Einbruchschutz: Keine Chance für Langfinger

Nicht nur in der dunklen Jahreszeit ist Einbruchschutz wichtig. Langfinger organisieren sich immer besser und kundschaften schlecht geschützte Häuser und Wohnungen aus. Dabei gehen sie oft schnell und äußerst geschickt vor.

Aber es gibt Mittel und Wege, den Verbrechern ihr Handwerk so zu erschweren, dass sie von ihren Vorhaben ablassen.

Wie sinnvoller Einbruchschutz aussieht und auf was sie besonders achten müssen, verraten wir Ihnen hier.

Einbruchschutz: Keine Chance für Langfinger

Darum ist Einbruchschutz so wichtig

Wenn es Herbst und Winter wird und die Dunkelheit bereits am späten Nachmittag beziehungsweise frühen Abend eintritt, beginnt die Hochsaison für die Einbrecher. Denn die meisten Einbrüche geschehen nicht etwa nachts, wenn alle schlafen und zuhause sind und außerdem jedes kleine Geräusch sofort auffällt, sondern in den frühen Abendstunden. Denn dann wird anhand der Beleuchtung und der Rollläden sichtbar, wo schon jemand zuhause ist oder wo sich die Bewohner noch bei der Arbeit oder auf dem Weg von dort befinden.

In den letzten Jahren haben sich verstärkt Banden entwickelt, die gerade in grenznahen Gebieten Einbrüche verüben, wo sie schnell über die Grenze verschwinden können. Häuser und Wohnungen werden dabei meist gezielt über mehrere Tage ausgekundschaftet, um die ideale Einbruchszeit abzupassen.

Da die Einbrüche in den letzten Jahren und Jahrzehnten zugenommen haben, legt die Polizei bereits schon seit Längerem ein besonderes Augenmerk auf das Thema Einbruchschutz und -prävention. Mit zunehmendem Erfolg: In der Kriminalstatistik nimmt die Zahl der gescheiterten Einbruchsversuche sukzessive zu.

Es geht dabei nicht darum, das eigene Heim zu einer uneinnehmbaren Festung zu machen. Einbrecher haben es in der Regel eilig. Meist gilt: Braucht ein Einbrecher länger als maximal zwei Minuten, um einzudringen, bricht er eher ab als ein. Oftmals ist die Zeit, bis die Verbrecher von ihrem Vorhaben ablassen sogar noch bedeutend kürzer. Denn sie sind auf der Suche nach einem leichten Weg und nicht nach einer sportlichen und riskanten Herausforderung.

Es geht also beim Einbruchschutz primär um Abschreckung. Da immer noch zu viele Häuser und Wohnung kaum geschützt sind, gilt hier also gewissermaßen das „Sankt-Florian-Prinzip“.

Tipps für einen besseren Einbruchschutz

Wer sein Heim mit einem sinnvollen Einbruchschutz ausstatten möchte, muss sich zunächst einmal über die Schwachstellen klar werden. Das sind meist Fenster und Türen (sowohl beim Haupteingang als auch bei Balkon oder Terrasse). Daher gilt es, gerade diese Einstiegsmöglichkeiten vernünftig zu sichern:

  • Schlösser
    Querriegelschlösser, die über die volle Breite einer Tür gehen, bieten den besten Einbruchschutz. Aber auch Sperrbügel und Zusatzschlösser können das Einbrechen schon deutlich erschweren. Türschlösser sollten zudem mit einer Sicherheitsabdeckung versehen sein, damit der Zylinder nicht einfach heraus zu knacken ist. Zudem ist der Einbau eines Türspions an der Haustür sinnvoll.
  • Verankerungen
    Verankerungen von Türen und Fenstern sollten stabil im Mauerwerk eingebaut sein. Sie sind meist die größte Schwachstelle, da sie sich andernfalls schnell aufhebeln lassen. Ein geübter Einbrecher schafft das binnen weniger Sekunden. Fenster sollten mit stabilen Kunststoff-Alu-Verriegelungen versehen werden. Zudem sollte der Schließmechanismus Klappen statt Zapfen haben.
  • Rollläden
    Die Rollläden sollten einen stabilen Rollpanzer haben. Zudem sollte die Führungsschiene verstärkt sein und eine Hochschiebesicherung eingebaut sein. Andernfalls stellen Rollläden keinen zuverlässigen Schutz dar und veranlassen den Einbrecher lediglich zu einem müden Lächeln ehe er sekundenschnell den Rollladen aufschneidet oder hochschiebt.
  • Automatik
    Die heutige Smarttechnik rund ums Wohnen erlaubt es, Anwesenheit vorzutäuschen. Sowohl Licht als auch Rollläden lassen sich per Tablet oder Smartphone aus der Ferne über das Internet steuern. Es lassen sich aber auch Zeitschaltuhren mit Zufallsmechanismus einbauen, die den gleichen Effekt erzielen.
  • Alarmanlage
    Eine Alarmanlage mit Sirene, Flutlicht oder beidem sowie eine Kameraüberwachung mit Funkübertragung sind sicherlich der teuerste Einbruchschutz. Sie sind vermutlich erst dann sinnvoll, wenn Sie ein großes Anwesen oder eine Villa besitzen, bei denen ein Einbruch über die versteckten Ecken des Grundstücks auch länger brauchen kann als der in eine einfache Wohnung im Mehrfamilienhaus. Bedenken Sie aber auch: Je mehr solcher teuren Sicherheitssysteme Sie einbauen, umso eher erzeugt das bei den Einbrechern das Bewusstsein, dass hier richtig etwas zu holen sein könnte. Schließen Sie diese Systeme daher an eine Notstromversorgung an, da sie sonst bei einer Kappung der Stromzufuhr wirkungslos sind.
  • Verhalten
    Der beste Einbruchschutz ist sinnlos, wenn Sie Ihr Verhalten nicht entsprechend anpassen. Halten Sie also alle Türen und Fenster stets geschlossen, wenn Sie nicht zuhause sind. Dies gilt auch in den oberen Stockwerken, denn Einbrecher beherrschen die Kletterkunst meist exzellent. Zudem sollten Sie Ihre Wertsachen nicht offen zugänglich zuhause aufbewahren. Der beste Ort ist ein Bankschließfach oder ein Safe.
  • Nachbarn
    Ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn ist ebenfalls ein sehr guter Einbruchschutz. Sagen Sie also Bescheid, wenn Sie für längere Zeit verreisen, damit diese ein besonderes Augenmerk auf Ihr Heim richten.

Die Kosten: Zuschüsse der KfW

Es ist schwer, genaue Angaben zu machen, was ein guter Einbruchschutz kostet. Das hängt zum einen von der Lage, der Bauweise und der Ausstattung Ihrer Wohnung beziehungsweise Ihres Hauses ab und zum anderen auch von den Schwachstellen.

Günstige Türschlösser und kleinere aber durchaus wirkungsvolle Gadgets gibt es mitunter schon für wenige Euro. Es sind aber auch Komplettsysteme, die nicht unter einigen tausend Euro zu haben sind – insbesondere dann, wenn Sie mit Alarmanlagen und Kameraüberwachung arbeiten wollen.

Eines ist jedoch wichtig zu wissen, bevor in Einbruchschutz investieren: Es gibt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Zuschussmöglichkeit. Das Programm nennt sich 455-E und bietet einen einmaligen finanziellen Zuschuss in Höhe von bis zu 1.600 Euro, wenn die Ein- oder Umbauten von einem Fachunternehmen nach bestimmten Normen durchgeführt werden.

Diese Zuschussmöglichkeit gilt auch für Mieter, nicht nur für Hauseigentümer. Mieter können zudem kleinere Komponenten ohne Rücksprache mit dem Vermieter einbauen. Nur beim Wechsel von Türen und Fenstern sollte diese auf jeden Fall erfolgen.

Tipp: Lassen Sie sich beraten

Um Ihr Heim vor Einbrechern zu schützen, können Sie auch die Profis fragen. Polizeiliche Beratungsstellen sind darauf ausgerichtet, Sie individuell zu beraten und Ihnen Tipps zu geben.

Das Fachberaternetzwerk Zuhause Sicher bietet neben Ansprechpartnern und Tipps von der Polizei auch eine Liste von Fachbetrieben in Ihrer Region, welche die Umbauten zuverlässig durchführen. Informieren Sie sich einfach bei Ihrer nächsten Polizeidienststelle.

Wenn es doch passiert ist

Wenn dann ein doch einmal ein Einbruch passiert ist, gilt es, die entsprechenden Schritte zu ergreifen. Zum einen, damit dies nicht noch einmal geschieht und Sie sich wieder sicher fühlen können, zum anderen, um den Schaden so gut es geht zu minimieren.

  1. Anzeige
    Zeigen Sie den Einbruch umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle an. Machen Sie sich zuvor eine genaue Liste, was gestohlen und was zerstört wurde. Verändern Sie dabei nichts am Tatort, ehe Sie nicht das Okay von der Polizei dazu bekommen haben. Denn ansonsten könnten Sie durch voreiliges Aufräumen wichtige Spuren verwischen.
  2. Versicherung
    Melden Sie den Schaden anschließend Ihrer Hausratversicherung zur Regulierung. Unter Umständen kann es sein, dass auch hier noch ein Gutachter zu Ihnen nach Hause kommt, um die genauen Umstände und Sicherheitsmaßnahmen in Augenschein zu nehmen. Belege für gestohlene Gegenstände können ein wichtiger Beweis sein, damit die Sachverständigen schnell und unkompliziert den Fall an die Schadenregulierung übergeben können.
  3. Handwerker
    Sichern Sie die Einbruchstelle so gut es geht schnellstmöglich provisorisch ab und verständigen Sie die entsprechenden Handwerker, um einen besseren Einbruchschutz für die Zukunft zu installieren.
  4. Psychologie
    Den längsten Schaden haben viele Einbruchsopfer in ihrer Psyche. Ein Einbruch stellt gewissermaßen einen Angriff auf die Privatsphäre dar. Man ist dort getroffen worden, wo man sich doch eigentlich am sichersten fühlen sollte. Viele haben daran noch sehr lange zu knabbern, haben Ängste, Schlafstörungen oder Albträume. Das Home ist eben nicht mehr das berühmte Castle, sondern man ist verletzlich geworden. Allzu verständlich, dass sich nicht wenige Einbruchsopfer anschließend in Therapie begeben müssen, um den Schock besser zu verarbeiten. Das ist also überhaupt kein Zeichen von Schwäche sondern eine völlig natürliche Reaktion.

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[Bildnachweis: r. classen by Shutterstock.com]
19. Dezember 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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