Beziehungskiller Liste: Das sind die größten Sünden
Im Bett nur noch tote Hose, der Fernseher als Dauerberieselung – viele Dinge wirken sich negativ auf die Liebe aus. Die nachfolgende Liste enthält daher 11 der häufigsten Beziehungskiller:
1. Sie ziehen häufige Vergleiche
Ständiges Vergleichen macht nicht nur einen selbst unglücklich, wenn man sich mit anderen misst. Es ist auch ein echter Beziehungskiller, wenn jemand bei seinem Partner ständige Vergleiche zieht: Mit dem Ex-Partner, mit dem Partner einer Freundin oder irgendwelchen unerreichbaren Idealtypen. Dahinter steht die alles entscheidende Frage, ob man gerade dabei ist, einen kapitalen Fehler zu begehen. Es ist gewissermaßen die Jagd nach dem Optimum und die Frage, ob das bereits erreicht ist.
Denn falls die derzeitige Beziehung vielleicht gerade nicht so gut läuft, könnte eine andere Frau/ein anderer Mann vielleicht das ersehnte Glück bedeuten. Vor allem im fortgeschrittenen Alter fragen Menschen sich, ob sie etwas (oder jemanden) verpasst haben. Andere Personen scheinen auf einmal reizvoller. Das ständige Vergleichen und Bilanzieren kann der Liebe jedoch einen Dolchstoß verpassen. Denn schließlich sollte es nicht um einen berechenbaren Nutzen gehen, sondern um Gefühle.
2. Sie üben andauernd Kritik
Unstimmigkeiten gibt es mal in jeder Beziehung. Kritisiert aber ein Partner den anderen ständig und macht ihn zu allem Überfluss noch allein verantwortlich für Auseinandersetzungen, schadet das der Beziehung. Dazu gehört auch, im Streit in die Generalisierungsfalle zu tappen und Du-Botschaften zu senden, etwa: „Immer lässt du deine Klamotten überall herumliegen!“ Oder: „Nie hilfst du mir!“ Solche Pauschalaussagen sind immer unfair und treiben das Gegenüber in die Ecke. Sehr wahrscheinlich folgt ein gereizter Schlagabtausch oder der Angegriffene zieht sich verletzt zurück.
Besonders fatal für die Beziehung: Wenn Partner sich nicht mehr gegenseitig respektieren, sondern nur noch Verachtung und Abwehr empfinden. Besser ist es, im konkreten Streitfall die Kritik an einer konkreten Begebenheit festzumachen. Die sollte zudem nicht ewig lange her sein, damit der andere eine Chance hat, den Vorfall zu erinnern und sich entsprechend zu verteidigen. Formulieren Sie dazu Ihre Sicht und was es in Ihnen auslöst, etwa: „Ich fühle mich zur Haushaltshilfe degradiert – diese Woche habe ich dreimal deine Wäsche wegräumen müssen.“
3. Sie bekommen ein Kind
Vielfach werden Kinder als ein Segen betrachtet. Geht mit der Geburt des ersten Kindes zudem ein lang gehegter Kinderwunsch in Erfüllung, scheint das traute Glück als Familie perfekt. Gleichzeitig kann diese neue Konstellation zu einem der schleichenden Beziehungskiller werden. Denn junge Paare müssen nun erst einmal ihre (neuen) Rollen finden. Ein Säugling bringt die Routinen als Paar durcheinander.
Was die Erotik im Keim erstickt: Manche Paare vergessen zwischen Windeln wechseln und füttern, dass sie eben nicht nur Vater und Mutter, sondern auch Geliebter und Geliebte sind. Bringt ein Partner Kinder in eine neue Beziehung mit, kann das ebenfalls zu Konflikten führen: Der Partner muss die Zeit mit dem Geliebten mit dem Kind teilen. Auch das Kind büßt alleinige Zeit mit seinem Elternteil ein. Sogenannte Patchwork-Familien erfordern ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft und Toleranz.
4. Sie entschuldigen sich nicht
Jeder Mensch macht Fehler, stößt den anderen vielleicht vor den Kopf. Sich dann nicht entschuldigen zu können, ist ein Beziehungskiller. Es bedeutet, dass Sie nicht bereit sind, für Ihre Fehler geradezustehen und die Verantwortung für Ihr Handeln zu übernehmen.
Gleichzeitig kann so der Eindruck entstehen, dass Sie sich für unfehlbar halten oder Ihnen der Partner nicht wichtig genug ist. In jedem Fall kann so ein Verhalten zur Belastungsprobe werden. Zumal so neue Probleme entstehen: Dem anderen wird es so erschwert, Fehltritte zu vergeben. Und er wird es sich zweimal überlegen, seinerseits Fehler zuzugeben.
5. Sie akzeptieren die Schwächen nicht
Jeder Mensch hat Macken. In der Phase der Verliebtheit fällt es Paaren sehr leicht, darüber hinwegzusehen. Ist diese jedoch abgeklungen, fallen die Eigenheiten des Partners stärker auf. Wer sich daran gravierend stößt, riskiert ebenfalls das Beziehungsende. Es ist ähnlich wie mit den andauernden Vergleichen: Statt den Fokus auf das zu richten, was man (an positiven Eigenschaften) hat, schaut man defizitorientiert auf das, was fehlt.
Machen Sie sich stattdessen lieber bewusst, welche Stärken Sie an Ihrem Partner schätzen. Welche Eigenschaften haben dazu geführt, sich in diese Person zu verlieben? Zumal Sie selbstkritisch genug sein sollten, Ihre eigenen Macken zu erkennen.
6. Sie sprechen nicht mehr miteinander
Vielleicht tauschen Sie sich noch über das Notwendigste aus – wer was erledigt, einkauft und so weiter. Aber wann war so das letzte, tiefergehende Gespräch? Wann haben Sie sich über Gefühle und das, was Ihnen wichtig ist, ausgetauscht? Keine Kommunikation ist ein echter Beziehungskiller. Zudem so Missverständnisse programmiert sind: Wer sich nicht austauscht, handelt auf der Basis von Annahmen – die können aber auch mal daneben liegen.
Schädlich auch der exzessive Gebrauch von Handys. Eigentlich waren sie mal zur Kommunikation für unterwegs gedacht. Nun sind sie Kommunikations- und Informationsmittel Nummer eins. Ständig liegt es griffbereit. Sorgen Sie für handyfreie Zeiten, vor allem wenn Sie gemeinsame Momente mit Ihrem Partner verbringen.
7. Sie verheimlichen Dinge
In einer soliden Partnerschaft sollten Sie alle Themen ansprechen können. Vielleicht ist nicht jeder für alles „Experte“. Aber zumindest sollten Sie keinerlei Bedenken haben und davor innerlich zurückschrecken, Ihrem Partner etwas zu erzählen. Denn liebende Paare haben ein natürliches Interesse am anderen und allem, was ihn oder sie betrifft.
Halten Sie hingegen bewusst Informationen zurück, kann das ein Zeichen von mangelndem Vertrauen sein. Das begünstigt wiederum Lügen. Kleine Flunkereien, Notlügen sind in Ordnung. Wer jedoch lügt, um sich vor unangenehmen Diskussionen zu schützen, zerstört bereits die Vertrauensbasis.
8. Sie sind nicht loyal
In einer funktionierenden Partnerschaft verhalten sich beide loyal zueinander. Heißt: Kritisiert ein Außenstehender Ihren Partner oder Partnerin, halten Sie dagegen. Wer hingegen ins selbe Horn bläst, fällt seinem Partner in den Rücken. Selbst bei berechtigter Kritik verspielen Sie so das Vertrauen Ihres Partners. Der muss sich schließlich auch im Notfall auf Sie verlassen können.
Wer das Verhalten seines Partners missbilligt, sollte stattdessen lieber warten, bis man wieder allein unter vier Augen reden kann. Hier ist es zudem sinnvoll, nach den Beweggründen für ein bestimmtes Verhalten oder Aussagen zu fragen.
9. Sie missbrauchen das Vertrauen
Die Mehrzahl der Beziehungen ist auf Exklusivität ausgelegt. Treue bedeutet dann sexuelle Treue. Den Partner zu hintergehen ist ein fundamentaler Vertrauensbruch. Meist sind diesem Beziehungskiller bereits diverse andere vorausgegangen, so dass dieses Fehlverhalten dem Ganzen die Krone aufsetzt.
Manchmal lässt sich dennoch die Beziehung retten. Je nachdem, wie sehr der fremdgehende Teil seine Tat bereut und wie stark beide an der Beziehung arbeiten. Manchmal kann der Betrogene jedoch nicht verzeihen. Oder der Fremdgänger hat innerlich bereits zuvor abgeschlossen. In diesen Fällen ist eine Versöhnung ausgeschlossen.
10. Sie sind nicht anpassungsfähig
Menschen ändern sich – bis ins hohe Alter. Zu den Veränderungen kommen nicht nur unterschiedliche Interessen und Hobbys, sondern auch unterschiedliche Bedürfnisse. Besonders Beziehungen mit Altersunterschied können davon ein Lied singen: Während ein Ehepartner vielleicht bereits den Ruhestand erreicht hat, stehen dem jüngeren Part noch einige Jahre Berufsleben bevor.
Hier kann es zu einer Beziehungskrise kommen, wenn beide Partner kein Verständnis für die jeweils unterschiedlichen Bedürfnisse haben. Oft stehen sich Aktivität des einen mit dem Ruhebedürfnis des anderen gegenüber. Beide Partner sollten Toleranz beweisen und sich großzügig unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse zugestehen.
11. Sie geben sich keine Mühe mehr
Am Anfang gab es ständig Blumen. Die Partnerin machte sich besonders nett zurecht. Im Laufe der Jahre neigen manche Paare dazu, den Partner und ihre Beziehung als selbstverständlich zu erachten. Komplimente oder gar Lob gibt es kaum noch. Auch das gehört zu den Beziehungskillern, die eher auf leisen Sohlen daherkommen. Denn irgendwann entsteht das Gefühl von mangelnder Wertschätzung.
Daher sollten Paare sich auch nach vielen Jahren noch zeigen, wie wichtig ihnen der andere jeweils ist. Überraschen Sie Ihren Partner mit etwas Besonderem. Das können beispielsweise Karten für ein Konzert sein. Oder ein schöner Restaurantbesuch. Achten Sie auf kleine, liebevolle Gesten im Alltag. Kleine Liebesbotschaften in der Jackentasche etwa oder einfach mal Händchen halten.
Reflexion hilft, Beziehungskiller zu vermeiden
Es werden sich nie sämtliche Fehler vollständig vermeiden lassen. Das liegt schon daran, dass jede Beziehung wächst und Menschen sich verändern. Der vielleicht wichtigste Tipp ist daher, eine Partnerschaft nicht als Selbstläufer zu betrachten. Die Gefahr ist vor allem bei langjährigen Beziehungen aber groß. Schleicht sich die Routine ein, wird das Zusammenleben zur Gewohnheit. Manche Paare leben dann nur noch wie Freunde zusammen, führen eine platonische Beziehung.
Das kann gutgehen. Vor allem, wenn beide sich verständigt haben und mit dem Status Quo zufrieden sind. Oft ist das aber keine Dauerlösung, da ein Partner Nähe und Zärtlichkeit vermisst. Die obige Liste hilft dabei, mögliche Anzeichen für eher unerfreuliche Veränderungen zu bemerken und daran zu arbeiten. Das wird vielleicht etwas Zeit und Mühe in Anspruch nehmen, aber das sollte die Beziehung wert sein.
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