Treppenlift: Modelle, Einbau, Kosten, Zuschuss

Wer im Alter oder nach einem Unfall die Treppenstufen zu oder in seinen eigenen vier Wänden nicht mehr bewältigen kann, benötigt einen Treppenlift. Doch die Kosten für den Einbau können je nach Gebäudebeschaffenheit extrem hoch sein, zudem ist das Angebot auf den ersten Blick ziemlich unübersichtlich und mitunter etwas verwirrend. Um Ihnen den Überblick und letztendlich die Entscheidungsfindung zu erleichtern, welcher Treppenlift für Sie der richtige ist, haben wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst…

Treppenlift: Modelle, Einbau, Kosten, Zuschuss

Wer benötigt einen Treppenlift?

Wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist, muss nicht zwangsläufig in ein Pflegeheim oder in ein betreutes Wohnen umziehen. Häufig sind die Erledigungen des Alltags noch gut möglich, lediglich der Zugang zur Wohnung oder zu einigen Räumen innerhalb des eigenen Hauses ist nicht mehr ohne weiteres zu bewältigen – Treppensteigen wird zur Qual oder gar zum unüberwindlichen Hindernis.

Die Einschränkung, die den Einbau eines Treppenliftes erforderlich macht, kann vielerlei Gründe haben. Zum Beispiel:

  • Alter
  • Operation
  • Krankheit
  • Unfall

Gerade im eigenen Haus kann ein Treppenlift durchaus Sinn machen, um den Keller oder obere Wohnräume besser und vor allem ohne fremde Hilfe erreichen zu können – insbesondere, wenn man langfristig auf einen Rollstuhl angewiesen ist oder aufgrund einer Krankheit (zum Beispiel Multiple Sklerose) Mobilitätsverluste absehbar sind.

Treppenlift: Diese Arten gibt es

Je nach Grad der eigenen körperlichen Einschränkung und insbesondere der Wohnsituation sind die Angebote an Treppenliften äußerst vielfältig. Wer nur einen kleinen Treppenabsatz überwinden muss, benötigt selbstverständlich keinen so aufwändigen Treppenlift wie Personen, die über mehrere Etagen mobil sein müssen. Dementsprechend unterscheiden sich die Angebote und Preise erheblich.

Grundsätzlich muss man zunächst die angebotenen Treppenlifte nach vier Modelltypen unterteilen, um für sich den richtigen Treppenlift zu finden:

  • Sitzlift

    Ein Sitzlift ist ein einfacher Treppenlift mit einer befestigten Sitzgelegenheit. Gerade wer nicht auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sondern lediglich Probleme mit dem Treppensteigen hat, ist mit solch einem Modell gut beraten, da sie meist die günstigsten sind.

  • Plattformlift

    Ein Plattformlift eignet sich für Menschen, die dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind. So müssen sie nicht den Sitzplatz wechseln, sondern können mit ihrem Rollstuhl bequem auf die Plattform fahren und mit dem Lift einfach und sicher an der Treppe entlang gleiten. Solch ein Treppenlift benötigt etwas mehr Platz als ein einfacher Sitzlift.

  • Hublift

    Der Hub- oder Hebelift ist immer dann angebracht, wenn ein Plattformlift wegen Platzmangel nicht eingebaut werden kann. Er ist zwar günstiger als ein Plattformlift, jedoch nur für geringe Höhenunterschiede geeignet: Man fährt mit dem Rollstuhl auf den Lift und wird einige Zentimeter bis maximal zwei Meter in die Höhe gehoben. So sind Treppenabsätze oder wenige Stufen leichter zu überwinden.

  • Senkrechtlift

    Die teuerste Variante ist der Senkrechtlift. Er kann entweder als Sitz- oder als Plattformlift montiert werden und verläuft nicht seitlich an der Treppe entlang, sondern wird vergleichbar einem klassischen Personenaufzug so eingebaut, dass er im Treppenhaus oder daneben senkrecht verläuft. Dieser Treppenlift ist in den unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich, der sogenannte Homelift, der mit Glaswänden ausgestattet ist, gilt dabei sicherlich als der edelste.

Wer einen Treppenlift einbauen lassen möchte, sollte ausschließlich darauf spezialisierte Unternehmen beauftragen. Sie prüfen die örtlichen Gegebenheiten, wie zum Beispiel die Tragfähigkeit der Wände beziehungsweise Decken, damit die entsprechenden Hub- oder Schienensysteme sicher montiert werden können.

Treppenlift: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Die Frage, wie teuer ein Treppenlift ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass ein Einbau außen teurer ist als im Innenbereich. Zudem spielen weitere Aspekte eine zentrale Rolle:

  • Höhe

    Die Anzahl der Etagen und die Höhe der Wohnung entscheidet logischerweise über die Länge und die Modellwahl des Treppenliftes. Je höher dieser sein muss, umso mehr Material wird benötigt und umso aufwändiger gestaltet sich der Einbau.

  • Treppenmaße

    Enge und gewundene Treppen erfordern speziell angefertigte und damit teurere Lösungen. Gerade Treppen, die nicht verwinkelt sind, lassen sich eher mit Standardmodellen überwinden.

  • Bausubstanz

    Wenn Wand oder Treppe nicht die Tragfähigkeit für den Treppenlift-Einbau hergeben, müssen entsprechende Verstärkungen montiert werden, was schnell sehr teuer werden kann, da extra Trägerkonstruktionen nötig sind. Dies ist allerdings zum Glück selten der Fall.

  • Treppenlift-Modell

    Je nach Wahl des Modells und der entsprechenden Funktionen, unterscheiden sich die Kosten erheblich. Dazu kommen innerhalb der verschiedenen Modelle Qualitätsunterschiede in den Materialien und der Verarbeitung.

Vergleicht man die Anbieter, so ergeben sich entsprechend große Preisspannen. Dennoch lassen sich gewisse Richtwerte festhalten, die je nach Anforderungen einen Minimal- beziehungsweise Maximalbetrag je Modell haben:

  • Sitzlift über gerade Treppen: 2.500 bis 8.000 Euro pro Etage
  • Sitzlift über kurvige Treppen: 6.000 bis 16.000 Euro pro Etage
  • Plattformlift: 8.000 bis 19.000 Euro pro Etage
  • Hublift: 5.000 bis 15.000 Euro
  • Senkrechtlift: 14.000 bis 50.000 Euro pro Etage

Die oben genannten Zahlen betreffen Neu-Modelle. Wem diese Beträge zu teuer sind, kann über den Einbau eines gebrauchten Treppenliftes nachdenken. Die Ersparnis beträgt dabei mitunter bis zu 50 Prozent und kann gerade bei einfachen Treppen eine Alternative darstellen.

Allerdings müssen Befestigung und Fahrbahn häufig dennoch noch einmal individuell angepasst oder teilweise neu gefertigt werden, so dass oftmals nur der Sitz beziehungsweise die Plattform selbst übernommen werden.

Einen gebrauchten Treppenlift erhalten Sie bei den entsprechenden Herstellern, die auch neue Produkte vertreiben. Sie sollten dabei darauf achten, dass diese sowohl in technisch einwandfreiem Zustand und vollständig gewartet sind, als auch über mindestens zwölf Monate Garantie verfügen. Von einem Privatkauf ist daher abzuraten.

Einen Treppenlift mieten

Einen Treppenlift mietenFür den Fall, dass Sie nur für einen relativ kurzfristigen Zeitraum von einigen Jahren auf einen Treppenlift angewiesen sind, kann es sich lohnen, sich diesen zu mieten. Bereits ab 50 bis 100 Euro pro Monat ist eine Miete möglich, wobei die Mindestlaufzeit der Verträge meist bei 36 Monaten liegt. Dafür müssen Sie auch für die Erstmontage nur ungefähr die Hälfte der ursprünglichen Kosten berappen.

Gerade bei einfach verlaufenden Standardtreppen ist eine Miete daher oft erheblich günstiger und auch für Firmen lohnt sich das Geschäft, da sie die Modelle später weiterverkaufen können.

Wie immer gilt es allerdings den Einzelfall genau abzuwägen. Wenn Sie aufgrund einer Operation oder einer zeitweisen Gehbeeinträchtigung auf einen Treppenlift angewiesen sind oder in absehbarer Zeit sowieso umziehen wollen beziehungsweise müssen, ist die Miete eine gute Alternative. Doch je komplizierter der Treppenverlauf umso höher sind die monatlichen Kosten und umso weniger lohnt sich unter Umständen das Geschäft für Sie.

Achten Sie zudem darauf, dass im Mietvertrag auch der Service für die Wartung eingeschlossen sind, damit Sie hier nicht am Ende drauf zahlen müssen.

Zuschuss zum Treppenlift-Einbau

Wer mindestens über Pflegegrad eins verfügt, kann die Kosten für den Treppenlift, sowie dessen Einbau bei der Pflegeversicherung bis zu einem Betrag von 4.000 Euro geltend machen. Dieser Betrag gilt pro pflegebedürftigem Hausbewohner: Bei einem Ehepaar sind es also schon 8.000 Euro, bei einer Senioren-Wohngemeinschaft von vier Personen beläuft sich der Zuschuss auf 16.000 Euro. Dies ist allerdings dann auch der Maximalbetrag.

Die Pflegeversicherung bezuschusst die Anschaffung und den Einbau eines Treppenliftes jedoch nachrangig. Das bedeutet, dass der Zuschuss nur dann erfolgt, falls keine andere Institution zur Leistung verpflichtet ist. Diese könnten zum Beispiel folgende sein:

  • Unfallversicherungen

    Für denn Fall, dass aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ein Treppenlift notwendig wird, übernimmt die Kosten die Berufsgenossenschaft der gesetzlichen Unfallversicherung.

  • Sozialamt

    Wer bereits aufgrund Bedürftigkeit Leistungen vom Sozialamt oder des Jobcenters bezieht, muss zunächst dort einen Antrag auf Prüfung der Kostenerstattung einreichen.

  • Haftpflichtversicherung

    Wenn die Gehbeeinträchtigung aufgrund eines Fremdverschuldens zustande kam, muss zunächst dieser beziehungsweise seine Haftpflichtversicherung für den Treppenlift aufkommen.

Zudem besteht beim Treppenlift-Einbau auch die Möglichkeit, eine Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beantragen. Nähere Infos dazu finden Sie in unserem Artikel zum altersgerechten und barrierefreien Umbau.

Treppenlift: Checkliste zum Einbau

Treppenlift: Checkliste zum EinbauUm nicht von der Flut der Angebote für Treppenlifte überfordert zu sein, empfiehlt es sich, Schritt für Schritt vorzugehen, um den im Einzelfall richtigen Anbieter zu finden. Kaufempfehlungen können wir Ihnen an dieser Stelle zwar keine geben, aber gerne geben wir Ihnen eine Checkliste an die Hand, nach der Sie strukturiert die beste Lösung für Sie finden können, ohne dass Sie sich zu einem voreiligen Kauf gedrängt fühlen müssen:

  • Achten Sie auf die aktuellen Testberichte: Die Stiftung Warentest, die Verbaucherzentralen sowie die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) testen regelmäßig Produkte und können Ihnen auch in Bezug auf den richtigen Treppenlift erste Orientierungspunkte geben.
  • Checken Sie die Angebote: Nicht nur der Preis sollte entscheidend sein. Auch der Kundenservice spielt eine große Rolle. Seriöse Angebote bieten mindestens zwei Jahre Garantie und einen regelmäßigen Kundendienst zur Wartung. Außerdem sollte eine Vor-Ort-Beratung selbstverständlich sein, ebenso wie flexible Finanzierungsmöglichkeiten.
  • Lassen Sie den Einbau prüfen: Bevor Sie sich für ein Angebot entscheiden, sollten vom Fachmann noch einmal alle räumlichen Gegebenheiten genau gecheckt werden. Wie breit sind die Treppenstufen? Wie sind die Abstände zwischen Treppenabsatz und Türen? Wie hoch und stabil sind die Wände?
  • Wohnen Sie in einem Mietobjekt?: Wer in einem gemieteten Haus oder einer Wohnung wohnt, muss vor dem Einbau die Zustimmung des Vermieters, sowie bei einem Treppenlift im Außenbereich die der Eigentümergemeinschaft einholen. Gerade dort muss eine entsprechende Notfall- und Kindersicherung gewährleistet sein, ebenso wie die Verbauung nicht brennbarer Materalien.
  • Achten Sie auf die Sicherheits-Merkmale: Prüfen Sie das Angebot Ihrer Wahl schließlich noch auf die entsprechenden Prüfsiegel: Der Treppenlift sollte sowohl die Siegel des TüV als auch der GS (Geprüfte Sicherheit) enthalten. Zudem sollte er über einen Sicherheitsgurt, eine Stopp-Automatik für Notfälle und einen Akku für den Fall eines Stromausfalls verfügen.
  • Testen Sie den Komfort: Um eine bessere Nutzbarkeit zu erreichen, sollte sich der Treppenlift einhändig mit einem Knopf oder einem kleinen Hebel bedienen lassen und über eine entsprechende Tragfähigkeit verfügen.
[Bildnachweis: Robert Kneschke by Shutterstock.com]
21. März 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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