Einsamkeit bekämpfen: Symptome, Test, Tipps

Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl. Viele verwechseln es mit dem Alleinsein, verwenden die Begriffe synonym. Aber es gibt Unterschiede: Alleinsein meint die Abwesenheit von anderen Menschen. Einsamkeit hingegen ist das Gefühl, von anderen nicht gebraucht oder beachtet zu werden. Auf Dauer macht das unglücklich und sogar krank. Wer sich schon länger einsam fühlt, sollte handeln. Wir zeigen Ihnen, welche Symptome es gibt und haben zahlreiche Tipps, wie Sie Einsamkeit bekämpfen können.

Einsamkeit bekämpfen: Symptome, Test, Tipps

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Einsamkeit Symptome: Was Einsamkeit aus Menschen macht

Einsamkeit geht häufig mit Alleinsein einher, aber nicht zwangsläufig. So können sich Menschen auch in einer Partnerschaft einsam fühlen – etwa, weil sie sich ungeliebt und unbeachtet fühlen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Einsamkeit körperliche und psychische Folgen für die Gesundheit hat. Einer Studie der Brigham Young University zufolge erhöht sich das Risiko, früher zu sterben, um 30 Prozent.

Der Grund: Einsamkeit verursacht eine psychische Stresssituation. Sie ist somit genauso gefährlich für die Gesundheit wie Rauchen und Übergewicht. Dies sind die wichtigsten Folgen:

  • Bluthochdruck
    Bei einsamen Menschen wird das Stresshormon Cortisol viel stärker ausgeschüttet. Dadurch erhöht sich auf Dauer auch der Blutdruck.
  • Depression
    Allein lebende Menschen sind eher durch Depressionen gefährdet. Sind sie einmal im Kreislauf der Traurigkeit gefangen, kommen sie schwer wieder heraus. Die Symptome verstärken sich mit der Zeit. Insbesondere Senioren neigen dazu, sich noch weiter zurückzuziehen und geraten in eine Abwärtsspirale.
  • Angststörung
    Die Angststörung entwickelt sich aus der Furcht davor allein zu sein. Manche Menschen entwickeln Panik vor dem Gedanken, die Einsamkeit zu fühlen und lenken sich so gut wie nur möglich ab. Besonders die Nächte können lang werden, wenn quälende Gedanken den Betroffenen übermannen.
  • Suizidgedanken
    Der Mensch ist ein soziales Wesen. Kann seine Psyche die Einsamkeit nicht mehr ertragen, entwickeln Betroffene häufiger Suizidgedanken.

Einsamkeit Test: Wie ist meine Einstellung?

Überprüfen Sie in diesem Selbsttest Ihre innere Einstellung zur Einsamkeit: Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an Begegnungen mit anderen Menschen denken? Zutreffendes können Sie direkt im Browser abhaken:

  • Haben Sie Sorge davor, dass andere Sie ablehnen könnten?
    Wenn Sie sich von diesem Gedanken beherrschen lassen, machen Sie es sich selber schwer, neue Kontakte zu knüpfen.
  • Sie glauben, aufgrund Ihres Alters keine neuen Freundschaften mehr zu schließen?
    Solche Einstellungen erschweren es tatsächlich, neue Freunde zu finden. Dabei gibt es viele Gleichgesinnte, die genauso einsam sind und sich den Austausch und die Freundschaft wünschen.
  • Sie denken, ohne Ihren Partner oder Ihre Partnerin bereitet Ihnen nichts mehr Freude?
    Vielleicht haben Sie Sorge, Sie werden in schönen Momenten an Ihren Partner oder Partnerin erinnert. Das ist in Ordnung. Sie dürfen in einem solchen Moment trauern. Wenn Sie allerdings mit dieser negativen Einstellung an jede Aktivität rangehen, werden Sie im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung auch keine schönen Momente erleben.

Haben Sie hinter allen drei Fragen einen Haken gesetzt? Dann gilt es die eigene Einstellung zu ändern und aktiv gegen negative Gedanken zu arbeiten. Positive Erfahrungen werden Sie motivieren. Das stärkt Ihr Vertrauen in die Kraft, Dinge zu verändern.

Was tun, wenn man einsam ist?

Leider gibt es kein allgemein gültiges Rezept gegen Einsamkeit. Jeder muss seinen persönlichen Weg finden. Aber diese ersten drei Schritte stehen zu Beginn eines jeden Veränderungsprozesses:

  1. Wahrnehmen
    Erkennen, dass die eigenen Gefühle nicht gut tun, geradezu ungesund sind, ist der erste Schritt. Wer diesen Gedanken zulässt, bewegt sich in die richtige Richtung. Das eigene Befinden wahrnehmen und in Worte kleiden sind Grundlage für eine Veränderung.
  2. Reflektieren
    Der Betroffene tritt zurück und versucht einen objektiven Blick auf seine Situation zu werfen. Er fragt sich: Warum fühle ich mich einsam und verlassen? Habe ich vielleicht zu hohe Erwartungen an Freunde und Familie, die sie gar nicht erfüllen können?
  3. Öffnen
    Im dritten Schritt öffnet sich der Betroffene und spricht mit einer vertrauten Person über die eigene Einsamkeit. Das ist wegweisend, um sich selber raus aus der Isolation und hin zur Gemeinschaft zu bewegen.

Emotionale Einsamkeit im Alter

Heute fühlen sich vor allem Menschen im hohen Alter ab 80 Jahren einsam. Jeder Vierte in diesem Alter bekommt nur noch einmal im Monat Besuch von Freunden und Familie. Das ergab eine Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DAZ). Die Dunkelziffer ist vermutlich höher. Die Gründe für die Einsamkeit sind vielfältig: Schicksalsschläge, Altersarmut, Erkrankungen, abnehmende körperliche Mobilität und mangelnde Mobilitätsangebote verstärken das Problem.


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Einsamkeit bekämpfen: 11 Tipps für mehr Lebensfreude

Alles beginnt damit, dass Sie selbst die Initiative ergreifen. Wir haben dazu eine Liste mit Ideen zusammengestellt, wie Sie die Einsamkeit bekämpfen können:

1. Familie und Freunde

Sie müssen nicht darauf warten, dass Sie eingeladen werden von den Kindern, den Nachbarn oder Freunden. Werden Sie aktiv und laden Sie sie ein: Zu sich nach Hause, in ein Café, in ein Restaurant. Es muss kein großes Event sein. Sie können zu einem Glas Bier oder Wein mit etwas Gebäck einladen. Wenn Sie nicht selber kochen wollen, können Sie auch etwas Antipasti aus dem Supermarkt besorgen. Die unkomplizierten Treffen sind oft die Schönsten.

2. Haustier

Viele Menschen empfinden es als Bereicherung, wenn sie ein Haustier um sich haben, wenn sie allein sind: Die Katze, die sich freut, wenn Sie wieder nach Hause kommen, die um ihre Beine streicht und mit der Sie schmusen können. Ein Hund, der zum Weggefährten wird, der Sie mobilisiert, weil Sie mit im Gassi gehen müssen und über den Sie andere Hundehalter kennen lernen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

3. Hobby

Gab es früher einmal Hobbys, für die Sie sich begeistert haben? Dann nehmen Sie ein solches wieder auf. Durch die Digitalisierung gibt es viele Möglichkeiten mit anderen ins Gespräch zu kommen. Zum Beispiel können Sie sich auf Instagram über Ihre Fotos oder Malerei mit anderen austauschen. Auch Buchliebhaber können Lesungen oder Buchclubs in örtlichen Büchereien und Bibliotheken wahrnehmen oder aber sich an Literaturforen im Internet beteiligen. Beliebte Tätigkeiten, die Ausgleich versprechen:

  • Gartenarbeit
  • Handwerken
  • Malerei
  • Musik

4. Digitale Medien

Heute ist es so viel einfacher in Kontakt mit anderen zu bleiben durch Handy, Tablet oder Computer. Über diverse Chatfunktionen können Sie Kontakt zu Familienmitgliedern halten, die weit weg leben. Wenn Sie sich noch nicht so gut auskennen, lassen Sie es sich von Ihren Enkeln erklären oder nutzen Sie Bildungsangebote der VHS und Bildungsstätten.

5. Seniorenreisen

Gerade wenn Lebensgefährte verstorben sind, haben die Hinterbliebenen oft die Meinung, sie könnten nun nicht verreisen. Sie würden Ihren Partner zu sehr vermissen. Das muss aber nicht so sein. Es gibt Reiseanbieter, die sich genau auf diese Zielgruppe spezialisiert haben und begleitete Reisen mit Gleichgesinnten anbieten. Oft liegt in den neuen Eindrücken die Chance: Das Erkunden fremder Orte erweitert den Horizont, die Aufnahme neuer Bilder lenkt ab und neue Bekanntschaften können zu Freundschaften werden, die die Einsamkeit umkehren.

6. Seniorenstudium

Mit dem Alter muss das Lernen nicht aufhören. Wenn Sie Freude daran haben, sich weiterzubilden, tun Sie es. Sie nehmen damit keinem jungen Menschen einen Studienplatz weg. In einem Seniorenstudium haben Sie an den Universitäten den Status eines Gasthörers und dürfen Ihr Wissen erweitern.

7. Vereine

Bei Ihnen vor Ort wird es die unterschiedlichsten Vereine geben: Karnevalsverein, Sportverein, Wandergruppen… letztere haben den Vorzug, dass Sie nebenbei auch noch etwas für Ihre Gesundheit tun. Halten Sie Ausschau nach dem, was Sie am meisten interessiert und fragen Sie nach, ob Sie mal unverbindlich teilnehmen dürfen.

8. Aktivitäten der Kirchengemeinde

Kirchengemeinden bieten die unterschiedlichsten Gruppen für ihre Mitglieder an. Viele arbeiten dabei überkonfessionell und es spielt keine Rolle, ob Sie Katholik oder Protestant sind. Es geht um die Begegnung mit anderen Menschen. Gemeinsam singen in Chören, Kaffee trinken und erzählen in Seniorenkreisen, gemeinsames Studieren in der Bibel oder zusammen Handarbeiten anfertigen – es gibt die unterschiedlichsten Angebote.

9. Seniorentreff der Stadt

Auch die Städte bieten Seniorentreffs an. Vorteil ist hier, dass sie meistens über alle Möglichkeiten für Senioren in Ihrem Heimatort Bescheid wissen. Ansprechpartner können Sie bei Beratungsstellen für Senioren oder im Internet finden. Folgende Angebote helfen weiter:

10. Ehrenamtliches Engagement

Das Ehrenamt leidet heute darunter, dass es immer weniger Mitarbeiter gibt. Dabei sind die Möglichkeiten reichhaltig: Hausaufgabenhilfe, Kinderbetreuung, Besuch von Bewohnern eines Altenheims, Krankenhausengel, Hospizarbeit oder Engagement für Umwelt- und Naturschutz – um nur einige zu nennen.

11. Mehrgenerationenhaus

Das Mehrgenerationenhaus ermöglicht Leben mit mehreren Generationen unter einem Dach. Das ist nicht für jeden etwas, weil es eine gewisse Toleranz erfordert. Man kann sich zurückziehen, aber hat dennoch Menschen um sich herum. Für Menschen, die gerne Gesellschaft haben, ist es mit Sicherheit ein interessantes Modell. Oder aber Sie ziehen in eine Senioren-WG.

Tipp: Einsamkeit im Alter vorbeugen

Letztendlich beginnt alles in jungen Jahren, wenn Sie gesund und kräftig sind und Ihnen noch alle Möglichkeiten offen stehen. Beginnen Sie schon früh damit Kontakte zu pflegen. Wenn Sie jetzt Beziehungen zu Freunden aufrecht erhalten haben, gelingt Ihnen das im Alter auch leichter. Beziehungspflege muss man üben. Sich immer wieder daran erinnern, Leute anzurufen und einzuladen, kann man lernen.

Auch Smalltalk betreiben und eine gewisse Offenheit aneignen, um neue Menschen kennenzulernen, ist reine Trainingssache. Und um so früher Sie beginnen sich um Ihre Hobbys zu kümmern, werden Sie sich auch im Alter zu beschäftigen wissen.


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Einsamkeit: Sprüche und Zitate

Mit der Einsamkeit haben sich viele große Denker bereits schon befasst. Einige bekannte und auch unbekanntere Zitate und Sprüche zur Einsamkeit:

  • „Ich habe nie gesagt: ‚Ich will allein sein.‘ Ich sagte: ‚Ich will allein gelassen werden‘ – das ist ein Riesenunterschied“ (Greta Garbo)
  • „Was nun andererseits die Menschen gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit und in dieser sich selbst zu ertragen“ (Arthur Schopenhauer)
  • „Einsamkeit und das Gefühl unerwünscht zu sein, ist die schlimmste Armut.“ (Mutter Teresa)
  • „Was ich geleistet habe, ist nur ein Erfolg des Alleinseins.“ (Franz Kafka)
  • „Ich lebe in jener Einsamkeit, die peinvoll ist in der Jugend, aber köstlich in den Jahren der Reife.“ (Albert Einstein)
  • „Wir kommen allein auf die Welt, wir leben allein, wir sterben allein. Nur Liebe und Freundschaft können uns für einen Augenblick die Illusion verschaffen, nicht allein zu sein.“ (Orson Welles)
  • „Es ist viel besser allein zu sein, als in schlechter Gesellschaft.“ (George Washington)
  • „Insofern ist der Weise sich selbst genug: nicht, dass er ohne Freund sein will, sondern dass er es kann“ (Seneca)
  • „Einsamkeit ist Voraussetzung für Erfolg. Du verlierst deine Kreativität, wenn du nonstop im Rampenlicht stehst.“ (Karl Lagerfeld)
  • „Überlege wohl, bevor du dich der Einsamkeit ergibst, ob du auch für dich selbst ein heilsamer Umgang bist.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
  • „Wer allein mit einsam verwechselt, der hält auch Stille für lautlos.“ (Hermann Lahm)
  • „Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste.“ (Hans Krailsheimer)
  • „Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele,
    und niemand kommt, um sich daran zu wärmen“ (Vincent van Gogh)
  • „Einsamkeit ist Belästigung durch sich selbst.“ (Werner Schneyder)
  • „Wer sich allein langweilt, ist auch zu zweit nicht sehr unterhaltend.“ (Ben Kingsley)

Bilder mit Sprüchen und Einsamkeitszitaten

Nachfolgend finden Sie einige kostenlose Bilder zum Herunterladen und Verschicken. Klicken Sie dafür einfach auf das Bild – es öffnet sich dann ein neues Fenster, aus dem Sie bequem mit rechtem Mausklick herunterladen können.

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Gründe: Was führt zu Einsamkeit?

Menschen können sich aus den unterschiedlichsten Gründen im Alter einsam fühlen. Dabei müssen die Ursachen noch nicht einmal selbst verschuldet sein. Oft sind es Schicksalsschläge, auf die der Betroffene selber keinen Einfluss hatte. Die häufigsten Gründe:

  • Trennung

    Scheidung nach der Silberhochzeit ist keine Seltenheit. Jede vierte Scheidung betrifft heute Paare, die älter als 50 Jahre sind. Nach all den Jahren des Zusammenseins schmerzt dies ganz besonders – vor allem, wenn ein bitterer Rosenkrieg geführt wurde. Der Verlassene tut sich schwer, einen neuen Lebensplan zu entwickeln.

  • Erkrankung

    Krankheit kann auf unterschiedliche Weise dazu führen, dass man zurückgezogen lebt. Es gibt Krankheiten, die zu einem geschwächten Immunsystem führen, so dass der Patient soziale Kontakte meiden muss. Und es gibt Gebrechen, die Patienten immobil machen, so dass sie selber nicht mehr gehen können, um andere zu besuchen.

  • Todesfälle

    Wenn ein Angehöriger, insbesondere der Lebensgefährte stirbt, ist das einschneidend und schmerzhaft. Zu trauern ist richtig und gehört unbedingt zur inneren Verarbeitung. Der Betroffene muss erst einmal lernen sein Leben wieder neu zu gestalten und in die Hand zu nehmen. Bedenklich wird es, wenn der Hinterbliebene es nicht schafft, sich aus dieser Trauerphase zu lösen.

  • Eingeschränkte Mobilität

    Schwindende Mobilität ist ein schleichender Prozess. Oft ist den Betroffenen selbst nicht bewusst, wie sehr sich ihre Bewegungsfreudigkeit in der letzten Zeit verändert hat. Das Laufvermögen lässt nach, der Mut vor die Tür zu gehen verschwindet zusehends, bis sich der Betroffene nur noch allein im Haus aufhält.

Wichtig sind daher nicht nur soziale Kontakte bis ins hohe Alter, sondern auch Bewegung. Mit den oben vorgestellten Tipps können Sie beides verbinden.

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[Bildnachweis: MNBB Studio by Shutterstock.com]

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