Untreue in der Beziehung: Wie Sie damit umgehen

Untreue ist oft der Todesstoß für die Partnerschaft. In einer Ehe hat man sich oft lebenslange Treue geschworen, sexuelle Treue inklusive. Dennoch gehen viele Paare fremd: Statistisch gesehen geht fast jede dritte Frau fremd. Und das Risiko steigt sogar mit zunehmenden Alter. Was können Sie tun, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin untreu ist? Zu den Gründen und Anzeichen sowie Tipps im Falle der Untreue…

Untreue in der Beziehung: Wie Sie damit umgehen

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Definition: Was ist eine untreue Beziehung?

In der Regel beinhalten Zweierbeziehungen die emotionale und sexuelle Treue. Hat jedoch ein Partner eine Affäre oder einen One-Night-Stand, ist er untreu. Statistisch gesehen passiert das in jeder zweiten Beziehung. Fremdgehen gilt als enorme Belastungsprobe für Paare: Viele empfinden die Untreue als massiven Vertrauensbruch und wissen nicht, ob sie ihrem Partner jemals wieder vertrauen können.

Eine Trennung erscheint oft als einziger Ausweg, den die meisten auch gehen. Nur etwa 15 Prozent aller Paare finden danach wieder zueinander. Allerdings muss ein Seitensprung nicht zwangsläufig das Ende einer Beziehung sein. Wer die Untreue des Partners als Symptom einer Beziehungskrise versteht, kann daran arbeiten um sie zu verbessern. Dafür ist es wichtig, die Gründe fürs Fremdgehen zu verstehen.

Statistik zu Untreue in Beziehungen

Wo beginnt Untreue? Dieser Frage ging das Statistikportal Statista nach. Demnach unterscheiden Männer und Frauen geringfügig zwischen einer Affäre und einem einmaligen „Ausrutscher“. Dennoch sind es in beiden Fällen über 60 Prozent der Männer und über 70 Prozent der Frauen, die Sex außerhalb der Beziehung als No-go sehen. Auch einen Kuss (58 / 70 Prozent) oder ein Date (51 / 64 Prozent) finden die meisten problematisch.

Gleichzeitig besagt eine weitere Umfrage, dass fast jeder Zweite bereit ist, seinem Partner zu verzeihen. Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass dieser sein Verhalten bereut und es ein einmaliger Vorfall war. Wer hingegen sein Verhalten bestreitet, macht eine Versöhnung nahezu unmöglich. Übrigens zeigen Untersuchungen, dass Frauen keineswegs weniger fremdgehen als Männer. Unterschiede gibt es lediglich beim Verlauf beziehungsweise Ende der Affäre: Dauert sie länger als ein Jahr, entscheiden sich 57 Prozent aller Frauen für die neue Beziehung, aber nur ein Viertel aller Männer.

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Warum beginnen Menschen eine Affäre?

Männern gegenüber besteht häufig das Vorurteil, sie würden die Gelegenheit beim Schopfe packen. Paartherapeuten hingegen weisen darauf hin, dass nur selten die Gelegenheit zum erotischen Abenteuer Grund für Untreue ist. Weitaus häufiger sind es folgende Gründe:

  • Der Partner will sich rächen
    Manche Partner gehen aus Wut nach einem Streit fremd oder rächen sich für die Untreue des Partners.
  • Der Partner ist gekränkt
    Das Interesse anderer Menschen an der eigenen Person steigert das Selbstwertgefühl. Besonders Männer sind aus diesem Grund untreu.
  • Der Partner fühlt sich eingeengt
    Die Untreue ist für Fremdgänger eine Möglichkeit, seine Angst vor Nähe und Abhängigkeit zu regulieren.
  • Der Partner interpretiert Treue locker
    War sexuelle Treue nie explizit Thema, nutzen manche unklare Abmachungen als Ausrede zum Fremdgehen.
  • Der Partner sucht die Abwechslung
    Langeweile in der Beziehung und unbefriedigte Bedürfnisse führen dazu, dass manche gezielt fremdgehen.
  • Der Partner fühlt sich vernachlässigt
    Untersuchungen zufolge ist das der häufigste Grund für Untreue in der Ehe oder Beziehungen allgemein: Mehr als die Hälfte aller Seitensprünge passieren, weil der Partner sich nicht gesehen fühlt, der andere kein Interesse zeigt.

Das schnelle Abenteuer ist es also mitnichten, das Männer und Frauen in die Arme eines anderen Partners treibt. Tatsächlich kommt es eher vor, dass sich jemand von seiner neuen Flamme plötzlich verstanden und akzeptiert fühlt. Dann kann es sogar passieren, dass er oder sie sich verliebt.

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Umgang mit Untreue: Lässt sich die Beziehung retten?

In 85 Prozent aller Fälle führt Untreue dazu, dass Paare ihre Beziehung beenden. Manchmal kann der Betrogene einfach nicht vergessen, was passiert ist. In anderen Fällen will der Fremdgeher so einfach nicht weitermachen. Grundvoraussetzung dafür, dass sich eine Beziehung retten lässt, ist also der unbedingte Wille beider. Zumal viele zwar schwer an der Untreue zu knacken haben. Gleichzeitig wissen sie um die Qualitäten des Partners in anderen Bereichen. Folgende Tipps können dabei helfen:

1. Verantwortung übernehmen

Für viele Betrogene ist es wichtig, dass der Fremdgeher sein Verhalten bereut. Er muss wissen, dass sein Verhalten das Vertrauen ernsthaft erschüttert hat. Die Betrogenen zweifeln oft an sich selbst und ihrer Wahrnehmung, stellen plötzlich alles in der Beziehung infrage. Dabei gibt es sogar glückliche Beziehungen, in denen einer fremdgeht. Es sind lediglich Teilaspekte, die in der Hauptbeziehung gefehlt haben.

2. Beziehung reflektieren

Dafür ist es wichtig, sich die Ursachen für die Affäre vor Augen zu führen. In den meisten Fällen geht es um Nähe beziehungsweise um den Verlust von Nähe. Schnell neigen einige dazu, ausschließlich die Schuld beim Fremdgeher zu suchen. Sofern aber keine narzisstische Persönlichkeitsstörung vorliegt, hat immer auch das Verhalten des Betrogenen dazu beigetragen, dass sich der andere nicht gesehen und wertgeschätzt gefühlt hat.

3. Wünsche kommunizieren

Daher ist die Kommunikation der wichtigste Teil der Beziehungsarbeit – so lässt sich im Vorfeld bereits Untreue verhindern. Was brauchen Sie, um glücklich zu sein? Beide Partner müssen darüber sprechen, was sie sich vom anderen erhoffen, welche Erwartungen und Bedürfnisse sie haben. Ist das nicht klar, kann der eine überhaupt nicht wissen, was dem anderen womöglich fehlt. Oft ist es dann so, dass sich derjenige gekränkt zurückzieht, der sich mit seinen Wünschen nicht gesehen fühlt.

4. Zweisamkeit leben

Ist die Untreue Resultat von zu wenig Nähe, ist es wichtig genau diese nun zu leben. Das heißt, Sie unternehmen aktive Vorkehrungen, um eine erneute Affäre zu vermeiden. Dieser Punkt ist bedeutend, denn nur wenn beide Partner daran arbeiten, lässt sich aus früheren Fehlern lernen und die Beziehung in eine neue Phase überführen. Manche gehen sogar gestärkt aus einer Affäre hervor, weil sie nun verstanden haben, worauf es ihnen ankommt.

5. Zeit geben

Dennoch ist es keine Seltenheit, dass der betrogene Partner immer wieder Erinnerungen an die Untreue hat. Vor seinem inneren Auge laufen imaginierte Szenen des Betrugs ab. Die Untreue zu verzeihen, ist in den meisten Fällen ein Prozess, der Geduld und Zeit erfordert.

Fremdgegangen: Soll ich darüber reden?

Wer nicht gerade in einer offenen Beziehung lebt, hält seine Untreue geheim. Allerdings empfinden viele Fremdgeher die Heimlichtuerei auf Dauer belastend. Sie haben ein schlechtes Gewissen dem Partner oder der Partnerin gegenüber. Ob es eine gute Idee ist, den Seitensprung zu beichten, lässt sich jedoch nicht pauschal sagen. Oft ist es so, dass es lediglich für den Fremdgänger eine Erleichterung ist. Hat der Partner nichts davon geahnt, kann sich das Geständnis zur Belastungsprobe bis hin zur Trennung entwickeln.

Andererseits wollen einer Studie zufolge 67 Prozent der Befragten lieber Bescheid wissen, wenn ihr Partner fremdgeht. Was dann passiert, hängt davon ab, in welchem Zustand sich die Beziehung befindet. Wenn beide sich als Paar eine Chance geben wollen, kann es funktionieren.


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Verdacht auf Untreue: Typische Anzeichen

Nicht immer bemerken Menschen die Untreue ihres Partners. Manche wollen den Betrug schlichtweg nicht wahrhaben. Sie sind konfliktscheu oder haben Angst, den anderen zu verlieren. Andere wiederum sehen die Anzeichen nicht, weil sie ihrer Aufmerksamkeit bisher entgangen sind. Nicht alle sind so offensichtlich wie der klassische Lippenstift am Kragen. In diesen Fällen sollten Sie nachhaken:

  • Auffällige Typveränderung

    Eine neue Frisur, neues Outfit oder plötzlich wird der Fremdgänger zum Fitnessjunkie. Das alles passiert, ohne den Partner einzubeziehen.

  • Häufig Zeitmangel

    Überstunden im Büro, ständig neue Aufträge oder anderweitige Verpflichtungen werden vorgeschoben, um weniger Zeit miteinander verbringen zu müssen

  • Viele Geheimnisse

    Der Partner ist ständig am Handy. Schreibt mit anderen Personen, führt Gespräche. Sobald Sie den Raum betreten, beendet er die Kommunikation. Klingelt das Handy, verlässt er den Raum.

  • Veränderter Sex

    Ihr Liebesleben hat sich deutlich verändert: Sie haben kaum noch Sex. Oder genau andersherum: Sie haben plötzlich deutlich mehr oder gänzlich anderen Sex.

  • Unerklärliche Ausgaben

    Größere Summen Geld versickern in Ausgaben, die Sie nicht nachprüfen können.

  • Unvorhersehbares Verhalten

    Mal ist der Fremdgänger unerklärlich gereizt, dann wieder sehr aufmerksam. Er schenkt plötzlich häufiger Geschenke – auch ohne Anlass.

Diese Merkmale sind keine zweifelsfreien Beweise, lediglich Indizien für mögliche Untreue. Treten sie jedoch in Summe auf, sollten Sie das Gespräch suchen.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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