Positiv denken: 7 Tipps + 3 Übungen für mehr Lebenslust

Haben Sie in Ihrem Freundeskreis auch so starke Menschen, die nach jedem Schicksalsschlag wieder aufstehen, sich nicht unterkriegen lassen und weiter machen mit den Worten „Ich habe immer einen Weg gefunden!“? Ob Sie positiv denken oder nicht, ist keine Frage des Alters oder der Erfahrungen. Es ist eine Frage der Einstellung. Auch wenn Sie viel Schlimmes in Ihrem Leben erlebt haben und Sie zur Zeit Schicksalsschläge ereilen, können Sie etwas an Ihrer Gefühlslage ändern. Positiv Denken hilft Ihnen, Ihr Leben mit Zufriedenheit zu führen und mehr Glück zu empfinden…

Positiv denken: 7 Tipps + 3 Übungen für mehr Lebenslust

Was heißt positiv denken?

Manch einer verdreht die Augen, wenn er die Worte hört: „Du musst positiver denken. Jetzt sieh die Welt doch nicht so pessimistisch.“ Sie glauben dann, dass von ihnen erwartet wird, sie sollen die Welt durch eine rosa Brille sehen und sich einreden, das Erlebte sei doch nicht so schlimm. Das ist nicht gemeint. Positiv denken heißt nicht „sich das Leben schön reden“.

Jeden Tag erleben wir viele unterschiedliche Situationen. Wir bewerten diese und nehmen Einfluss darauf, wie wir sie wahrnehmen.

Es ist eine Frage der Betrachtung. Ein bekanntes Beispiel ist das Bild von einem Glas, das zur Hälfte gefüllt ist. Wir betrachten das Glas und beurteilen die Menge:

  • Der eine sagt, es sei halb leer.
  • Ein anderer sagt, es sei halb voll.

Wir können unser Denken lenken und uns entscheiden, worauf wir unseren Blick wenden: auf die Ressourcen, auf die Potenziale, auf die Fähigkeiten und auf die Kraft, die in uns schlummert. Positiv Denken bedeutet, dass wir uns umorientieren – weg von Defiziten oder Frustration und stattdessen hinzu den Möglichkeiten. statt der Schwierigkeiten und Gefahren, die Chancen sehen. Statt den Mangel beklagen, dankbar sein für das, was was man hat.

Positiv denken UND realistisch sein. Passt das zusammen?

Nicht wenige tun positives Denken ab, unterstellen dem anderen eine Art von Realitätsverlust. Beim positiv Denken handelt es sich nicht um eine vernebelte Wahrnehmung, welche das Negative ausblendet und sich die Dinge schön redet.

Nein, beim positiven Denken geht es um einen realistischen Optimismus: Zuerst einmal soll die Situation akzeptiert werden so wie sie ist. Das heißt zu 100 Prozent. Dann wird sie analysiert. Sie werden feststellen, dass es immer positive Aspekte in noch so schweren Situationen gibt:

  • Sie haben gerade durch Zufall erfahren, dass Sie eine schwere Krankheit haben. Das ist belastend, aber Sie können dankbar darüber sein, dass Sie entdeckt wurde und die Ärzte alles Notwendige veranlassen können.
  • Sie haben Ihren Job verloren, aber in den nächsten Monat sind Sie erst einmal durch Abfindung finanziell abgesichert und danach erhalten Sie Arbeitslosengeld. Sie haben Zeit, sich neu zu orientieren.
  • In Ihr Haus wurde eingebrochen und wertvolle Gegenstände gestohlen. Aber die Erinnerungen, die einen ideellen Wert für Sie haben, wurde nicht entwendet.
  • Ihr Lebensgefährte ist gestorben. Das tut weh und darf – soll betrauert werden. Aber er hat mit Ihnen gemeinsam dafür gesorgt, dass Sie im Todesfall gut versorgt sind, und Freunde und Verwandte kümmern sich rührend um Sie.

Wir haben die Wahl und können uns von den negativen Erlebnissen überfluten und handlungsunfähig machen lassen oder wir lenken aktiv die Aufmerksamkeit auf das Positive.

Wer positiv denkt und optimistisch durch das Leben geht ist, genauso Realist wie der Pessimist. Der Unterschied liegt darin, worauf wir den Blick richten: das Positive oder das Negative.


Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Johann Wolfgang von Goethe)

7 Tipps zum positiven Denken

Sie stellen bei sich selber fest, dass negative Gedanken oft über Sie herrschen und Ihnen die Lebensfreude rauben. Nun fragen Sie sich, wie Sie Ihre Gedankenwelt verändern können? Wir möchten Ihnen einige Tipps an die Hand geben, mit denen Sie Ihre Gedanken lenken können.

  1. Suchen Sie gezielt nach dem Guten!
    Negative Gedanken haben eine Macht über uns. Wer sie zulässt, zerstört seine gute Laune und lässt sich entmutigen. Das muss nicht sein. Sie selbst können den negativen Gedanken die Aufmerksamkeit entziehen. Das bedeutet nicht, dass die negativen Gedanken direkt verschwinden.

    Es wie bei dem dem rosa Elefanten: Wenn Sie sich selber anordnen, nicht an den rosa Elefanten zu denken, werden Sie genau dieses tun: Sie denken an den rosa Elefanten. Wenn Sie aber Ihre Aufmerksamkeit auf etwas ganz anderes lenken, vielleicht sogar etwas, was Ihnen Freude bereitet, dann haben die negativen Gedanken weit aus weniger Einfluss auf Sie.

    So funktioniert es: Wenn Sie feststellen, dass eine Sorge, eine Furcht oder ein Selbstvorwurf Sie beschäftigt, dann ziehen Sie selber einen Schlussstrich darunter und wenden Sie sich anderen Dingen zu. Bedenken Sie: Ihre Sorge wird nichts an Ihrer Situation verändern und hilft Ihnen in keiner Form weiter. Warum Lebensenergie an sie verschwenden?

  2. Ersetzen Sie negative Gedanken durch positive!
    Neben dem Ablenken, können Sie sich aktiv mit der schwierigen Situation auseinandersetzen und den Sachverhalt analysieren. Jedes Geschehnis steht in einem Zusammenhang. Sie treffen auf Leute und Umstände, die nicht nur negativ sind. Suchen Sie bewusst die guten Anteile raus und rücken Sie diese in Ihr Bewusstsein. Verändern Sie Ihren Blickwinkel und fokussieren Sie auf das Positive.
  3. Vergleichen Sie sich nicht!
    Bewerten Sie Ihr eigenes Leben nicht, in dem Sie sich mit anderen Menschen vergleichen. Es wird immer Menschen geben, denen es (vermeintlich) besser geht: Menschen, die mehr Geld haben, deren Familienleben intakt ist oder die schönere Reisen machen. Vergleichen macht Sie nur unglücklich. Konzentrieren Sie sich auf sich selber und erfreuen Sie sich an dem, was Sie haben und was Sie können.
  4. Verändern Sie Ihre Körperhaltung!
    Sie fragen sich, was die Körperhaltung mit der Gedankenwelt zu tun hat? Ziemlich viel. Es macht einen Unterschied, ob wir krumm und gebückt oder aufrecht und gestreckt gehen. Eine aufrechte Haltung hat einen positiven Einfluss auf uns. „Kopf hoch und Brust raus“ bewirkt in uns Selbstbewusstsein und lässt unseren Energielevel steigen.

    Wenn wir hingegen eine depressive, gebeugte Haltung einnehmen, erinnern wir eher negative Situationen, die zu einer schlechten Stimmung führen.

    Wenn Sie das nächste Mal niedergeschlagen sind, wagen Sie ein Experiment: Stellen Sie sich aufrecht hin – und lächeln Sie.

  5. Lächeln Sie öfter!
    Lächeln, wenn Sie einem Menschen begegnen, den Sie mögen – das ist einfach. Haben Sie schon einmal ausprobiert, was passiert, wenn Sie einfach nur für sich allein lächeln? Ein dezenter Anflug von Glücksgefühlen wird über Sie herziehen. Forscher haben festgestellt, dass durch einen positiven Gesichtsausdruck zügig Glückshormone ausgeschüttet werden. Wenn Sie das nächste Mal Schwarz sehen, lächeln Sie doch einfach mal.
  6. Reduzieren Sie Ihren Nachrichtenkonsum!
    Wie erging es Ihnen mit den Nachrichten zu der Pandemie, rund um COVID 19? Um so mehr Sie die Nachrichten Informationen hörten, um so größer wurde vermutlich auch Ihre Furcht. Wer Online, im Fernsehen oder im Radio andauernd die Meldungen zu Katastrophen bezieht, gewinnt zunehmend den Eindruck, es gäbe nur noch Schlimmes auf der Welt.

    Überprüfen Sie darum, wie oft Sie am Tag Nachrichten hören und welchen Einfluss auf Sie haben. Wenn Sie feststellen, dass Sie sie übellaunig machen, dann reduzieren Sie besser Ihren Konsum.

    Wenn Sie sich einmal am Tag ausführlich informieren, reicht das durchaus. Unterbinden Sie, dass Sie von negativen Nachrichten regelrecht bombardiert werden.

  7. Meiden Sie Miesepeter!
    Dieser Tipp klingt in Ihren Ohren vielleicht hartherzig oder egoistisch. Es gibt Menschen, die alles Schwarz sehen, und uns mit ihrer permanent schlechten Laune und Sicht auf das Leben runterziehen. Diese Leute haben einen negativen Einfluss auf uns und deshalb sollten wir sie meiden. Suchen Sie Menschen in Ihrer Umgebung, deren Lebenseinstellung Sie aufbaut.

Ich mag Menschen, die mir Kraft geben, anstatt sie mir zu rauben. (Unbekannt)

3 Übungen zum positiven Denken

Nicht jedem reicht es, einfach nur Tipps zu erhalten. Wünschen Sie sich eine Anleitung, wie Sie das positiv Denken regelmäßig in Ihr Leben integrieren können? Wir haben einige Ideen für Sie:

1. Dankbarkeitstagebuch schreiben

Sie sehen nur noch alles in Grau oder sogar in Schwarz? Dann wird es Zeit, dass Sie schriftlich Tag für Tag festhalten, was Ihnen Gutes widerfahren ist. Es gibt ganz sicher Dinge in Ihrem Leben für die Sie dankbar sein können. Schreiben Sie jeden Tag – ritualisiert am Morgen oder am Abend – drei gute Dinge auf, die Ihnen widerfahren sind. Es ist nicht schlimm, wenn Sie zunächst immer die gleichen Sachen aufschreiben. Wichtig ist, dass Ihnen klar wird, dass Positives in Ihrem Leben passiert. Mit der Zeit werden Sie immer mehr schöne Sachen entdecken und festhalten.


Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. (Pearl S. Buck)

2. Höhepunkte festhalten

Auch wenn Sie es gerade gar nicht glauben mögen: In Ihrem Leben sind gute Dinge geschehen. Nehmen Sie sich darum einmal Zeit und schauen Sie zurück auf Ihr Leben:

  • Wie war Ihre Kindheit? Wie sind Sie aufgewachsen? Was für Freunde hatten Sie? Was durften Sie lernen – Musikinstrumente, Sportarten?
  • Konnten Sie einen Schulabschluss erreichen?
  • Haben Sie eine Ausbildung oder ein Studium absolviert?
  • Wie war Ihr Freundeskreis? Gibt es eventuell einen Freund, den Sie noch heute haben?
  • Haben Sie einen Partner für’s Leben gefunden und gute Zeiten mit ihm erlebt?
  • Durften Sie Kinder groß ziehen und diese stehen heute auf eigenen Beinen?
  • Gab es schwierige Situationen, die Sie gemeistert haben?
  • Konnten Sie größere Projekte abschließen?

Halten Sie die vielen positive Erlebnisse auf einem Plakat schriftlich fest. Sie können das Plakat auch als Collage gestalten und mit Fotos oder Zeichnungen ergänzen. Es ist ein Hingucker, der Sie mit Stolz und Freude erfüllen wird.

3. Erfolge belohnen

Der Alltag lässt sich nicht immer mit links meistern. Oft benötigt es viel Kraft, die anstehenden Arbeiten zu erledigen. Das gehört einfach zum Leben dazu. Sie können sich darüber aufregen und beschweren, oder Sie können es annehmen und sagen: „Ja, das war viel, vielleicht sogar zu viel. Aber deshalb habe ich mir heute eine Belohnung verdient.“

Die Belohnungen können unterschiedlich ausfallen:

  • Ein Film, den Sie schon immer sehen wollten: Kein Berieseln neben her vom Fernseher, sondern das bewusste Anschauen einer Geschichte.
  • Ein Buch von Ihrem Lieblingsautor: Genießen Sie die Ruhe und freuen sich in das Eintauchen in eine andere Welt.
  • Ein Strauß mit Ihren Lieblingsblumen: Sich selber beschenken und auf die wunderbaren Blumen auf dem Tisch blicken, das erfreut.
  • Eine ausgewählte Flasche Wein: Sich von dem Weinhändler Ihres Vertrauens beraten lassen und ein exquisites Stöffchen nach der Arbeit öffnen. Cheers.
  • Eine Auswahl Ihrer Lieblingspralinen: Kein „Nebenhernaschen“, sondern ein bewusstes Schmecken der feinen süßen Aromen.
  • Einmal Sonnen im Solarium: Nach einem anstrengenden Tag die wohltuende Wärme genießen.

Hinter all diesen Ideen steht der Gedanke, dass Sie stolz auf sich sein können, weil Sie etwas erreicht haben.

Warum sich positives Denken lohnt

Sie haben sich auf den Weg gemacht und wollen Ihr Denken beeinflussen? Das bleibt nicht ohne Folgen. Bald werden Sie Veränderungen bemerken:

  • Durch positives Denken werden Sie glücklicher.
    Unser Geist ist wie ein Gefäß, dass gefüllt wird. Die Frage ist, womit wir es füllen. Wenn Sie Ihr Erleben anreichern mit vielen guten Gedanken wird sich das unweigerlich auf Ihre Gefühlswelt auswirken. Sie werden mehr Freunde in Ihrem Leben empfinden.
  • Durch positives Denken öffnen Sie sich für Neues.
    Wer negativ denkt und nicht daran glaubt, dass er Neues schaffen kann und stattdessen nur auf die Blockaden und Gefahren schaut, hemmt sich selber. Er wird nichts Neues ausprobieren und immer in seiner Welt gefangen bleiben. Wer aber positiv an seine eigene Kraft glaubt, und daran, dass er etwas bewirken kann, wird sich aus seinem gewohnten Radius heraus bewegen und Neues wagen.
  • Durch positives Denken werden Sie gesünder.
    Wenn Sie darauf vertrauen, dass Ihr Körper Heilungskräfte hat, werden in einem Krankheitsfall auch geweckt. Wer an seine Heilung glaubt, kann mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Krankheiten besiegen – dazu gibt es Studien aus der Medizin.
  • Durch positives Denken stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl.
    Wer positiv denkt, kann Misserfolge besser ertragen. Er gibt nicht auf, weil es es einmal nicht geschafft hat. Er kämpft weiter und wird Erfolgserlebnisse erzielen.

Verbringe nicht die Zeit mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da. (Franz Kafka)

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
29. Dezember 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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