte und es dem Verlag Otto Maier, heute bekannt als Ravensburger Spieleverlag, präsentierte und herausbrachte, wurde es bekannt. Sein Vater Heinrich Hurter hat für seine Enkelkinder eine eigene Variante des Zwillingsspiels gebastelt – die war so beliebt, dass der Vater sie einem Verlag anbot.

Seinen Namen „Memory“ hat das Spiel erhalten, weil es von den Kindern immer als memory game bezeichnet wurde. Der Verlag entschied, den Namen zu behalten und ihn verkürzen. Das einfache Spiel ist eine riesige Erfolgsgesichte: Aus 72 verdeckten Karten müssen die zueinander passenden Paare gefunden werden. Wer richtig aufdeckt, darf das Paar behalten – unterschiedliche Karten werden wieder umgedreht.

Heute gibt es Memory in über 250 Varianten: mit Tierbildern, Naturmotiven, Spielzeug, Alltagsgegenständen oder mit Sehenswürdigkeiten. Das Spielprinzip ist aber viel älter. Bereits im 12. Jahrhundert haben Japaner ein Spiel gespielt, bei dem sie verschiedene Muschelhälften zusammenfügen mussten. Die Innenseiten der Muscheln wurden mit verschiedenen Szenen bemalt. Die Hälften kamen in zwei Behälter und wurden von den Spieler wieder richtig zugeordnet. In England wurde im 19. Jahrhundert ein Spiel namens Pairs (deutsch: Paare) gespielt. Mit zwei Kartenspielpaketen à 52 Karten wurden die Paare gesucht.

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Memory für Senioren: Darum ist es gut für das Gedächtnis

Im Alter lässt die Gedächtnisleistung nach. Es ist ein Prozess, der langsam beginnt. Vielen Menschen in höherem Alter stellen fest, dass es ihnen schwer fällt, sich über eine längere Zeit zu konzentrieren. Sich zu erinnern, wo alltägliche Gegenstände wie der Schlüssel oder die Lesebrille abgelegt wurden, dauert dann auch länger. Ebenso, sich an Namen zu erinnern oder den passenden Begriff in richtigen Moment zu finden.

Wenn die Gedächtnisleistung nachlässt, erleben Betroffene eines dieser Anzeichen:

  • Verlegen von Alltagsgegenständen
  • Verlieren des Gesprächsfadens
  • Wortfindungsschwierigkeiten
  • Orientierungslosigkeit
  • Vergessen von Namen

Memory für Senioren kann helfen, die kognitiven Leistungen länger zu erhalten und zu trainieren.

Gründe für die abnehmende Gedächtnisleistung

Die Gründe für die Gedächtnisschwäche sind vielfältig. Schlafmangel, Druck, Stress, psychische Belastungen oder Erkrankungen können zur Abnahme der Gedächtnisleistung führen. Doch auch, wenn gesundheitlich alles andere in Ordnung ist, leidet das Gedächtnis mit der Zeit. Das gehört zum natürlichen Alterungsprozess.

Mit zunehmendem Alter wird das Gehirn nicht mehr so stark durchblutet. Zusätzlich lagern sich in den Gefäßen des Gehirns Stoffe ab und führen zu Verkalkungen. Die Folge: Die Gehirnzellen werden nicht mehr vollumfänglich mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dadurch nimmt die Leistungsfähigkeit ab. Konkret verschlechtern sich die Aufmerksamkeit, die Konzentration und die Merkfähigkeit.

Mit Memory die Gedächtnisleistung verbessern

Doch es gibt eine gute Nachricht: Ein gesunder Lebensstil in Form von ausgewogener Ernährung, Bewegung und Verzicht auf Alkohol und Zigaretten helfen dabei, die Gefäße des Gehirns zu schützen.

Die Struktur des menschlichen Gehirns lässt sich ein Leben lang formen. Darüber, wie wir unser Gehirn nutzen und fördern, beeinflussen wir, wie die Nervenbahnen im Gehirn verschaltet sind. Im Fachjargon spricht man von Synaptischer Plastizität. Je häufiger wir etwas tun oder eine bestimmte Information abrufen, beispielsweise wenn wir ein Gitarre spielen und einen bestimmten Akkord greifen, desto schneller wird die Information über die dafür zuständigen Nerven übertragen. Das Gehirn hat gelernt, dass diese Information wichtig für uns ist.

Durch Gehirnjogging und Gedächtnistraining lässt sich die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses verbessern. Mit gezielten Übungen wie zum Beispiel Memory für Senioren stärken Sie Ihr Gedächtnis. Während des Spiels wird das Gehirn durch die Anstrengung besser durchblutet. Memory unterstützt auch die Zusammenarbeit zwischen der linken und der Gehirnhälfte. Dadurch fällt es leichter, sich etwas zu merken.

Memory und Demenz

Memory und andere Gedächtnisspiele können dabei helfen, Demenz vorzubeugen. Sie haben einen positiven Effekt, doch verhindern lässt sich eine Erkrankung dadurch nicht.

Für Demenzkranke ist das Memory-Spielen eine schöne Beschäftigungsmöglichkeit, die Spaß macht und gleichzeitig das Gehirn aktiviert. Wichtig ist jedoch, dass demenzkranke Spieler nicht überfordert werden. Denn dann wird aus Spielspaß schnell Frust. Folgende Tipps helfen bei der Umsetzung:

  • Anzahl
    Spielen Sie mit einer überschaubaren Kartenzahl. Dann stellen sich schnell Erfolgserlebnisse ein. Wenn Sie regelmäßig spielen können Sie mit der Zeit die Anzahl der Karten steigern. Ein guter Ausgangspunkt sind 24 Karten.
  • Größe
    Die Karten sollten groß genug sein. Normale Memory-Karten haben meistens eine Größe von 6×6 Zentimeter. Diese Größe erschwert es allerdings, die Motive richtig zu erkennen und die Karten zu greifen. Nehmen Sie stattdessen 10×10 Zentimeter.
  • Erkennbarkeit
    Achten Sie darauf, dass die Motive auf den Memory-Karten gut erkennbar sind. Die Abbildungen sollten zum einen groß genug sein, aber auch übersichtlich. Es ist besser ein Motiv auf die Karte zu drucken oder zu kleben, statt einer Vielzahl. Zum Beispiel: Eine Banane ist besser und leichter zu erkennen als eine Staude mit Bananen.
  • Vertrautheit
    Neben der Erkennbarkeit ist es entscheidend, dass die Motive auf den Karten den Spielern vertraut sind. Nehmen Sie dafür ganz alltägliche Dinge, wie beispielsweise Obst, Gemüse oder Tiere. Je nach Interessenslage der Spieler können auch florale Motive oder Fahrzeuge für Spaß beim Spielen sorgen.
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Memory selber machen: Ideen und Druckvorlage

In jedem Spielwarengeschäft, Kaufhaus oder Online-Spiele-Händler können Sie ein Memory-Spiel kaufen. Die Motive sind vielfältig und die Spiele lassen sich mit einer Kartenzahl von 12 bis 72 Karten erwerben. Sehr viel Spaß macht es aber auch, sich ein eigenes Memory-Spiel zu basteln. Gerade Memory für Senioren lässt sich so individuell gestalten und auf die Bedürfnisse anpassen.

Wir haben eine Druckvorlage für Sie erstellt, mit der Sie mit wenigen Schritten ein Memory-Spiel gebastelt haben. Was Sie tun müssen:

  • Laden Sie dafür über den Klick auf den Link „Druckvorlage“ die Datei herunter.
  • Drucken Sie die Vorlage aus.
  • Kleben Sie die ausgedruckte Vorlage auf einen Bogen Bastelkarton.
  • Schneiden Sie die 48 Kärtchen aus.

Für den besonderen Spielspaß und eine neue Spielherausforderung haben wir verschiedene Spielvarianten gesammelt, mit denen Sie Memory abwandeln können.

Memory-Spielvarianten: 7 neue Spielideen

Ein bisschen Abwechslung gefällig? Dann sollten Sie die folgenden Spielvarianten ausprobieren:

  • Sprichwörter-Memory
    Memory lässt sich nicht nur mit Bildmotiven spielen. Sie können auch Redewendungen oder Sprichwörter nutzen. Wie das geht? Sie teilen das Sprichwort in zwei Hälften und kleben die Hälften auf jeweils eine Karte. Zum Beispiel: Aller Anfang ist… Das ist der erste Teil, der auf eine Karte kommt. Das Ende, in dem Fall „schwer“, kleben Sie auf eine zweite Karte.
  • Fühl-Memory
    Eine besonders herausfordernde Spielvariante ist, wenn Sie im Spiel verschiedene Sinneseindrücke miteinander kombinieren. Damit fördern Sie Ihr Gehirn zusätzlich. Kombinieren Sie beispielsweise den Sehsinn mit dem Tastsinn. Dafür brauchen Sie Bilder und die entsprechenden Gegenstände. Zum Beispiel: Ein Bild von Wolle und gleichzeitig ein Säckchen mit etwas Wolle darin oder ein Bild von Moos und etwas Moos für das Säckchen. Die Bilder kleben Sie auf Kärtchen. Die Gegenstände, die ertastet werden sollen, kommen in ein kleines Säcken. Von außen sollte nicht sichtbar sein, was sich darin befindet.

    Im Spielverlauf decken Sie nun ein Kärtchen auf und suchen gleichzeitig das passende Säcken. Ein Memory-Paar besteht dann aus einem Kärtchen und einem Fühlsäckchen.

  • Gewürz-Memory
    Beim Memoryspiel können Sie auch den Sehsinn mit dem Geruchssinn kombinieren. Gewürze eignen sich hervorragend dafür. Drucken Sie Bilder von verschiedenen Kräutern und Gewürzen aus. Kleben Sie diese auf Kärtchen. Kaufen Sie jene Gewürze, die Sie als Bilder ausgesucht haben in einer Gewürzdose. Kleben Sie Zeitungs- oder Geschenkpapier um die Gewürzdosen, sodass nur die Öffnung oben frei bleibt. Auf diese Weise lässt sich von außen nicht erkennen, welche Gewürze sich in der Dose befinden und alle Dose sehen gleich aus.

    Beim Spielen decken Sie ein Kärtchen auf und suchen die passende Gewürzdose dazu. Zum Beispiel: Sie decken ein Bild mit einem Rosmarinzweig auf und suchen nun nach der Gewürzdose mit Rosmarin. Praktisch und übersichtlich ist es, wenn Sie auf einer Tischseite die Kärtchen legen und auf der anderen die Gewürzdosen.

  • Klang-Memory
    Großen Spaß macht es auch Klänge und Bilder miteinander zu verknüpfen. Dafür brauchen Sie Bilder von Materialien und Gegenständen, die Geräusche machen. Das sind zum Beispiel: Reiskörner, getrocknete Erbsen, Linsen, Sand, Knöpfe oder Nägel. Zusätzlich brauchen Sie ein Gefäß, in das Sie diese Materialien füllen können. Wir empfehlen leere Überraschungseier.

    Ein Beispiel: In eine leere Plastikhülle füllen Sie etwas Reis und kleben auf eine Karte ein Bild von Reiskörner. Ziel des Spiels ist es das Bild sowie das Ü-Ei mit dem dazugehörigen Geräusch zu finden.

    Sie werden feststellen, dass diese Variante gar nicht so leicht ist. Denn vielen Menschen fällt es schwer, sich Klänge zu merken.

  • Foto-Memory
    Mit Fotos können Sie ein ganz persönliches und individuelles Spiel kreieren. Gestalten Sie beispielsweise ein Familien-Memory mit Porträtbildern von den Familienmitgliedern. Diese Variante eignet sich gerade bei Memory für Senioren. Wenn Sie eine zusätzliche Schwierigkeitsstufe einbauen möchten, können Sie Paare aus der Familie nehmen. Beispiel: Bei dieser Variante ist ein Paar das Foto von Tante Heide und ihrem Mann Peter.
  • Dreidimensionales Memory
    Blüten, Blätter oder Nudeln sind wunderbare Memory-Motive. Statt flache zweidimensionale Bilder auf Karten zu kleben, suchen Sie nach Gegenständen und Motiven, die sich auf gut auf ein Kärtchen kleben lassen. Bei dieser Variante werden Sehsinn und Tastsinn gleichzeitig angesprochen.
  • Natur-Memory
    Wie die Japaner im 12. Jahrhundert können Sie auch ganz auf Kärtchen verzichten und stattdessen andere Materialien nehmen. Glatte Kieselsteine oder Eichelhütchen eignen sich besonders gut. Mit etwas Farbe können Sie die Innenseite der Eichelhütchen bemalen und suchen dann die passenden Hütchen. Oder sie verzieren eine Seite der Kieselsteine mit einem Motiv und suchen die passenden Kieselsteine.
  • Upcycling-Memory
    Auch Dinge, die Sie normalerweise ohne groß zu überlegen in den Müll werfen, können zu einem Memory-Spiel umfunktioniert werden. Besonders gut eignen sich dafür Kronkorken oder Flaschendeckel. Verzieren Sie die Innenseite mit einem bunten Motiv und schon kann die Suche beginnen.
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Memory online spielen

Sie spielen lieber online statt klassisch mit Karten? Wir haben drei Anbieter rausgesucht, bei denen Sie kostenlos Memory spielen können:

  • RBB online
    Der rbb bietet eine Variante, bei der Sie aus 20 Karten zehn Paare finden müssen. Die Versuche werden gezählt.
  • Spiegel.de
    Auch der Spiegel bietet eine Online-Memory-Variante. In insgesamt 15 Leveln, von ganz leicht bis schwer, gilt es die richtigen Kartenpaare zu finden.
  • lerntipp.com
    Auf der Website lerntipp haben Sie die Möglichkeit, Memory in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen zu spielen.

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[Bildnachweis: Wet cartoon by Shutterstock.com]

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