Bestattungsinstitut: So finden Sie das geeignete Unternehmen

Im Trauerfall das geeignete Bestattungsinstitut finden – keine einfache Aufgabe. Die wenigsten möchten sich nun um Formalitäten kümmern. Ein Bestattungsinstitut kann hier wertvolle Hilfe leisten. Doch woran erkennt man ein gutes Bestattungsunternehmen? Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um Bestattungsinstitute und zeigen Ihnen, wie Sie den besten Bestatter in Ihrer Nähe finden können.

Bestattungsinstitut: So finden Sie das geeignete Unternehmen

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Was macht ein Bestattungsinstitut?

Wer bisher kaum oder keine Berührungspunkte mit den Themen Sterben, Tod und Beerdigung hatte, ist beim Todesfall im direkten Familienkreis häufig überfordert. In dieser Ausnahmesituation müssen sie Behördengänge erledigen. Nicht zu wissen, wie diese ganze Formalitäten vonstatten gehen, ist zusätzlich belastend. In solchen Fällen hilft eines der circa 4.200 Bestattungsinstitute, die es in Deutschland gibt.

Sie kümmern sich nicht nur um die würdevolle Versorgung und Beerdigung des Verstorbenen, sondern sind für die Hinterbliebenen auch ein wichtiger Ansprechpartner und Begleiter. So können über den eigentlichen Akt der Bestattung hinaus noch Tipps gegeben oder gar die komplette Organisation von Arrangements rund um die Trauerfeier sowie etliche bürokratische Notwendigkeiten vom Bestattungsinstitut übernommen werden.

Eigenleistungen des Bestattungsinstitutes

Bei Leistungen eines Bestattungsinstitutes ist es zunächst wichtig zu unterscheiden, ob das Bestattungsinstitut diese selbst erbringt oder ob es lediglich als Vermittler für Leistungen externer Dienstleister auftritt. Zu den originären Aufgaben der Bestattungsunternehmen gehören zum Beispiel:

  • Beratung und Verkauf von Sarg, Sargaustattung (also Polsterung, Kissen und Decken), Urne und Totenkleidung
  • Würdevolle Pflege des Verstorbenen sowie die Waschung des Leichnams und das Ankleidung und Einbetten im Sarg
  • Organisation des Begräbnistermins sowie die Übernahme der Formalitäten mit den zuständigen Behörden
  • Überführung des Verstorbenen zur Ruhestätte

Fremdleistungen des Bestattungsinstitutes

Darüber hinaus kann auf Wunsch ein Bestattungsinstitut auch Leistungen anderer Dienstleister vermitteln. Hierfür fällt in der Regel eine Vermittlungsgebühr an. Solche Aufträge können beispielsweise folgende sein:

  • Gestaltung des Grabes und der Trauerhalle mit Blumenschmuck
  • Organisation von Trauerrednern, Musikbegleitung und Fotografen für die Beisetzung
  • Auswahl und Pacht des Grabes bei der Verwaltung des Friedhofs
  • Auftrag für einen Grabstein beim Steinmetz
  • Veröffentlichung von Traueranzeigen in der entsprechenden Tageszeitung
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Ein geeignetes Bestattungsinstitut in der Nähe finden

Bei über 4.000 Bestattungsunternehmen deutschlandweit gibt es selbst in abgeschiedenen Regionen eine umfassende Auswahl. In großen Metropolen wie Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt oder Stuttgart ohnehin.

Online Recherche

Dank Internet können Sie unkompliziert mehrere Unternehmen vergleichen, ohne sie persönlich aufsuchen zu müssen. Vergleichsseiten geben einen guten Überblick. Oft bieten sie sogar einen passenden Rechner für die Bestattungskosten, die Sie dann gegenüberstellen können. So sind zum Beispiel diese Seiten interessant:

Durch solche Preisvergleiche haben Sie guten Überblick über Angebote und Kosten und gegebenenfalls sogar eine kleine Verhandlungsbasis. Auf diese Weise lassen sich schnell bis zu einem Drittel der Kosten sparen. Sie erhalten nach der Auswahl der gewünschten Leistungen mehrere kostenlose Angebote und müssen sich keine Sorgen über eventuelle versteckte Gebühren machen, die im Nachhinein für eine unangenehme Überraschung sorgen könnten.

Telefon- und Branchenbücher

Natürlich können Sie auch ganz analog im örtlichen Telefon- oder Branchenbuch nach einem Bestattungsinstitut in der Nähe schauen. Da Anzeigen teuer sind, enthalten diese allerdings weniger Informationen als sie beispielsweise einer unternehmenseigenen Webseite entnehmen könnten.

Empfehlung durch andere

Auch die Recherche im Internet oder entsprechenden Telefonbüchern kostet Zeit und Mühe. Doch nach einem Todesfall haben die wenigsten Angehörigen die Zeit und vor allem nicht die Nerven, jedes Bestattungsinstitut in der Nähe miteinander zu vergleichen. In dem Fall können Empfehlungen durch Freunde, Nachbarn oder Verwandte weiterhelfen. Deren eigene Erfahrungen haben nochmal eine ganz andere Aussagekraft als weitestgehend anonyme Kundenbewertungen.

Wann ruft man den Bestatter?

Ein bis zwei Tage nach dem Tod sollten Sie sich um einen Kontakt zum Bestattungsinstitut bemühen. Für die Angehörigen besteht eine Totenfürsorgepflicht, die der Bestattungspflicht vorausgeht. Sie beinhaltet bei einem Sterbefall zuhause die Verpflichtung, den Leichnam ärztlich begutachten zu lassen (die sogenannte Leichenschau) und den Todesfall beim Standesamt anzuzeigen. Sobald dies geschehen ist, können Sie sich an ein Bestattungsinstitut wenden.

Mit dem vereinbaren Sie einen Termin für die Abholung des Leichnams. Im direkten Gespräch wählen Sie ein Sarg- oder Urnenmodell, sowie die Totenbekleidung aus. Alles weitere ist von Ihrem Budget und Ihren Wünschen abhängig. Manche Bestatter beraten ihre Kunden auch hinsichtlich der Kosten, wenn gar keine finanzielle Mittel vorhanden oder durch das Erbe zu erwarten sind. In diesem Fall können Sie beim Sozialamt ein Antrag auf Bedürftigkeit stellen, damit die Kostenübernahme gewährleistet ist.

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Bestattungen: Preise für Bestatter-Leistungen

Dass eine Bestattung teuer werden kann, ist vielen Hinterbliebenen bewusst. Oft verursachen diese Kosten Unbehagen, da die wenigsten genau wissen, was auf Sie zukommt. Wir haben daher einige Richtwerte für Sie aufgeschlüsselt:

  • Sarg inklusive Ausstattung
    400 bis 5.000 Euro – je nach Verarbeitung und Holz. Durchschnittlich können Sie hier mit 2.500 Euro rechnen.
  • Totenbekleidung, Kissen und Decken
    100 bis 400 Euro. Durchschnittlich können Sie hier mit 250 Euro rechnen.
  • Urne
    60 bis 700 Euro – je nach Material und Design. Durchschnittlich können Sie hier mit 150 Euro rechnen.
  • Waschen und Einkleidung des Verstorbenen
    130 bis 400 Euro. Durchschnittlich können Sie hier mit 270 Euro rechnen.
  • Überführung des Verstorbenen
    100 bis 300 Euro innerorts, darüber hinaus 1,20 bis 2,00 Euro pro Kilometer. Durchschnittlich können Sie hier mit 250 Euro rechnen.
  • Aufbahrung in der Trauerhalle und Gestaltung vor Ort
    80 bis 500 Euro. Durchschnittlich können Sie hier mit 300 Euro rechnen.
  • Verwaltungskosten und Formalitäten
    70 bis 300 Euro – je nach Region. Durchschnittlich können Sie hier mit 200 Euro rechnen.
  • Todesanzeigen und Trauerfeier
    700 bis 2.000 Euro. Durchschnittlich können Sie hier mit 1.500 Euro rechnen.
  • Leistungen für Steinmetz und Gärtner
    2.300 bis 10.000 Euro Durchschnittlich können Sie hier mit 4.800 Euro rechnen.
  • Friedhofsgebühren
    1.000 bis 4.000 Euro – je nach Kommune. Durchschnittlich können Sie hier mit 2.200 Euro rechnen.

Preisvergleich kann sich lohnen

Aus der obigen Auflistung ist ersichtlich, dass sich die Bestattungskosten erheblich unterscheiden. Allein deshalb lohnt sich schon ein Preisvergleich zwischen den verschiedenen Bestattern. Weitere Tipps, wie Sie die Kosten für eine Bestattung niedrig halten können:

  • Sie übernehmen die Organisation
    Sofern Sie dazu in der Verfassung sind, übernehmen sie so viele organisatorische Leistungen wie möglich selbst. So zum Beispiel das Verfassen von Trauerkarten, die Beschaffung von Urkunden bei den Ämtern oder die Suche nach einem geeigneten Grabplatz sowie nach einem Grabkreuz oder Grabstein.
  • Sie verwenden Kleidung des Verstorbenen
    Auch das Geld für die Totenkleidung können Sie sparen. Viele Verstorbene werden in ihrer eigenen Kleidung bestattet.
  • Sie beschränken sich auf das Wichtigste
    Informieren Sie sich vor dem Beratungsgespräch mit dem Bestattungsinstitut genau darüber, welche Leistungen Sie benötigen und was diese kosten. In vielen Fällen beauftragen die Kunden das Bestattungsinstitut lediglich mit dem Kauf eines Sarges beziehungsweise Urne sowie mit der Überführung.
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Woran erkennt man ein gutes Bestattungsinstitut?

Neben den Kosten gibt es noch weitere Merkmale, woran Sie ein gutes Bestattungsinstitut erkennen können:

  • Erreichbarkeit

    Ein gutes Bestattungsinstitut ist leicht erreichbar und begleitet Sie individuell, einfühlsam und würdevoll. Dazu gehört auch, dass sich der Bestatter viel Zeit für Sie und Ihre Trauer nimmt. Auch ungewöhnlichere Wünsche sollten im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten erfüllt werden können.

  • Erfahrung

    Die Bestatter, die beim Bestattungsinstitut arbeiten, verfügen über eine langjährige Erfahrung und viel Einfühlungsvermögen.

  • Netzwerk

    Ein gutes Bestattungsinstitut verfügt zudem über ein breites Netzwerk – so können Sie zum Beispiel den für Sie passenden Trauerredner oder die passende Ruhestätte (Friedhof, Friedwald, Seebestattung, Diamantbestattung) auswählen.

  • Transparenz

    Seriöse und gute Bestattungsunternehmen bieten ein hohes Maß an Transparenz bezüglich Kosten und Leistungen. Oft finden sich auf den Vergleichsportalen auch Kundenbewertungen.

  • Qualitätssiegel

    Siegel von Einrichtungen wie TÜV, eKomi oder Trusted Shop deuten aussagekräftig auf ein hohes Maß an Kundenzufriedenheit hin.

  • Trauerbegleitung

    Viele Bestatter bieten ihren Kunden auch nach der Beerdigung weiterhin Unterstützung an. Dies betrifft insbesondere die psychosoziale Begleitung bei der Trauerbewältigung. Denn das tiefe Loch tritt bei vielen Hinterbliebenen erst nach dem ganzen Stress der Beerdigung ein.

Bestattungsvorsorge abschließen

Das einstmals von den Krankenkassen gezahlte Sterbegeld existiert nicht mehr. Um die Last von ihren Hinterbliebenen zu nehmen, kümmern manche sich selbst im Vorfeld um ihre eigene Bestattung. So schließen sie mit einem Bestattungsinstitut meist eine Bestattungsvorsorge ab. Die finanziellen Rahmenbedingungen lassen sich auf zweierlei Art festlegen: Durch eine Sterbeversicherung oder ein Treuhandkonto. Dies ist zwar nicht bei jedem Bestattungsinstitut möglich, aber auch dies kann ein Zeichen von Qualität und Kundennähe sein.

Was ist ein Bestattungsvorsorgevertrag?

Ein Bestattungsvorsorgevertrag ist ein Treuhand-Vertrag, bei dem Sie einmalig Ihr Geld anlegen. Zuweilen hat der Verstorbene nicht nur Ausgaben für die Beerdigung einkalkuliert, sondern bereits das Sargmodell ausgewählt und Kosten für Trauerfeier und Leichenschmaus berechnet. Im Gegensatz dazu sparen Sie bei der Sterbegeldversicherung in Raten an. Sie empfiehlt sich vor allem für jüngere Menschen, da dann der monatliche Betrag entsprechend klein ausfällt.

Häufige Fragen und Antworten rund um das Thema Bestattung

Wie lange nach dem Tod ist die Beerdigung?

Gemäß Bestattungsfrist müssen Tote innerhalb eines bestimmten Zeitfensters beerdigt oder eingeäschert werden. Diese Frist beginnt 48 Stunden nach dem festgestellten Todeszeitpunkt. So will man die Gefahr eines Scheintodes vermeiden.

Die Maximalfristen sind abhängig von Ort und Art der Beisetzung: Erdbestattungen dürfen in Nordrhein-Westfalen maximal zehn Tage nach Eintritt des Todes stattfinden. In Bayern gilt eine kürzere Frist von 96 Stunden. Urnenbeisetzungen sind innerhalb von sechs Wochen durchzuführen. Informieren Sie sich deshalb über die bei Ihnen geltenden Regelungen.

Wo kann eine Beerdigung stattfinden?

Grundsätzlich gilt in Deutschland der sogenannte Friedhofszwang. Dieser besagt, dass eine Beisetzung von Verstorbenen nur an dafür vorgesehenen Orten durchgeführt werden darf. Für eine Beerdigung ist dies typischerweise der Friedhof.

Alternativ existiert die sogenannte Natur- oder Baumbestattung. Bei dieser findet die Urnenbeisetzung in einem speziell dafür vorgesehenen Bestattungswald statt. Ein bekannter Anbieter solcher Beerdigungen ist Friedwald.

Wer muss die Bestattung bezahlen?

Die Angehörigen sind bestattungspflichtig, haben also die Kosten für die Beerdigung zu tragen. Dabei ist völlig unerheblich, wie ihr persönliches Verhältnis zum Verstorbenen gewesen ist. Gerade bei knappem Budget sollten Hinterbliebene unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, zum Beispiel Ratenkredite.

Im äußersten Fall kann man beim Sozialamt einen Antrag auf Bedürftigkeit stellen. Diesen bewilligt das Sozialamt jedoch nur, wenn gar keine finanziellen Mittel vorhanden oder durch das Erbe zu erwarten sind. In dem Fall trägt das Sozialamt die Kosten, es handelt sich dann um eine „Sozialbestattung“.

Was ist der Unterschied zwischen Beerdigung und Bestattung?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Beerdigung sehr weit gefasst. Er umschreibt den gesamten Prozess von der Trauerfeier, dem anschließendem Weg zum Grab mit Beisetzung des Verstorbenen und schließlich dem Leichenschmaus oder Trauerkaffee im Kreise lieber Menschen.

Eigentlich bezeichnet „Beerdigung“ jedoch nur den Moment, in dem der Sarg oder die Urne in die Erde eingelassen und damit bedeckt wird. Dieser Vorgang nennt sich auch Grablege. Im Unterschied dazu muss eine Bestattung oder Beisetzung nicht unbedingt in der Erde stattfinden (siehe Seebestattung).

Wie viele Personen sollte ich zur Beerdigung einladen?

Zur Beerdigung können Sie alle einladen, die den Verstorbenen kannten und die sich von diesem verabschieden wollen. In erster Linie zählt dazu die Familie; direkte Angehörige ebenso wie etwas entferntere Verwandte. Außerdem sollten Sie Freunde und Bekannte des Verstorbenen zur Beerdigung einladen. Falls dieser in einem Verein aktiv war, können Sie ebenfalls den Mitgliedern eine Einladung schicken.

Zusätzlich können Sie in der Zeitung eine Todesanzeige aufgeben und darin Ort sowie Zeitpunkt der Beerdigung bekanntgeben. Sollten Sie bei den Einladungen jemanden vergessen haben, erfährt dieser möglicherweise auf diesem Weg von der Beerdigung. Prinzipiell gibt es keine Obergrenze. In Zeiten der Corona-Pandemie kann es allerdings gesetzliche Auflagen geben, welche die Zahl der Teilnehmer auf der Beerdigung beschränken.

Was sollte man zur Beerdigung mitbringen?

Es ist üblich, dass Trauergäste zu einer Beerdigung Blumen mitbringen. Je nachdem in Form eines Gebindes, teilweise auch ein Trauerkranz durch einen Floristen. Bei einem Urnenbegräbnis fällt der Blumenschmuck kleiner aus. Hier sind auch einzelne Blumen möglich.

In einigen Fällen bitten die Hinterbliebenen stattdessen um Geldspenden. Ist eine gemeinnützige Organisation angegeben, können Sie hierfür spenden. Anderenfalls können Sie unter Angabe eines Zwecks (für Blumen, Grabstein…) Geld in Ihr Kondolenzschreiben legen. Die Höhe ist Ihnen überlassen, meist werden zwanzig bis fünfzig Euro als angemessen erachtet.

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