Einsamkeit: So finden Sie raus aus der Isolation

Jeden fühlt sich mal allein oder verlassen. Meist vergeht dieses Gefühl wieder. Wenn es allerdings länger andauert, wird es zur quälenden Einsamkeit. Wir reden nicht darüber, obwohl genau das vieles verändern und die persönliche Lebensfreude wieder aktivieren würde. Wir zeigen Ihnen, wie Angst Einsamkeit verstärkt, was die Symptome für Einsamkeit sind und wie Sie aus der Einsamkeit herausfinden können.

Einsamkeit: So finden Sie raus aus der Isolation

Einsamkeit: Definition

Viele verwechseln Einsamkeit mit dem Alleinsein. Aber wie äußert sich Einsamkeit konkret? Dazu gilt es zunächst zu unterscheiden:

  • Alleinsein meint die Abwesenheit von anderen Menschen.
  • Bei der Einsamkeit geht es hingegen nicht um das Fernbleiben anderer Personen, sondern um das Gefühl nicht von anderen gebraucht oder wenigstens beachtet zu werden.

Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl. Entscheidend ist hier, ob jemand das Alleinsein freiwillig gesucht hat oder ob es ihm von außen auferlegt wurde.

So können zwei Menschen mit den gleichen Lebensumständen unterschiedlich empfinden. Der eine kommt mit dem Alleinsein zurecht, weiß seine freie Zeit für sich selber zu füllen und ist zufrieden, während der andere das Alleinsein kaum erträgt, gedanklich nur um diesen Gedanken dreht und unglücklich ist.

Synonyme für Einsamkeit

Viele Menschen scheuen sich, das große Wort der Einsamkeit in den Mund zu nehmen. Sie sprechen daher eher von:

  • Vereinzelung
  • Leere
  • Langeweile
  • Isolation
  • Zurückgezogenheit

Einsamkeit: Sprüche und Zitate

Mit der Einsamkeit haben sich viele große Denker bereits schon befasst. Einige bekannte und auch unbekanntere Zitate und Sprüche zur Einsamkeit:

  • „Ich habe nie gesagt: ‚Ich will allein sein.‘ Ich sagte: ‚Ich will allein gelassen werden‘ – das ist ein Riesenunterschied“ (Greta Garbo)
  • „Was nun andererseits die Menschen gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit und in dieser sich selbst zu ertragen“ (Arthur Schopenhauer)
  • „Einsamkeit und das Gefühl unerwünscht zu sein, ist die schlimmste Armut.“ (Mutter Teresa)
  • „Was ich geleistet habe, ist nur ein Erfolg des Alleinseins.“ (Franz Kafka)
  • „Ich lebe in jener Einsamkeit, die peinvoll ist in der Jugend, aber köstlich in den Jahren der Reife.“ (Albert Einstein)
  • „Wir kommen allein auf die Welt, wir leben allein, wir sterben allein. Nur Liebe und Freundschaft können uns für einen Augenblick die Illusion verschaffen, nicht allein zu sein.“ (Orson Welles)
  • „Es ist viel besser allein zu sein, als in schlechter Gesellschaft.“ (George Washington)
  • „Insofern ist der Weise sich selbst genug: nicht, dass er ohne Freund sein will, sondern dass er es kann“ (Seneca)
  • „Einsamkeit ist Voraussetzung für Erfolg. Du verlierst deine Kreativität, wenn du nonstop im Rampenlicht stehst.“ (Karl Lagerfeld)
  • „Überlege wohl, bevor du dich der Einsamkeit ergibst, ob du auch für dich selbst ein heilsamer Umgang bist.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
  • „Wer allein mit einsam verwechselt, der hält auch Stille für lautlos.“ (Hermann Lahm)
  • „Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste.“ (Hans Krailsheimer)
  • „Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele,
    und niemand kommt, um sich daran zu wärmen“ (Vincent van Gogh)
  • „Einsamkeit ist Belästigung durch sich selbst.“ (Werner Schneyder)
  • „Wer sich allein langweilt, ist auch zu zweit nicht sehr unterhaltend.“ (Ben Kingsley)

Einsamkeit Symptome: Was Einsamkeit aus Menschen macht

Was passiert mit Menschen die einsam sind? Dass Einsamkeit traurig macht, klingt logisch. Einsamkeit verursacht aber weitaus mehr. Einsamkeit macht regelrecht krank. Wissenschaftliche Studien belegen, dass sie körperliche und psychische Folgen für die Gesundheit des Menschen hat.

Eine Studie der Brigham Young University hat nachgewiesen, dass sich das Risiko, früher zu sterben, um 30 Prozent wegen Einsamkeit erhöhe. Der Grund: Einsamkeit verursacht eine psychische Stresssituation. Sie ist somit genauso gefährlich für die Gesundheit wie Rauchen und Übergewicht. Dies sind die wichtigsten Folgen:

  • Bluthochdruck: Bei einsamen Menschen wird das Stresshormon Cortisol viel stärker ausgeschüttet. Dadurch erhöht sich auf Dauer auch der Blutdruck.
  • Depression: Menschen, die allein leben, sind eher von Depressionen gefährdet. Sind sie einmal im Kreislauf der Traurigkeit gefangen, kommen sie schwer wieder raus. Die Symptome verstärken sich mit der Zeit. Insbesondere Senioren neigen dazu, sich noch weiter zurückzuziehen und geraten in eine Abwärtsspirale.
  • Angststörung: Die Angststörung entwickelt sich aus der Furcht davor allein zu sein. Manche Menschen entwickeln eine regelrechte Panik vor dem Gedanken, die Einsamkeit zu fühlen und lenken sich so gut wie nur möglich ab. Besonders die Nächte können lang werden, wenn quälende Gedanken den Betroffenen übermannen.
  • Suizidgedanken: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wird die Einsamkeit für die Psyche untragbar, entwickelt der Betroffene Suizidgedanken.

Wie Angst Einsamkeit noch verstärkt

Gerade bei der Angst vor der Einsamkeit entsteht auch oft ein Teufelskreis. Einsame Menschen können sich selten ihre eigene Einsamkeit eingestehen und ziehen sich unbewusst noch mehr zurück, damit niemand anderes sie auf ihren Zustand anspricht.

Dies wiederum verursacht noch mehr Einsamkeit, woraus viele Menschen ohne fremde Hilfe nicht mehr heraus finden.

Emotionale Einsamkeit im Alter

Dies betrifft nicht selten ältere Menschen. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat das Gefühl der Einsamkeit bei Senioren in den letzten Jahrzehnten im Alter nicht zugenommen. Heute fühlen sich vor allem Menschen im sehr hohen Alter, ab 80 Jahren einsam.

Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DAZ) teilt mit, dass jeder Vierte in diesem Alter nur noch einmal im Monat Besuch von Freunden und Familie bekommt. Man befürchtet jedoch eine weitaus größere Dunkelziffer. Die Gründe für die Einsamkeit sind vielfältig:

  • Schicksalsschläge
  • Altersarmut
  • Erkrankungen
  • abnehmende körperliche Mobilität
  • mangelnde Mobilitätsangebote

Wenn Einsamkeit Depressionen hervorruft

Einsamkeit und Depressionen hängen nicht zwingend zusammen. Für eine Depression ist Einsamkeit nicht unbedingt eine Voraussetzung und umgekehrt führt nicht jede Einsamkeit zu einer Depression.

Aber wer ohnehin schon zu einer Depression neigt, bei dem kann die Einsamkeit letztendlich eine solche entfachen. Einsamkeit ist also nicht die Ursache, sondern oft der Auslöser für Depressionen.

Was kann ich tun wenn ich mich einsam fühle?

Leider gibt es kein allgemein gültiges Rezept gegen Einsamkeit. Jeder muss seinen persönlichen Weg finden. Lediglich diese ersten drei Schritte stehen zu Beginn eines jeden Veränderungsprozesses:

  1. Wahrnehmen:
    Erkennen, dass die eigenen Gefühle nicht gut tun, geradezu ungesund sind, ist der erste Schritt. Wer diesen Gedanken zulässt, bewegt sich in die richtige Richtung. Das eigene Befinden wahrnehmen und in Worte kleiden sind Grundlage für eine Veränderung.
  2. Reflektieren:
    Der Betroffene tritt zurück und versucht einen objektiven Blick auf seine Situation zu werfen. Er fragt sich: Warum fühle ich mich einsam und verlassen? Habe ich vielleicht zu hohe Erwartungen an Freunde und Familie, die sie gar nicht erfüllen können?
  3. Öffnen:
    Im dritten Schritt öffnet sich der Betroffene und spricht mit einer vertrauten Person über die eigene Einsamkeit. Das ist wegweisend, um sich selber raus aus der Isolation und hin zur Gemeinschaft zu bewegen.

Tipps gegen Einsamkeit im Alter

Darauf zu warten, dass andere die eigene Lebenssituation verändern, ist wenig Ziel führend. Wenn Sie möchten, dass sich Ihre Lebenssituation verändert, müssen Sie selbst die Initiative ergreifen.

Darum stellen Sie sich die Frage, was Sie persönlich gegen Ihre Einsamkeit tun können. Wir haben dazu eine Liste mit Ideen zusammengestellt. Es geht nicht darum, dass Sie gleich so viel wie möglich beginnen. Suchen Sie sich zunächst eine Aktivität aus, überlegen Sie, wie Sie sie umsetzen können:

  • Familie und Freunde:
    Sie müssen nicht darauf warten, dass Sie eingeladen werden von den Kindern, den Nachbarn oder Freunden. Werden Sie aktiv und laden Sie sie ein: Zu sich nach Hause, in ein Café, in ein Restaurant. Es muss kein großes Event sein. Sie können zu einem Glas Bier oder Wein mit etwas Gebäck einladen. Wenn Sie nicht selber kochen wollen, können Sie auch etwas Antipasti aus dem Supermarkt besorgen. Die unkomplizierten Treffen sind oft die Schönsten.
  • Haustier :
    Viele Menschen empfinden es als Bereicherung, wenn sie ein Haustier um sich haben, wenn sie allein sind: Die Katze, die sich freut, wenn Sie wieder nach Hause kommen, die um ihre Beine streicht und mit der Sie schmusen können. Ein Hund, der zum Weggefährten wird, der Sie mobilisiert, weil Sie mit im Gassi gehen müssen und über den Sie andere Hundehalter kennen lernen und mit ihnen ins Gespräch kommen.
  • Hobby:
    Gab es früher einmal Hobbys, für die Sie sich begeistert haben? Dann nehmen Sie ein solches wieder auf. Durch die Digitalisierung gibt es viele Möglichkeiten mit anderen ins Gespräch zu kommen. Zum Beispiel können Sie sich auf Instagram über Ihre Fotos oder Malerei mit anderen austauschen. Auch Buchliebhaber können Lesungen oder Buchclubs in örtlichen Büchereien und Bibliotheken wahrnehmen oder aber sich an Literaturforen im Internet beteiligen.
  • Digitale Medien:
    Heute ist es so viel einfacher in Kontakt mit anderen zu bleiben durch Handy, Tablet oder Computer. Über diverse Chatfunktionen können Sie Kontakt zu Familienmitgliedern halten, die weit weg leben. Wenn Sie sich noch nicht so gut auskennen, lassen Sie es sich von Ihren Enkeln erklären oder nutzen Sie Bildungsangebote der VHS und Bildungsstätten.
  • Seniorenreisen:
    Gerade wenn Lebensgefährte verstorben sind, haben die Hinterbliebenen oft die Meinung, sie könnten nun nicht verreisen. Sie würden Ihren Partner zu sehr vermissen. Das muss aber nicht so sein. Es gibt Reiseanbieter, die sich genau auf diese Zielgruppe spezialisiert haben und begleitete Reisen mit Gleichgesinnten anbieten. Oft liegt in den neuen Eindrücken die Chance: Das Erkunden fremder Orte erweitert den Horizont, die Aufnahme neuer Bilder lenkt ab und neue Bekanntschaften können zu Freundschaften werden, die die Einsamkeit umkehren.
  • Seniorenstudium:
    Mit dem Alter muss das Lernen nicht aufhören. Wenn Sie Freude daran haben, sich weiterzubilden, tun Sie es. Sie nehmen damit keinem jungen Menschen einen Studienplatz weg. In einem Seniorenstudium haben Sie an den Universitäten den Status eines Gasthörers und dürfen Ihr Wissen erweitern.
  • Vereine:
    Bei Ihnen vor Ort wird es die unterschiedlichsten Vereine geben: Karnevalsverein, Sportverein, Wandergruppen… Hören Sie sich um, halten Sie Ausschau nach dem, was Sie am meisten interessiert, zu Ihnen passt und fragen Sie nach, ob Sie sie unverbindlich besuchen dürfen.
  • Aktivitäten der Kirchengemeinde:
    Kirchengemeinden bieten die unterschiedlichsten Gruppen für Ihre Mitglieder an. Viele arbeiten dabei überkonfessionell und es spielt keine Rolle, ob Sie Katholik oder Protestant sind. Es geht um die Begegnung mit anderen Menschen. Gemeinsam singen in Chören, Kaffee trinken und erzählen in Seniorenkreisen, gemeinsames Studieren in der Bibel oder zusammen Handarbeiten – es gibt die unterschiedlichsten Angebote.
  • Seniorentreff der Stadt:
    Auch die Städte bieten Seniorentreffs an. Vorteil ist hier, dass sie meistens über alle Möglichkeiten für Senioren in Ihrem Heimatort Bescheid wissen. Wenn Sie also Anschluss suchen, finden Sie hier mit Sicherheit Ansprechpartner, die Ihnen weiterhelfen können.
  • Ehrenamtliches Engagement:
    Das Ehrenamt leidet heute darunter, dass es immer weniger Mitarbeiter gibt. Dabei sind die Möglichkeiten reichhaltig: Hausaufgabenhilfe, Kinderbetreuung, Besuch von Bewohnern eines Altenheims, Krankenhausengel, Hospizarbeit, …
  • Mehrgenerationenhaus:
    Leben mit mehreren Generationen unter einem Dach. Das ist nicht für jeden etwas, weil es eine gewisse Toleranz einfordert. Man kann sich zurückziehen, aber hat dennoch Menschen um sich herum. Für Menschen, die gerne Gesellschaft haben, ist es mit Sicherheit ein interessantes Modell. Oder aber Sie ziehen in eine Senioren-WG.

Einsamkeit: Forum und Selbsthilfegruppen

Sowohl im Internet als auch vor Ort gibt es Selbsthilfegruppen oder Foren gegen Einsamkeit. Beratungsstellen für Senioren können Ihnen an Ihrem Wohnort weiterhelfen.

Im Internet gibt es unter anderem folgende Angebote:

Tipp: Einsamkeit im Alter vorbeugen

Letztendlich beginnt alles in jungen Jahren, wenn Sie gesund und kräftig sind und Ihnen noch alle Möglichkeiten offen stehen. Beginnen Sie schon früh damit Kontakte zu pflegen. Wenn Sie jetzt Beziehungen zu Freunden aufrecht erhalten haben, gelingt Ihnen das im Alter auch leichter.

Beziehungspflege muss man üben. Sich immer wieder daran erinnern, Leute anzurufen und einzuladen, kann man lernen. Auch Smalltalk betreiben und eine gewisse Offenheit aneignen, um neue Menschen kennenzulernen, ist reine Trainingssache.

Und um so früher Sie beginnen sich um Ihre Hobbys zu kümmern, werden Sie sich auch im Alter zu beschäftigen wissen. Eine Tätigkeit, die Ihnen einen Ausgleich schenkt:

  • Gartenarbeit
  • Handwerken
  • Malerei
  • Fotografie
  • Musik – ein Instrument spielen

Auch die Mitgliedschaft und Teilhabe im Verein oder in einer Kirchengemeinde kann Sie im Alter davor bewahren, einsam zu werden, weil Sie gesellschaftlich eingebettet sind.

Einsamkeit Test: Wie ist meine Einstellung?

Überprüfen Sie sich selbst: Wie ist Ihre innere Einstellung zur Einsamkeit? Welche Gedanken beschleichen Sie, wenn Sie daran denken, Ihren Mitmenschen wieder zu begegnen?

  • Haben Sie Sorge davor, dass andere Sie ablehnen könnten?
    Wenn Sie sich von diesem Gedanken beherrschen lassen, machen Sie es sich selber schwer, neue Kontakte zu knüpfen.
  • Sie glauben, auf Grund Ihres hohen Alters werden Sie keine neuen Freundschaften mehr schließen?
    Mit dieser Einstellung werden Sie tatsächlich keine Freunde mehr finden. Dabei gibt es viele Gleichgesinnte in einer ähnlichen Situation, die genauso einsam sind und sich den Austausch und die Freundschaft wünschen.
  • Sie denken, ohne Ihren Partner oder Ihre Partnerin bereitet Ihnen nichts mehr Freude?
    Vielleicht haben Sie Sorge, Sie werden in schönen Momenten an Ihren Partner oder Partnerin erinnert. Das ist in Ordnung. Sie dürfen in einem solchen Moment trauern. Wenn Sie allerdings mit dieser negativen Einstellung an jede Aktivität rangehen, werden Sie im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung auch keine schönen Momente erleben.

Alles beginnt mit Ihrer eigenen Auffassung. Und es führt kein anderer Weg daran vorbei, als aktiv gegen negative Einstellungen zu arbeiten. Positive Erfahrungen werden Sie motivieren und Ihr Vertrauen, in die Kraft Dinge zu verändern, stärken.

Häufige Ursachen: Warum bin ich so einsam?

Menschen können sich aus den unterschiedlichsten Gründen im Alter einsam fühlen. Dabei müssen die Ursachen noch nicht einmal selbst verschuldet sein. Oft sind es Schicksalsschläge, auf die der Betroffene selber keinen Einfluss hatte. Die folgenden Gründe werden am häufigsten genannt:

  • Trennung
    Scheidung nach der Silberhochzeit ist keine Seltenheit. Jede vierte Scheidung betrifft heute Paare, die älter als 50 Jahre sind. Nach all den Jahren des Zusammenseins schmerzt dies ganz besonders – vor allem, wenn ein bitterer Rosenkrieg geführt wurde. Der Verlassene tut sich schwer, einen neuen Lebensplan zu entwickeln.
  • Erkrankung
    Krankheit kann auf unterschiedliche Weise dazu führen, dass man zurückgezogen lebt. Es gibt Krankheiten, die zu einem geschwächten Immunsystem führen, so dass der Patient soziale Kontakte meiden muss. Und es gibt Gebrechen, die Patienten immobil machen, so dass sie selber nicht mehr gehen können, um andere zu besuchen.
  • Todesfälle
    Wenn ein Angehöriger, insbesondere der Lebensgefährte stirbt, ist das einschneidend und schmerzhaft. Zu trauern ist richtig und gehört unbedingt zur inneren Verarbeitung. Der Betroffene muss erst einmal lernen sein Leben wieder neu zu gestalten und in die Hand zu nehmen. Bedenklich wird es, wenn der Hinterbliebene es nicht schafft, sich aus dieser Trauerphase zu lösen.
  • Eingeschränkte Mobilität
    Dass die Mobilität schwindet, ist ein schleichender Prozess. Oft ist den Betroffenen selbst nicht bewusst, wie sehr sich ihre Bewegungsfreudigkeit in der letzten Zeit verändert hat. Das Laufvermögen lässt nach, der Mut vor die Tür zu gehen verschwindet zusehends, bis sich der Betroffene nur noch allein im Haus aufhält.

All dies sind nachvollziehbare Gründe für Einsamkeit. Dennoch geht es darum, zu schauen, was in der Zukunft möglich ist und nicht in der Schwermut der aktuellen oder vergangenen Situation zu verharren. Denn dies macht die Einsamkeit meist eher schlimmer statt besser.

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[Bildnachweis: Miss Ty  by Shutterstock.com]
1. April 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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