Schwiegertochter: Tipps im Umgang mit dem Schwiegerkind

Formate wie „Schwiegertochter gesucht“ suggerieren, dass manche Familien sich nichts sehnlicher wünschen. Demnach suchen sie händeringend nach Familienzuwachs in Form einer Partnerin für den Sohn. Gibt man den Begriff allerdings bei Google ein, wird schnell deutlich: Mit einer Schwiegertochter ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Suchanfragen wie „respektlos“, „entzieht Enkel“ oder „zerstört die Familie“ zeigen, dass es zuweilen ordentlich kracht. Was tun, wenn das Verhältnis schwierig ist? Wir geben Tipps zum Umgang…

Schwiegertochter: Tipps im Umgang mit dem Schwiegerkind

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Bedeutung: Welcher Verwandtschaftsgrad ist die Schwiegertochter?

Als Schwiegertochter bezeichnet man die Ehefrau des eigenen Sohnes. Heiratet hingegen die erwachsene Tochter, gewinnen die Eltern einen Schwiegersohn hinzu. Während die eigenen Kinder mit den Eltern in der Regel blutsverwandt (oder adoptiert) sind, besteht zum Schwiegerkind keine direkte Verwandtschaft. Das Schwiegerkind ist angeheiratet und damit ein sogenannter „affiner“ Verwandter.

Damit besteht eine lebenslange Schwägerschaft, die einer indirekten Verwandtschaft gleichkommt. So gelten Schwiegertöchter beispielsweise bei der Verhinderungspflege gleichberechtigt mit Verwandten zweiten Grades. Daher stehen sie zum Pflegebedürftigen wie etwa seine Geschwister, Großeltern oder Stiefkinder.

Verhältnis zur Schwiegertochter problematisch

Studien zufolge ist vor allem das Verhältnis der Schwiegertochter zur Schwiegermutter angespannt. Die Gründe dafür sind oft in der Eifersucht der Schwiegermutter zu suchen. Im Leben eines Kindes nimmt die eigene Mutter immer eine Sonderrolle ein: Sie hat das Kind zur Welt gebracht und maßgeblich beeinflusst. Besonders zwischen Sohn und Mutter ist die Beziehung häufig innig: Sie war die erste weibliche Bezugsperson.

Dieses besondere Band wird allerdings lockerer, wenn der Sohn erwachsen ist und von zuhause auszieht. Tritt zudem eine andere Frau in Form einer festen Partnerin in sein Leben, ist die Mutter nicht mehr die unangefochtene Nummer eins. Die einstmals wichtigste Person wird durch die Partnerin ersetzt. Mit dem gefühlten Bedeutungsverlust umzugehen, fällt vielen Müttern schwer.

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Schwiegertochter entzieht Enkel

Daneben gibt es aber Konstellationen, die auch ohne Zutun der Schwiegereltern zu Stress führen: Wenn der Sohn und die Schwiegertochter sich trennen. Eine Scheidung ist nicht nur für etwaige Kinder schlimm. Auch die Großeltern leiden. Plötzlich reduziert sich der Familienkreis wieder. Damit verlieren nicht nur liebgewonnene Rituale an Weihnachten oder Geburtstagen an Bedeutung.

Sondern Opa und Oma sind plötzlich verwaist, weil die Schwiegertochter den Enkel entzieht. Das Schwierige: Oft geraten sie in einen Loyalitätskonflikt. Sie lieben ihren Sohn, aber verstehen seine Ex-Partnerin. Oder umgekehrt. Selbst wenn die Trennung nicht im Rosenkrieg endet, können die Umstände Besuche des Enkels erschweren. Kommt ein neuer Partner ins Spiel, zieht die Schwiegertochter womöglich mitsamt Kind weiter weg.

Umgangsrecht von Großeltern orientiert sich am Kindeswohl

Dabei haben Großeltern sogar Anspruch darauf, ihre Enkel zu sehen. Das Bürgerliche Gesetzbuch – genauer: §1685 BGB – gewährt ihnen Umgangsrecht. Das gilt, solange der Umgang dem Wohl des Kindes dient. Im Zweifel müssen Sie nachweisen, dass vor der Trennung eine starke Bindung zum Enkelkind bestand.

Die Crux daran: Selbst kleinere Kinder bekommen schon Spannungen zwischen den Beteiligten mit. Jedoch können sie nicht genau erfassen, warum etwas gerade passiert und reagieren womöglich verunsichert darauf. Sobald ein Kind also etwa Schlafstörungen oder Stresssymptome nach Besuchen zeigt, kann es gut sein, dass das Gericht sich gegen das Umgangsrecht entscheidet.

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Vorgehen bei Schwierigkeiten mit der Schwiegertochter

Kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen, sollten Sie als Schwiegermutter oder Schwiegervater (beziehungsweise Schwiegereltern) reflektieren. Nie ist nur eine Seite Schuld an Streit oder Missverständnissen. Folgende Tipps können dazu beitragen, das Verhältnis zur Schwiegertochter zu verbessern:

1. Gemeinsamkeiten suchen

Umfragen zeigen: Viele Männer orientieren sich häufig bei der Wahl ihrer Partnerin unbewusst an der Mutter als Vorbild, so wie Frauen sich an ihren Vätern orientieren. Das heißt aber auch: So verschieden, wie Sie beide auf den ersten Blick scheinen, sind Sie vermutlich gar nicht. Sie teilen höchstwahrscheinlich bestimmte gemeinsame Werte. Diese gilt es zu finden und zu betonen. Das lässt das Gegenüber – in dem Fall Sie – gleich viel sympathischer wirken.

2. Einstellung überprüfen

Manche Schwiegermutter denkt offenbar in fixen Kategorien: „Wenn der Sohn heiratet, verliert man ein Kind, wenn die Tochter heiratet, gewinnt man ein Kind.“ Vermutlich fühlt es sich so an, dass der Sohn weniger Zeit mit seinen Eltern verbringt. Gleichzeitig ist es doch das, worauf Eltern hinarbeiten: Sie bekommen Kinder, die irgendwann erwachsen sind und ihrerseits Kinder bekommen. Womöglich hängt die Erwartungshaltung mit dem Empty-Nest-Syndrom und einem neuen Lebensabschnitt zusammen.

3. Perspektive wechseln

Was sieht der Sohn in der Schwiegertochter, wie nehmen andere sie wahr? Häufig lohnt es sich, die Perspektive zu wechseln. Plötzlich kommen ganz andere Seiten an einer Person zum Vorschein, die man zuvor ausgeblendet hat. Und nicht zuletzt sollten Sie sich verdeutlichen, dass Ihre Schwiegertochter Ihren Sohn ebenso liebt und nichts Böses will.

4. Unterschiede akzeptieren

Manchmal kommt man nicht auf einen Nenner – und das ist auch in Ordnung. Manches ist schlichtweg generationsbedingt. Solange die Basics stimmen, sollte eine andere Meinung kein Drama sein. Spezielle Gewohnheiten oder ein anderer Lebensstil gehören ebenfalls dazu. Wichtig ist, dass Sie sich trotzdem wohlwollend und mit Wertschätzung begegnen. Sie wissen um die grundsätzlichen Qualitäten Ihrer Schwiegertochter und sie umgekehrt auch. Schließlich ist kein Mensch perfekt.

5. Zurückhaltung üben

Auch wenn Sie über mehr Lebenserfahrung verfügen und besonders versiert in vielen Dingen sind: Wer das bei jeder Gelegenheit heraushängen lässt, bringt die Schwiegertochter leicht gegen sich auf. Unerbetene Hilfe beim Aufräumen und Putzen, tolle Tipps und Weisheiten zu allem Erdenklichen im Alltag wirken schnell übergriffig. Wer sich damit zurückhält, trägt dazu bei, Spannungen erst gar nicht entstehen zu lassen.

Schwiegertochter verhält sich respektlos

Was tun, wenn sich die Schwiegertochter respektlos verhält? Dahinter kann eine Form der Unsicherheit stecken. So etwas lässt sich vor allem bei frischen Beziehungen beobachten. Die Schwiegertochter versucht, ihre Angst vor Ablehnung mit markigen Sprüchen zu kaschieren. In der Regel legt sich so etwas von allein, daher sollten Sie großzügig darüber hinwegsehen.

Auch wenn das Verhalten sich nicht ändert, kann es helfen, nicht auf die verbalen Ausrutscher einzugehen. Womöglich versucht die Schwiegertochter zu „gewinnen“. Solange Sie solche Spielchen ignorieren, wiegen Sie die Partnerin Ihres Sohnes in Sicherheit – und haben Ruhe. Damit haben Sie gewonnen.


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Tipps für Schwiegertochter + Schwiegermutter

Auch wenn die Beziehung zwischen Schwiegertochter und Schwiegermutter häufig angespannt ist: Es gibt auch solche Beziehungen, die wirklich gut laufen. Am besten ist immer noch, wenn beide Seiten aufeinander zugehen. Wer offen für die andere ist, gewinnt vielleicht nicht die beste Freundin, aber zumindest eine Person, mit der es sich gut aushalten lässt. Diese drei Tipps können dabei helfen:

Schönes erleben

Wie wäre es mit einem Mutter-(Schwieger-)Tochter-Tag? Gemeinsam etwas Schönes erleben, sich beispielsweise einen Wellness-Tag gönnen. Oder im Lieblingscafé treffen. Das gibt Zeit und Raum für längere Gespräche. So lassen sich Missverständnisse beseitigen und Sie können Ihre Schwiegertochter besser kennenlernen.

Vorzüge schätzen

Auch Schwiegertöchtern sollte an einem guten Verhältnis zur Schwiegermutter gelegen sein. Wenn sie es mal wieder mit den Hilfsangeboten übertreibt, setzen Sie höflich entsprechende Grenzen. Andererseits: Warum nicht mal die Hilfe annehmen? Gerade in Rente haben viele Senioren nun Zeit. Und einen günstigeren Babysitter als die Schwiegermutter gibt es nicht. Vielleicht lässt das auch übers unnötige Verhätscheln hinwegsehen.

Sohn/Partner heraushalten

Leider ist bei Frauen das Konkurrenzdenken vielfach ein Problem. Was Schwiegertochter und Schwiegermutter in jedem Fall vermeiden sollten: Den Partner beziehungsweise Sohn mit hineinzuziehen. Beispielsweise in Form von emotionaler Erpressung, etwa: „Sie oder ich!“ Es gibt ja schließlich einen Grund, warum der Sohn sich für diese Frau entschieden hat. Und sich gegen die eigene Mutter zu entscheiden, ist schlichtweg eine Zumutung. Aber es kann Situationen geben, in denen es wichtig ist, dass der Partner Position bezieht – wenn die Mutter sich der Schwiegertochter gegenüber unfair verhält.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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